Fit bleiben: die Fitness-Trends 2023

6 Trends für körperliche und mentale Fitness

Beweglichkeit und Kraft sind Fitness-Ziele. (Bildquelle: unsplash / Wesley Tingey)

Am Anfang des neuen Jahres ist es wieder Zeit, gute Vorsätze zu fassen. Warum nicht mit Fitness starten oder neue Trends ausprobieren? Bei diesen Fitness-Trends ist für jeden etwas dabei: für Einsteiger und Fortgeschrittene, für Einzelkämpfer und Communities. Lassen Sie sich motivieren und legen Sie los!

Hyrox: das Fitness-Race für Jedermann

Hyrox erfreut sich auch dieses Jahr immer größerer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um einen Wettkampf-Indoorsport, bei dem Teilnehmer einzeln, als Paar oder im Team antreten. Die Workouts bestehen aus Laufen und funktionellem Training, wobei drei Disziplinen im Vordergrund stehen: Funktionelles Krafttraining, intensives Intervalltraining und Ausdauerlauf. Teilnehmen an der Indoor-Fitness-Challenge können alle, Einsteiger oder Fortgeschrittene, so dass dieses Fitness-Event eine große Zielgruppe anspricht.

Kettlebells und ein Medizinball sind Teil des Hyrox-Events. (Bildquelle: unsplash / Ryan-de-Hamer)

Erfunden wurde Hyrox von dem Hamburger Sportmarketing-Unternehmen Upsolut Sports, namentlich von Christian Toetzke, Michael Trautmann und dem zweimaligen deutschen Hockey-Olympia-Sieger Moritz Fürste im Jahr 2017. In diesem Jahr fand zum ersten Mal in Hamburg ein solches Event mit 750 Teilnehmern statt. Die Sportler mussten einen Parcours durchlaufen, der gleichzeitig Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft erforderte.

Bei dem Sportevent, das mittlerweile in vielen großen Städten angeboten wird und für das es verschiedene Rankings gibt, müssen die Teilnehmer in 8 Läufen über jeweils 1 Kilometer Laufintervall verschiede Disziplinen bestehen.

Die Teilnehmer beim  Hyrox-Event müssen einen Schlitten mit Gewichten schieben. (Bildquelle: unsplash / ambitious-creative-co-rick-barrett-g)

Die Disziplinen von Hyrox sind im Einzelnen

  • Ski Erg: Hier muss auf einem Ski-Ergometer eine Distanz von 1000 Metern zurückgelegt werden.
  • Sled Push: Hier muss man einen Schlitten mit einem vorgegebenen Gewicht über eine Distanz von 2 x 25 Metern schieben.
  • Sled Pull: Hier muss man den Schlitten über dieselbe Distanz ziehen.
  • Burpee Broad Jump: Dies ist eine Kombination aus Burpees und Weitsprung über eine Distanz von 80 Metern.
  • Sandbag-Lunges: Hier muss man mit einem Sandsack auf den Schultern über 100 Meter Ausfallschritte absolvieren.
  • Farmer‘s Carry: In einer Distanz von 200 Metern müssen zwei Kettlebells getragen werden.
  • Rowing: Hier muss man auf einem Ruder-Ergometer eine Distanz von 1000 Metern zurücklegen.
  • Wall Balls: Hier muss man aus dem Squad heraus einen Medizinball um die 100 x über eine bestimmte Höhe an die Wand werfen.
Beim Rowing muss eine Distanz von 1000 Metern zurückgelegt werden. (Bildquelle: unsplash / Victor Freitas)

Das Sportevent Hyrox eignet sich für alle Sportler, vom Amateur bis zum Profi, die Lust auf Neues haben. Eine gewisse Grundfitness sollte allerdings vorhanden sein. Wer sich in einer Challenge mit anderen Athleten messen will – ob innerhalb Deutschlands oder weltweit – findet hier weitere Infos zum Trendsport Hyrox.

Boutique-Studios: Persönliche Workouts in der Community

Als weiterer Fitness-Trend entwickeln sich immer mehr kleine Boutique-Studios. Das Trainieren in einem Boutique-Studio unterscheidet sich zu einem größeren Fitness-Studio im Angebot der Sportarten, in der Größe und in der Ausstattung. Bei dem kleinen Boutique-Studio, das etwa eine Größe von 100 bis 300 Quadratmeter hat, werden nur eine oder zwei Kernangebote, wie zum Beispiel Crossfit, Cycling, Pilates und Yoga angeboten.

Der Vorteil eines kleinen Fitness-Studios liegt oft in der besseren Betreuung, da die Trainer gezielt auf diese eine Disziplinen ausgebildet sind. Es ist dort außerdem weniger unpersönlich und man legt den Fokus direkt auf die Sportart, die man ausüben will. Hinzu kommen gut vorbereitete Workouts und eine moderne Ausstattung. Die Räumlichkeiten sind oft in Loft-Atmosphäre gehalten und sprechen besonders Ästheten an.

Das Training in einem Boutique-Studio ist persönlicher und findet in festen Gruppen statt. (Bildquelle: unsplash / Bruce Mars)

Das Training in einem Boutique-Studio findet meistens in Form von festen Gruppen und zu festen Zeiten statt. Man wird in den Workouts gut angeleitet und muss nicht allein auf sich gestellt trainieren. Das Trainieren in der Gemeinschaft, innerhalb der Community, in schönen modernen Räumlichkeiten spricht immer mehr bewegungsfreudige Menschen an, auch wenn hier mit etwas höheren Trainingspreisen zu rechnen ist. Ins Boutique-Studio zu gehen ist eben gerade besonders „in“.

Das Portfolio der Sportarten reicht von Dance-Klassen, über Spinning, Kickboxen, Pilates oder Yoga und EMS bis hin zum Functional Training und Crossfit.

HILIT: Cardio trifft Entspannung

Das Fitnesskonzpet HILIT, „High Intensity – Low Impact Training”, ist ein hochintensives Cardio-Training, kombiniert mit entspannteren Einheiten aus den Fitness-Sportarten Yoga, Pilates, Aerobic und Gymnastik. Die besten Merkmale beider Sportarten werden hier zu einer neuen Variante kombiniert. Nicht zu vergleichen ist dieses Workout mit HIIT, dem High Intensity Intervall Training, bei dem sich hochintensive Intervalle zum Fett verbrennen mit moderaten Phasen oder Pausen abwechseln.

Durch die intensiven Cardio-Einheiten bei HILIT, wie Jumping Jacks oder Mountain Climbers, wird der Puls in die Höhe getrieben, der Stoffwechsel und die Fettverbrennung angeregt.

Bei der Cardio-Einheit kommt man ordentlich ins Schwitzen. (Bildquelle: unsplash / Meghan Holmes)

Bei den anschließenden Low-Impact-Übungen aus Pilates oder Yoga können die Muskeln entspannen und die Körpermobilität gesteigert werden. Diese Übungen im Wechsel sorgen für ein gutes Körpergefühl und sind für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Das HILIT-Training ist ein kraftschonendes Training, bei dem ein Maximalpuls von 70 Prozent erreicht werden soll und das nicht bis an die Grenze auspowert. Dafür macht es umso mehr Spaß.

Pilates ist der ruhigere Teil beim HILIT-Training. (Bildquelle: unsplash / Bruce Mars)

Mobility Training: Beweglichkeit schützt vor Verschleiß

Mobility, die Beweglichkeit des Körpers, lässt im Laufe der Jahre nach, sofern man sich nicht durch ein regelmäßiges Stretching um die Gelenke und Faszien kümmert. Denn wer viel sitzt, braucht einen Ausgleich. Das Ziel beim Mobility Training ist es, die Beweglichkeit der Gelenke zu steigern. Durch die Anwendung von Muskelkraft soll eine kontrollierte Beweglichkeit möglich werden, die ein aktives Leben und einen schmerzfreien Bewegungsablauf garantiert. Von den Übungen profitieren sowohl Spitzensportler, die dadurch Sportverletzungen vorbeugen können, sie dienen als Ausgleich zum Krafttraining und helfen Sportmuffeln, ihre Körperhaltung zu verbessern und allgemein die Beweglichkeit beizubehalten.

Beim Mobility-Training kommen verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz. (Bildquelle: unsplash / Geert Pieters)

Mobility-Training umfasst die drei Bereiche: Stretching, myofasziale Selbstmassage und Muskelstärkung. Beim Stretching geht es darum, die Toleranz des Bewegungsapparats und der Muskulatur gegenüber Längenveränderungen zu verbessern. Gemeint sind damit die Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Muskeln. Bei der Selbstmassage wird die Gleitfähigkeit der Faszien verbessert und der dritte Bereich, die Muskelstärkung, hat das Ziel, die motorische Kontrolle zu verbessern.

Gesamt gesehen verbessert Mobility Training die Beweglichkeit ganzheitlicher als Stretching, denn es geht nicht nur ums Dehnen, sondern um die Kombination von Dehnübungen und Kraft. Durch regelmäßiges Training und Wiederholungen können Verspannungen vermieden werden, die Koordination verbessert und Bewegungseinschränkungen minimiert werden. Mobility Training trainiert gleichzeitig auch die Faszien, das Bindegewebe, das die Muskulatur und die Organe umgibt. Durch ihre Mobilisation kann die Muskulatur optimal mit Nährstoffen versorgt werden.

Je beweglicher wir sind, desto weniger anfällig sind die Gelenke für Verschleiß. (Bildquelle: unsplash / Carl Barcelo)

Bio-Hacking: Optimierungs-Programm für die eigene Gesundheit

Unter Bio-Hacking versteht man die Kontrolle und Manipulation des eigenen Körpers, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu verbessern und das Optimum aus Körper und Geist herauszuholen. Es geht darum, den eigenen Körper besser zu verstehen und das Wohlbefinden zu steigern. Dieser Fitness Trend, der sich mit der Biologie des Körpers befasst, beinhaltet verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Bewegung und Sport, Entspannung, Ernährung und Schlaf, die zusammengenommen ein Ganzes ergeben – einen optimierten Lifestyle und die perfekte Grundlage für ein gesundes Leben.

Während einige Maßnahmen selbst umgesetzt werden können, wie Meditieren, regelmäßiger Schlafrhythmus oder Sport, sollten andere Maßnahmen wie die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln mit einem Fachmann abgesprochen werden.

Bio-Hacking wurde für den Spitzensport entwickelt

Ursprünglich kommt Biohacking aus den USA, von der University of Cambridge in Massachusetts. Dort konzentrierte sich eine Gruppe von Biologen darauf, die optimalen Bedingungen für den Körper zu schaffen – den Body zu „hacken“.  Was zunächst für den amerikanischen Spitzensport entwickelt wurde, ist ebenso hilfreich für den normalen Sportler und sogar für den Alltag. Alles zielt darauf hin, seinen Organismus so zu steuern, dass er optimal funktionieren kann.

Yoga ist Teil der Bio-Hacking-Methode. (Bildquelle: unsplash / Oksana Taran)

Ziele von Bio-Hackern sind zum Beispiel ein schneller Gewichtsverlust, eine höhere Ausdauer, eine verbesserte Konzentration, mehr Ausgeglichenheit und ein allgemein besseres Wohlbefinden. Dazu werden die drei Bereiche Ernährung, Körper und Geist analysiert, um Verbesserungen durchzuführen.

Analyse des Ist-Zustands der Gesundheit

Die Messwerte, die dazu herangezogen werden können, sind: Blutwerte, Körperfett, Bewegung, Schlafzyklus und einige weitere. Durch die modernen Fitnesstracker und Wearables können immer mehr Daten direkt am Handgelenk abgelesen werden. Mit den technischen Hilfsmitteln sind wir unser eigener Gesundheits-Coach. Es geht aber auch noch genauer – durch den Check beim Hausarzt. Ist alles ausgewertet und ein Ist-Zustand festgestellt, kann durch Optimierung in verschiedenen Bereichen eine Anpassung erfolgen, die Signale des Körpers gedeutet werden und bei Bedarf gegengesteuert werden.

Viele Körperwerte können direkt am Handgelenk abgelesen werden. (Bildquelle: unsplash / Luke Chesser)

Bei der Ernährung setzt Bio-Hacking auf Gemüse und gesunde Fette und den Verzicht von Industriezucker und Alkohol. Außerdem soll viel Wasser getrunken werden und der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen versorgt werden. Intervallfasten ist ein wichtiges Thema beim Bio-Hacking, damit der Körper in der restlichen Zeit des Tages und in der Nacht Zeit hat, die Giftstoffe im Körper zu entsorgen und den Insulinwert im Blut zu senken, um Gewicht zu sparen.

Beim Bio-Hacking bilden Körper und Geist eine Einheit, weswegen der menschliche Geist nicht zu vernachlässigen ist. Eine positive Grundstimmung lässt sich durch gezielte positive Affirmationen, durch Meditationen und Yoga erreichen. Achtsamkeit und Dankbarkeitsübungen spielen dabei ebenfalls eine große Rolle. Weitere Themen sind Bewegung, die Fitness des Körpers, Abhärtung durch Wechselduschen und die Optimierung des Schlafs.

Mindful Running: Achtsamkeit für Körper und Geist

Laufen gehört auch dieses Jahr wieder zu den beliebtesten Sportarten. Es erfordert keine große Ausrüstung, ist zeitlich flexibel und überall möglich. Running ist ein Sport, der sich für fast Jedermann eignet, der etwas Geduld mitbringt, bis eine gewisse Kondition aufgebaut ist.

Während viele Läufer gerne zu Musik laufen, um sich mit den Lieblings-Songs zu eigenen Bestleistungen zu motivieren oder nebenher ihre Route mit der Smartwatch tracken, geht der neue Trend in die gegensätzliche Richtung.

Beim achtsamen Laufen kann man die Natur besser wahrnehmen. (Bildquelle: unsplash / Tara Glaser)

Beim Mindful Running, dem achtsamen Laufen, wird auf alles Digitale und jede Ablenkung ganz bewusst verzichtet, denn hier geht es neben der körperlichen Fitness gleichzeitig um die mentale Fitness. Vor und während dem Laufen konzentriert man sich durch Bewusstseinsübungen auf sich selbst, auf den Atem, die einzelnen Körperteile und die Abfolge der Bewegung. Außerdem kann man durch spezielle Achtsamkeitsübungen während dem Lauf die Umgebung besser wahrnehmen – die Geräusche, die Gerüche und die Natur. So ist das Mindful Running sowohl Fitness und Entspannung, für den Körper als auch für den Geist.