Meta kann es doch noch…

Facebook-Muttergesellschaft stellt deutlich mehr Effizienz in Aussicht

(Bildquelle: Pressefoto Meta)

Wenn nichts mehr zu gelingen scheint, dann helfen womöglich nur noch Aktienrückkäufe, den Aktienkurs anzukurbeln. Dies dachte man sich wohl bei Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027). Allerdings hatte die Facebook-Muttergesellschaft nicht nur gute Nachrichten in Bezug auf die Verteilung von Kapital an die Anteilseigner parat.

Während die jüngste Fed-Entscheidung ganz besonders im Technologiesektor positiv aufgenommen wurde, schnellte die Meta-Aktie am Mittwochabend nachbörslich auch um 20 Prozent nach oben, weil der Konzern selbst überzeugen konnte.

Eine Kostenfrage

Endlich sollen die ausufernden Kosten angegangen werden. Diese waren zuletzt im Zuge des geplanten Vorstoßes in das Metaverse deutlich angestiegen. Jetzt hat das Management die Prognose für die Ausgaben im laufenden Geschäftsjahr 2023 von zuvor 94 bis 100 Mrd. US-Dollar auf 89 bis 95 Mrd. US-Dollar gesenkt.

Der Ausblick für die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr wurde ebenfalls gesenkt – in diesem Fall von 34 bis 37 Mrd. US-Dollar auf 30 bis 33 Mrd. US-Dollar. Auch sonst hat man bei Meta die Kosten verstärkt im Blick. Nicht umsonst wurde 2023 zum “Year of Efficiency” ausgerufen.

Die Mitarbeiterentlassungen, mit denen sich der Konzern in eine Reihe mit anderen Tech-Unternehmen gestellt hatte, verursachen zunächst Kosten, sollen langfristig jedoch die Ergebnisqualität verbessern. Für das Schluss Quartal wurden die Restrukturierungskosten mit 4,2 Mrd. US-Dollar beziffert. Diese sorgten dafür, dass der Gewinn unter den Markterwartungen blieb, Anleger störte dies jedoch wenig.

Wenn man die neue Philosophie bei Meta Platforms mit einem Wort beschreiben möchte, dann wäre dieses Wort “Effizienz”. (Bildquelle: Pressefoto Meta)

Meta überzeugt auf ganzer Linie

Zwischen Oktober und Dezember 2022 lag das EPS bei 1,76 US-Dollar, während Analysten im Schnitt einen Wert in Höhe von 2,26 US-Dollar erwartet hatten. Dafür lag der Umsatz bei 32,2 Mrd. US-Dollar und damit oberhalb der Erwartungen von 31,65 Mrd. US-Dollar.

Zudem bleiben die User engagiert. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAUs) kletterte um 4 Prozent auf 2 Milliarden. Die Konsensschätzung lag bei 1,928 Milliarden. Im laufenden ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 will Meta einen Umsatz zwischen 26 und 28,5 Mrd. US-Dollar erreichen.

Sollte das obere Ende dieser Spanne erreicht werden, würde dies auch einen leichten Anstieg im Vorjahresvergleich bedeuten. Auch dies wären gute Nachrichten. Ohnehin hatte sich die Marktstimmung zuletzt rund um Meta aufgehellt.

Reels kommen in Schwung

Dazu hat auch ein Artikel im “Wall Street Journal” beigetragen. Während Anleger hoffen würden, dass nun die Talsohle bei den Einnahmen erreicht worden sein könnte und auch der Höhepunkt bei den Kosten überschritten sein dürfte, heißt es auch, dass Meta in Bezug auf viele Problemfelder Fortschritte erzielen würde.

Dazu zählen der verbesserte Umgang mit den Auswirkungen von Apples iOS-Datenschutzänderungen und der Reels-Monetarisierung. In dem Artikel wird beispielsweise auf Aussagen von Facebook-Chef Tom Alison verwiesen. Demnach würde Reels bei den Nutzern gut ankommen und die Bedrohung durch den Konkurrenten TikTok schwinden.

Das Facebook-Engagement sei stärker als erwartet. Interne Daten würden zeigen, dass Meta einen bedeutenden Anteil im Bereich Kurzvideos erreicht hat. Die jüngsten Quartalsergebnisse sowie die darin enthaltenen Kommentare des Managements unterstützten dieses Aussagen und das optimistischere Bild.

Neuer Effizienzgedanke

Was Meta derzeit besonders gut hinzubekommen scheint, ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Viele reden davon, insbesondere in Zusammenhang mit OpenAI und Microsoft. Meta nutzt KI schon heute effizient und steigert auf diese Weise das Engagement der User auf Instagram oder Facebook.

Wie wichtig das Thema AI ist, stellte Konzernchef Mark Zuckerberg selbst noch einmal heraus. Es ist auch eine Möglichkeit, die Werbeeinnahmen zu verbessern, während man immer noch mit den Folgen der Änderungen der Datenschutzbestimmungen bei Apple fertig werden muss.

Positiv ist auch der Umstand, dass der Messaging-Bereich neben Facebook und Instagram immer wichtiger wird und das Geschäft auf eine noch breitere Basis stellt. Und dies alles bei einem ganz neuen Fokus des Managements auf Kosteneffizienz.

Analysten zeigen sich begeistert

Analysten zeigten sich denn auch ganz besonders von der neuen Kostendisziplin angetan. Justin Post, Analyst bei Bank of America, nutzte die Gelegenheit, um das Rating für die Meta-Aktie von “Neutral” auf “Buy” zu erhöhen. Das Kursziel steigt von 160 US-Dollar auf 220 US-Dollar.

Damit ergibt sich ein Kurspotenzial von mehr als 40 Prozent. Als mögliche Kurstreiber werden die Kostensenkungen gesehen, während sich das Umfeld am Werbemarkt verbessern würde. Darüber hinaus laufe es mit Reels immer besser, und dies vor allem im Wettbewerb mit TikTok. Piper Sandler-Mann Thomas Champion hat die Aktie ebenfalls hochgestuft, in diesem Fall von “Neutral” auf “Overweight”. Das Kursziel steigt hier von 136 US-Dollar auf 215 US-Dollar.

Geringere Investitionsausgaben und operative Kosten würden neue Möglichkeiten im Bereich des Free Cashflow generieren. Herausgestellt wird der neuen allgemeine Fokus auf die Effizienz. Das Wort Effizienz sei 25 Mal während der Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der neuesten Geschäftszahlen gefallen, sagt wiederum Brian Nowak von Morgan Stanley.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Die Meta-Aktie hatte sich zuletzt deutlich von ihrem Anfang November 2022 verzeichneten Zwischentief bei 88 US-Dollar wegbewegt. Grund dafür ist der Umstand, dass sich die Stimmung rund um die Facebook-Muttergesellschaft verbessert hat. Der jüngste Quartalsbericht zeigt, dass dies nicht ohne Grund passiert ist und Meta weiter Luft nach oben hat.