Bildquelle: Pressefoto Daimler

Der Autohersteller Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) veröffentlichte ein solides Quartalsergebnis, die Kartellvorwürfe bestimmen jedoch die Stimmung der Investoren.

„In der Tat macht die Autoindustrie derzeit Schlagzeilen – keine guten“, so beschreibt Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch die derzeitige Situation seiner Branche und meint wahrscheinlich das Dieselgate, sowie vor allem die jüngsten Kartellvorwürfe. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Behörde einen Verdacht der illegalen Absprache der drei deutschen Autokonzerne nachgeht. Aus einem Bericht des „Spiegel“, geht hervor, dass sich seit den 90er Jahren mehr als 60 Arbeitsgruppen zu Technik, Lieferanten, Kosten und Märkten abgesprochen haben sollen. Zetsche sagte zu den Kartellvorwürfen nur, dass die EU-Kommission bislang noch kein Verfahren eröffnet habe.

Vor einem Jahr sollen Volkswagen und Daimler bei den Wettbewerbsbehörden Selbstanzeige erstattet haben. Laut der Süddeutschen Zeitung haben sich die Stuttgarter jedoch deutlich früher an die Behörden gewandt. Dies ist von wichtiger Bedeutung, da die Kronzeugenregelung eine Strafmilderung, oder sogar komplette Straffreiheit, vorsieht, wenn man sich freiwillig stellt und Beweismittel zu Verfügung stellt. Für den zweiten Selbstanzeiger, Volkswagen, wäre lediglich eine Strafminderung bis zu 50% möglich.

Rückrufe durch Abgas-Skandal

Vergangene Woche kündigte der Autokonzern eine Nachrüstung von mehr als drei Millionen Diesel-Fahrzeugen der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 an. Es handle sich um eine „freiwillige Servicemaßnahme“, betonte der Konzern. Seit einiger Zeit ist Daimler im Verdacht die Abgasreinigung per Software manipuliert zu haben. So entsprechen die Autos den Vorschriften nur auf dem Papier, stoßen in Wirklichkeit aber überhöhte Stickoxid-Abgase aus. Einige deutsche Großstädte drohten bereits mit Diesel-Fahrverboten.

Solides Quartalsergebnis

Grund zur Hoffnung könnten wenigstens die aktuellen Quartalszahlen von Daimler bieten. Der Konzern konnte neue Bestwerte bei der Anzahl der abgesetzten Autos, sowie beim Umsatz vermelden: Von April bis Juni konnten weltweit 822.500 Fahrzeuge abgesetzt werden (+8,0% YoY). Die Auto-Sparte hatte dabei mit einem Plus von 9% YoY die beste Entwicklung. Die Verkäufe der Mercedes-Benz Vans stiegen jedoch lediglich um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und steuerten so ein negatives Umsatz Wachstum von -3% bei.

Den größten Umsatzzuwachs konnte die Division Financial Services bieten. Diese stieg um 18% YoY auf EUR 5,9 Milliarden. Weltweit wurden 477.000 neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von EUR 17,9 Milliarden abgeschlossen – 16% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das EBIT der gesamten Daimler-Gruppe schoss in diesem Quartal um 70% YoY auf EUR 2,404 Millionen. Dieser Anstieg hänge mit den höheren Absatzzahlen, positiven Wechselkurseffekten, sowie negativen Einmal-Effekten aus Q2 2016 zusammen.

Optimistischer Ausblick

In ihrem Sales-Outlook gab die Daimler AG eine positive Meinung für das Gesamtjahr bekannt. So erwartet das Unternehmen signifikant höhere Verkaufszahlen in den Bereichen Autos, Vans und Bussen. Die Verkäufe der LKWs sehen sie nur leicht steigen.

Somit erwartet das Unternehmen auch ein wesentlich höheres EBIT-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2017. Der Wert der Auto-Division werde stark über dem Vorjahr liegen; Busse und Financial Services steigen nur leicht. Das EBIT bei LKWs und Vans sehen sie auf einem ähnlichen Level wie in 2016.

In diesem Jahr haben die Stuttgarter ihre Produktpalette bereits mit acht neuen Modellen erweitert. Für den Rest des Jahres sind noch die Veröffentlichungen der E-Klasse Cabriolet, sowie der X-Klasse angedacht.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Daimler

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