Unilever: Alles eine Preisfrage?

Es gibt einiges, was langfristig für das britische Konsumgüterunternehmen spricht.

(Bildquelle: Pressefoto Unilever)

Unilever (WKN: A0JNE2 / ISIN: GB00B10RZP78) konnte seine Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 um rund 9 Prozent steigern. Für einen solch riesigen Konzern klingt das zunächst nach relativ viel.

Allerdings waren die Erlössteigerungen vor allem höheren Preisen geschuldet. Diesen könnten irgendwann Grenzen gesetzt sein. Es gibt jedoch einiges, was langfristig auch für das britische Konsumgüterunternehmen spricht.

Preiserhöhungen treiben Umsatzentwicklung an

Das letztjährige Umsatzwachstum setzte sich bei Unilever aus einem Anstieg der Preise um 11,3 Prozent sowie um 2,1 Prozent sinkenden Verkaufsmengen zusammen. Auch wenn das Unternehmen mit bekannten und beliebten Marken wie Dove, Rexona, Knorr oder Langnese punkten kann, waren Verbraucher offenbar nicht bereit, sämtliche Preiserhöhungen mitzutragen.

Preiserhöhungen treiben die Umsatzentwicklung vielen Produkten von Unilver an. (Bildquelle: Pressefoto Unilever)

Diese wurden notwendig, da Unilever, wie viele andere Unternehmen, im vergangenen mit einem starken Anstieg der Inputkosten fertig werden musste. Auch in diesem Jahr dürfte der Kostendruck anhalten, sodass weitere Preiserhöhungen nötig werden könnten. Zumindest rechnet das Management damit, dass der Kostendruck in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 deutlich abnehmen sollte.

Das Umfeld bleibt herausfordernd

Trotzdem geht man davon aus, dass sich die höheren Preise in einer Zurückhaltung der Konsumenten niederschlagen sollte. Das Umsatzwachstum wird für 2023 am oberen Ende des mittelfristigen Ziels von 3 bis 5 Prozent erwartet. Dies wäre ein Rückgang gegenüber dem Plus von 9 Prozent in 2022.

Mit Blick auf die zugrunde liegende operative Marge wird von Managementseite für das Gesamtjahr 2023 lediglich eine „bescheidene Verbesserung“ gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Neben der anhaltend hohen Inflation sollen daran auch die erneut angedachten Investitionen Schuld sein.

Dazu gehört auch die anhaltende Portfoliooptimierung weiter. Während beispielsweise das Tee-Geschäft verkauft wurde, ist man beim Spezialisten für Haarpflegeprodukte Nutrafol eingestiegen. In der ersten Jahreshälfte soll die Marge laut Prognose bei 16 Prozent liegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Marge gegenüber dem Vorjahr um 230 Basispunkte auf 16,1 Prozent zurückgegangen.

Unilever zeigt sich großzügig

Bei der Einschätzung der Aussichten für die Unilever-Aktie geht es jedoch nicht nur um die Frage, welche Auswirkungen die Inflation haben wird. Das Unternehmen profitiert beispielsweise von langfristigen Trends wie dem weltweiten Bevölkerungswachstum. Die größer werdende Weltbevölkerung möchte Essen und Konsumieren. Für diesen Fall steht Unilever bereit.

Außerdem hat das Unternehmen im vergangenen Jahr gezeigt, dass es sich in einem schwierigen Umfeld behauten und seinen Anteilseignern attraktive Ausschüttungen bieten kann. Eine für 2023 geschätzte Dividendenrendite von fast 4 Prozent kann sich sehen lassen. Außerdem läuft derzeit ein 3 Mrd. Euro schweres Aktienrückkaufprogramm.

Mein Fazit

Neben der Inflation gehören der Konzernumbau und weitere Investitionen zu den Belastungsfaktoren für Unilever. In diesem schwierigen Umfeld konnte sich der Konsumgüterkonzern bereits behaupten. Außerdem sollte das Unternehmen von einigen wichtigen Trends profitieren.

Wer an der Börse in eine aussichtsreiche Auswahl von Aktien aus den Bereichen Agrar, Lebensmittel und Getränke investieren will, kann sich zum Beispiel das Indexzertifikat (WKN: DA0ABQ / ISIN: DE000DA0ABQ8) auf den Agrar und Nahrung Index näher ansehen. In diesem Index sind 20 Aktien enthalten. Die Aktienauswahl umfasst neben Unilever beispielsweise auch Kellogg, KWS Saat, PepsiCo und den US-Landtechnikkonzern Deere & Company.