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Gilead Sciences: Am mutmaßlichen Corona-Wundermittel Remdesivir scheiden sich die Geister

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Bildquelle: Gilead Sciences

Die Zeiten, in denen Gilead Sciences (WKN: 885823 / ISIN: US3755581036) mit seinen Hepatitis-C-Mitteln einen Verkaufsrekord nach dem anderen aufstellen konnte, sind inzwischen vorbei. Doch mit Remdesivir konnte sich der US-Biotechnologiekonzern wieder in den Vordergrund spielen.

Zweite Chance

Im Kampf gegen Ebola konnte Remdesivir nicht überzeugen und wurde aussortiert. Das Coronavirus gibt dem Mittel eine neue Chance, sich zu beweisen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die hohen Erwartungen an Remdesivir trotz bekannter Unterstützer wie US-Präsident Donald Trump auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit COVID-19 enttäuscht werden könnten.

Ein Indiz dafür sind die jüngsten Töne vonseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach hätten mehrere in Studien überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen in Bezug auf die Todesraten von COVID-19-Patienten in Krankenhäusern gezeigt. Unter diesen Mittel war auch Remdesivir.

Trotzdem erhielt Remdesivir in dieser Woche vonseiten der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung zur Behandlung von COVID-19-Erkrankungen, nachdem es bisher nur eine sogenannte Notfallzulassung gab. In der EU erfolgte die Zulassung bereits im Juli unter Auflagen. Zudem attestierte auch die WHO dem Mittel zumindest, dass es einen kleinen positiven Effekt auf die Dauer der COVID-19-Erkrankung einiger Patienten in Krankenhäusern haben kann.

Gilead-Chart: Börse Stuttgart

Die guten alten Zeiten

Seit Mai durfte Remdesivir in den USA auch ohne formelle Zulassung COVID-19-Patienten verabreicht werden. Der berühmteste unter ihnen war US-Präsident Donald Trump. Seitdem schwört er noch mehr auf Remdesivir und einige experimentelle Mittel, die ihm nach seiner Corona-Infektion verabreicht worden waren.

Für Gilead ist Remdesivir so etwas wie die Gelegenheit, wieder positiv von sich reden zu machen, nachdem der Aktienkurs des einstmals für seine Hepatitis-C-Mittel hochgelobten Biotechnologieunternehmens von mehr als 100 US-Dollar auf zuletzt unter 60 US-Dollar gefallen war.

Gilead öffnet die Bücher

Daher liegt der Fokus auf der Bereitstellung von Remdesivir im Kampf gegen COVID-19. In diesem Jahr sollen Medikamente für mehr als 2 Millionen Behandlungen bereitgestellt werden. In der Regel sieht eine solche Behandlung die Einnahme von sechs Remdesivir-Fläschchen verteilt über fünf Tage vor.

Inwieweit Gilead bisher von der Nachfrage nach Remdesivir profitieren konnte, dürfte sich an den Zahlen zum dritten Quartal zeigen. Diese will der Konzern am Mittwoch veröffentlichen. Auf Analystenseite geht man von einem Umsatzplus im Vorjahresvergleich um 14 Prozent auf 6,39 Mrd. US-Dollar aus, während das bereinigte EPS im Schnitt bei 1,95 US-Dollar gesehen wird, nach 1,75 US-Dollar im Vorjahr.

FAZIT

Auch wenn man dies bei Gilead natürlich anders sieht, scheinen die Börsen nach einer ersten Euphorie im Frühjahr 2020 nicht davon überzeugt zu sein, dass Remdesivir das angepriesene Wundermittel gegen COVID-19 ist. Dies zeigt sich deutlich am schwachen Kursverlauf der Gilead-Aktie in den vergangenen Monaten und Wochen. Mittel- bis langfristig haben die aufstrebenden Biotech-Unternehmen zudem mit anderen Herausforderungen zu kämpfen. Dazu gehört unter anderem der Kampf gegen ausufernde Gesundheitskosten.

Anleger, die jedoch von der Stärke von Gilead Sciences überzeugt sind, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MC19M7 / ISIN: DE000MC19M72) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Pessimisten haben mit entsprechenden Short-Produkten (WKN: MC9K2C / ISIN: DE000MC9K2C6) die Möglichkeit, auf fallende Kurse bei Gilead Sciences zu setzen.

Bildquelle: Gilead Sciences

Wochenrückblick KW 43: DAX-Anleger müssen sich nach unten orientieren

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Bildquelle: markteinblicke.de

Statt eines Angriffs auf die 13.000-Punkte-Marke oder sogar auf das Februar-Allzeithoch, legte der DAX in dieser Woche den Rückwärtsgang ein. Schuld daran waren die Unsicherheiten rund um einen drohenden weiteren corona-bedingten Lockdown, den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und den Brexit.

Deutschland

Der Autobauer Daimler wechselt zurück auf die Erfolgsspur, wie die neuesten Geschäftszahlen zeigen. So wurde der Gewinn im dritten Quartal auf Jahressicht deutlich gesteigert. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 wurde deshalb angehoben. Mehr dazu hier.

Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius präsentierte glänzende Zahlen zum dritten Quartal und hat deshalb die Prognose für das Gesamtjahr nach oben angepasst. Auch eine mögliche baldige Aufnahme in den DAX sorgt für neue Kursfantasie. Mehr dazu hier.

Der Finanzdienstleister Hypoport konnte den Umsatz im dritten Quartal zwar deutlich steigern, beim Betriebsgewinn wurde aber ein scharfer Einbruch verzeichnet. Das ist der Grund. Mehr dazu hier.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Doch es gibt auch Hoffnungssignale. Steht der DAX-Konzern vor der Trendwende nach oben? Mehr dazu hier.

International

Der Elektroautobauer Tesla hat im dritten Quartal einen Rekordumsatz erzielt und bestätigte die Jahresziele. Weitere Rekorde dürften folgen, denn der US-Konzern setzt den Expansionskurs fort. Mehr dazu hier.

Jahrelang konnte Amazon im E-Commerce-Bereich fast nach Belieben schalten und walten. Mit dem weltgrößten Handelskonzern Walmart hat sich nun ein würdiger Herausforderer aufgemacht, die Marktmacht von Amazon zu brechen. Mehr dazu hier.

Der Streaming-Dienst Netflix konnte den Umsatz und den Gewinn im dritten Quartal zwar kräftig steigern, doch das Kundenwachstum ist deutlich abgeflaut. Ob die Netflix-Aktie ihren bisherigen Höhenflug fortsetzen kann, ist deshalb fraglich. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison zum dritten Quartal 2020 weiter Fahrt auf. Es berichten u.a. SAP, Twilio (Montag); 3M, AMD, BP, Caterpillar, Covestro, Ecolab, Eli Lilly, Harley-Davidson, Merck Co., Novartis, Pfizer, Fiserv, Microsoft (Dienstag); BASF, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Boeing, General Electric, MasterCard, Sony, Amgen, Beyond Meat, eBay, Ford Motor, Gilead Sciences, Puma, ServiceNow, Suncor Energy, Visa (Mittwoch); Activision Blizzard, Aixtron, Drägerwerk, Fresenius, GRENKE, Krones, LPKF, Nemetschek, MTU Aero Engines, OMV, Siltronic, Volkswagen, Vossloh, Wacker Chemie, Anheuser-Busch InBev, Church & Dwight, Kellogg, Kraft Heinz, Moderna, Newmont Goldcorp, Royal Dutch Shell, Sanofi, Spotify, Xylem, Alphabet, Amazon, Apple, Expedia Group, Facebook, Starbucks, Twitter (Donnerstag); AbbVie, Chevron, Altria, Exxon Mobil (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Einen tagesaktuellen Überblick über die wichtigsten Konjunkturdaten finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

Bildquelle: markteinblicke.de

General Electric: Kurzfristige Gewinnchance

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Bildquelle: Pressefoto General Electric

Der einst stolze Industriegigant General Electric (WKN: 851144 / ISIN: US3696041033) versucht die Krisen der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen und einen erfolgreichen Turnaround hinzubekommen. Corona hat dieses Unterfangen deutlich schwieriger gemacht.

Welche Fortschritte bisher erzielt werden konnten, wird sich unter andrem im Rahmen der für Mittwoch, den 28. Oktober geplanten Bilanzvorlage zum dritten Quartal 2020 zeigen. Aus Sicht der Point & Figure Charttechnik hat die GE-Aktie jedoch kurzfristig einiges an Potenzial.

Zusammenfassung:
– „Long“, im neuen Aufwärtstrend (1) durch Kaufsignal durch Überschreiten aufsteigendes Dreifach-Top bei 6,20 €. Übergeordnet noch Abwärtstrend (3).  
– Kursziel 9,70 € (+56 % Gewinn)

GE-Chart: Quelle: MarketMaker und eigene Markierungen

Trend und Kursziele:
Trend: Long im Aufwärtstrend (1) durch Kaufsignal (2).
Kursziel: (vertikale Methode) Kursziel 9,70 € (+56 % Gewinnchance).
Gültigkeit: Kaufsignal gültig solange Kurse über 5,00 € (4). Trendbruch nach unten bei Unterschreiten der Hausse-Linie (1), aktuell bei Kursen unter 5,20 €.

Gültige Signale:
Kaufsignal durch Überschreiten aufsteigendes Dreifach-Top bei 6,20 € (2).

GE-Chart: Quelle: MarketMaker und eigene Markierungen

Stopps (Ausblick):
Stop-Loss: Kurse unter 5,00 (4). Vierfachboden!
Trendbruch nach unten: Kurse unter 5,20 €.

 

Anleger, die von einer Kurs-Rallye der GE-Aktie überzeugt sind, können mit einem Long Mini Future (WKN: VP83EA / ISIN: DE000VP83EA7) gehebelt von Kursgewinnen profitieren. Pessimisten haben mit dem Short Mini Future (WKN: VE8S1Z / ISIN: DE000VE8S1Z9) die Chance, auf fallende Kurse zu setzen.

 

Ein Beitrag von Winfried Kronenberg

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto General Electric

Das Coronavirus & die Finanzmärkte

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Bildquelle: markteinblicke.de

Aktuell blieb China als eines der wenigen Länder von erneuten Corona-Infektionswellen verschont und ist im Hinblick auf die wirtschaftliche Erholung am weitesten fortgeschritten. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze entwickelten sich zuletzt positiv und China konnte für das dritte Quartal ein Wachstum von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und sogar 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vermelden. 

Die zuletzt steigende Infektionsdynamik dämpft die wirtschaftliche Erholung in Europa. Im Dienstleistungssektor gab die Zuversicht der befragten Unternehmen gemessen an den Markit-Einkaufsmanagerindizes entsprechend nach und fiel in Deutschland mit 48,9 deutlich unter die wichtige Marke 50 Punkten, die eine wirtschaftliche Expansion anzeigt. In dieses Bild passt der zuletzt gefallene GfK-Konsumklimaindex. Deutsche Konsumenten bleiben weiter zurückhaltend legen mehr Wert aufs Sparen. Das ifo-Geschäftsklima konnte sich mit einem Anstieg auf 93,4 nur leicht erholen.

Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Unternehmensstimmung angesichts der erholten Nachfrage nach Fahrzeugen, Maschinen und Anlagen hingegen erneut auf 58 Punkte an. Da für die deutsche Industrie besonders der Export eine wichtige Rolle spielt, ist für die weiteren Perspektiven jedoch die wirtschaftliche Situation in wichtigen Abnehmerregionen entscheidend. Die sowohl in vielen Staaten der Europäischen Union, den USA als auch Großbritannien ebenfalls wieder stärker zunehmenden Corona-Infektionen dürften die Exportnachfrage in den kommenden Monaten allerdings belasten. Damit wird die Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Erholung künftig deutlich abnehmen und im Falle großflächiger Shutdown-Maßnahmen sogar zum Erliegen kommen.

Kurzfristig liegt der Fokus zudem auf den US-Präsidentschaftswahlen. Derzeit zeichnet sich ein Wahlsieg des Herausforderers Joe Biden ab. Nicht unwahrscheinlich ist zudem eine demokratische Mehrheit im Senat, womit Biden wesentliche politische Vorhaben wie geplant umsetzen könnte. Wenngleich die Möglichkeit eines Trump-Sieges besteht, wird an den Kapitalmärkten derzeit eher ein Regierungswechsel eingepreist.Wesentliche Impulse würden vor allem durch die von Biden vorgesehenen enormen Investitionen in die Bereiche einer grünen Energiewende, der Modernisierung der Infrastruktur sowie Forschung & Entwicklung ausgehen, wovon entsprechend positionierte Unternehmen profitieren sollten. Zudem würde die Erhöhung des Mindestlohns auf 15 US-Dollar den privaten Konsum stärken.

Tendenziell negativ würden stärkere Regulierungen in den Segmenten fossiler Energie, Finanzen und für große Technologieunternehmen wirken. Insgesamt dürften für die Aktienmärkte aber die positiven Effekte überwiegen. Zwar würde auch unter Biden ein protektionistischer Kurs der US-Handelspolitik erfolgen, allerdings wäre hier einem moderateren Ton zu rechnen. Zudem könnte Biden die Beziehungen zu Bündnispartnern wieder aufbessern und bspw. versuchen, durch einen Schulterschluss mit Europa eine gemeinsame Vorgehensweise gegenüber China zu vereinbaren.

Für europäische Unternehmen könnte das Wegfallen der Drohkulisse eines möglichen Handelskonfliktes mit Europa sowie ggf. eine gesteigerte Nachfrage nach Know-how und Lösungen zur Umsetzung der Energiewende positiv wirken. Die deutlich steigenden Staatsausgaben, mögliche Energie-Preiserhöhungen, der steigende Mindestlohn und die weiterhin ultra-expansive Geldpolitik der Notenbank Fed werden eine künftig steigende Inflation unterstützen und tendenziell für Zinssteigerungsdruck bei längeren Laufzeiten sorgen.

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Donner & Reuschel / Bildquelle: markteinblicke.de

Märkte um 12: DAX kämpft sich mühsam nach oben – MTU Aero Engines im Aufwind

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Bildquelle: markteinblicke.de

Der DAX kann sich am Freitagmittag zeitweise um 0,8 Prozent erholen und notiert damit wieder im Bereich der 12.600er-Marke. Stärkere Kauflaune kommt bei den Anlegern vorerst nicht auf, da neue Corona-Lockdown-Maßnahmen befürchtet werden. Beim DAX steht damit weiterhin die 13.000er-Marke im Fokus. Erst wenn diese zurückerobert wird, könnte eine neue Kurs-Rallye starten.

Die Lage an der Frankfurter Börse:

DAX +0,8% 12.639
MDAX +0,5% 27.328
TecDAX -0,5% 3.036
SDAX +0,5% 12.442
Euro Stoxx 50 +0,8% 3.197

 

Am Freitagmittag gab es im DAX 25 Gewinner und fünf Verlierer. Am stärksten zulegen konnte die Aktie von MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT / ISIN: DE000A0D9PT0), die zeitweise ein Plus von über vier Prozent verbuchte. Die Papiere setzten damit ihre Ende September gestartete Aufholbewegung fort.

Von Anlegern aufmerksam verfolgt wird am Freitagmittag auch die DAX-Aktie von Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000). Der Autobauer wechselt zurück auf die Erfolgsspur, wie die neuesten Geschäftszahlen zeigen. So wurde der Gewinn im dritten Quartal auf Jahressicht deutlich gesteigert. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 wurde deshalb angehoben.

Anleger blickten auch auf die Schweizer Aktie von BB Biotech (WKN: A0NFN3 / ISIN: CH0038389992). Bei der Beteiligungsgesellschaft fiel das dritte Quartal eher ernüchternd aus. Der Innere Wert des Portfolios (NAV) sank um 10,9 Prozent in CHF, um 12,1 Prozent in EUR und 8,3 Prozent in USD. In der Folge verbuchte das Schweizer Unternehmen nach einem starken zweiten Quartal im dritten Quartal einen Verlust von 395 Mio. Franken, womit in etwa das Vorjahresniveau (Verlust 382 Mio. Franken) erreicht wurde.

Im Blickfeld stand auch die Aktie von Philips (WKN: 940602 / ISIN: NL0000009538). Das niederländische Medizintechnik-Unternehmen konnte den Gewinn im dritten Quartal auch wegen der Corona-Krise kräftig steigern. Damit bestehen gute Chancen, dass die Aktie die Ende September gestartete Aufholbewegung in Kürze fortsetzt.

DAX long DAX short
WKN VF1C1P VA3B6T
Basispreis (Strike) 7.563,57 15.611,02
Knock-out-Barriere 7.650,00 15.440,00
Letzter Bewertungstag Open End Open End
Hebel 2,48 4,30
Kurs (23.10.20 11:30) 50,78 € 29,79 €

Ein Blick auf Devisen und Rohstoffe:

Der Eurokurs verzeichnete am Freitagmittag einen kleinen Gewinn (+0,2 Prozent). Die Gemeinschaftswährung kostete 1,1840 US-Dollar. Das nächste Kursziel ist hier das Top vom Februar bei 1,2555 US-Dollar.

Die Ölpreise tendierten am Freitagmittag seitwärts. Zuletzt notierte WTI mit 40,58 US-Dollar je Barrel knapp unter dem Schlusskurs vom Donnerstag (-0,1 Prozent), der Preis für die Nordseesorte Brent lag bei 42,75 US-Dollar je Barrel (+0,0 Prozent). Der Goldpreis legte leicht zu und lag bei 1.911,40 US-Dollar je Unze (+0,5 Prozent). Von der New Yorker Wall Street kommen heute starke Vorgaben, da die Futures auf Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 im Plus notieren.

Dow Jones Future +0,3% 28.343
NASDAQ100-Future +0,1% 11.664
S&P500-Future +0,2% 3.455

 

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Bildquelle: markteinblicke.de

BB Biotech und das Warten auf positive Nachrichten

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Bildquelle: Pixabay / qimono

Bei der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (WKN: A0NFN3 / ISIN: CH0038389992) fiel das dritte Quartal eher ernüchternd aus. Der Innere Wert des Portfolios (NAV) sank um 10,9 Prozent in CHF, um 12,1 Prozent in EUR und 8,3 Prozent in USD. In der Folge verbuchte das Schweizer Unternehmen nach einem starken zweiten Quartal im dritten Quartal einen Verlust von 395 Mio. Franken, womit in etwa das Vorjahresniveau (Verlust 382 Mio. Franken) erreicht wurde.

Wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab, wurde dank der guten Entwicklung in der ersten Jahreshälfte im Zeitraum Januar bis September trotzdem ein Gewinn von 26 Mio. Franken verzeichnet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 172 Mio. Franken gelegen.

Negativer Effekt

Laut der Ad-hoc-Meldung hatte die Fokussierung auf Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus dem Biotech-Bereich einen negativen Effekt auf die Quartals-Performance von BB Biotech gehabt. Während mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie der Biotechsektor ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit und der breiten Investorengemeinde gerückt sei, versuche das Managementteam der Beteiligungsgesellschaft auch jenseits von Covid-19 erfolgreiche Unternehmen auszumachen.

Laut BB Biotech haben generell einige Unternehmen in der Biotech-Branche zwar von Fusions- und Übernahme-Aktivitäten profitiert. Auf der anderen Seite sei bei den Investoren zuletzt eine gewisse Ernüchterung eingetreten, was die Suche nach verschiedenen Corona-Behandlungen betreffe. Diese Entwicklung hat laut BB Biotech den Sektor in den vergangenen Wochen tendenziell eher belastet.

US-Präsidentschaftswahl belastet

BB Biotech zufolge hat auch die anstehende US-Präsidentschaftswahl den Sektor belastet. Wegen der bereits laufenden Briefwahl haben Anleger demnach damit begonnen, Kapital aus dem Sektor abzuziehen, obwohl den Debatten über Medikamentenpreise weniger Aufmerksamkeit geschenkt werde also sonst. Laut BB Biotech blüht gleichzeitig der Markt für Börsengänge weiter auf. Kleinere und mittelgroße bereits börsennotierte Biotech-Unternehmen hätten dagegen derzeit zu kämpfen.

Positive News werden erwartet

BB Biotech rechnet für den Rest des Jahres damit, dass einige Unternehmen aus dem Konzern-Portfolio mit wichtigen Daten und Themen aufwarten werden. Demnach dürfte beispielsweise das US-Unternehmen Moderna (WKN: A2N9D9 / ISIN: US60770K1079) voraussichtlich erste Wirksamkeitsdaten seiner Studie zum Corona-Impfstoff mRNA-1273 vorlegen, in deren Rahmen etwa 30.000 Probanden im Abstand von 28 Tagen geimpft werden. Laut BB Biotech könnte die großflächigere Auslieferung des Impfstoffs im ersten Quartal 2021 beginnen, sofern die vollständige Zulassung vorliege. Moderna macht per 30.9. rund 6,1 Prozent am Portfolio von BB Biotech aus. Größte Posten im Portfolio sind Ionis Pharmaceuticals (10 Prozent), Neurocrine Biosciences (7,7 Prozent) und Incyte (6,9 Prozent).

Charttechnik angespannt

An der Börse verzeichnete BB Biotech im Juni ein Fünfjahreshoch bei 67 Euro. Im Anschluss wechselte die Aktie in den Konsolidierungs-Modus und setzte bis Mitte Oktober zeitweise in den Bereich der 57er-Marke zurück (aktuell: 57,40 Euro). Damit notiert die Aktie aktuell deutlich unter der 200-Tage-Linie (60,60 Euro). Charttechnisch ist die Lage damit vorerst angespannt, sodass kurzfristig weitere Rücksetzer folgen könnten.

Diese Kursmarken stehen jetzt im Fokus

Sollte die Aktie dagegen wieder den Vorwärtsgang einlegen, würde es ein neues Kaufsignal geben, wenn die Rückeroberung der 200-Tage-Linie (60,60 Euro) gelingt. Die nächsten Kursziele wären dann das Fünfjahreshoch vom Juni (67 Euro) und das Allzeithoch aus 2015 bei 67,73 Euro. Damit errechnet sich hier ein mögliches Gewinnpotenzial von 18 Prozent.

Anleger, die auf eine neue Aufholbewegung bei BB Biotech überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MC7PHL / ISIN: DE000MC7PHL6) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben Gelegenheit, mit einem entsprechenden Short-Zertifikat (WKN: MA0U7W / ISIN: DE000MA0U7W4) auf fallende Kurse der BB Biotech-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pixabay / qimono

Damoklesschwert Lockdown: Kommt nun die säkulare Stagnation?

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Bildquelle: Pixabay / Andi_Graf

Unter säkularer Stagnation versteht man eine lange Phase ohne oder nur mit schwachem Wirtschaftswachstum. Das konjunkturelle Umfeld ist geprägt von niedrigen Realzinsen und geringen Inflationserwartungen. Die klassische Geldpolitik ist ziemlich machtlos, denn die nominellen Zinsen liegen bereits bei null oder sogar darunter. Ein erneut flächendeckender Lockdown würde dieses wenig charmante Wirtschaftsszenario mit Kollateralschäden für den Aktienmarkt begünstigen.

Damoklesschwert Lockdown 

Die Zahl der Neuinfektionen nimmt weltweit rasant zu. Mittlerweile werden wieder ganze Länder wie Irland in Quarantäne versetzt. Auch in Deutschland – wie im Berchtesgadener Land – wurden bereits Ausgangssperren verhängt. Mit einer Entspannung ist vorerst nicht zu rechnen.

Niederschlag findet diese Entwicklung auch bei den Corona-Lockerungsindices. Sie liefern anhand von mobilen Daten der Google COVID-19 Community Mobility Reports Bewegungstrends im Einzelhandel, in Lebensmittelgeschäften, Apotheken und am Arbeitsplatz. So sind je nach Land wirtschaftliche Folgen der Eindämmungs- bzw. Lockerungsmaßnahmen erkennbar. Zuletzt sind sie im Trend wieder gefallen.

Bereits jetzt neigen die Sentix Konjunkturerwartungen in allen wesentlichen Wirtschaftsregionen für die nächsten sechs Monate nach einem fulminanten V-förmigen Verlauf zur Lethargie.

Und auch in den USA wachsen die Wirtschafts-Bäume nicht in den Himmel. Nach deutlicher Entspannung verharren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ebenso auf vergleichsweise hohem Niveau wie die Rezessionswahrscheinlichkeit im konsumlastigen Amerika. Offenbar hat Amerika ein zweites Konjunkturprogramm bitter nötig.

Zunehmende große Lockdowns würden eine W-artige Weltwirtschaftsentwicklung nahelegen mit allen auch sozialen Problemen. Dies legen bereits die von der Citigroup berechneten ökonomischen Überraschungs-Indices der Länder nahe, die deutlich „unterraschen“, also nachgeben. Sie messen die Abweichung der realen Konjunkturdaten von den von Volkswirten geschätzten.

Um Lockdowns zu verhindern, muss die deutsche Politik für landesweit einheitliche und einfache Corona-Regeln wie die beim Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ sorgen. Chaotische Spielregeln verwirren nur. Daneben müssen sie einheitlich angewendet und nicht zuletzt bei Verstößen ebenso einheitlich geahndet werden. Wer sich coronalen Schutzmaßnahmen verweigert und damit mitverantwortlich für hohe Reproduktionsraten und Quarantänen von Firmen und Schulen ist, darf dann auch die Rechnung dafür zahlen. Wir sind keine Gefälligkeits-Ökonomie.

Das ansteckendste Virus ist die Angst

Politiker müssen den Bürgern zeitgleich auch Mut machen. Bei aller gebotenen Vorsicht dürfen wir nicht zur „toilet paper economy“ verkommen, in der man sich aus Angst nur noch aus dem Haus traut, um Güter des alltäglichen Bedarfs zu kaufen. Übrigens, neben Corona sind auch Vereinsamung, Existenzangst, Depressionen, Alkohol- und Drogengenuss oder häusliche Gewalt ernstzunehmende Gesundheitsgefahren, die bei einer langen Rezession verschärft werden.

Tatsächlich haben sich Anschaffungsneigung, Konjunkturerwartungen und Konsumklimaindex laut GfK nach zwischenzeitlicher Erholung von den Tiefständen wieder eingetrübt. Firmenschließungen und die Gefahr von Arbeitslosigkeit würden die Moll-Stimmung noch vertiefen.

Grundsätzlich wird uns China allein nicht wirtschaftlich retten, zumal das dortige, zuletzt robuste Wirtschaftswachstum auf dramatische öffentliche Investitionen in Staatsunternehmen zurückgeht. Der Konsum bleibt dagegen verhältnismäßig schwach.

Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selbst

Die Geldpolitik bleibt mit Blick auf die geringen Inflationserwartungen sehr freizügig.

Allerdings schafft sie es nicht, das Kreditwachstum von Unternehmen und Haushalten wirkungsvoll zu stimulieren. Die Überschussliquidität in der Eurozone hat wieder einen neuen Rekordstand erreicht, doch kommt sie in der Privatwirtschaft nicht entsprechend an. Dort ist man offensichtlich zukunftsskeptisch.

Zum Ausgleich wird die EZB zum Staatsfinanzierer. Sie sorgt über geringste Kreditzinsen dafür, dass die galoppierende Verschuldung zum Zweck staatlicher Konjunkturmaßnahmen bezahlbar bleibt. Mit Blick auf die coronalen wie strukturbedingten Wirtschaftshemmnisse wird sie diese Rolle noch lange innehaben.

Marktlage – Fundamental pfui, Liquiditätsmäßig hui?

Neben der Lockdown-Gefahr bleiben die US-Präsidentenwahl und die Brexit-Frage Unsicherheitsfaktoren.

Joe Biden liegt in Umfragen vorne und auch die noch unentschlossenen Wähler sind mehrheitlich ihm und nicht wie vor vier Jahren Trump zugeneigt. Doch aufgrund des Mehrheitswahlrechts und der wahlpolitisch unsicheren Swing States bleibt unklar, wer die Wahl am 3. November gewinnt. Ein klares Ergebnis ist wünschenswert, um keine demokratische Unruhe aufkommen zu lassen. Unsicher ist zudem, ob die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus auch den Senat für sich entscheiden. Würden das Biden-Lager das Triple erreichen und könnte „durchregieren“, würde das den US-Aktienmärkten nicht unbedingt gefallen. Die Demokraten könnten auf wirtschaftspolitisch „dumme Ideen“ kommen. Eine Patt-Situation zwischen House und Senat würde den Börsen besser gefallen.

In der Brexit-Frage pokern EU und britische Regierung hoch. Johnson zeigt dabei sogar politisches Theater auf einem Niveau, dass selbst Shakespeare neidisch machen würde. Ob es zu einer halbwegs freundlichen Scheidung kommt, hängt wesentlich davon ab, wer demnächst im Oval Office des Weißen Hauses sitzt. Bei einer Wiederwahl seines Freundes und EU-phoben Trumps und damit die Aussicht auf ein schon rein ideologisch gutes Handelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und Amerika würde Johnson der EU wohl die Tür vor der Nase zuschlagen. Mit Joe Biden würde sich die Gemengelage jedoch radikal ändern. Für ihn hat ein pragmatisches Abkommen mit dem wesentlich größeren EU-Wirtschaftsraum Priorität. In diesem Fall bestünden – der britischen Not gehorchend – noch Chancen für eine Abwendung eines für beide Seiten wirtschaftsschädlichen schmutzigen Brexit.

Diese fundamentale Unsicherheit insgesamt schlägt sich auch im erwarteten Gewinnwachstum nieder. Zwar erholen sich die Ertragszahlen, sind jedoch im Vorjahresvergleich immer noch im negativen Bereich. Besonders prekär ist die Lage in der Eurozone. Hier zeigt das Gewinnwachstum keine Verbesserung an, was nicht zuletzt der fehlenden Digitalisierung und Reformpolitik geschuldet ist.

Droht dem Aktienmarkt also Schaden?

Ein eng geknüpftes Auffangnetz gegen drohende Einbrüche bietet nach wie vor die beispielslose Liquiditätsausstattung. Und die Zins-Diaspora relativiert die absolut hoch bewerteten Aktienmärkte.

Im Übrigen werden wohl über die anhaltend freizügige Geldpolitik weitere staatliche Konjunkturpakete zur Bekämpfung einer säkularen Stagnation ergriffen. Vor der Bundestagswahl wird sich keine Partei eine offene wirtschaftliche Flanke erlauben. Ohnehin dürfte die Aussetzung der Schuldenbremse eher zur Regel als zur Ausnahme werden. Es ist zu hoffen, dass neue staatliche Finanzspritzen auch umfangreich der Behebung der Strukturdefizite zugutekommen.

Eine innovativere Wirtschaftspolitik würde dem deutschen Aktienmarkt fundamental nachhaltigen Auftrieb geben.

Sentiment – Zurzeit Patt-Situation

Institutionelle Anleger, die über die Eurex spekulieren, haben zuletzt aus Verunsicherung stark auf Puts und damit Rückgänge am Aktienmarkt gesetzt. Immerhin ist der Aktienmarkt damit gegen große Eintrübungen abgesichert.

Auf der Zeitschiene kommt Bewegung ins Spiel. Wenigstens werden in den nächsten Wochen mit der Präsidentenwahl und der Brexit-Entscheidung zwei politische Unsicherheitsherde verschwinden. Dann sieht man klarer.

Doch ist nicht mit einem zügigen Ausbruch nach oben aus der seit Juni bestehenden Seitwärtsbewegung zwischen knapp 12.000 und ca.13.300 DAX-Punkten zu rechnen. Für die weitere Börsenstimmung ist die Entwicklung der R-Rate von großer Bedeutung. Sie zeigt die coronale Ansteckungsdynamik und ist insofern der maßgebliche Indikator für die Durchschlagskraft der ergriffenen Maßnahmen und vor allem der Lockdown-Wahrscheinlichkeit. Damit steht und fällt auch die Jahresend-Rallye ab.

Charttechnik DAX – Seitwärts

Psychologisch wichtig ist das Halten der 200 Tage-Linie bei 12.413 DAX-Punkten. Charttechnisch liegen darunter erste Haltelinien bei 12.250 und 12.142 Punkten. Bei einer Erholung trifft der Index zunächst bei 12.600 und 12.675 auf erste Widerstände. Darüber folgen Barrieren bei 12.802 und 12.857 Punkten.

RobertHalverEin Beitrag von Robert Halver.

Robert Halver ist Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Das Haus mit Sitz in Unterschleißheim bei München ist eine der führenden Investmentbanken in Deutschland und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Halver beschäftigt sich seit 1990 mit Wertpapieren und Anlagestrategien.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG: https://www.roberthalver.de/Newsletter-Disclaimer-725.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pixabay / Andi_Graf

Philips oder Siemens Healthineers: Welche Medizintechnik-Aktie ist für den Anleger besser?

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Bildquelle: Siemens Healthineers

Das Medizintechnik-Unternehmen Philips (WKN: 940602 / ISIN: NL0000009538) konnte zuletzt mit sehr positiven Nachrichten zur Geschäftsentwicklung aufwarten. So wurde bei den Erlösen im dritten Quartal auf Jahressicht ein Plus von sechs Prozent auf knapp fünf Mrd. Euro erzielt. Auf vergleichbarer Basis lag der Anstieg sogar bei zehn Prozent.

Philips: Gewinnsprung

Der Nettogewinn des Konkurrenten von Siemens Healthineers verbesserte sich im dritten Quartal auf Jahressicht sogar um 63 Prozent auf 340 Mio. Euro, wie der niederländische Konzern am Montag in Amsterdam bekanntgab. Mit diesen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Philips profitierte von einer hohen Nachfrage nach Monitoring- und Beatmungsgeräten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Ende August gesenkte Prognose aufgrund einer Teilstornierung eines Großauftrags der USA für Beatmungsgeräte bestätigte das Unternehmen. So soll die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau liegen. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Juli wurde noch ein Margenanstieg in Aussicht gestellt.

Wachstumsziele

Außerdem legte Philips neue mittelfristige Wachstumsziele vor. Diese sehen unter anderem vor, dass der Umsatz auf vergleichbarer Basis im Schnitt um fünf bis sechs Prozent jährlich wächst. Für dieses Jahr hatte Philips nur ein leichtes Umsatzplus in Aussicht gestellt. Im kommenden Jahr soll das Wachstum noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen. Auch die Profitabilität soll sich mittelfristig verbessern.

Aktie deutlich im Aufwärtstrend

An der Börse wurde Philips zwischen Januar und März in der Spitze um 41 Prozent auf 27 Euro zurückgeschlagen, konnte sich bis Mitte Oktober wieder in den Bereich der 42er-Marke nach oben arbeiten. Damit notiert die Aktie aktuell knapp über der 200-Tage-Linie (40,80 Euro), womit die Kurspfeile hier inzwischen wieder nach oben zeigen.

Hier gilt es als Nächstes, das bisherige Jahreshoch vom Juli bei 46,31 Euro zu überwinden, um ein neues Kaufsignal zu generieren. In diesem Fall stellen sich die nächsten Kursziele auf 50 und 60 Euro. Bis zur letztgenannten Marke eröffnet sich aktuell ein mittelfristiges Gewinnpotenzial von über 40 Prozent.

Siemens Healthineers: 200-Tage-Linie im Fokus

Ebenfalls kräftiges Gewinnpotenzial könnte sich beim Konkurrenten Siemens Healthineers (WKN: SHL100 / ISIN: DE000SHL1006) in Kürze eröffnen. Nachdem die TecDAX– und MDAX-Aktie im Mai ein neues Allzeithoch bei 47,26 Euro markierte, brachen die Notierungen bis Anfang September in der Spitze um 25 Prozent auf 35,57 Euro ein, starteten von diesem Boden aus aber eine neue Aufholbewegung. Dabei konnte sich der Kurs bis Mitte Oktober zeitweise wieder in den Bereich der 38er-Marke nach oben arbeiten. Damit reichen hier einige feste Handelssitzungen aus, um die 200-Tage-Linie (40,10 Euro) zurückzuerobern.

Gelingt der Aufwärtstrendwechsel, rückt wieder das Rekordhoch vom Mai bei 47,26 Euro ins Visier. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau errechnet sich damit ein Gewinnpotenzial von 24 Prozent.

Profiteur der Corona-Pandemie

Die Chancen für weitere Kursgewinne stehen gut, denn Siemens Healthineers wird von vielen Anlegern genau wie Philips als Profiteur der Corona-Pandemie gehandelt. So brachte der Medizintechnikkonzern in der vergangenen Woche einen Corona-Schnelltest auf den Markt. Mit dem Antigen-Schnelltest erlangen potenziell infizierte Menschen innerhalb von nur 15 Minuten Gewissheit, ob Sars-CoV-2 nachweisbar ist. Spezialisiertes Personal oder Laborinstrumente seien für den CE-zertifizierten Test, der damit vor allem im europäischen Wirtschaftsraum zugelassen ist, nicht nötig. Auch eine Notfallzulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA ist laut Siemens Healthineers in Planung.

Geplante Übernahme nimmt wichtige Hürde

Eine weitere positive Nachricht kam ebenfalls in der zurückliegenden Woche. So haben die Aktionäre des US-Krebsspezialisten Varian Medical Systems der Übernahme durch Siemens Healthineers zugestimmt, wie die beiden Unternehmen am vergangenen Donnerstag nach einer außerordentlichen Hauptversammlung des US-Konzerns bekanntgaben. Auch die US-Kartellaufsicht FTC hat die geplante Übernahme inzwischen abgesegnet.

Siemens Healthineers hatte die Übernahme von Varian im Volumen von 16,4 Mrd. US-Dollar Anfang August angekündigt. Der Kauf soll voraussichtlich in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 2021 abgeschlossen werden, steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Regulierungsbehörden.

Deutliches Aufholpotenzial

Dank der guten Nachrichten eröffnet sich bei der Aktie von Siemens Healthineers deutliches Aufholpotenzial. Charttechnisch ist die Lage hier aber vorerst weiter angespannt. Erst wenn die Rückeroberung der 200-Tage-Linie gelingt, würde die Börsenampel wieder auf Grün schalten.

Fazit

Dank der hohen Nachfrage nach Monitoring- und Beatmungsgeräten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnte der niederländische Medizintechniker Philips im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnen. Auch die bekanntgegebenen mittelfristigen Wachstumsziele sorgen bei der Aktie für neue Kursfantasie. Ebenfalls ein klarer Corona-Profiteur ist der MDAX- und TecDAX-Konzern Siemens Healthineers, der zuletzt gleichermaßen mit sehr positiven Nachrichten aufwarten konnte. Im Gegensatz zur Philips-Aktie muss die Siemens Healthineers-Aktie aber noch den Sprung über die 200-Tage-Linie schaffen, um die Börsenampel hier auf Grün zu schalten. Bei der Philips-Aktie sieht die Charttechnik damit vorerst noch besser aus.

Anleger, die auf eine Kursrallye der Philips-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Notierungen profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: KB1GJ0 / ISIN: DE000KB1GJ04) auf der Long-Seite an. Wer dagegen das größere Gewinnpotenzial beim Konkurrenten Siemens Healthineers sieht, hat ebenfalls mit entsprechenden Long-Zertifikaten (WKN: CQ50X6 / ISIN: DE000CQ50X67) die Möglichkeit, überproportional an einem Kursanstieg zu partizipieren.

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Bildquelle: Siemens Healthineers

Schwarzers Börse – Mit klaren Regeln durch den Crash

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Crash im Frühjahr hat mich hart getroffen. Wie hätte es auch anders sein können, bei einer Aktienquote von 80 Prozent? Aber: Er hat mich weniger hart getroffen, als man meinen könnte, und auch als ich befürchtet hatte. Meine Strategie hat ziemlich gut funktioniert. Sie hat ihren ersten echten Test gut bestanden.

Ich investiere streng nach dem chancenreichen Depot aus meinem Buch „Einfach erfolgreich anlegen“*. Vor ein paar Jahren habe ich mein Portfolio entsprechend umgebaut. Das Ergebnis:  Sieben Anlageklassen, acht ETFs, 80 Prozent Aktien, 20 Prozent Anleihen, einmal jährlich Rebalancing. Das lief in den vergangenen Jahren ziemlich gut.

Und dann also der Absturz. Der Crash hatte mich völlig unvorbereitet getroffen, wie so viele. Er war wirklich ungewöhnlich, ungewöhnlich heftig. Schließlich sind die Aktienkurse noch nie so schnell so stark abgeschmiert. Aber:  So ein Crash hat auch was Gutes! Die eigene Strategie wird auf die Probe gestellt, hinterfragt und gegebenenfalls angepasst. Der Crash bietet gute Möglichkeiten zum Einstieg. Aber er ist auch eine echte Herausforderung für uns Investoren, finanziell natürlich, aber vor allem auch emotional. Angst und Panik, Unsicherheit, aber auch Gier – da war alles dabei!

Und die ziemlich emotionslosen Fakten? Es lief gar nicht so übel für mich. Mal abgesehen davon, dass natürlich ein Anleiheanteil von 20 Prozent für etwas Ruhe im Depot gesorgt hat, haben sich beispielsweise auch die Qualitätsaktien ziemlich gut gehalten. Mein Rückschlag war heftig, aber bei weitem nicht so extrem wie der Absturz am breiten Markt. Außerdem habe ich die Nerven behalten und mich streng an meine Anlageregeln gehalten: Ich investiere sehr langfristig, habe drei ETF-Sparpläne, einmal im Jahr das bereits genannte „Rebalancing“ und – das ist die Herausforderung – bei heftigeren Korrekturen oder eben Crashs kaufe ich beherzt nach.

Das habe ich auch jetzt wieder getan, und zwar am 11. März. Gut gefühlt habe ich mich dabei nicht. Im Gegenteil, ich hatte ein ziemlich mulmiges Gefühl. Trotzdem habe ich mich stur an die Regeln gehalten. Ab Mitte März setzte die Erholung ein. Alles richtig gemacht! Oder Glück gehabt? Nein. Ich bin überzeugt: Wer an der Börse erfolgreich sein will, braucht unbedingt eine Strategie. Sie muss natürlich zum Anlagehorizont, dem Risikoprofil und dem Anlageziel passen. Und es braucht zwingend ein paar Regeln. Wann kaufe ich, wann verkaufe ich? Was tue ich in besonders turbulenten Zeiten? Diese Regeln helfen ungemein, wenn es so richtig emotional zugeht an der Börse. Natürlich können wir unsere Gefühle nicht ausschalten. Aber kontrollieren!

Bild: Jessica Schwarzer

Ein Beitrag von Jessica Schwarzer
Sie ist Finanzjournalistin und Autorin mehre-rer Bücher. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit. In Vorträgen macht sie sich nicht nur dafür, sondern auch für ein größeres Interesse von Frauen an Geldthemen stark. Twitter: @schwarzerj

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG / *Amazon-Partnerlink

Daimler hebt Prognose an. Dürfen sich Aktionäre wieder freuen?

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Bildquelle: Pressefoto Daimler

Der Stuttgarter Autobauer Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) ist inzwischen wieder zurück auf die Erfolgsspur gewechselt, wie die neuesten Zahlen zum dritten Quartal und eine höhere Gewinnprognose zeigen. Zwar lag der Umsatz mit 40,3 Mrd. Euro im Zeitraum Juli bis September um 7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre jedoch ein Gewinn von 2,1 Mrd. Euro und damit 19 Prozent mehr als im dritten Quartal 2019.

Schnelle Markterholung

Eigenen Angaben zufolge profitierte der DAX-Konzern im dritten Quartal von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen strikten Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin, nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte. Wegen der guten Geschäftsentwicklung wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2020 deshalb nach oben angepasst.

Betriebsgewinn auf Höhe des Vorjahres

Absatz und Umsatz sollen der neuen Prognose zufolge weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres liegen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen soll nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen. Im Vorjahr 2019 wurde hier ein Betriebsgewinn von 4,3 Mrd. Euro verbucht. Bisher rechnete Daimler damit, wegen der massiven Folgen der Corona-Krise auch beim Betriebsgewinn unter dem Vorjahresniveau zu bleiben.

Daimler-Aktie im Rallye-Modus

Der angekündigte Konzernumbau, der den Übergang zur Elektromobilität und eine deutliche Verbesserung der Profitabilität vorsieht, und die überraschend deutliche Nachfrageerholung insbesondere in China hatte die Daimler-Aktie in den vergangenen Wochen befeuert. So konnte die Aktie seit den März-Tiefs bei 21 Euro bis Mitte Oktober um 130 Prozent auf zeitweise rund 48 Euro zulegen (aktuell: 48,33 Euro).

Hier liegen die nächsten Kursziele

Das nächste Kursziel ist das November-2019-Hoch bei 54,50 Euro. Darüber würde dann das 2019er-Jahreshoch bei 60 Euro ins Visier rücken. Bei der Daimler-Aktie eröffnet sich damit weiteres kräftiges Gewinnpotenzial.

Anleger, die von der Fortsetzung der im März gestarteten Aufholbewegung bei Daimler überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: KB8WSC / ISIN: DE000KB8WSC9) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben Gelegenheit, mit einem entsprechenden Short-Zertifikat (WKN: KB8TS5 / ISIN: DE000KB8TS50) auf fallende Kurse der Daimler-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pressefoto Daimler

DAX 30 – Kurzfristiges Kaufsignal, seitwärts ins Wochenende

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Bildquelle: markteinblicke.de

Heute wird der DAX 30 seitwärts oberhalb der 12.500 Zählermarke ins Wochenende gehen. Auf diese „strategische Absicherung bei 12.500“ haben wir seit Wochen hingewiesen. Diese Unterstützung und Supportmarke wurde dann auch schneller als erwartet wieder aktuell.

Der Markt hatte, hat und wird immer seine „eigenen Gesetze“ haben. Mit Absicherungen kann man diesen Verwerfungen jedoch sehr gut entgegenwirken. Die Stopps sollten auch weiterhin je nach persönlichem Sicherheitsbedürfnis gesetzt werden. Die mittelfristige Markttechnik zeugt von positivem Umfeld. Kurzfristige Volatilitäten können aber immer wieder und unerwartet für Ungemach sorgen.

Die EU und Großbritannien setzen ihre Gespräche über einen Brexit-Handelspakt indes fort. Die politisch schwierigsten Punkte sind immer noch dieselben wie am Anfang. Die EU besteht auf Garantien dafür, dass London im Gegenzug für seinen Zugang zum Binnenmarkt bestimmte EU-Standards einhält, im Umwelt- und Sozialrecht ebenso wie bei Subventionen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht werden heute divergente Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht.

In Europa und Deutschland werden diese leicht negativ prognostiziert. In den USA leicht ansteigend. Die heutige Tagesbandbreite lässt sich zwischen 12.690 und 12.500 einordnen. Das Kaufsignal in der Slow-Stochastik stimmt zudem für heute recht positiv.

  • Nächste charttechnische Widerstände: 12.600, 12.690, 12.799, 12.975
  • Nächste wichtige charttechnische Unterstützungen: 12.500, 12.342, 12.142, 11.957
  • Oberes Bollinger-Band: 13.195, Mittleres Bollinger-Band: 12.830 und Unteres Bollinger-Band: 12.477
  • 100-Tage-Linie: 12.751 und 200-Tage–Linie: 12.143 sowie: 38-Tage-Linie: 12.949
  • Indikatoren: MACD: neutral | Slow-Stochastik: Kaufsignal | RSI: neutral | Momentum: negativ
  • Ichimoku Kinko Hyo: negativ
  • Die Eröffnung um 09:00 Uhr wird bei rund 12.600 erwartet
  • (Trailing-) Stop-Loss: 12.500, 12.342, 12.142, 11.957 (je nach individuellem Risikoempfinden)
DAX 30 Perf. Index ® | Technische Analyse vom 23.10.2020 | 120-Monats-Chart, Tagesbasis Schlusskurs vom Börsenvortag: 12.543 (17:45 Uhr) | Indikation: 12.606 (07:15 Uhr)

Primärtrend (langfristig): Noch nicht zurück im lfr. Aufwärtstrend

Sekundärtrend (mittelfr.): Chance auf Jahresendrally weiter intakt

Tertiärtrend (heute): Tages-Range: 12.690 bis 12.500


Ein Beitrag von Martin Utschneider
Er leitet die Technische Kapitalmarktanalyse der renommierten Privatbank „Donner & Reuschel“. Davor war er für eine namhafte österreichische Private Banking Adresse tätig. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Wertpapierbetreuung internationaler Private Banking- und Wealth Management-Klientel. Nebenberuflich ist er zudem für diverse zertifizierte Weiterbildungsakademien und eine Hochschule als Fachdozent und Prüfer tätig. Praktische Erfahrung im Bereich „Technische Analyse“ hat Herr Utschneider seit nunmehr knapp 20 Jahren. Seine Analysen finden im deutschsprachigen Raum (D, A, CH, FL, LUX) sehr große Beachtung. Zudem gehören auch an einige renommierte Medienvertreter (Print, TV, Radio…) zu den Empfängern. Er ist regelmäßig bei n-tv, welt (vormals n24) sowie DerAktionärTV Interviewgast und zählt aktuell zu den meist zitiertesten Experten seines Fachgebietes (Handelsblatt, Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ, SZ, Focus, Börse Online, Welt,…).

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: Donner & Reuschel / Bildquelle: markteinblicke.de

Märkte um 12: DAX vor Verkaufssignal? – Fresenius unter Druck

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Bildquelle: markteinblicke.de

Die Stimmung an der Frankfurter Börse bleibt weiterhin angespannt. Der DAX gab am Donnerstagmittag zeitweise um 0,7 Prozent nach und ist damit in den Bereich der 12.500er-Marke zurückgefallen. Charttechnisch rückt jetzt die 200-Tage-Linie (12.142 Punkte) immer näher. Wird diese unterschritten, würde das ein neues Verkaufssignal bedeuten.

Die Lage an der Frankfurter Börse:

DAX -0,7% 12.464
MDAX -0,9% 26.926
TecDAX -1,0% 3.031
SDAX -1,8% 12.299
Euro Stoxx 50 -0,8% 3.155

 

Am Donnerstagmittag gab es im DAX vier Gewinner und 26 Verlierer. Mit am stärksten korrigierte die Aktie von Fresenius (WKN: 578560 / ISIN: DE0005785604), die zeitweise um über zwei Prozent nachgab und damit die Abwärtsbewegung der Vortage fortsetzte. Die Aktie notiert damit jetzt so tief wie zuletzt im April. Ebenfalls unter Verkaufsdruck stehen die Papiere von Fresenius Medical Care (WKN: 578580 / ISIN: DE0005785802), für die es zwischenzeitlich ebenfalls um mehr als zwei Prozent nach unten geht.

Von Anlegern aufmerksam verfolgt wird am Donnerstagmittag auch die DAX-Aktie von Continental (WKN: 543900 / ISIN: DE0005439004). Der Autozulieferer und Reifenhersteller hat im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Doch es gibt auch Hoffnungssignale.

Anleger blickten auch auf die SDAX-Aktie von Hypoport (WKN: 549336 / ISIN: DE0005493365), die am Donnerstagmittag um zeitweise über 16 Prozent korrigierte. Der Finanzdienstleister konnte den Umsatz im dritten Quartal steigern, der operative Gewinn brach aber kräftig ein.

Im Blickfeld stand auch die Tesla-Aktie (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014), die zeitweise um rund fünf Prozent zulegen konnte. Der Elektroautobauer hat im dritten Quartal einen Rekordumsatz erzielt und bestätigte die Jahresziele. Weitere Rekorde dürften folgen, denn der US-Konzern setzt den Expansionskurs fort.

DAX long DAX short
WKN VF1C1P VA3B6T
Basispreis (Strike) 7.563,15 15.612,30
Knock-out-Barriere 7.650,00 15.440,00
Letzter Bewertungstag Open End Open End
Hebel 2,54 3,95
Kurs (22.10.20 11:30) 48,95 € 31,62 €

Ein Blick auf Devisen und Rohstoffe:

Der Eurokurs pendelte am Donnerstagmittag seitwärts (-0,1 Prozent). Die Gemeinschaftswährung kostete 1,1843 US-Dollar. Das nächste Kursziel ist hier das Top vom Februar bei 1,2555 US-Dollar.

Die Ölpreise tendierten am Donnerstagmittag uneinheitlich. Während der WTI-Kurs seitwärts lief (+0,1 Prozent, 40,06 Euro), konnte der Brent-Preis zeitweise um 0,9 Prozent auf 42,11 US-Dollar je Barrel zulegen. Der Goldpreis gab leicht nach und lag bei 1.917,36 US-Dollar je Unze (-0,3 Prozent). Von der New Yorker Wall Street kommen heute schwache Vorgaben, da die Futures auf Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 im Minus notieren.

Dow Jones Future -0,3% 28.037
NASDAQ100-Future -0,4% 11.650
S&P500-Future -0,3% 3.421

 

Vorbörslich dürften US-Investoren vor allem die jüngsten Quartalszahlen bei Coca-Cola (WKN: 850663 / ISIN: US1912161007) im Blick haben. Nachbörslich sollte am Donnerstag die Bühne Intel (WKN: 855681 / ISIN: US4581401001) gehören.

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Bildquelle: markteinblicke.de

Gewinnrückgang bei Hypoport: Das sind die Gründe

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Bildquelle: Hypoport

Der Finanzdienstleister Hypoport (WKN: 549336 / ISIN: DE0005493365) konnte den Wachstumskurs beim Umsatz fortsetzen. Wie das SDAX-Unternehmen am Mittwochabend überraschend in Berlin mitteilte, wurde im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 95 Mio. Euro verbucht. Damit legten die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten 2020 auf Jahressicht um 15 Prozent auf 285 Mio. Euro zu.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf etwa 7 Mio. Euro ein. Das EBIT der ersten neun Monate 2020 lag mit 24 Mio. Euro dagegen nur leicht unter dem Vorjahresniveau (25 Mio. Euro).

Wegfall von Projektgeschäft

Laut dem Unternehmen, das ein Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft als Muttergesellschaft umfasst, resultierte das geringere EBIT im dritten Quartal im Wesentlichen aus dem strategisch beabsichtigten Wegfall von Projektgeschäft in den Segmenten Immobilienplattform und Versicherungsplattform. Der ausführliche Zwischenbericht mit den endgültigen Zahlen soll am 2. November veröffentlicht werden.

Aktie im freien Fall

An der Börse wurde der Gewinneinbruch im dritten Quartal offenbar mit großer Enttäuschung aufgenommen. Die Hypoport-Aktie brach am Donnerstagvormittag um zeitweise über 18 Prozent ein (aktuell: 443 Euro) und war damit der mit Abstand größte Verlierer im SDAX.

Aufwärtstrend noch intakt

Am 5. Oktober hatte die Aktie noch ein neues Rekordhoch bei 580 Euro markiert. Sollte sich der aktuelle Kurseinbruch weiter fortsetzen, rückt die 200-Tage-Linie (391 Euro) ins Visier. Diese muss halten, um weiter im übergeordneten Aufwärtstrend zu notieren.

Die Chance zum Einstieg?

Trotz der Korrektur zeigen die Trendpfeile für Hypoport vorerst weiter nach oben. Gut möglich ist, dass die wieder niedrigeren Kurse von einigen Anlegern zum Einstieg genutzt werden, denn langfristig betrachtet konnte Hypoport an der Börse voll überzeugen. Auf Zehnjahressicht verzeichnet die Aktie einen Kursgewinn von im Schnitt beeindruckenden 47 Prozent pro Jahr.

Kräftiges Aufholpotenzial

Sollte die Aktie wieder den Vorwärtsgang einlegen, stellt sich das nächste Kursziel auf das Oktober-Allzeithoch bei 580 Euro. Damit könnte sich hier jetzt ein kurzfristiges Gewinnpotenzial von rund 30 Prozent eröffnen.

Anleger, die von der Fortsetzung der im März gestarteten Aufholbewegung bei Hypoport überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA1KUU / ISIN: DE000MA1KUU6) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben Gelegenheit, mit einem entsprechenden Short-Zertifikat (WKN: MA2T2H / ISIN: DE000MA2T2H7) auf fallende Kurse der Hypoport-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Hypoport

Continental: Rote Zahlen im dritten Quartal – An der Börse sieht es aber besser aus

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Bildquelle: Pressefoto © Continental

Trotz einer langsamen Erholung nach dem Corona-Einbruch verzeichnete Continental (WKN: 543900 / ISIN: DE0005439004) auch im dritten Quartal rote Zahlen. Wie der Autozulieferer und Reifenhersteller am Mittwochabend bekanntgab, schlugen Wertminderungen wegen des voraussichtlich schwächeren Geschäfts in den kommenden Jahren sowie Umbaukosten für das Sparprogramm im dritten Quartal mit insgesamt rund 1,3 Mrd. Euro zu Buche. Laut Continental wird deshalb trotz eines besser verlaufenden Tagesgeschäfts im dritten Quartal ein Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie unter dem Strich verzeichnet.

Zeichen der Erholung

Im operativen Geschäft gab es dennoch deutliche Zeichen der Erholung zu vermelden. So verbuchte der DAX-Konzern im dritten Quartal laut vorläufigen Zahlen Umsatzerlöse von 10,3 Mrd. Euro und lag damit nur sieben Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums (11,1 Mrd. Euro).

Vor Wechselkurseinflüssen sowie Zu- und Verkäufen habe der Rückgang rund 2,7 Prozent betragen, erklärte das Unternehmen. Damit ist Continental auf dem Erholungskurs, denn wegen des Lockdowns im Frühjahr wurde im zweiten Quartal noch ein Umsatzeinbruch von mehr als 40 Prozent verbucht.

Profitabilität gestiegen

Kostensenkungsmaßnahmen haben auch die Profitabilität deutlich verbessert. So betrug die um Sonderkosten bereinigte operative Gewinnmarge 8,1 Prozent und fiel damit 2,5 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahr. Continental-Chef Elmar Degenhart hatte schon vor der Krise ein umfassendes Sparprogramm in Gang gesetzt, dieses aber wegen der Pandemie noch einmal deutlich verschärft. Die jährlichen Bruttokosten sollen ab dem Jahr 2023 um 1 Mrd. Euro niedriger liegen. Um das zu erreichen, stehen in den nächsten Jahren weltweit bis zu 30.000 der rund 230.000 Stellen zur Disposition, allein in Deutschland etwa 13.000.

Konzernumbau belastet

Mehrere Produktionsstätten werden ganz geschlossen. Mit dem Konzernumbau sind zunächst einmal hohe Kosten verbunden, zum Beispiel weil Mitarbeiter früher in den Ruhestand geschickt werden oder Abfindungen erhalten. Diese Aufwendungen belasteten das Ergebnis im dritten Quartal und sollen auch im vierten Quartal weitere Sonderkosten verursachen.

Prognose für 2020

Eine genauere Prognose für das laufende Gesamtjahr soll es im Rahmen des vollständigen Zwischenberichts zu den ersten neun Monaten 2020 am 11. November geben. Bislang hatte der Vorstand nur deutliche Rückgänge bei Absatz, Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis (bereinigtes EBIT) in Aussicht gestellt.

Die andauernde Krise in der Autoindustrie schlägt sich in der Kursentwicklung der Aktie von Continental nieder. Nachdem die Aktie Anfang 2018 ein Allzeithoch bei 257 Euro markierte, brachen die Notierungen bis zum März dieses Jahres um rund 80 Prozent auf in der Spitze 51 Euro ein.

Aktie im Aufwärtstrend

Doch inzwischen konnte sich der Kurs wieder bis knapp über die 100er-Marke (aktuell: 101,80 Euro) nach oben arbeiten. Damit notiert die Aktie aktuell im Abstand von 15 Prozent über der 200-Tage-Linie (88,70 Euro), was einen deutlichen Aufwärtstrend bedeutet.

Kräftiges Gewinnpotenzial

Ein Ausbruch über das Oktober-Top bei 103,90 Euro würde ein neues Kaufsignal generieren. Charttechnisch wäre der Weg dann frei bis zum November-2019-Hoch bei 133 Euro, womit sich aktuell ein Gewinnpotenzial von rund 30 Prozent eröffnet.

Anleger, die von der Fortsetzung der im März gestarteten Aufholbewegung bei Continental überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: KB3EVX / ISIN: DE000KB3EVX8) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben Gelegenheit, mit einem entsprechenden Short-Zertifikat (WKN: CP9RQD / ISIN: DE000CP9RQD3) auf fallende Kurse der Continental-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pressefoto © Continental

Elektroautobauer Tesla straft Skeptiker Lügen: Wieder ein Rekordquartal

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Bildquelle: Pressefoto Tesla

Der Elektroautobauer Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) präsentierte am Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Ergebnisse zum abgeschlossenen dritten Quartal, die beeindruckend ausfielen. So kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39 Prozent auf 8,8 Mrd. US-Dollar, was einen neuen Rekordwert bedeutete. Die Analystenerwartungen in Höhe von im Schnitt 8,3 Mrd. US-Dollar wurden damit deutlich übertroffen.

Zum fünften Mal in Folge schwarze Zahlen

Unter dem Strich verzeichnete Tesla im Zeitraum von Juli bis September einen Nettogewinn von 331 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,32 US-Dollar je Aktie, womit das Ergebnis auf Jahressicht um 131 Prozent gesteigert wurde. Damit war das dritte Quartal das fünfte in Folge, in dem der US-Konzern schwarze Zahlen schrieb. Analysten trauten Tesla im Vorfeld aber sogar einen noch höheren Gewinn von im Mittel 0,56 US-Dollar je Aktie zu.
Mit den starken Quartalszahlen bleibt der E-Autobauer weiterhin auf der Erfolgsspur. Seit der Gründung im Jahr 2003 war das Unternehmen noch nie über einen so langen Zeitraum profitabel.

Ziele bestätigt

Die ehrgeizigen Jahresziele wurden am Mittwochabend in Palo Alto bestätigt. Trotz der Belastungen durch die Corona-Krise will Tesla weiterhin in diesem Jahr eine halbe Million Fahrzeuge ausliefern. In den ersten neun Monaten wurden knapp 320.000 Autos abgesetzt, 139.593 davon im dritten Quartal. Das Jahresziel von 500.000 Auslieferungen zu erreichen, sei allerdings schwieriger geworden, erklärte Tesla im Geschäftsbericht mit Blick auf die Corona-Pandemie ein.

Für Teslas legendären Chef Elon Musk ist die derzeitige Geschäftsentwicklung ein großer Triumph, schließlich schrieb der Konzern jahrelang tiefrote Zahlen und gab damit zahlreichen Kritikern Aufwind, die an der Zukunft von Tesla zweifelten.

„Das dritte Quartal war das beste in unserer Geschichte“, freute sich Musk nach Vorlage des Finanzberichts in einer Konferenzschalte mit Finanzanalysten.

Expansionskurs wird fortgesetzt

Tesla bleibt weiterhin auf dem Expansionskurs. So soll die Produktion im chinesischen Werk in Shanghai rasch weiter hochgefahren werden. Außerdem gehe der Bau der ersten europäischen Fabrik in Grünheide nahe Berlin rasch voran. Hier sollen bereits im kommenden Jahr die ersten Fahrzeuge produziert und ausgeliefert werden. Ein weiteres Autowerk soll zügig im texanischen Austin gebaut werden.

Aktienkurs fast verfünffacht

Die Quartalszahlen sorgten am Donnerstagmorgen bei der Tesla-Aktie für einen Kurssprung von zeitweise rund fünf Prozent (aktuell: 373,50 Euro). Damit haben sich die Papiere seit Jahresbeginn inzwischen fast verfünffacht.

Hier liegt das nächste Kursziel

Das nächste Kursziel ist hier das Rekordhoch vom 1. September bei rund 454 Euro. Bis hierhin eröffnet sich ein weiteres Gewinnpotenzial von aktuell 22 Prozent.

Anleger, die von der Fortsetzung der Kurs-Rallye bei Tesla überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA2FGA / ISIN: DE000MA2FGA5) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben Gelegenheit, mit einem entsprechenden Short-Zertifikat (WKN: MA19JV / ISIN: DE000MA19JV7) auf fallende Kurse der Tesla-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pressefoto Tesla

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