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Handelsstreit kann DAX nach FED und Verfall nun belasten

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die Handelswoche hielt einige spannende Termine bereit, an denen starke Bewegungen hätten erfolgen können. Doch mit einer Handelsspanne von weniger als 200 Punkten lief der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) sehr ruhig durch dieses Fahrwasser. Eine richtige Korrektur, wie in der Vorwochenanalyse entsprechend skizziert, blieb jedoch bisher aus. Am Ende konnte ein Wochengewinn von 80 Punkten erzielt werden. Die Kurse lagen dabei stets nah beieinander. So variierten die XETRA-Eröffnungen beispielsweise von Montag bis Donnerstag um gerade einmal 32 Punkte. Ebenso war die Volatilität an den einzelnen Handelstagen sehr gering, wie die Tagesübersicht von wallstreet-online aufzeigt:

Die Wochenentwicklung kann sich nach einer kurzen Schwächephase zum Wochenstart durchaus sehen lassen. Ab diesem „Ausschütteln“ stiegen die Kurse recht linear an und suchten das Septemberhoch als Orientierung auf:

Dabei stand lange Zeit das GAP zur Vorwoche im Chartbild fest zementiert. Bis zum Donnerstag stellte dies einen Widerstand dar:

Blick auf das GAP der Woche im DAX
Blick auf das GAP der Woche im DAX

Mit dem ersten großen Termin der Woche, der FED-Sitzung am Mittwochabend, sollte dies dann jedoch nicht weiter Bestand haben. Hierbei wurde der Leitzins durch die Amerikanische Notenbank um 0,25 Basispunkte gesenkt. Einige Marktteilnehmer hatten mehr erwartet und waren im ersten Effekt ernüchtert. Doch am Ende des Handels, den ich im Livetrading als Webinar begleitete, setzten sich die Bullen entsprechend durch:

 

 

Noch sind die Verbraucher in den USA optimistisch und geben entsprechend Geld für weiteren Konsum aus. Auch die Arbeitslosigkeit ist niedrig und hilft damit der Wirtschaft. Einzig das Wachstum ist langsamer als noch vor wenigen Monaten. An den Wirtschaftsdaten kann man ablesen, dass sich Exporte und Investitionen rückläufig entwickeln. Dies bestätigte auch Notenbank-Chef Jerome Powell am Mittwochabend in der Pressekonferenz.

Dieser Mix aus Sorgen um die Zukunft und Liquidität durch die Notenbank sorgte dennoch am Donnerstag zu einem weiteren Kaufimpuls. Dabei stieg der Deutsche Aktienindex gleich zum Handelsstart über 12.400 Punkte und erreichte im Laufe des Nachmittags sogar die GAP-Kante aus dem Schaubild 1. Am Freitag konnte dieser Trend trotz (oder wegen?) dem Verfallstag noch einmal fortgesetzt werden. Mit 12.491 Punkten verfehlte der Index nur knapp das September-Hoch von 12.494 Punkten und schloss dennoch am Ende recht solide im Gewinn.

Zum Verfall der Index-Futures und -Optionen um 13 Uhr im DAX gab es wenig Bewegung. Hier waren die Positionen vermutlich bereits im Vorfeld entsprechend bereinigt und abgesichert. Der Verlauf zum Verfall ist hier als Bild vom Mittag verewigt:

Kurios ist hierbei, dass der XETRA-Schluss nur 6 Punkte über der Eröffnung lag, was der Kurverlauf hier symbolisiert.

Erst am Abend wurde es noch einmal spannend. Denn folgende Meldung sorgte nachbörslich für Unruhe: Die Reise einer chinesischen Delegation in den Mittleren Westen wurde vorzeitig abgebrochen. Sie galt als wichtiger Vorläufer für den Kauf von US-Landwirtschaftsprodukten. Die Chinesen wollten damit eigentlich ihren guten Willen gegenüber Donald Trump und den USA aufzeigen und einen „Interim-Deal“ vorbereiten. Es kursierte sofort die Sorge am Markt, dass Schwierigkeiten bei den sich anbahnenden Abkommen auftreten. Entsprechend verschnupft reagiert der US-Aktienmarkt und der Dow Jones fiel unter 27.000 Punkte zurück.

Im Chartbild markierte er damit noch einmal das Tief aus der FED-Handels-Session. Zum nachbörslichen Handelsschluss an der Wall Street stand der Index dann exakt auf dieser Linie und lässt Raum für Interpretationen in der kommenden Woche:

 

Der DAX konnte nachbörslich die 12.417 und damit die Tiefs aus dem Handelsverlauf mit großer Mühe verteidigen. Dennoch sind dies keine guten Voraussetzungen für die neue Handelswoche. Denn wenn diese Meldung nur ein Vorbote zum sich nun wieder verschärfenden Handelsstreit war und das Thema Iran weiterhin über dem Markt schwebt, sollte es der Deutsche Aktienindex auf der Oberseite schwer haben.

Das Hoch vom Freitag lag bei 12.491 Punkten und damit knapp unter dem Hoch des Septembers. Damit ist ein starker Widerstand entstanden, der im kurzfristigen Chartbild so ausschaut:

Diesen Widerstand hatten wir in den Vorwochen bereits im 4-Stunden-Chart entsprechend dargestellt. Auch dies möchte ich hier updaten:

Hieraus ergibt sich auf der Unterseite eine Ernüchterung, wenn die GAP-Kante aus den ersten drei Handelstagen bei 12.417/20 erneut unterschritten wird. Das nächste Warnsignal sehe ich bei Unterschreitung der 12.380 und das größere Signal dann unter 12.320 Punkten – diese Unterstützungen lagen in der Vorwoche mehrfach im Markt als starker Impuls.

Alle drei Marken sind in diesem Chartbild zur Orientierung zusammengefasst:

Es obliegt nun sicherlich den Meldungen aus den USA und China, wie es im Handelsstreit weitergeht. Entsprechende Updates werde ich hier jeweils am Morgen im Trading-Chat veröffentlichen.

Für die folgende Handelswoche werden wieder mehr Termine auf der Agenda des Wirtschaftskalenders stehen.

Gleich am Montag starten wir mit den Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Europa um 9.30 Uhr und 10.00 Uhr. Als Market-PMI wird am Nachmittag um 15.45 Uhr auch die USA entsprechende Zahlen zu den Dienstleistungen und der Herstellung vorlegen. Im Nachgang zur FED-Sitzung steht genau dazwischen um 14.30 Uhr noch der Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex auf der Agenda.

Am Dienstag um 10.00 Uhr wird das ifo-Institut die aktuelle Beurteilung, die Geschäftsaussichten und natürlich den Geschäftsklimaindex vorstellen. Um 15.00 Uhr folgt der US-Hauspreisindex und 16.00 Uhr das Verbrauchervertrauen des Conference Board aus den USA.

Mittwoch liegt der Fokus auf den Hausverkäufen in den USA um 16.00 Uhr und Donnerstag erneut um 14.30 Uhr auf den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Hierzu werden parallel noch der BIP-Preisindex, die Kernausgaben Konsum und das annualisierte BIP vermeldet. Direkt um 16.00 Uhr geht es mit den schwebenden Hausverkäufen weiter und macht Appetit auf den Freitag.

Auch da stehen wieder jede Menge Daten aus den USA an, vorrangig um 14.30 Uhr mit den persönlichen Einkommen, den Auftragseingängen langlebiger Industriegüter, dem PCE Kerndeflator für persönliche Ausgaben und weiteren Daten zur Konjunktur. 16.00 Uhr rundet das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan den Zahlenreigen der Woche entsprechend ab. Eine Menge Material zur Beurteilung der Konjunktur und des Zustandes der Wirtschaft, welches entsprechend in den Kursen seine Interpretation finden wird.

Man darf also gespannt sein. Kommen Sie gut vorbereitet in diese zahlenfreudige Woche und nutzen Sie die sich anbietenden Chancen im Chartbild. Updates finden Sie hier im Trading-Chat.

 

Gerne begleite ich Sie dabei – Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)  

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.     andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.   Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Kakao: Gute Chancen

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Bildquelle: Pixabay / eliasfalla

Im Zuge der jüngsten Erholung ging es für die Kakao-Notierungen in den Bereich der 2.400er-Marke nach oben. Die Chancen stehen gut, dass sich der jüngste Aufwärtstrend fortsetzt.

So wurde im August bekannt, dass die beiden weltweit führenden Kakao-Produzenten Ghana und die Elfenbeinküste mit vereinten Kräften einen Mindestpreis für Kakao durchsetzen wollen.

Die beiden Erzeugerländer haben diesen auf 2.600 US-Dollar pro Tonne ab der kommenden Verkaufssaison taxiert. Dieser ist zwar nicht besonders hoch angesetzt, könnte aber die Grundlage für tendenziell weiter steigende Kakaopreise legen.

Sollte sich der derzeitige Kursanstieg fortsetzen, liegt das nächste Kursziel bei 2.562 US-Dollar je Tonne. Mittelfristig dürfte wieder das 2018er-Jahreshoch bei 2.977 US-Dollar angesteuert werden.

Mini-Future (Long) auf Kakao (Future)
WKN GT02HM
ISIN DE000GT02HM8
Emissionstag 13. April 2012
Produkttyp Mini-Future (Long)
Emittent Goldman Sachs

 

Bildquelle: Pixabay / eliasfalla

ams & Osram: Das bessere Angebot?

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Bild: AMS

Die Gremien des deutschen Leuchtmittelherstellers Osram (WKN: LED400 / ISIN: DE000LED4000) sehen die verfolgte Strategie des österreichischen Sensorherstellers ams (WKN: A118Z8 / ISIN: AT0000A18XM4) in vielen Teilen als erfolgversprechend an, vor allem mit Blick auf die Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs Opto Semiconductors.

Laut Osram kann diese Sparte durch einen Zusammenschluss unter anderem bei der Entwicklung innovativer Sensorik- und Photonik-Lösungen sowie durch die Nutzung der etablierten Kundenzugänge profitieren. Durch die Übernahmeempfehlung von Osram verbessern sich die Chancen von ams, zum Ziel zu kommen.

An der Börse konnte ams seit Anfang September deutlich zulegen. Das nächste Kursziel ist das bisherige 2019er-Top vom Juli bei 50,48 Euro. Gelingt hier der Ausbruch nach oben, ist die Bahn charttechnisch frei bis zu den 2018er-Zwischenhochs vom September und Juli bei rund 70 Euro.

HVB Mini Future Bull auf ams
WKN HZ30XV
ISIN DE000HZ30XV2
Emissionstag 13. September 2019
Produkttyp Mini Future – Bull
Emittent HypoVereinsbank/UniCredit

 

Bildquelle: ams

Das Skandinavische Vorbild – Was Privatanleger vom Norwegischen Staatsfonds lernen können

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Bildquelle: Pixabay / enriquelopezgarre

Staatsfonds erfreuen sich in den vergangenen Jahrzehnten wachsender Beliebtheit. Vor allem durch Rohstoffeinnahmen reichgewordene Staaten versuchen sich über diesen Weg Einfluss aber auch Zukunftsperspektiven zu erkaufen. Die Investmentstrategien der jeweiligen Staatsfonds sind dabei so vielfältig wie es Fonds gibt. Aus Sicht eines Privatinvestors wird jedoch ein Fonds immer wieder als besonders erfolgreich und deshalb nachahmenswert herausgepickt: Der Statens Pensjonsfond Utland. Wir haben uns den Staatsfonds aus Norwegen einmal genauer angesehen und geben marktEINBLICKE.

Europa gilt für viele Menschen nicht als rohstoffreiche Gegend. Dennoch sind auch hier Bodenschätze aller Art zu finden. Der jüngst beendete Steinkohleabbau in Deutschland, die Diskussion um die Braunkohle und andere Umweltbedenken führen dazu, dass die durch die hohe Bevölkerungsdichte fast unmögliche intensive Rohstoffförderung weiter zurückgedrängt wird. Mit einer Ausnahme: Öl und Gas. Davon gibt es in Europa zahlreiche kleinere und größere Vorkommen, die mit Blick auf die Bedeutung des „schwarzen Goldes“ auch tatsächlich ausgebeutet werden.

Schatzkammer Nordsee

Die ersten Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee wurden in den 1930er-Jahren entdeckt. 1958 erfolgte die Entdeckung des größten Gasfelds Europas vor der Küste der Niederlande. Die daraufhin begonnene Erschließung und Ausbeutung hatte aufgrund der Preisentwicklung zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Erst die Ölkrise 1973 sorgte dann dafür, dass durch die Preisexplosion die Förderung von Öl und Gas in der Nordsee mit Nachdruck vorangebracht wurde. Länder wie die Niederlande, Großbritannien oder Norwegen wurden innerhalb weniger Jahre zu bedeutenden Rohstoffexporteuren – vor allem für die europäischen Nachbarn. Zwar erfreuten sich die Förderländer über diesen bis dahin unbekannten Reichtum, doch folgenlos blieb die Ausbeutung nicht.

Während sich Großbritannien und dort insbesondere Schottland in den Folgejahren zu einem erfolgreichen Industrieland mauserte – einer der Gründe, warum Schottland mehrheitlich gegen den Brexit ist und an einer engen EU-Bindung interessiert ist – führte der Reichtum in den Niederlanden zu einem Phänomen, das 1977 durch den Economist als Holländische Krankheit erstmals beschrieben und anschließend in die Wirtschaftslehrbücher einzog.

Bildquelle: Pixabay / Mariamichelle

Holländische „Krankheit“

Durch den Verkauf von Rohstoffen (in diesem Fall Öl und Gas) stiegen die Exporterlöse. In der Folge kamen vermehrt ausländische Devisen ins Land, deren Umtausch zu einer realen Aufwertung des Gulden führte. Diese Aufwertung hatte zur Folge, dass Importe billiger wurden und der Import von Gütern anstieg. Das wiederum führte zu einer Erodierung der niederländischen Nicht-Rohstoffproduktion (vor allem Industrie und Landwirtschaft). Gleichzeitig wurden Exporte teurer, was zu einer Verschlechterung der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit führte. Am Ende führte die Fokussierung auf die Öl- und Gaswirtschaft zu einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise.

Die Lösung der Ökonomen für diese „Krankheit“ besteht darin, die Deviseneinnahmen infolge von Rohstoffförderung nicht in die heimische Währung zu tauschen, sondern diese Exporterlöse als Auslandsinvestitionen außerhalb des eigenen Währungsraums arbeiten zu lassen. Im Fall von Norwegen führte diese „einfache“ Lösung 1990 zur Einrichtung des zunächst als Ölfonds bekannten Staatsfonds.

Öleinnahmen für die Zukunft

Seit 1996 fließen die Einnahmen aus der Ölförderung in einen beim norwegischen Finanzministerium angesiedelten Fonds. Zuvor waren die Einnahmen aus Steuern, direkten Beteiligungen an den Öl- und Gasplattformen, Gebühren für die Förderung und der Beteiligung am Öl- und Gaskonzern Equinor vor allem für den Aufbau der Öl- und Gasindustrie und der Infrastruktur eingesetzt worden. Im Lauf der zwei Jahrzehnte seit Einrichtung des Fonds wuchs zeitweise das Vermögen auf mehr als eine Billion US-Dollar.

Wie erfolgreich das Konzept ist, zeigt die langfristige Rendite von sechs Prozent p.a. (in US-Dollar). Dabei setzen die Norweger auf eine einfache Portfoliozusammensetzung: Zwei Drittel liegen in Aktien, rund 30 Prozent in Anleihen, der Rest in Immobilien. Bei der Auswahl an Aktien spielt natürlich die Größe des Unternehmens und dessen Entwicklung die Hauptrolle. Derzeit investiert der Fonds in mehr als 9.100 Unternehmen aus 73 Staaten.

Aber auch ethische Kriterien fließen in die Anlage-Entscheidung mit ein. So hat sich der norwegische Staatsfonds beispielsweise von Beteiligungen an Rüstungskonzernen wie Airbus oder Boeing ebenso verabschiedet wie von der an Tabakkonzernen oder den Umweltschutz missachtenden Rohstoffkonzernen. Damit hat der Fonds den Begriff Nachhaltigkeit bereits gelebt, bevor er richtig in Mode geriet. Nicht zu seinem Nachteil, wie die Rendite verrät.

Transparenz und Langfristigkeit

Der im Englischen als „Government Pension Fund Global“ (GPFG) bekannte Fonds zeichnet sich dabei durch eine große Transparenz aus, die es den Norwegern, aber auch Anlegern weltweit, sehr leicht macht, die Strategie zu verfolgen. Zwar soll der Fonds primär einen internationalen Kapitalstock für die Zeit nach dem Öl aufbauen. Aber bereits jetzt kann der norwegische Staat bereits bis zu drei Prozent des Fondsvermögens in den Staatshaushalt umlenken. Dennoch spielt der langfristige Anlagehorizont die Hauptrolle bei den Norwegern. Daher wurde in den letzten Jahren auch die Aktienquote signifikant erhöht – auf zuletzt bis zu 70 Prozent.

Eine Fülle an Einschränkungen und Abweichungen von einfachen Regeln macht den Erfolg des Fonds aus. Während global investierende Anleger häufig einfach auf Indizes wie den MSCI World setzen, nimmt der norwegische Fonds den FTSE Global All Cap als Basis und weicht von dessen Zusammensetzung durch eigene Schwerpunkte ab. Neben der schwarzen Liste, die ethische Gesichtspunkte berücksichtigt und bestimmte Aktien öffentlichkeitswirksam boykottiert, liegt die Nachhaltigkeit den Norwegern besonders am Herzen. In sogenannten Positionspapieren erläutern sie Themenkomplexe und deren Auswirkungen auf ihr Investmentverhalten, etwa zum Thema Steuervermeidung, Korruption oder Arbeitnehmerrechte. Auch dies alles ist stets transparent und für alle einsehbar. Privatanleger können sich also nicht nur an der frei zugänglichen schwarzen Liste, sondern auch an den Begründungen für Über- oder Untergewichtungen orientieren. Zudem sorgen die Norweger immer wieder für Aufsehen, wenn sie etwa auf Hauptversammlungen die Vergütung des Managements kritisieren.

Bildquelle: Pixabay / adriankirby

Was Privatanleger lernen können

Das Portfolio des norwegischen Staatsfonds liest sich in den größten hundert Positionen wie das Who-is-who der Weltwirtschaft. Neben großen Namen wie Apple, Nestlé, Microsoft oder Samsung sind aber auch unzählige kleine Firmen zu finden. Immerhin halten die Norweger im Durchschnitt so 1,4 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen. Der Fonds ist damit der Inbegriff des altbekannten Erfolgsfaktors „Diversifikation“ – sprich das Vermögen sollte auf viele kleine Anlagetöpfe aufgeteilt werden. Das Risiko für das Gesamtvermögen ist beim Ausfall von einem oder mehreren Positionen überschaubar. Dank der niedrigen Transaktionskosten ist das auch für Privatanleger sehr gut machbar.

Die Einzeltitelauswahl stellt natürlich für viele Anleger die Gretchenfrage dar. Man kann es sich dabei leicht machen und einfach die bekannten großen Aktien kaufen, mit Ausnahme der nach ethischen Kriterien erstellten schwarzen Liste und befindet sich bereits auf der sicheren Seite. Das klingt zunächst langweilig, macht aber im Umkehrschluss deutlich: Geldanlage mit Aktien ist weitaus einfacher, als man denkt. Vor allem bei einem langfristigen Horizont. Dann spielen Kaufzeitpunkt ebenso wenig eine Rolle wie die ideale Depotgewichtung. Der langfristige (gemeint sind 20 Jahre und mehr) Vermögensaufbau funktioniert mit der Fokussierung auf breite Streuung und nachhaltige Auswahlkriterien ideal. Der norwegische Staatsfonds macht es vor.


mE-Tipp

Die Transparenz des norwegischen Staatsfonds macht es leicht, dessen Portfolio nachzuvollziehen. Regelmäßige Berichte erlauben detaillierte Analysen. Lediglich Englisch muss man dazu beherrschen.

www.nbim.no/en/


 

Buchtipp:

So werden Sie reich wie Norwegen: Genial einfach ein Vermögen aufbauen

Clemens Bomsdorf stellt in seinem Sachbuch die Hintergründe des norwegischen Anlageerfolgs vor und zeigt anhand vieler Tabellen und Zahlen, wie Geldanlage „auf norwegisch“ erfolgreich funktioniert. Für langfristig orientierte Anleger ist das Buch eine spannende Lektüre, zeigt es doch wie einfach der Aufbau eines soliden Vermögens an sich ist – wenn man sich an die Regeln hält!

ISBN: 978-3-593-50849-819,95 EUR

 

Bildquelle: Pixabay / enriquelopezgarre

Wirecard, Adyen & Co: Ist das Bargeld am Ende?

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Bildquelle: Pixabay / AhmadArdity

Noch immer wird in Deutschland am liebsten mit Bargeld bezahlt. Außerdem bleibt das Geld in Papier- oder Münzenform auch ein Ausdruck von Freiheit. Trotzdem entwickelt sich die Digitalisierung der Bezahlmethoden rasant. Konsumenten haben immer mehr Möglichkeiten, einfach, schnell, sicher und vor allem bargeldlos zu bezahlen, was zu einer regelrechten Euphorie unter Zahlungsabwicklern und anderen Unternehmen geführt hat, die die entsprechenden Technologien für einen bargeldlosen Zahlungsverkehr bereitstellen.

Ein Meilenstein

In diesem Jahr wird ein wichtiges Jubiläum gefeiert. 20 Jahre Euro. Am 1. Januar 1999 wurde die europäische Gemeinschaftswährung als Buchgeld eingeführt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002 erfolgte die Einführung des Euro als Bargeld. Europäer hielten endlich die Banknoten in den Händen. Seitdem sind diese eines der bedeutendsten Symbole für die europäische Einheit. In 19 Ländern Europas erledigen die Menschen ihre alltäglichen Einkäufe mit identisch aussehenden Geldscheinen. Allerdings könnte sich dies in einigen Jahren ändern. Schon heute entwickeln sich zum Bargeld alternative Zahlungsmöglichkeiten sehr rasant. Die fortschreitende Digitalisierung hält auch im Bereich Zahlungsmethoden Einzug. Noch zahlen die Deutschen ihre Einkäufe am liebsten mit Bargeld. Allerdings finden derzeit große Veränderungen bei den Zahlungsmethoden statt. Die Deutsche Bundesbank hat diese Veränderungen genau im Blick.

Seit 2008 führt die Bundesbank alle drei Jahre eine Haushaltsbefragung zum „Zahlungsverhalten in Deutschland“ durch. Ziel ist es zu untersuchen, wie Privatpersonen Bargeld und bargeldlose Zahlungsinstrumente beim Einkaufen nutzen. Die im Jahr 2017 letztmals durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Bargeld in Deutschland weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel ist. Allerdings würden bargeldlose Zahlungsmittel weiter an Bedeutung gewinnen. Zudem stellt das Jahr 2017 gewissermaßen einen Umbruch dar. Gemessen am Umsatz ist der Anteil an Bargeldzahlungen der Studie zufolge erstmals seit Beginn der Erhebungen unter die Marke von 50 Prozent gefallen. Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Jahr 2014 ging der Wert der Zahlungen laut Bundesbank-Angaben von über 53 Prozent auf unter 48 Prozent zurück. Vor rund zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 58 Prozent. 

Bildquelle: Pixabay / stevepb

Freiheit in Gefahr?

Verbraucher zahlen laut Studienergebnissen vor allem bei wertmäßig kleinen Einkäufen in bar. Bei kleinen Ausgaben bis 5 Euro bleibt alles beim Alten. Bezahlt wird in 96 Prozent der Fälle in bar. Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist die Bereitschaft der deutschen Verbraucher, ihre Einkäufe mithilfe neuer Bezahlverfahren abzuwickeln. Die kontaktlosen Zahlungen schafften es laut Studie gemessen am Umsatz erstmals auf über 1 Prozent. Zudem hätten sich inzwischen Internetbezahlverfahren wie beispielsweise PayPal oder Sofortüberweisung im Onlinehandel etabliert. Trotz der zunehmenden Verbreitung und der wachsenden Akzeptanz von neuen Bezahlmethoden abseits des Bargeldes, möchten Verbraucher nicht gänzlich auf Bargeld verzichten. Die große Mehrheit der Befragten (88 Prozent) gab an, auch in Zukunft unverändert mit Bargeld bezahlen zu wollen.

Deutsche Verbraucher lehnen eine Bargeldabschaffung oder -einschränkung deutlich ab. 96 Prozent der Befragten befürchten ohne Bargeld Schwierigkeiten beim Bezahlen für einige Bevölkerungsgruppen, beispielsweise ältere Menschen. Für vier von fünf Befragten würde eine Bargeldabschaffung der Studie zufolge eine große persönliche Einschränkung bedeuten. Die Gründe liegen auf der Hand. Bargeld wird gewissermaßen mit Freiheit assoziiert. Sollten irgendwann sämtliche Zahlungen digital ablaufen, würden diese entsprechend erfasst und vom Staat abgerufen werden. Zum Beispiel zur Verfolgung von Steuersündern. Dies wäre ein Eingriff in die Privatsphäre. Außerdem wäre es nur ein kleiner Schritt zur totalen Überwachung. Die Anonymität könnte irgendwann vollkommen abgeschafft werden. Trotz dieser Bedenken gegenüber der Bargeldabschaffung schreitet diese voran. Bargeldlose Bezahlmethoden sind auf dem Vormarsch. Entsprechend große Chancen rechnen sich Unternehmen aus, die die Bezahlmethoden von morgen entwickeln.

Bildquelle: Pressefoto Wirecard

Wirecard: Zahlungsabwickler auf Wachstumskurs

In den vergangenen Jahren stand in Deutschland kaum ein Unternehmen so sehr für die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs wie Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060). Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München unterstützt über eine globale Plattform seine Partner dabei, elektronische Zahlungen aus allen Vertriebskanälen anzunehmen. Darüber hinaus ist Wirecard in den Bereichen Acquiring & Issuing aktiv. Der Boom des Online-Handels und einige in Schwellenländern wie Indonesien, Malaysia, Südafrika oder Singapur vorgenommene Übernahmen halfen Wirecard in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum hinzulegen. Das über die Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen lag 2018 bei 124,9 Mrd. Euro. Ein Anstieg von 37,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Zuge der „Vision 2025“ soll das Transaktionsvolumen bis zum Jahr 2025 sogar auf mehr als 710 Mrd. Euro anwachsen. Der Konzernumsatz soll auf mehr als 10 Mrd. Euro klettern, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Managementseite bei mehr als 3,3 Mrd. Euro gesehen wird. 2018 lag der Umsatz bei 2,0 Mrd. Euro, während das EBITDA 560,5 Mio. Euro betrug.

Wirecard will seine starke Wachstumsdynamik nun sogar noch steigern. Dies soll vor allem mit Mobile Payment und der Konvergenz von Bargeld zu elektronischen Zahlungen geschehen. Es sind diese optimistischen Aussichten, die dafür sorgten, dass Börsianer Wirecard zujubelten und der Wirecard-Aktie in den vergangenen Jahren zu einem steilen Anstieg verhalfen. Im September 2018 sorgte dies dafür, dass Wirecard in den DAX aufgenommen wurde und dabei die Commerzbank aus der ersten deutschen Börsenliga verdrängte. Zeitweise konnte Wirecard eine höhere Marktkapitalisierung als die Deutsche Bank an den Tag legen. Allerdings hat das Unternehmen mit einem großen Problem zu kämpfen. Wirecard wuchs in seiner Anfangszeit vor allem dank der Abwicklung von Zahlungen für Pornoseiten und Online-Glücksspielanbieter. Auch wenn diese an Bedeutung verloren haben, verfolgen sie Wirecard weiter. Außerdem ist das Geschäftsmodell bilanztechnisch selbst für Experten sehr schwer zu durchschauen. Solche Aspekte machten den Zahlungsabwickler für einige „Short-Attacken“ anfällig.

Dem Unternehmen wurden illegale Geschäfte oder Bilanz-Trickserien vorgeworfen, was die Aktie ins Schlingern brachte. Am 30. Januar 2019 war es wieder so weit. „Financial Times“-Journalist Dan McCrum berichtete von mutmaßlichen Bilanz-Unregelmäßigkeiten in Singapur. An nur einem Tag stürzte die Wirecard-Aktie um 25 Prozent ab, was insbesondere für einen DAX-Wert höchst ungewöhnlich ist. Es folgten Dementis des Unternehmens, doch auch die „FT“ legte mit weiteren Berichten nach, so dass die Wirecard-Aktie in der Folge weiteren sehr heftigen Kursbewegungen ausgesetzt war. Es ging sogar so weit, dass sich die Münchner Staatsanwaltschaft einschaltete und gegen den zuständigen „FT“-Journalisten ermittelte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersagte ihrerseits Leerverkäufe auf die Wirecard-Aktie. Doch damit ist die Geschichte für Wirecard trotz der jüngsten Beruhigung der Lage noch nicht ausgestanden. Daher wird es für eine Weile schwierig bleiben, sich auf die dank Mobile Payment, E-Commerce oder des Schwellenländer-Geschäfts starken Wachstumsaussichten für den Zahlungsabwickler zu konzentrieren.

Bildquelle: Pressefoto Adyen

Adyen möchte die Bezahlmethoden revolutionieren

Wirecard ist nicht allein, wenn es darum geht, von E-Commerce und den Bezahlmethoden der Zukunft zu profitieren. Zuletzt sorgte auch ein niederländischer Zahlungsabwickler für Furore. Adyen (WKN: A2JNF4 / ISIN: NL0012969182). Genauso wie Wirecard ermöglicht auch Adyen Händlern reibungslose Zahlungsabläufe – online, mobil und am Point-of-Sale (POS). Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen legte am 13. Juni 2018 ein viel beachtetes Börsendebüt hin. Der Ausgabepreis von 240 Euro wurde am ersten Handelstag zeitweise verdoppelt. Seitdem ist es rund um Adyen nicht gerade ruhig geworden. Das Unternehmen punktet mit einer globalen Transaktionsplattform. Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Volumen in Höhe von 159,0 Mrd. Euro abgewickelt. Ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Umsatzerlöse schossen sogar um 60 Prozent auf 348,9 Mio. Euro, während das EBITDA um 83 Prozent auf 181,9 Mio. Euro kletterte. Trotz dieser Erfolge sieht sich Adyen noch längst nicht am Ziel. Als Technologienunternehmen möchte man in erster Linie die Bezahlmethoden revolutionieren. In finanzieller Hinsicht soll sich dies aber auch lohnen. Mittelfristig möchte das Adyen-Management die konzernweiten Umsatzerlöse um einen Mittzwanziger bis niedrigen Dreißiger Prozentwert steigern. Die EBITDA-Marge soll von zuletzt 52 Prozent langfristig auf über 55 Prozent steigen. Zudem sollen die Investitionsausgaben bei rund 5 Prozent der Umsatzerlöse liegen. Schließlich ist die Entwicklung neuer Bezahlmethoden nicht zum Nulltarif zu haben.

Bildquelle: markteinblicke.de

Fiserv und First Data tun sich zusammen

In den USA ist im Bereich Finanztechnologie Größe Trumpf. Aus diesem Grund übernahm Finanzdienstleister Fiserv (WKN: 881793 / ISIN: US3377381088) den Zahlungsabwickler First Data. Zusammen lassen sich Konkurrenten besser abwehren und wichtige Investitionen in die Entwicklung der Bezahlmethoden der Zukunft stemmen. In den kommenden fünf Jahren sollen 500 Mio. US-Dollar in Wachstumsinvestitionen gesteckt werden. Der vollständig über einen Aktientausch abgewickelte Deal hatte ein Volumen von rund 22 Mrd. US-Dollar. Laut Fiserv-CEO Jeffery Yabuki, möchten Fiserv und First Data gemeinsam, die Art und Weise neu definieren, wie Menschen und Institutionen Geld und Informationen austauschen.

Die Geschäfte der beiden Konzerne ergänzen sich gut. Während Fiserv mit seinen Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen und der Software Banken und andere Finanzinstitute im Blick hat, kann First Data mit den Bereichen Issuing und Acquiring überzeugen. So ein Zusammenschluss bietet natürlich ein gewisses Einsparpotenzial. In den kommenden fünf Jahren werden Synergieeffekte von rund 900 Mio. US-Dollar vermutet. Im gleichen Zeitraum sollen zusätzliche Umsatzerlöse in Höhe von 500 Mio. US-Dollar generiert werden. Gleich im ersten Jahr nach der Übernahme will Fiserv seinen bereinigten Gewinn je Aktie um 20 Prozent steigern. Sämtliche vorgesehene Einsparungen sollen sogar für einen Gewinnsprung um 40 Prozent sorgen.

Bildquelle: Pressefoto Mastercard

PayPal setzt sich weiter von eBay ab

Wenn es um Übernahmen geht, ist der US-Bezahldienst PayPal (WKN: A14R7U / ISIN: US70450Y1038) kein unbekannter. Das Unternehmen, das sich im Jahr 2015 vom Online-Händler eBay abspaltete, kaufte im Vorjahr für 400 Mio. US-Dollar Hyperwallet, eine Plattform für Auszahlungen für Online-Verkäufe kleiner Unternehmen. Der auf Kreditkartenleser für Smartphones und Tablets spezialisierte schwedische Zahlungsabwickler iZettle war PayPal sogar 2,2 Mrd. US-Dollar wert. Es war der bis dahin größte Deal des Unternehmens überhaupt. Es wird nicht der letzte Deal gewesen sein, mit dessen Hilfe PayPal die Bezahlindustrie aufmischen möchte. Konzernchef Dan Schulman verriet im vergangenen Jahre dem „Handelsblatt“, dass das Unternehmen jährlich rund 3 Mrd. US-Dollar für Übernahmen ausgeben möchte und auch bereit ist, deutlich mehr auf den Tisch zu legen, wenn man ein geeignetes Übernahmeziel finden würde. Dabei legt PayPal schon heute ein starkes Wachstumstempo vor. Beim Börsenwert hat PayPal die ehemalige Konzern-Mutter eBay längst hinter sich gelassen. Dank der Konzentration auf neue Bezahlmethoden und vielversprechende Übernahmen könnte dieser Abstand in den kommenden Jahren anwachsen.

Bildquelle: Pressefoto Apple

Apple Pay startet durch

Inzwischen verwendet fast jeder ein Smartphone. iPhones sind hierzulande sehr beliebt. Gleichzeitig bieten immer mehr Händler NFC-fähige Terminals an. An diesen kann sowohl mit Kreditkarte als auch mit dem Smartphone und inzwischen immer häufiger auch mit anderen smarten Geräten wie Wearables, z.B. Uhren, bezahlt werden. Davon hat Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) einige im Angebot. Dazu muss man das jeweilige Gerät beim Einkauf nur kurz in die Nähe des Terminals halten. Es ist nicht einmal eine Internetverbindung vonnöten, lediglich eine App und eine bei dieser App hinterlegte Bankkarte. Schließlich muss das Geld irgendwo abgebucht werden. Seit dem 11. Dezember 2018 kann auch in Deutschland mithilfe von Apple Pay bezahlt werden. Apple wirbt damit, dass Apple Pay nicht nur ganz einfach funktioniert, sondern vor allem ganz sicher ist. Zum Beispiel werden die Kartennummern nie auf dem benutzten Gerät oder Apple Servern gespeichert. Und Apple Pay speichert auch keine Daten zu den Transaktionen, was im Zuge der aktuellen Diskussionen zum Thema Datenschutz ein Vorteil sein dürfte. Noch sind solche Dienstleistungen nur ein relativ kleines Geschäftsfeld für Apple. Allerdings ist der Konzern mit dem Apfel im Logo gerade dabei, sich unabhängiger von den iPhone-Verkäufen zu machen. Wie gut, dass der Bereich mit den Dienstleistungsangeboten zuletzt der am schnellsten wachsende Unternehmensbereich war.

Bildquelle: Pressefoto Alibaba – Source: www.alibabagroup.com

Alibaba: Dank Alipay auch als Bezahldienst ein Riese

Wenn es um das Thema Konsum geht, blicken Unternehmen weltweit nach China. Das Wirtschaftswachstum hat die Mittelschicht in der zweitgrößten Volkswirtschaft deutlich ansteigen lassen. Zudem versucht die Regierung, die Wirtschaft weg von der Industrieproduktion zu mehr Konsumorientierung hinzubewegen. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Konsums steigen auch die Chancen für Zahlungsabwickler. Unter ihnen ist vor allem der Bezahldienst des E-Commerce-Riesen Alibaba (WKN: A117ME / ISIN: US01609W1027), Alipay, zu finden. Dieser hat inzwischen rund 520 Millionen Nutzer weltweit. Pro Tag werden mehr als 100 Millionen Transaktionen durchgeführt. Alipay ist der meistgenutzte Drittanbieter von Online-Payments in China. Auch im Bereich Mobile Payment ist Alipay führend. Sein wichtigstes Produkt ist das digitale Wallet Alipay Wallet, zu dem auch eine mobile App gehört, über die Kunden Transaktionen direkt mit dem Smartphone vornehmen können. Alipay ist nicht nur auf dem heimischen Markt stark. In vielen Ländern sind chinesische Touristen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenn diese auf Reisen gehen, möchten sie am liebsten die gleichen Bezahlmethoden vorfinden wie zu Hause. Umso wichtiger werden für Unternehmen wie Wirecard oder Adyen Kooperationen mit Alipay.

Western Union setzt auf Digitalisierung

Auf der ganzen Welt verlassen sich Arbeitsmigranten vor allem auf ein Unternehmen, um ihren Verwandten in der Heimat schnell und zuverlässig, Geld zukommen zu lassen. Western Union (WKN: A0LA17 / ISIN: US9598021098). Da die Zahlungen häufig in Gegenden erfolgen, in denen der Empfänger weder über ein Bankkonto noch über eine Kreditkarte verfügt ist es praktisch, dass diese für Geldtransfers über Western Union nicht benötigt werden. Das Unternehmen zählt in mehr als 200 Ländern dieser Welt mehr als 550.000 Western-Union-Standorte. Von diesen Standorten aus können Geldtransfers in fast 130 Währungen getätigt werden. Natürlich hat man auch bei Western Union erkannt, dass die Bezahlmethoden der Zukunft immer digitaler werden dürften. Entsprechend gerne verweist das Management darauf, dass die Seite westernunion.com zuletzt ein starkes Wachstum bei der Anzahl der Transaktionen verzeichnen konnte. Für die Zukunft wurde von Managementseite die Losung ausgerufen, das digitale Geschäft weiter auszubauen. Auch wenn Western Union in der Vergangenheit für zu hohe Gebühren kritisiert wurde, dürften viele Kunden dank vieler erfolgreicher Geldtransfers Vertrauen gefasst haben und nun auch den Weg in Richtung Digitalisierung mit Western Union mitgehen.

FAZIT

Immer mehr Verbraucher freunden sich mit bargeldlosen Bezahlmethoden an. Das Bargeld wird nicht von heute auf morgen aus unseren Portemonnaies verschwinden. Allerdings scheint ein unumkehrbarer Prozess eingesetzt zu haben, der eine Reihe von Unternehmen aus ganz verschiedenen Bereichen begünstigt. Selbst Technologieunternehmen wie Apple sind mit an Bord, wenn es um die Entwicklung der Bezahlmethoden der Zukunft geht. Kein Wunder, dass es sich dabei um ein heißes Börsenthema handelt. Dass ein Unternehmen wie Wirecard mit ganz speziellen Herausforderungen zu kämpfen hat, ändert nichts an den Möglichkeiten, die sich im Bereich Finanztechnologie auch Anlegern bieten.

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CTS Eventim: Plötzlich ging es ganz schnell

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Grund für den schnellem MDAX-Aufstieg von CTS Eventim (WKN: 547030 / ISIN: DE0005470306) ist, dass der Versorger innogy mit der Übernahme durch E.ON (WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999) einen zu geringen Streubesitz haben wird.

Der Ritterschlag zum MDAX-Titel dürfte CTS Eventim-Aktionäre freuen, nachdem es beim in Bremen ansässigen Unternehmen zuletzt negative Schlagzeilen gegeben hatte. So wirft der Bund im Streit um die gescheiterte Pkw-Maut den Betreiberfirmen CTS Eventim und Kapsch TrafficCom (WKN: A0MUZU / ISIN: AT000KAPSCH9) vor, unzulässig Verträge über rund 500 Mio. Euro vergeben zu haben.

Dabei geht es um den Vorwurf, die vorgesehenen Betreiber hätten noch Aufträge an andere Unternehmen vergeben, nachdem der Europäische Gerichtshof die Maut gekippt und der Bund die Verträge gekündigt hatte. Durch den MDAX-Aufstieg dürfte die Aktie von CTS Eventim den langfristigen Höhenflug fortsetzen, da der Ticketing-Anbieter nun in den Fokus von börsengehandelten MDAX-Fonds rückt.

HVB Mini Future Bull auf CTS Eventim
WKN HZ11DD
ISIN DE000HZ11DD2
Emissionstag 16. Juli 2019
Produkttyp Mini Future – Bull
Emittent HypoVereinsbank/UniCredit

 

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Ripple: Neue Partnerschaften sorgen für Fantasien

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Denn fast im Wochentakt werden im Fall von Ripple neue Partnerschaften geschlossen.

So wurde Anfang September bekannt, dass Ripple nun auch mit der Faysal Bank Limited (FBL), einer der größten Banken Pakistans, kooperiert. Die neue Partnerschaft passt perfekt zu den Zielen der pakistanischen Bank, die sich aktiv an der Entwicklung und Unterstützung von digitalem Geld beteiligt. 2017 war die FBL die erste Geschäftsbank in Pakistan, die eine digitale Karte herausbrachte, die speziell Online-Zahlungen und E-Commerce-Käufe unterstützt.

Ripple setzt mit der neuen Partnerschaft den Wachstumskurs fort. Das RippleNet hat inzwischen über 250 Akteure. Dazu gehören bspw. seit kurzem auch PNC, die achtgrößte US-Bank, und die spanische Großbank Santander (WKN: 858872 / ISIN: ES0113900J37).

Long Mini Future auf USD per 1 XRP
WKN VF7UF8
ISIN DE000VF7UF85
Emissionstag 11. Juli 2019
Produkttyp Mini Futures
Emittent Vontobel

 

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Lieber chancenorientiert dem Zinstal entfliehen

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Die anhaltende Phase der Null- und Negativzinsen wurde durch die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank weiter zementiert. Nach Aussage des scheidenden Notenbankpräsidenten Mario Draghi sei eine „sehr expansive Geldpolitik“ wegen umfangreicher Risiken für die Konjunktur weiterhin notwendig.

Deshalb werden insbesondere der Einlagensatz um 0,1 Punkte auf minus 0,5 Prozent noch weiter unter die Nulllinie gedrückt und ab November voraussichtlich neue Anleihekäufe im monatlichen Umfang von 20 Mrd. Euro gestartet. Die Suche nach positiven Renditen wird klassischen Festzins-Investoren damit auf absehbare Zeit nicht gerade erleichtert.

Im August notierten zeitweilig sogar 30-jährige Bundesanleihen auf negativem Renditeniveau. Demnach lässt sich die garantierte Geldvernichtung im bonitätsstarken Festzinsbereich sogar mit sehr langen Laufzeiten kaum noch umgehen. Ebenso ist die Konzeption von Kapitalschutz-Zertifikaten mit attraktiven Renditechancen in diesem Umfeld stark erschwert. Dies dürfte dazu beitragen, dass nur 26,2 Prozent der Anleger in strukturierten Wertpapieren auf entsprechende Produkte mit klar definierter Nennwert-Absicherung zum Laufzeitende setzen.

73,8 Prozent bevorzugen in der gegenwärtigen Marktphase Anlageprodukte ohne 100-prozentigen Kapitalschutz. Dies geht aus der jüngsten Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands (DDV) hervor. Gut ein Viertel der 1.113 Teilnehmer im September bezeichneten Aktienanleihen als interessanteste Struktur, mehr als ein Fünftel stimmten für Discount-Zertifikate und 16,8 wählten Express-Papiere.

Bonus-Zertifikate erreichten mit 11,1 Prozent die wenigsten Nennungen. Anleger nutzen demnach die Möglichkeiten der Produktvielfalt weidlich aus, um chancenorientiert mit Teilschutz zu investieren. „In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen suchen Privatanleger nach Zinsersatzprodukten und finden sie bei den Zertifikaten“, so Lars Brandau, Geschäftsführer des DDV.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Apple: Der Zauber ist noch da

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Bildquelle: Pressefoto Apple

Apple hat die Zeichen der Zeit erkannt

Am 10. September präsentierte Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) das iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max. Am Freitag gingen sie in den Verkauf. Daneben gab es ein neues iPad und die 5. Generation der Apple Watch zu bewundern. Allein dies zeigt, dass Apple nicht mehr nur auf den Verkauf von Smartphones angewiesen ist. Die Ausweitung des Angebots war auch nötig. Schließlich ist der Smartphone-Markt gesättigt. Ein Smartphone ist nichts ungewöhnliches mehr. Stattdessen handelt es sich um einen Alltagsgegenstand, den inzwischen auch Menschen, die überhaupt nichts mit Technik am Hut haben, wie selbstverständlich nutzen.

Damit haben die Smartphones eine ähnliche Entwicklung wie PCs durchgemacht. Auch im Fall der Smartphones sind die Intervalle, in denen sich die Nutzer neue Modelle anschaffen, deutlich größer geworden. Apple hat dies in den vergangenen Jahren sehr geschadet. Schließlich sind die iPhones derart ausgereift, dass es sich für Apple-Fans einfach nicht lohnt, sich immer gleich das neueste Modell zuzulegen. Allerdings hat Apple frühzeitig auf diese Marktentwicklung reagiert. Dies wurde im Zuge der jüngsten Keynote ebenfalls deutlich.

Bedeutung des iPhones nimmt ab

Seit geraumer Zeit verzeichnet Apple im Geschäft mit seinen Dienstleistungsangeboten wie Musikstreaming starke Wachstumsraten. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Juni) erzielte Apple einen neuen Rekord-Umsatz im Bereich Services. Es konnte sogar konzernweit ein neuer Bestwert bei den Erlösen für ein Juni-Quartal erzielt werden. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 1 Prozent auf 53,8 Mrd. US-Dollar. Dabei hatte der Konzern im Geschäft mit Smartphones einen Umsatzrückgang um knapp 12 Prozent auf 26,0 Mrd. US-Dollar ausweisen müssen. Die anderen Bereiche konnten diese Schwäche beim iPhone-Verkauf auffangen.

So ist es auch zu erklären, dass Apple im Juni-Quartal einen wichtigen Meilenstein erreichen konnte. Erstmals seit 2012 waren die Smartphone-Umsätze für weniger als 50 Prozent der konzernweiten Umsatzerlöse verantwortlich. Apple ist bestrebt, diesen Anteil weiter nach unten zu fahren. Dies soll unter anderem mithilfe der Videospiele-Plattform Apple Arcade geschehen. Diese ist in dieser Woche an den Start gegangen. Mit Spielen wie „The Enchanted World“, „Patterned“ oder “Overland”. Nach einem kostenlosen Probemonat können Online-Spieler in Zukunft für 4,99 Euro in die entsprechenden Spielewelten eintauchen.

Starke Konkurrenz

Im Fokus steht auch der für den 1. November angedachte Start für den Streamingdienst Apple TV+. Gleich von Beginn an soll dieser in über 100 Ländern und Regionen verfügbar sein. Auch in diesem Fall werden 4,99 Euro pro Monat fällig, während das kostenlose Probeabo sieben Tage lang zu haben ist. Apple konnte bereits bei der erstmaligen Präsentation von Apple TV+ im Frühjahr dieses Jahres mit bekannten Filmemachern wie J.J. Abrams und Steven Spielberg sowie Hollywood-Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon aufwarten. Apple verspricht beeindruckende und inspirierende exklusiv produzierte Sendungen, Filme und Dokumentationen wie „The Morning Show“, „Dickinson“, „See“, „For All Mankind“ und „The Elephant Queen“.

Es bleibt jedoch die Frage, inwieweit Apple mit bereits lange Zeit am Markt etablierten Konkurrenten wie Netflix, Amazon oder Disney konkurrieren kann. Wenn es um Inhalte geht, dürfte in Zukunft insbesondere Disney mit Star Wars, Marvel oder seinen beliebten Zeichentrickfilmen schwer zu schlagen sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass Apple keine Chancen hätte. Zumal der Konzern mit dem Apfel im Logo mit einigen Trümpfen aufwarten kann. Konzernchef Tim Cook führt gerne die rund 1,4 Milliarden Menschen mit einem Apple-Gerät an. Sie sind potenzielle Nutzer von Apple-Dienstleistungsangeboten. Daher passt es auch, dass Apple in Zukunft Käufer eines iPhones, iPads, MacBooks oder Apple TVs gleich mit einer Apple TV+ Jahresmitgliedschaft ausstatten möchte.

China-Geschäft im Fokus

Auch wenn die Apple-Keynotes nicht mehr den Zauber früherer Tage versprühen, war die diesjährige Veranstaltung offenbar in der Lage, für einiges an neuem Anlegervertrauen zu sorgen. Die Apple-Aktie hat in den vergangenen Wochen einen beeindruckenden Anstieg hingelegt. Seit Anfang 2019 steht ein ebenso beeindruckendes Kursplus von mehr als 40 Prozent zu Buche. Auch deshalb konnte der Apple-Börsenwert zuletzt wieder die Marke von 1 Billion US-Dollar knacken. Bis zum Allzeithoch von 233,47 US-Dollar und einer Marktkapitalisierung von etwa 1,05 Billionen US-Dollar fehlen nur etwas mehr als 5 Prozent. Derzeit liefert sich Apple mit dem Softwareriesen Microsoft einen spannenden Kampf um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt.

Viele Marktteilnehmer befürchten jedoch, dass eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA, Apple ausbremsen könnte. Allerdings hat es Apple zuletzt trotz des Handelsstreits geschafft, in China für erfreuliche Nachrichten zu sorgen. Im Juni-Quartal waren die dortigen Umsatzerlöse lediglich um 4 Prozent auf 9,2 Mrd. US-Dollar rückläufig, nachdem die Erlöse zu Jahresbeginn noch um 22 Prozent eingebrochen waren. Das Geschäft hat sich nicht nur stabilisiert, vielmehr gewann Apple Marktanteile hinzu. Darüber hinaus fielen die jüngsten Medienberichte zu den Zahlen zu den Vorbestellungen für die neusten iPhones in China sehr ermutigend aus. Wie die E-Commerce-Plattform Fenqile gegenüber dem US-Wirtschaftssender CNBC berichtete, sei dabei vor allem das günstige Spitzenmodell iPhone 11 bei den chinesischen Smartphone-Fans beliebt.

Fazit

Während einige Marktteilnehmer immer noch befürchten, dass der chinesisch-amerikanische Handelsstreit zu einem großen Problem für Apple werden könnte, dürfte sich der Konzern über die jüngsten Entspannungssignale gefreut haben. Angesichts der riesigen Cash-Bestände dürften selbst Steuernachforderungen der EU kein großes Problem darstellen, genauso wenig wie mögliche Ermittlungen der US-Behörden wegen mutmaßlicher Wettbewerbsverstöße. Die US-Politik braucht Apple und die anderen US-Technologieriesen in voller Stärke im Handelskonflikt mit China, so dass sich mögliche Strafzahlungen in Grenzen halten dürften. Entsprechend wird man bei Apple viel Zeit und Mittel haben, sich um die Entwicklung neuer und wachstumsstarke Bereiche zu kümmern.

Apple Open End Turbo Bull
WKN CP7TYC
ISIN DE000CP7TYC9
Emissionstag 21. Mär. 2019
Produkttyp Open End Turbo
Emittent Citigroup

 

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Roche: 46 Prozent Gewinnpotenzial dank voller Pipeline

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Bildquelle: Pressefoto Roche

Die Roche-Aktie (WKN: 855167 / ISIN: CH0012032048) profitierte zuletzt von starken Umsätzen neuer Produkte beim schweizerischen Pharmakonzern. Eine volle Pipeline dürfte in Zukunft für weitere Erfolge sorgen. Auch aus Sicht der Point & Figure Charttechnik ist die Roche-Aktie derzeit kaufenswert.

Zusammenfassung:

– „Long“, im langfristigen Aufwärtstrend (1) durch Kaufsignal (2) durch Überschreiten Dreifach-Top bei 186 € . Bestätigende Kaufsignale (3)–(6)

– Kursziel  378 € (+46% Gewinn!)

Trend und Kursziele:

Trend: Long im Aufwärtstrend (1) durch Kaufsignal (2).

Kursziel: (vertikale Methode) 378 € (+46% Gewinnchance).

Gültigkeit: Kaufsignal gültig solange Kurse über 235 € (7). Trendbruch nach unten bei Unterschreiten der Hausse-Linie (1), aktuell bei Kursen unter 205 €.

Gültige Signale:

Kaufsignal durch Überschreiten Doppel-Top von 186 € (2). Bestätigende Kaufsignale bei Überschreiten 211 € (3), 225 € (4) sowie 247 € (5) und 255 € (6).

Stopps (Ausblick):

Stop-Loss: Kurse unter 235 € (7).

Trendbruch nach unten: Kurse unter 205 €.

Anleger, die von der Stärke von Roche überzeugt sind, können mit einem Long Mini Future (WKN: VF1BAR / ISIN: DE000VF1BAR7) gehebelt von Kurssteigerungen der Aktie des schweizerischen Pharma-Konzerns profitieren. Skeptiker haben mit dem Short Mini Future (WKN: VF7QKE / ISIN: DE000VF7QKE9) die Chance, auf sinkende Kurse zu setzen.

 

Ein Beitrag von Winfried Kronenberg

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

 

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Wochenrückblick KW38: DAX tritt auf der Stelle trotz Fed-Leitzinssenkung, Daimler, BMW & Co auf der IAA

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Bildquelle: markteinblicke.de

Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbankk Fed war keine Überraschung und sorgte an den Börsen für keine neuen Kaufimpulse. Dementsprechend trat der DAX in der abgeschlossenen Handelswoche weitestgehend auf der Stelle.

Deutschland

Laut einem Magazinbericht plant BMW (WKN: 519000 / ISIN: DE0005190003) massive Stellenstreichungen in Deutschland. Sorgt der geplante Stellenabbau bei der BMW-Aktie jetzt für eine nachhaltige Trendwende nach oben? Mehr dazu hier.

Nimmt man nur die IAA 2019 als Maßstab könnte man meinen, dass es Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) nicht ganz so ernst mit dem Thema Elektromobilität meint. Allerdings steht auch der DAX-Konzern bereit, um von dem Wandel in der Autoindustrie zu profitieren. Mehr dazu hier.

Die Dialog-Semiconductor-Aktie (WKN: 927200 / ISIN: GB0059822006) hat ein starkes Comeback hingelegt. Noch beeindruckender fällt die jüngste Kursperformance aus, wenn man an das schwierige Gesamtumfeld denkt, mit dem der Halbleiterwert klarkommen musste. Die Frage bleibt jedoch, ob es genauso dynamisch weitergehen kann. Mehr dazu hier.

Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) setzt voll auf die Elektromobilität. Es bleibt abzuwarten, ob dies zu diesem Zeitpunkt die richtige Strategie ist. Mehr dazu hier.

International

Die BYD-Aktie (WKN: A0M4W9 / ISIN: CNE100000296) befindet sich auf Erholungskurs, obwohl die Marktbedingungen für den chinesischen Elektroauto- und Batterienhersteller derzeit alles anders als einfach sind. Auf lange Sicht sieht man sich auf Unternehmensseite ohnehin sehr gut aufgestellt. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Unternehmensdaten bleibt die Nachrichtenlage dünn. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal 2019 ist beendet.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Einen tagesaktuellen Überblick über die wichtigsten Konjunkturdaten finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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DAX mit ruhigem Wochenausklang, für RWE und E.ON bricht eine neue Zeitrechnung an

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Nachdem die Woche infolge der Drohnenangriffe auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien und der Verwerfungen an den Rohölmärkten turbulent begonnen hatte, ging es vergleichsweise ruhig ins Wochenende.

Das war heute los. Am heutigen Freitag zeigte sich der DAX nur wenig bewegt. Dabei ging es einmal mehr darum, die am Mittwoch erfolgte Leitzinssenkung der Fed zu analysieren. Noch interessanter waren jedoch die Marktspekulationen, ob in naher Zukunft weitere Zinsschritte folgen könnten. Der Umstand, dass die Börsen wenig euphorisch auf die jüngsten Maßnahmen der US-Notenbank regierten spricht dafür, dass Anleger offenbar enttäuscht sind, dass die US-Notenbanker rund um ihren Chef Jerome Powell keine stärkeren Signale in Richtung weiterer Zinssenkungen ausgesendet haben.

Das waren die Tops & Flops. Im DAX konnte unter anderem RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) überzeugen. Die Aktie des Energiekonzerns kletterte zeitweise um knapp 3 Prozent in die Höhe. RWE kamen einige positive Analystenkommentare zugute. Außerdem meldete E.ON (WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999) bereits gestern den Erwerb der innogy-Anteile von RWE, nachdem die EU-Kommission einen Tag zuvor den Weg für den Deal freigemacht hatte.

Einen deutlich schlechteren Tag erwischte dagegen Infineon (WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004). Die Aktie des Münchner Halbleiterkonzern büßte zwischenzeitlich etwas mehr als 3,5 Prozent an Wert ein und setzte damit die schwache Entwicklung der vergangenen Tage fort.

Das steht in der kommenden Woche an. Noch immer machen sich hierzulande Rezessionsängste breit. Nicht nur wegen des Handelsstreits zwischen China und den USA, sondern auch angesichts eines drohenden No-Deal-Brexits. Aus diesem Grund wird der Blick auf einige europäische Konjunkturdaten sehr interessant. Am Montag geht es mit der Veröffentlichung der Euroland-Einkaufsmanagerindizes für den Monat September los. Am Dienstag steht die größte Volkswirtschaft des Kontinents im Fokus. Marktteilnehmer blicken auf das neueste ifo Geschäftsklima. Zum Ende der kommenden Woche stehen die neuesten US-Inflationsdaten und damit einmal auch die Fed im Mittelpunkt.

DAX Produkte für Montag.
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Dieser Beitrag ist eine Ausgabe des börsentäglichen Newsletters „Abend X-press – Das Beste zum Börsenschluss“. Er fasst die wichtigsten Fakten des Tages zusammen, nennt Tops & Flops und gibt einen kurzen Ausblick auf den nächsten Handelstag.
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Disclaimer: © Deutsche Bank AG 2019

Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung. Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Weitere, ausführlichere Angaben zu den Wertpapieren einschließlich der Risiken sind den jeweiligen Basisprospekten, nebst etwaiger Nachträge („Basisprospekte“) sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Anleger können die Basisprospekte nebst den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei der Deutsche Bank AG, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main (Deutschland) kostenlos in Papierform und deutscher Sprache erhalten und unter www.xmarkets.de herunterladen. Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

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CropEnergies: Nach starken Zahlen vor neuem Kaufsignal

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Bildquelle: Pressefoto Cropenergies

Im November 2018 fragten wir bei Plusvisionen, ob die CropEnergies-Aktie (WKN: A0LAUP / ISIN: DE000A0LAUP1) schon einen Einstieg wert sei für Value-Investoren. Damals zahlte die Börse für jeden Euro Unternehmenswert lediglich 78 Cent [siehe hier]. Damals plagten CropEngergies Überkapazitäten, miese Preise für Bioethanol oder ein Pausierendes Werk in Großbritannien, was zu der Notiz unter Eigenkapital führte.

Inzwischen aber hat sich die Branche gefangen und mit der Aktie ging es wieder deutlich nach oben [siehe auch hier]. Der Marktwert von CropEnergies liegt nun bei 541 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von 452 Millionen Euro. Die Börse nimmt hier somit keinen Abschlag mehr vor.

Gleichzeitig meldet CropEnergies ein gutes zweites Quartal (bis 31. August): Nach vorläufigen Zahlen erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 245 (Vorjahr: 201) Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls deutlich und erreichte 28,6 (Vorjahr: 9,6) Millionen Euro…

Auf www.plusvisionen.de geht es weiter…

SchummEin Beitrag von Thomas Schumm von Plusvisionen.de

Thomas Schumm ist Gründer und Herausgeber von Plusvisionen.de. Autor. Journalist. Früher auch: Reporter, Redakteur oder Chefredakteur. Seit 25 Jahren an der Börse. Bestimmt fast alles an der Börse gehandelt, was es so zu handeln gibt, jetzt aber ruhiger in dieser Hinsicht. Seit 20 Jahren publizistisch im Finanzbereich tätig. Begeistert von Wirtschaft und Börse.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Insider-Wissen nutzen

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Die so genannten Unternehmens-Insider sind per Gesetz dazu verpflichtet, den Kauf und Verkauf von Aktien der eigenen Gesellschaft den Aufsichtsbehörden zu melden. Anleger können diese wertvollen Informationen nutzen. Schließlich weiß das Management auch lange vor der Bekanntgabe von Geschäftszahlen, wie gut sich die Geschäfte entwickelt haben.

Anleger müssen dabei nicht jede Transaktion verfolgen. Das wäre sehr aufwendig. Eleganter ist ein Investment in das Solactive Insider Open End Index Zertifikat (WKN: DB6GWD / ISIN: DE000DB6GWD5) der Deutschen Bank. Im Solactive Insider Index sind diejenigen 15 deutschen Unternehmen zu finden, die im abgelaufenen Quartal das höchste Verhältnis von Insider-Käufen im Verhältnis zur Marktkapitalisierung aufwiesen.

Solactive Insider Open End Index Zertifikat
WKN DB6GWD
ISIN DE000DB6GWD5
Emissionstag 21. November 2006
Produkttyp Open End Index Zertifikat
Emittent Deutsche Bank

 

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Großer Erfolg für Netflix

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Bildquelle: Pressefoto Netflix

Das jüngste Geschäft, das alle 180 Folgen der Serie „Seinfeld“ umfasst, schloss Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) mit Sony Pictures Television ab, also dem Unternehmen, das alle Vertriebsrechte an der NBC-Serie besitzt. Dabei handelt es sich um einen 5-Jahres-Vertrag, der 2021 beginnen soll.

Seinfeld ist ein großer Gewinn für Netflix, da der US-Konzern in den kommenden Jahren große Teile seiner Inhalte verlieren wird, da immer mehr Medienunternehmen damit beginnen, ihre eigenen eigenständigen Streaming-Dienste auf den Markt zu bringen. Dabei droht insbesondere von Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060) mit dem Streaming-Dienst Disney+ ein Frontalangriff.

Auf dem Börsenparkett konnte sich Netflix nach dem kräftigen Abverkauf im Juli und August zuletzt stabilisieren. Die nächsten Kursziele liegen hier bei 385 US-Dollar (Mai-2019-Hoch) und bei 419 US-Dollar (2018er-Allzeithoch). Darüber ist der Weg charttechnisch frei.

Open-End-Turbo (Bull) auf Netflix
WKN GB0Q14
ISIN DE000GB0Q149
Emissionstag 16. August 2019
Produkttyp Open-End-Turbo (Bull)
Emittent Goldman Sachs

 

Bildquelle: Pressefoto Netflix

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