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Kleine Presseschau vom 28. Januar 2020

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Interessantes zum Marktumfeld und aus der Wirtschaft

Acemaxx-Analytics: Geldpolitik der EZB und Monopsony Power der Unternehmen

Bielmeiers Blog: Corona – von der Epidemie zur Pandemie

Capital: Der große Gold-Rausch

finanz-szene.de: Die fünf Corona-Risiken für die GuVs der deutschen Banken

Unternehmen, Aktien und Anlagen im Fokus

ARD-Börse: Münchener Rück zeigt Stärke

FAZ: Nicht nur das Coronavirus besorgt BASF

RND: VW und Verbraucherschützer erzielen doch noch Diesel-Vergleich

start-trading.de: Wirecard: Die Karten auf dem Tisch

The Motley Fool: Zalando-Aktie bricht trotz operativer Stärke im Geschäftsjahr 2019 stark ein! Doch warum?!

FAZ: Thyssen trennt sich von Aufzügen

boersengefluester.de: flatex: “Das ist jetzt eine klare einfache Story”

finews.ch: Swiss Life: Beratungsgeschäft sorgt für Dividendensegen

kapitalmarktexperten.de: Wirecard-Rivale Adyen enttäuscht Anleger mit Ergebnis

Die Presse: Erste Group: Mehr Gewinn, mehr Dividende

The Motley Fool: Tesla macht Party, als ob 1999 wäre – das geht nicht gut aus

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marktEINBLICKE um 12: Börsen im Panik-Modus, 7-Jahres-Tief bei der BASF-Aktie

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Die Börsen befinden sich weiterhin im Corona-Panik-Modus. Der DAX setzt am Freitagmittag um über 4 Prozent zurück und unterschreitet damit die wichtige 12.000er-Marke. Ein Ende der Talfahrt ist vorerst nicht in Sicht.

Die Lage an der Frankfurter Börse:

DAX -4,2% 11.847
MDAX -3,5% 25.277
TecDAX -4,2% 2.817
SDAX -3,8% 11.174
Euro Stoxx 50 -3,8% 3.323

 

Die Topwerte im DAX sind Continental (WKN: 543900 / ISIN:  DE0005439004), Beiersdorf (WKN: 520000 / ISIN: DE0005200000) und Henkel (WKN: 604843 / ISIN: DE0006048432). Im Fokus stand auch die Aktie von BASF (WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111). Zahlreiche Belastungsfaktoren trüben die Aussichten für BASF ein. Die Aktie markiert den tiefsten Stand seit 2012.

DAX long DAX short
WKN VF4998 VE5RQ5
Basispreis (Strike) 9.507,71 14249,48 Pkt.
Knock-out-Barriere 9.620,00 14130 Pkt.
Letzter Bewertungstag Open End Open End
Hebel 5,15 4,82
Kurs (28.02.20 11:20) 23,40 € 24,11 €

 

Ein Blick auf Devisen und Rohstoffe:

Der Eurokurs notierte am Freitagmittag im Plus. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,1039 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs letztmals am Donnerstagmittag auf 1,0964 US-Dollar festgesetzt – der US-Dollar kostete damit 0,9121 Euro.

Die Ölpreise tendierten am Freitagmittag abwärts. Zuletzt notierte WTI mit 45,18 US-Dollar je Barrel deutlich unter dem Niveau vom Donnerstag (-3,3%), der Preis für die Nordseesorte Brent gab um -2,8 Prozent auf 49,96 US-Dollar je Barrel nach. Der Goldpreis notierte unter dem Vortagesschlusskurs und lag bei 1.627,31 US-Dollar je Unze (-1,1 Prozent). Von der New Yorker Wall Street kommen heute schwache Vorgaben, da die Futures auf die wichtigsten Aktienindizes im Minus notieren.

Dow Jones Future -1,9% 25.078
NASDAQ100-Future -2,0% 8.212
S&P500-Future -1,8% 2.903

 

Einen kompakten Überblick über die wichtigsten Themen der Presse- und Bloglandschaft finden Sie in unserer Presseschau.

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Init trotzt dem Corona-Börsencrash

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Bildquelle: Pressefoto © INIT, Sven Lorenz

Als wir uns im Sommer 2019 zuletzt mit Init (WKN: 575980 / ISIN: DE0005759807) beschäftigten, hatten wir darüber berichtet, dass der Telematik-Spezialist Halbjahreszahlen vorlegt, die meilenweit über den Erwartungen des Managements lagen [hier klicken].Als Folge sprang die Init-Aktie prozentual zweistellig nach oben auf ein Niveau bei 17,50 Euro. Heute ist das Papier mit Kursen oberhalb von 22 Euro deutlich teurer, trotz Corona-Börsencrash.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: In den Folgewochen hatten die Karlsruher eine neue Jahresprognosen und auch andere gute Nachrichten veröffentlicht. In der Spitze kostete das Papier schon 24 Euro, ehe das Coronavirus kam. Doch die Karlsruher halten tapfer dagegen: Sie meldeten wieder einmal einen neuen Großauftrag: Die Metro-Gesellschaft der amerikanischen Stadt Housten in Texas will Init mit den Aufbaue eines ID basierten Fahrgeldmanagementsystems beauftragen.

Etwas Geduld ist aber noch gefragt, denn der Init-Vorstand geht davon aus, dass der finale Vertrag erst im zweiten Quartal unterschrieben wird. Fest steht dafür aber schon das Volumen des Auftrags: Es liegt „bei deutlich mehr als 30 Millionen Dollar“, so der Wortlaut in der Ad-hoc-Meldung…

Auf www.plusvisionen.de geht es weiter…

RaumEin Beitrag von Wolfgang Raum von Plusvisionen.de

Wolfgang Raum ist bereits seit mehr als 25 Jahren im Kapitalmarkt-Journalismus tätig, derzeit als freier Wirtschafts- und Börsenjournalist für einige Börsenbriefe und Banken-Newsletter, aber auch als Blogger. Von 2005 bis Sommer 2014 arbeitete er als Chefredakteur für das ZertifikateJournal. Zuvor verantwortete er mehr als fünf Jahre den renommierten Börsenbrief des Anlegermagazins CAPITAL, die CAPITAL Depesche. Der Derivate-Experte, zugleich Fan von Nebenwerten und Emerging Markets, ist zudem ein gern gesehener Experte bei Fernseh- und Radio-Interviews.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Was ist aus LNG geworden?

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Bildquelle: Chevron Australia Pty Ltd

Die Finanzkrise hat der zwischenzeitlichen Goldgräberstimmung rund um LNG (Flüssiggas) einen herben Dämpfer versetzt. Politische Risiken, die Suche nach Versorgungssicherheit, der wachsende Energiehunger auf unserem Globus und selbst der Umweltschutz könnten LNG zu einem Comeback verhelfen.

Wichtige Erdgasimporte

Auch wenn die Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren einen enormen Aufstieg hingelegt haben, wird die Menschheit noch eine ganze Weile auf fossile Energieträger angewiesen sein. Erdgas wird häufig im Vergleich zu Kohle oder Öl noch die geringste Klimafeindlichkeit nachgesagt. Ein Grund, warum die Bundesregierung Erdgas als einen wichtigen Baustein bei der Energiewende sieht. Schon heute kommt Erdgas im deutschen Energiemix laut Statistiken der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf einen Marktanteil von knapp 25 Prozent. Es wird erwartet, dass dieser Anteil wachsen wird. Die Zukunft soll langfristig den Erneuerbaren Energien gehören, mittelfristig könnte jedoch Erdgas Trumpf sein. Dies bedeutet, dass der Erdgasimport in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird.

Im Jahr 2017 wurden lediglich etwas mehr als 7 Prozent der landesweit verbrauchten Erdgasmenge durch die heimische Förderung gedeckt. Vielmehr sinkt die Inlandsförderung seit 2004. Bisher wird der Import ausschließlich über Pipelines organisiert. Die wichtigsten Erdgaslieferanten sind Russland, Norwegen und die Niederlande. Für rund 50 Prozent dieser Importe ist Russland verantwortlich. Auch wenn es in Sachen Versorgungssicherheit in der Vergangenheit keine Probleme gab, bleibt das Thema Gasimporte politisch aufgeladen. Seit der Krim-Annexion Russlands im März 2014 und des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine hat das Thema zusätzliche Bedeutung erlangt. Zumal nicht nur die russischen Gasimporte politisch aufgeladen sind. Fracking hat in den USA in den vergangenen Jahren für einen regelrechten Boom am Energiemarkt gesorgt. Mit entsprechenden Folgen.

Politisch hochbrisant

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in den Boden gepresst. Auf diese Weise sollen Gesteinsschichten aufgelockert werden, um das darin befindliche Öl oder Gas besser fördern zu können. Hierzulande wird über diese Bohrmethode kontrovers diskutiert, in den USA ist man dagegen deutlich weniger zimperlich. Dank des Produktionsanstiegs will das Land zu einem großen Gasexporteur werden. Diese Exporte sollen vornehmlich nach Europa fließen. Die US-Regierung würde es lieber sehen, wenn Deutschland US-Frackinggas importieren würde, an Stelle von russischem Pipeline-Gas. Im Mittelpunkt des Streits steht das Pipeline-Projekt Nordstream 2. Ein Frackinggasimport aus den USA wäre jedoch nur in Form von LNG (engl. Liquefied natural gas) möglich. Allerdings hat Deutschland noch kein Flüssiggasterminal. Dies soll sich bald ändern. Die aktuelle Bundesregierung hat sich die Themen Versorgungssicherheit und den Wettbewerb ganz groß auf die Fahnen geschrieben.

Deutschland will nicht nur Flüssiggas importieren, sondern zu einem zentralen Umschlagplatz in Europa für verflüssigtes Erdgas werden. So steht es im Koalitionsvertrag. Benötigt werden unter anderem LNG-Importterminals, Gasspeicher, Pipelines und LNG-Tanklastwagen. Nicht nur in Deutschland wird das Thema Flüssiggas derzeit heiß diskutiert. Das weltweite Wirtschaftswachstum sorgt für einen zunehmenden Energiehunger. Diesen soll auch Erdgas decken. LNG wird dabei großes Potenzial beigemessen. Allerdings ist dies nicht erst seit gestern der Fall. Vor der Finanzkrise 2008 hatte das Thema bereits Hochkonjunktur. Unternehmen, die sich mit LNG-Schiffen oder deren Betrieb, der Verflüssigung und der Vermarktung des Erdgases beschäftigten, wurden große Chancen eingeräumt. Zu der Goldgräberstimmung hatte auch der Umstand beigetragen, dass hohe Ölpreise die Erdgasnotierungen aufgrund der vorhandenen Preisbindung in die Höhe getrieben hatten. Die Finanzkrise beendete diese Goldgräberstimmung jedoch. Inzwischen ist das Thema LNG wieder aktuell.

LNG feiert ein Comeback

Der britisch-niederländische Öl- und Gasriesen Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M / ISIN: GB00B03MLX29) rechnet laut einer Studie mit einem weltweit steigenden LNG-Angebot. Als Treiber sieht der Konzern unter anderem die Anstrengungen Chinas, die Luftqualität in Ballungsräumen mithilfe des Umstiegs von Kohle auf Erdgas zu verbessern. Insgesamt habe der LNG-Handel seit dem Jahr 2000 von 100 Millionen Tonnen auf 319 Millionen Tonnen im Jahr 2018 zugelegt. Auch beim Branchenkonkurrenten BP (WKN: 850517 / ISIN: GB0007980591) sieht man deutliches Wachstum für den LNG-Markt. 2040 soll Flüssiggas mehr als 15 Prozent des gesamten Erdgasmarktes abdecken. Angesichts solcher Prognosen ist es wenig verwunderlich, dass sich Unternehmen weltweit große Wachstumschancen im Bereich LNG versprechen und bereits einige wichtige Meilensteine erzielen konnten.

Ende 2018 ging mit der „AIDA Nova“ das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Flüssiggas betrieben wird, in den Dienst. Das britisch-amerikanische Kreuzfahrtunternehmen Carnival (WKN: 120071 / ISIN: GB0031215220), zu dem die Marke AIDA Cruises gehört, hat außerdem eine Reihe weiterer LNG-betriebener Kreuzfahrtschiffe bestellt. Anfang 2018 hatte die südkoreanische Hyundai Mipo Dockyard Werft den ersten LNG-betriebenen Massengutfrachter (Bulker) ausgeliefert. Das Thema ist natürlich nicht nur im Schifffahrtsbereich aktuell. Im Herbst 2018 brachte Royal Dutch Shell die erste deutsche LNG-Tankstelle für Lkw in Hamburg an den Start. Damit nimmt das Unternehmen den Aufbau einer LNG-Infrastruktur für den Schwerlast-Verkehr in Deutschland in Angriff.

Shell-Konkurrent BP hat im Frühjahr 2019 sechs LNG-Tanker in Empfang genommen. Hierzulande hat sich RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) bereits frühzeitig mit einem Vertrag mit der German LNG Terminal GmbH, dem Joint Venture hinter dem geplanten ersten deutschen LNG-Terminal in Brunsbüttel, ein beträchtliches LNG-Kapazitätsvolumen gesichert. Interessant ist auch der Blick auf das US-Unternehmen Air Products. Dieses konnte sich in den vergangenen Jahren an die Spitze für LNG-Technologie und -Ausrüstung aufschwingen. Air Products bietet Technologie und Ausrüstung aller Größen für LNG-Verflüssigungsanlagen einschließlich Dienstleistungen zum erfolgreichen Planen, Bauen und Betreiben einer Gasanlage an.



Das LNG-Schiff

Kreuzfahrten gehören zu den schönsten Dingen im Leben. Gemeinhin wird der Branche aber nachgesagt, dass Kreuzfahrtschiffe Umweltsünder sind und es nur wenige Ausnahmen gibt. Deutsche Kunden gehen neuerdings mit einem LNG-Schiff auf Reisen.

Kreuzfahrten boomen, die Deutschen fahren voll darauf ab. Inzwischen sind sie auch im Bereich LNG vertreten. Das Kreuzfahrtschiff AIDAnova wurde im vergangenen Dezember in Dienst gestellt und ist mit modernster Technik für umweltschonenderes Reisen ausgestattet. Es ist zugleich das bisher größte Kreuzfahrtschiff, das in Deutschland gebaut wurde. 337 Meter lang, 65 Meter hoch und 42 Meter breit – Platz genug für fast 6.000 Passagiere, die in mehr als 2.600 Kabinen Platz finden. Vier leistungsstarke und effiziente Motoren der Firma Caterpillar bilden das Herzstück des Antriebssystems. Der Vorrat der drei LNG-Gastanks der AIDAnova soll für eine 14-tägige Kreuzfahrt reichen, das Schiff braucht keine Landstromversorgung.

Fairerweise muss man jedoch berichten, dass die AIDAnova auch mit „Backup“ fährt. Denn das Schiff hat auch einen Diesel stets mit an Bord – aber nur als Reserve, wenn es zu einem Ausfall des LNG-Systems kommen könnte und: Der Diesel wird zum Starten der vier LNG-Motoren benötigt. Zu den Motoren:

Diese werden mit LNG versorgt. Das Erdgas wird in drei Tanks bei minus 162 °C gelagert. Vor der Verflüssigung wird es in mehreren Stufen gesäubert. Dadurch verringert AIDA Cruises die Emission von CO2 um 20 Prozent, Stickoxide um 80 Prozent und den Ausstoß von Rußpartikeln und Schwefeloxiden sogar um 100 Prozent. Zusammen mit weiteren Systemen wie Wärmerückgewinnung und intelligentem Energiemanagement reduziert man so weiter den ökologischen Fußabdruck. Der richtige Schritt in Richtung emissionsfreie Kreuzfahrt ist gemacht.

In den Jahren 2021 und 2023 werden zwei weitere Schiffe dieser neuen AIDA Generation die Flotte von AIDA Cruises verstärken und weitere sechs neue LNG-Schiffe für andere Töchter der Carnival-Gruppe sind geplant. In Deutschland werden in weniger  als fünf Jahren mehr als die Hälfte aller AIDA-Gäste an Bord von Schiffen reisen, die entweder ganz oder teilweise mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben werden können.



FAZIT

Schon einmal hatten Anleger die Chancen mit LNG-bezogenen Investments überschätzt. Die Finanzkrise und übertriebene Erwartungen machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Derzeit wird das Thema wieder interessanter. Allerdings handelt sich bei den betrachteten Unternehmen häufig um Rohstoff- und Energieriesen, deren Geschäft den Schwankungen der Weltmarktpreise für Rohöl oder Erdgas unterworfen ist. Außerdem sind sie häufig in politisch instabile Gegenden dieser Welt aktiv. Trotzdem haben sie sich in der Vergangenheit einen Ruf als solide Dividendenwerte erworben, die Anlegern auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten attraktive Ausschüttungen anbieten. Diese können Anlegern als Puffer dienen, falls es mit dem erhofften Wachstum im Bereich LNG und den Kurssteigerungen doch nichts werden sollte.

Bildquelle: Chevron Australia Pty Ltd

Was ist eigentlich aus Ölsand geworden?

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Bildquelle: Pixabay / Pexels

Die Ölsandförderung steht seit langem in der Kritik von Umweltschützern, ist aber auf der anderen Seite von herausragender Bedeutung bei der Erdölgewinnung. Für Anleger ist dieser Milliardenmarkt über die Aktien der entsprechenden Förderunternehmen investierbar. Zwei der Big Player in diesem Bereich kommen aus Kanada.

Die meisten Menschen denken bei Erdöl zuerst an den flüssigen Rohstoff unter der Erde. Doch Erdöl lagert in vielen Regionen weltweit nicht in seiner reinen Form, sondern als Sandgemisch im Boden und kann dort, vergleichbar beispielsweise mit Braunkohle, in einem Tagebau gefördert werden. Die sogenannten Ölsande setzten sich aus Quartz, Mineralkörnern, Erdöl und Wasser zusammen. Je nachdem wie stark das Erdöl enthalten ist, kann dabei zwischen Schweröl, in dem das Öl noch relativ flüssig ist, und Naturbitumen unterschieden werden, das eine zähflüssige oder sogar feste Struktur aufweist.

Negative Auswirkungen auf die Umwelt

Die Ölsandvorkommen haben den großen Vorteil, dass sie in einer geringen Tiefe von häufig nur bis zu 100 Metern unter der Erde vorkommen und deshalb vergleichsweise einfach abgebaut werden können. Auf der anderen Seite gibt es den großen Nachteil des immensen Wasserverbrauchs und der hohe Energiebedarf, der benötigt wird, um daraus Dampf zu erzeugen. Auch die Entsorgung des stark belasteten Wassers ist einer der Kritikpunkte, der von den Gegnern der Ölsandförderung angeführt wird. Denn die Förderung kann unterirdische Schäden für die Umwelt verursachen. Natürlich wird auch die Natur zum Beispiel in Form von Waldrodungen zerstört, die nach dem Ölsandabbau nur schwer oder gar nicht zurückgewonnen werden kann. Hinzu kommt, dass bei der Förderung auch große Mengen an Treibhausgasen entstehen, die in die Atmosphäre freigesetzt werden. Kanadische Forscher berichteten im Jahr 2016 im Fachblatt „Nature“, dass bei der Verarbeitung der Sande zu Öl enorme Mengen sogenannter Sekundärer Organischer Aerosole (SOA) freigesetzt werden. Diese Partikel sind in Feinstaub enthalten und wirken sich negativ auf die Luftqualität aus. Auch Auswirkungen auf die Temperatur der Atmosphäre werden vermutet, da manche SOAs Sonnenlicht absorbieren.

Hohe Feinstaubbelastung

Weltweit werden die Ölsandvorkommen auf über 9 Billionen Barrel geschätzt, insbesondere in Kanada werden die auch als Teersande bezeichneten Rohstoffe seit Jahrzehnten gefördert. Ein Forscherteam von der Umweltforschungsabteilung der kanadischen Regierung überflog vor wenigen Jahren eine Ölsand-Lagerstätte in der Provinz Alberta mehrfach mit einem Spezialflugzeug und maß dabei sehr hohe Feinstaubwerte. Wie die Wissenschaftler im Magazin Nature berichteten, setzte die Mine jeden Tag zwischen 45 und 84 Tonnen der Sekundären Aerosole frei. Dementsprechend sei die Ölsandförderung eine der größten Quellen für diese Emissionsart in Nordamerika. Den Umweltforschern zufolge setzte die beobachtete Lagerstätte vergleichbare Mengen SOA frei wie Mexiko City oder andere Millionenstädte.

Enorme Ölsandvorkommen in Kanada

Trotz der negativen Auswirkungen auf die Umwelt sind die Ölsande bei der Rohölgewinnung nicht mehr wegzudenken. Allein in Kanada wurden die Ölsand-Reserven im vergangenen Jahr 2019 auf 165 Milliarden Barrel geschätzt, was einem Anteil von 96 Prozent an den gesamten Ölreserven (170 Mrd. Barrel) des Landes entsprach. Damit verfügt Kanada über die drittgrößten Ölreserven der Welt und ist einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Dabei dürfte Kanada die Marktmacht im Ölsandbereich weiter ausbauen. Erst im Sommer 2019 genehmigte das Kabinett die Erweiterung der umstrittenen „Trans Mountain Pipeline“, die Bitumenöl aus den Ölsandfeldern Albertas an die Pazifikküste bringen soll. Nach dem Bekenntnis von Kanadas Premier Justin Trudeau, dass der Rohstoff- und Energiesektor sowie die Pipelines von „nationalem Interesse“ seien, rücken auch die Aktien der großen Öl(Sand)konzerne wieder verstärkt in den Fokus der Anleger. Dazu zählt Canadian Natural Resources.

Canadian Natural Resources: Zurück in der Gewinnspur

Canadian Natural Resources (WKN: 865114 / ISIN: CA1363851017) ist einer der größten unabhängigen Rohöl- und Erdgasproduzenten der Welt. Die größten Fördergebiete befinden sich in den USA, in der Nordsee und vor der Westküste Afrikas. Der Konzern ist zudem im Bereich Ölsand-Bohrungen aktiv. Der scharfe Einbruch des Rohölpreises zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 schlug sich damals auch in den Geschäftszahlen von Canadian Natural Resources nieder. So brach der Umsatz von 18,9 Mrd. Kanadischen Dollar im Jahr 2014 auf 10,5 Mrd. Kanadische Dollar im Jahr 2016 ein. Seitdem zogen die Umsatzerlöse aber wieder an.

Suncor Energy: Die Umsätze ziehen wieder an

Zu den Big Playern bei der Ölsand-Förderung zählt auch Suncor Energy (WKN: A0NJU2 / ISIN: CA8672241079). Das 1917 in Montreal gegründete Unternehmen fördert Erdöl unter anderem im Gebiet der Athabasca-Ölsande in Alberta und baute seine Marktstellung 2016 durch die Übernahme des Konzerns Canadian Oil Sands für 4,9 Mrd. Kanadische Dollar aus. Auch bei Suncor Energy zogen die Umsätze in den vergangenen Jahren wieder an.

Fazit

Aus Umweltschutzsicht bleibt die Ölsandgewinnung ein heißes Eisen. Aus Anlegersicht kann sich ein Blick auf die Aktien der großen Ölsand-Förderunternehmen aber durchaus lohnen.

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Corona-Virus als Lehman-Effekt 2.0?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die Corona-Epidemie steht an der Schwelle zur Pandemie. Die unerwartet rasche Ausbreitung setzt der Weltwirtschaft schon rein technisch zu. In unserer globalen Welt führen Lieferengpässe in industriell bedeutenden Ländern wie China schnell zu weltweiten Produktionsausfällen. Eindämmungsmaßnahmen gegen das Virus werden diese Reibungsverluste noch verstärken. Ohnehin sorgt die Unkalkulierbarkeit der Virusentwicklung für Unsicherheit, die Gift für Unternehmensinvestitionen, Konsum und nicht zuletzt den Aktienmarkt ist. Die Wirkung der Geldpolitik ist aufgrund ihrer bereits sehr üppigen Ausrichtung abseits neuer revolutionärer Maßnahmen begrenzt. Deutlich mehr Einfluss haben die Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Legt das Corona-Virus die Weltwirtschaft lahm?

Die Corona-Epidemie grassiert nun auch in Europa und Deutschland. Der Virus-Ausbruch in der Industrie-Hochburg Norditalien, die rund ein Drittel der italienischen Wirtschaftsleistung umfasst, wird Italien tief in die Rezession stürzen.

Ein unkontrollierter Virusbefall in den USA würde die weltweite Konjunktursituation weiter dramatisieren. Immerhin hat das amerikanische Center for Disease Control and Prevention bereits eine klare Warnung ausgesprochen: „Es geht nicht darum, ob dies passieren wird, sondern wann dies passieren wird und wie viele Menschen in diesem Land schwer erkranken werden“. Ein im Wahljahr besonders fürsorglich auftretender US-Präsident könnte sogar auf die Idee kommen, die komplette Grenzschließung in den USA mit allen (welt-)wirtschaftlichen Folgeschäden anzuordnen.

Das angeschlagene Immunsystem der deutschen Wirtschaft

China stemmt sich mit einer umfangreich proaktiven Fiskal- und Geldpolitik gegen eine Entgleisung seiner Wirtschaftsziele. So hat Peking in einigen Provinzen Chinas die Quarantänemaßnahmen und die Bestimmungen zum Wiederanfahren der Fabriken gelockert sowie die Strompreise für Industrieunternehmen gesenkt.

Der dramatische Stimmungseinbruch bei chinesischen Unternehmen aus der zweiten Reihe, die für rund 70 Prozent der Umsätze in China stehen, konnte dennoch nicht gestoppt werden. Das von Standard Chartered ermittelte Wirtschaftsvertrauen ist von 54,9 auf 40,5 eingebrochen und liegt damit deutlich im rezessiven Bereich.

Diese weltwirtschaftlichen Molltöne werden sich in den nächsten Stimmungsumfragen für die exportsensitive deutsche Wirtschaft manifestieren und die aktuelle Stabilisierung der ifo Geschäftserwartungen zur Makulatur machen.

Vor diesem Hintergrund ist es nur eine Frage der Zeit, bis dem zuletzt intakten Aufwärtstrend bei den Gewinnerwartungen deutscher Unternehmen die Puste ausgeht. Insbesondere deutsche „Weltkonjunktur-Firmen“ befinden sich auf keiner Insel der Glückseligkeit.

Immerhin will die Bundesregierung nun die Schuldenbremse vorübergehend aussetzen und ebnet damit den Weg für Konjunkturmaßnahmen. Steuersenkungen und Konsumanreize ähnlich der früheren Abwrackprämie sind zu erwarten. Den berühmt-berüchtigten Multiplikatoreffekten, die volkswirtschaftlich aus einer Mücke schnell einen Elefanten machen können, soll frühzeitig entgegengewirkt werden. Im Übrigen kommt es zu einer deutlich flexibleren Auslegung der europäischen Neuverschuldungskriterien, um die zu erwartende Eintrübung der Industrie- und Dienstleistungsstimmung abzufedern.

Die Rolle der Geldpolitik

Auch die Notenbanken werden eingreifen. China und Amerika haben noch Zinssenkungspotenzial. Die Finanzmärkte preisen bereits drei US-Zinssenkungen im laufenden Jahr ein.

Die EZB ist schon bei null und beim Einlagenzins sogar im Negativbereich. Ihr Zinspulver ist weitgehend verschossen. Doch ist es wirklich ausgeschlossen, dass die EZB, wenn nötig, dem Beispiel Hongkongs folgt und staatliche Konsumgutscheine finanziert, die z.B. binnen Monatsfrist ausgegeben werden müssen, damit sie nicht verfallen? Die Erfahrungen aus der Immobilien- und Finanzkrise zeigen, dass, wenn es hart auf hart kommt, (geld-)politisch alles möglich ist.

Marktlage – Die Aktienmärkte sind infiziert

Die Angst vor einer globalen Corona-Pandemie mit dramatischen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur hat die Finanzmärkte fest im Griff. Klassische Automatismen zur Risikovermeidung schicken konjunkturzyklische Industriemetalle und Öl auf Tal- sowie Gold auf Bergfahrt.

Auch die Zinspapiere zeigen das in Krisensituationen übliche Bild. Vor allem die Renditen von Staatsanleihen befinden sich weltweit auf Allzeittief. Sollten Unternehmensanleihen wegen höherer Konjunktur- und damit Bonitätsrisiken Schaden in Form von Risikoaufschlägen nehmen, wird die EZB ebenso eingreifen wie bei italienischen Staatstiteln, wenn das Land eine erhöhte Schuldenaufnahme zur Konjunkturstabilisierung nicht stemmen kann.

An den Aktienmärkten schlägt sich der sprunghafte Anstieg des Risikos in der höchsten Volatilität im deutschen Leitindex seit dem Ausverkauf Anfang 2018 nieder und sorgt zunächst für große Anlegerzurückhaltung.

Konjunkturzyklische Auto-, Industrie- und Konsumwerte werden angesichts des Nachfrageeinbruchs gemieden. Pharma-Unternehmen bekommen die Lieferengpässe für Medikamente aus Asien zu spüren, halten sich aufgrund zu erwartender Preisanhebungen jedoch vergleichsweise stabil. Die Korrektur bei Banken spiegelt die Angst vor unkalkulierbaren Kreditausfällen wieder. Glimpflicher verläuft die Entwicklung der Versorgerbranche.

Offiziellen Zahlen zufolge hat die Corona-Epidemie in China ihren Höhepunkt erreicht. Davon geht auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Es gäbe kaum noch Neuinfektionen. Allerdings wird der KP in Peking eine massive Beschönigung der Lage unterstellt.

Die verstärkte Kooperation großer Pharma-Konzerne mit Biotech-Unternehmen nährt zwar die Hoffnung auf einen Impfstoff. Das Robert Koch Institut rechnet in diesem Jahr aber nicht mehr damit. Allerdings wurde in den USA eine erste Charge eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus an offizielle Prüfstellen versendet, dessen Wirksamkeit nun geprüft wird. Klinische Studien sollen zwar erst Ende April beginnen. Bei positivem Testverlauf ist jedoch mit einer beschleunigten Zulassung und Produktion zu rechnen.

Diesbezüglich positive Nachrichten können die Aktienmärkte stabilisieren. Dann werden der Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung Vorrang gegenüber den noch schlechten Wirtschaftsfakten eingeräumt. Da sind wir allerdings noch nicht.

Den vorerst hohen Kursschwankungsbreiten lässt sich langfristig mit langlaufenden regelmäßigen Aktiensparplänen begegnen. Mit Blick auf die viralen Unabwägbarkeiten sollte zunächst die gefallenen Kurse nicht zum sofortigen Einstieg genutzt werden. Doch sollten Langfristanleger auch nicht in Panik verfallen und abseits teilweiser Gewinnmitnahmen großflächig verkaufen. Auf den unsicheren Markt kann man auch mit Teilschutzprodukten wie Discount- oder Bonuspapieren reagieren.

Sentiment und Charttechnik DAX – Risikovermeidung ist das Gebot der Stunde

Aus Sentimentsicht hat die markante Korrektur angesichts zuvor ausgeprägter Spekulationen auf eine Fortsetzung der Rallye viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Panische Gewinnmitnahmen auf bis dahin erzielte Buchgewinne drohen sich zur schärfsten Verkaufslawine seit der Finanzkrise 2008 auszuwachsen. Der Macro Risk Index der Citigroup signalisiert mit einem Wert von 0,67 nach zuvor 0,24 – Werte größer als 0,5 signalisieren zunehmende Risikoabneigung, Werte kleiner als 0,5 Risikofreude – einen klar negativen Stimmungsumschwung der Anleger.

Anleger werden zunächst nicht in das fallende Messer greifen und die weitere Entwicklung abwarten. Wenn die Märkte ihren Boden gefunden und alle zittrigen Hände den Markt verlassen haben, werden sie die deutlichen Kursabschläge zu weiteren Aktien-Engagements nutzen.

Das wird allerdings erst dann passieren, wenn der Schwall negativer Nachrichten abebbt und positive erscheinen.

Wie weit geht die Korrektur?

Charttechnisch liegt beim DAX auf der Unterseite eine erste Haltelinie bei 11.845 Punkten, gefolgt von einer weiteren bei 11.266. Bei Unterschreitung folgen weitere Unterstützungen bei 11.009 sowie 10.279. Im Falle einer Gegenbewegung nach oben liegt der erste Widerstand bei 12.408. Kann dieser durchbrochen werden, folgen weitere Barrieren an der 200-Tage-Linie bei aktuell 12.641 sowie bei 12.656 Punkten.

Der Wochenausblick für die KW 10 – Corona dominiert alles

In Asien kommen die wirtschaftlichen Bremsspuren des Corona-Virus sowohl in Chinas offiziellen als auch den von der Nachrichtenagentur Caixin veröffentlichten Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende und Dienstleistungsgewerbe klar zum Ausdruck. Japan bewegt sich laut Einkaufsmanagerindex weiter ungebremst in die Rezession.

In den USA verliert die Wirtschaft laut ISM Indices für Industrie und Dienstleistungen sowie rückläufigen Industrieaufträgen ebenfalls an Dynamik. Die Fed hat diese Abwärtsrisiken laut Konjunkturbericht (Beige Book) fest im Blick. Die monatlichen Daten vom US-Arbeitsmarktbericht lassen hier noch keine Reibungsverluste erkennen.

In der Eurozone hält die schwache Inflation gemäß Erstschätzungen auch im Februar an. In Deutschland setzt die Industrie laut Auftragseingängen ihre Schwäche fort.

RobertHalverEin Beitrag von Robert Halver.

Robert Halver ist Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Das Haus mit Sitz in Unterschleißheim bei München ist eine der führenden Investmentbanken in Deutschland und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Halver beschäftigt sich seit 1990 mit Wertpapieren und Anlagestrategien.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG: https://www.roberthalver.de/Newsletter-Disclaimer-725.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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BASF: Warum es für die Aktie noch weiter nach unten gehen dürfte

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Bildquelle: Pressefoto BASF SE

BASF (WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111) steht an der Börse weiterhin unter kräftigem Verkaufsdruck. Die Aktie setzt am Freitagvormittag zwischenzeitlich um weitere 1,6 Prozent zurück und notiert damit jetzt so niedrig wie zuletzt im Jahr 2012.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern wird derzeit durch ein ganzes Bündel von negativen Faktoren belastet. Neben der schwachen Autoindustrie und den Handelskonflikten ist jetzt auch noch der Coronoavirus hinzugekommen, der das Wachstum laut BASF am Jahresanfang vor allem in China erheblich bremst.

Vorstandschef Martin Brudermüller erwartet, dass sich die negativen Effekte der Epidemie vor allem im ersten Halbjahr deutlich auswirken werden. Die Folgen könnten im Jahresverlauf nicht vollständig ausgeglichen werden.

Konflikte bleiben eine Belastung
Brudermüller rechnet damit, dass sich auch die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern nicht weiter entspannen. Die Produktion in der Autoindustrie – der wichtigsten Kundengruppe von BASF – dürfte weiter zurückgehen. Entsprechend unsicher ist der Ausblick für das Ergebnis, das 2020 steigen, aber auch fallen könnte. BASF prognostiziert einen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) zwischen 4,2 und 4,8 Mrd. Euro.

Niedrigstes Wachstum seit der Finanzkrise
Im zurückliegenden Jahr war dieses wegen der schwachen Autokonjunktur und den Handelskonflikten um 28 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro eingebrochen. Der Umsatz soll dieses Jahr auf 60 bis 63 (2019: 59,3) Mrd. Euro steigen. Für die weltweite Chemieproduktion rechnet der Konzern mit dem niedrigsten Wachstum seit der Finanzkrise.

Stellenabbau
Das Sparprogramm geht zügig voran. Im laufenden Jahr wird dadurch ein Beitrag zum Betriebsgewinn (EBITDA) von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro erwartet statt wie bisher von 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro. Es wird damit gerechnet, dass der bis Ende 2021 angekündigte Abbau von weltweit 6.000 Stellen schon Ende dieses Jahres erreicht wird. 2019 wurden bereits 3.100 Stellen abgebaut.

Starke Agrarsparte
Sehr erfolgreich entwickelte sich bei BASF in letzter Zeit insbesondere in der Agrarsparte, die das Unternehmen durch die Übernahme von Geschäften von Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017) ausgebaut hatte. Diese Sparte konnte das Ergebnis mehr als vervierfachen und steuerte im vierten Quartal den größten Ergebnisanteil bei. BASF erzielte dadurch zum Jahresende einen überraschend hohen Ergebnisanstieg von gut 23 Prozent auf 765 Mio. Euro. Branchenexperten hatten im Schnitt nur 655 Millionen erwartet. Der Umsatz sank auf der anderen Seite wegen niedriger Preise und eines rückläufigen Absatzes um zwei Prozent auf 14,7 Milliarden Euro.

Kräftige Kursverluste
Die Krise bei BASF spiegelt sich auch in der Kurshistorie der Aktie wider. Seit dem Zwischenhoch vom November 2019 bei 72 Euro ging es für die Notierungen um 23 Prozent nach unten (aktuell: 54,21 Euro). Das nächste Korrekturziel ist hier die runde 50-Euro-Marke.

Klare Verkaufsempfehlung
Ein neues Kaufsignal würde es erst wieder geben, wenn die Rückeroberung der 200-Tage-Linie (63,50 Euro) gelingt. Nächstes Kursziel wäre dann das Top vom November 2019 bei 72 Euro. Vorerst bleibt die Aktie aber eine klare Verkaufsempfehlung.

Anleger, die auf den Abwärtstrend der BASF-Aktie setzten und sogar überproportional von fallenden Kursen des DAX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MC5XP7 / ISIN: DE000MC5XP70) auf der Short-Seite an. Wer dagegen an einen Turnaround der Aktie glaubt, kann sich entsprechende Long-Produkte anschauen (WKN: MF7B4L / ISIN: DE000MF7B4L9).

Bildquelle: Pressefoto BASF SE

Bayer: Coronavirus als Stimmungskiller

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Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Wie fragil die global vernetzte Weltwirtschaft ist bekommen wir dieser Tage durch den Coronavirus eindrücklich vor Augen geführt. Das gilt ganz besonders für eine Exportnation wie Deutschland.

Die Chinesen kaufen plötzlich keine (deutschen) Autos mehr, Lieferketten reißen, weil in der Volksrepublik nur noch wenig oder gar nichts produziert wird. Produktionen geraten ins Stocken. Das Pikante: es ist ein Angebots- und Nachfrage-Schock. Auch Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017) wird aus der Sache nicht ungeschoren herauskommen.

Dabei lief das vergangene Jahr für den Pharma- und Agrarchemie-Konzern ziemlich gut: Der Umsatz kletterte um 3,5 Prozent, was zu einer Steigerung des Betriebsgewinns (Ebit) zum 21 Prozent führte.

Das Konzernergebnis verbesserte sich sogar um 141,4 Prozent auf 4,091 Milliarden Euro. Darin enthalten ist allerdings der Gewinn aus der Veräußerung des Anteils von Bayer an der Currenta-Gruppe (1,637 Milliarden Euro)…

Auf www.plusvisionen.de geht es weiter…

SchummEin Beitrag von Thomas Schumm von Plusvisionen.de

Thomas Schumm ist Gründer und Herausgeber von Plusvisionen.de. Autor. Journalist. Früher auch: Reporter, Redakteur oder Chefredakteur. Seit 25 Jahren an der Börse. Bestimmt fast alles an der Börse gehandelt, was es so zu handeln gibt, jetzt aber ruhiger in dieser Hinsicht. Seit 20 Jahren publizistisch im Finanzbereich tätig. Begeistert von Wirtschaft und Börse.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Thomas Schumm / Pressefoto Bayer AG

Krypto Update: Quantencomputer – das Aus für die Blockchain?

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Das Aufkommen der Quantencomputer könnte zum Aus der Blockchain-Technologie führen – so wird zumindest vielerorts gemunkelt. Doch was steckt wirklich hinter dem Mythos? Und wie wird sich der Einsatz von Quantencomputern tatsächlich auf die Blockchain auswirken? Markus Miller, Herausgeber von Krypto-X, im Interview.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: Börse Stuttgart / Bildquelle: Pixabay / TheDigitalArtist

DAX 30 fällt weiter – Unter 12.000 ins Wochenende

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Bildquelle: markteinblicke.de

Die charttechnischen D&R-Signalmarken haben sich zuletzt sehr gut bewährt. Zuletzt waren dies die 13.558 / 13.500, dann die 12.408 und nun die 12.119 Punkte. Durch das stringente Beachten wurden zum einen Gewinne realisiert und zum anderen Rückgänge deutlich eingegrenzt. Bei letzterer (12.119) bestand Hoffnung, dass der Markt hier eine etwaige Stabilisierung vollziehen könnte.

Nun verschärft sich aber auch hier der Abwärtsdruck. Diese Unterstützungslinie wird heute nicht halten. Die Verkaufspanik weitet sich aus. Die weltweiten Leitindizes befinden sich in einer crash-ähnlichen Situation. Bei aller Unsicherheit und Nervosität helfen die charttechnischen Marken trotz allem dabei das Risikomanagement aufrecht zu erhalten.

Die markttechnischen Indikatoren des deutschen Leitindex befinden sich kurzfristig im überverkauften Terrain, trendfolgend zeigen sie sich neutral. Ursache für den globalen Ausverkauf ist das Corona-Virus. Bereits die zeitweise Lahmlegung der Wirtschaft in China war auf politische Entscheidungen zurückzuführen. Nun gibt es Ängste, dass sich Ähnliches auch in Europa abspielen könnte. Lieferketten könnten abgeschnitten und die Produktion stillgelegt werden.

  • Nächste charttechnische Widerstände: 12.408, 200-Tage-Linie, 12.656
  • Nächste wichtige charttechnische Unterstützungen: 11.845, 11.266, 11.009, 10.279
  • Oberes Bollinger-Band: 14.209, Mittleres Bollinger-Band: 13.385 und Unteres Bollinger-Band: 12.562
  • 100-Tage-Linie: 13.152 und 200-Tage–Linie: 12.641 sowie: 38-Tage-Linie: 13.398
  • Indikatoren: MACD: neutral | RSI: neutral I Slow-Stochastik: überverkauft I Momentum: negativ
  • In Summe: neutral bis negativ
  • Volatilität (VDAX-NEW): 32,79
  • Die Eröffnung um 09:00 Uhr wird bei rund 12.000 erwartet.
  • (Trailing-) Stop-Loss: 11.845, 11.266, 11.009, 10.279
DAX 30 Perf. Index ® | Technische Analyse vom 28.02.2020 | 120-Monats-Chart, Tagesbasis, Schlusskurs vom Börsenvortag: 12.367 (17:45 Uhr) | Indikation: 12.006 (06:00 Uhr)

Primärtrend:                   Aufwärtstrend ruckartig verlassen

Sekundärtrend:               Nervosität grassiert weiter

Tertiärtrend:                   Test der 12.000 (!!!)


Ein Beitrag von Martin Utschneider
Er leitet die Technische Kapitalmarktanalyse der renommierten Privatbank „Donner & Reuschel“. Davor war er für eine namhafte österreichische Private Banking Adresse tätig. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Wertpapierbetreuung internationaler Private Banking- und Wealth Management-Klientel. Nebenberuflich ist er zudem für diverse zertifizierte Weiterbildungsakademien und eine Hochschule als Fachdozent und Prüfer tätig. Praktische Erfahrung im Bereich „Technische Analyse“ hat Herr Utschneider seit nunmehr knapp 20 Jahren. Seine Analysen finden im deutschsprachigen Raum (D, A, CH, FL, LUX) sehr große Beachtung. Zudem gehören auch an einige renommierte Medienvertreter (Print, TV, Radio…) zu den Empfängern. Er ist regelmäßig bei n-tv, welt (vormals n24) sowie DerAktionärTV Interviewgast und zählt aktuell zu den meist zitiertesten Experten seines Fachgebietes (Handelsblatt, Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ, SZ, Focus, Börse Online, Welt,…).

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: Donner & Reuschel / Bildquelle: markteinblicke.de

Aktienmarktkorrektur durch Corona-Verunsicherung

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Auslöser: Aus medizinischer Sicht bewegen sich die Auswirkungen des Coronavirus nach wie vor im Rahmen einer nicht unüblichen schweren Grippewelle. Für Verunsicherung sorgte zunächst vor allem die konsequente und massive Reaktion der chinesischen Behörden zur Eindämmung der Krankheitswelle. Seit wenigen Tagen stieg diese Verunsicherung dann noch einmal deutlich an, nachdem es in Italien zu vermehrten Infektionen kam und auch dort ganze Ortschaften abgeriegelt wurden. Die Reaktion der Behörden ist grundsätzlich nachvollziehbar, denn niemand möchte sich nachsagen lassen, das Ausmaß der Bedrohung durch einen neuen, zunächst unbekannten Virus unterschätzt zu haben.

Auswirkungen auf die Realwirtschaft: Die Verbreitung des Coronavirus trifft die Weltwirtschaft in einer Phase einer ohnehin nachlassenden Wachstumsdynamik. Einzelne Volkswirtschaften, wie bspw. Deutschland, befinden sich sogar am Rande einer Rezession. Die noch am Jahresanfang bestehenden Hoffnungen auf eine anstehende konjunkturelle Stabilisierung sind zumindest mit Blick auf das erste Quartal 2020 nicht mehr haltbar. Vielmehr sind die realwirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Ausbreitung des Coronavirus offensichtlich. Besonders gravierend ist, dass es sich dabei gleichzeitig um einen Angebots- und Nachfrageschock handelt. Allein der schon heute absehbare deutliche Rückgang des chinesischen BIP-Wachstums im ersten Quartal beeinflusst auch wirtschaftlich eng mit China verbundene Volkswirtschaften negativ. Schon heute ist daher in Deutschland ein negatives Wachstum im ersten Quartal wahrscheinlich. Kurzfristig ist davon auszugehen, dass noch weitere Unternehmen ihre Produktion einstellen müssen, weil es etwa bei wichtigen Vorleistungen Lieferengpässe gibt. Das wird sich auch in sinkenden Unternehmensgewinnen niederschlagen. Sobald aber die Anzahl der Neuinfektionen auch global zurückgeht, ist mit der Nachholung aufgeschobener Investitions- und Konsumentscheidungen zu rechnen. Aus heutiger Sicht spricht daher einiges dafür, dass im Laufe des zweiten Quartals die Produktionsniveaus von Ende 2019 wieder erreicht werden. Allerdings dürfte es als Reaktion auf die Erfahrungen mit dem Coronavirus auch mittel- bis langfristige Konsequenzen geben. So dürfte die chinesische Regierung ihre Investitionen in das Gesundheitssystem generell deutlich erhöhen, um in einem möglichen Wiederholungsfall keinen Zweifel an ihrer Handlungsbereitschaft und Vorsorgefähigkeit aufkommen zu lassen. Zudem werden sich global tätige Unternehmen im Nachgang genau überlegen, ob sie etwaige hohe Abhängigkeiten, z.B. bei Zulieferungen, von einzelnen chinesischen Regionen nicht besser diversifizieren sollten.

Perspektiven der Kapitalmärkte: Die internationalen Börsen haben in den letzten Tagen einen kurzfristigen Realitätsschock durchlebt. Bis Ende letzter Woche passten die Rekordstände bei vielen Aktienindizes (z.B. beim DAX) kaum zur realwirtschaftlichen Situation. Mit der Ausbreitung des Coronavirus in andere Staaten weltweit und vor allem mit den deutlich gestiegenen Infektionszahlen in Italien, wurde offensichtlich vielen Marktteilnehmern bewusst, dass die Auswirkungen der Corona-bedingten Produktionsausfälle doch teilweise erhebliche Belastungen erzeugen. Umso schneller kam es dann innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Korrektur der Aktienkurse. Diese Marktbewegung wiederum hat die Aktienkurse an ein besser zur realwirtschaftlichen Situation passendes Niveau herangeführt. Volatilitätsindizes sind global auf teilweise Mehrjahreshochs angesprungen und zeugen von der kurzfristig entstandenen Panik. Auf den DAX bezogen ist derzeit der Test der 200-Tagelinie (12.656 Punkte) eine wichtige Richtungsentscheidung. Sollte diese Marke nicht halten, lägen die nächsten Unterstützungen bei 12.408 und dann bei 12.119 Punkten. Aus heutiger Sicht ist aber davon auszugehen, dass diese Marken dem worst-case entsprechen. Generell bieten weiter nachgebende Kurse eher Einstiegschancen, denn wesentliche marktstützende Parameter haben sich nicht verändert. Vor allem die weltweit wieder expansivere Geldpolitik mit dem resultierenden strukturellen Niedrigzinsumfeld und die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen sind gewichtige stabilisierende Faktoren. Unter der Basisannahme, dass die Verbreitung des Coronavirus spätestens mit dem einsetzenden Frühling auf der Nordhalbkugel an Dynamik nachlässt und dass in China die Neuinfektionszahlen zeitnah zurückgehen, besteht gerade in Branchen, die unter der Korrektur besonders gelitten haben, eine gute Möglichkeit zum Positionsaufbau, etwa bei Unternehmen aus der Luftfahrt, bei Reiseveranstaltern oder Konsumgüter- bzw. Luxusgüterherstellern. Die „sicheren Häfen“ der Kapitalanlage, wie Bundesanleihen, Gold, der Schweizer Franken oder der US-Dollar dürften trotzdem vorerst gefragt bleiben – zumindest solange sich eine konjunkturelle Erholung tatsächlich abzeichnet.


Ein Beitrag von Martin Utschneider
Er leitet die Technische Kapitalmarktanalyse der renommierten Privatbank „Donner & Reuschel“. Davor war er für eine namhafte österreichische Private Banking Adresse tätig. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Wertpapierbetreuung internationaler Private Banking- und Wealth Management-Klientel. Nebenberuflich ist er zudem für diverse zertifizierte Weiterbildungsakademien und eine Hochschule als Fachdozent und Prüfer tätig. Praktische Erfahrung im Bereich „Technische Analyse“ hat Herr Utschneider seit nunmehr knapp 20 Jahren. Seine Analysen finden im deutschsprachigen Raum (D, A, CH, FL, LUX) sehr große Beachtung. Zudem gehören auch an einige renommierte Medienvertreter (Print, TV, Radio…) zu den Empfängern. Er ist regelmäßig bei n-tv, welt (vormals n24) sowie DerAktionärTV Interviewgast und zählt aktuell zu den meist zitiertesten Experten seines Fachgebietes (Handelsblatt, Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ, SZ, Focus, Börse Online, Welt,…).

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: Donner & Reuschel / Pressefoto Deutsche Börse AG

Das Corona-Virus – Ein besonders großer und besonders schwarzer Schwan?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Wie entwickelt sich die Viruskrise weiter? Wie stark wird die Weltkonjunktur noch behindert? Wann ist mit einem Abebben der Epidemie zu rechnen und wie könnte dann ein wirtschaftliches Erholungsszenario verlaufen? Und was machen die Finanzmärkte aus alldem? Es hat wohl schon einfacher zu beantwortende Fragen gegeben.

Die Welt steckt in der (viralen) Globalisierungsfalle

Aufgrund der Globalisierung hat das Virus auf seinem Infektionsraubzug einfaches Spiel wie der Fuchs im Hühnerstall bei offener Tür. Wenig überraschend ist daher, dass das Virus mittlerweile in Europa eingefallen ist. Und auch Deutschland als eines der transitreichsten Länder der Welt steht laut Bundesgesundheitsministerium vor einer Epidemie.

Die wirtschaftlichen Virusfolgen sind die eines ins Wasser geworfenen Steins, der Wellen schlägt. Wenn Vorprodukte aus maßgeblichen Industrieländern wie China fehlen, muss gezwungenermaßen anderswo in der Welt die Fertigung heruntergefahren werden. In unserer standort- und kostenoptimierten Welt gibt es eben keine nationalen Produktionsreserven mehr. Es ist nicht mehr egal, ob in China ein Sack Reis umfällt. Die (export-)lastige deutsche Wirtschaft fällt mit um.

Angst-Ökonomie

Die bislang unbekannte virale Bedrohung bringt nicht zuletzt die Psychologie ins Spiel. Abgeriegelte Orte, Hotels oder Kreuzfahrschiffe und mit Atemschutzmasken umherlaufende Menschen verfehlen ihre verschreckende Wirkung auf Konsumenten nicht. Hinzu kommen immer mehr Absagen von Großereignissen, die schon aus rechtlicher Fürsorgepflicht der Veranstalter passieren, die nicht in Regress genommen werden wollen. Ebenso sorgt die permanente und teilweise „angereicherte“ Berichterstattung in den sozialen Medien für Unruhe. Die Politiker lügen doch sowieso, oder? In solch einem Angst-Szenario nageln auch nicht abgeschottete Konsumenten ihre Portemonnaies für größere Anschaffungen wie Autos oder Möbel zu. So ist in China die Nachfrage auch nach deutschen Autos eingebrochen wie ein Kartenhaus bei einem Windstoß.

Stockende Produktion und Nachfrage wiederum wirken ähnlich wie Bleiwesten auf Firmenumsätze und -gewinne. Tatsächlich steigen die Renditen europäischer Unternehmensanleihen und die Kreditausfallprämien der Firmen.

Und jetzt auch noch Inflationshysterie?

Und jetzt kommen wegen Mangelwirtschaft auch noch Inflationsbefürchtungen auf. Sollten Verbraucher aus panischer Virusangst Hamsterkäufe übrigens auch bei mehrheitlich aus Asien stammenden Arzneimitteln tätigen, träfe ein Nachfrageschock auf den Angebotsschock einer einbrechenden Produktion. Wenn jetzt auch noch konjunkturell besorgte Notenbanken mit noch mehr Üppigkeit aufwarten, träfe immer mehr Geld auf durch Engpässe verknappte Güter. Der Fluch der guten Tat wären dramatisch steigende Preise.

Die deutsche bzw. europäische Politik hat also nicht nur ein Gesundheits-, sondern gleichzeitig auch ein Wirtschaftsproblem. Es ist zu vermuten, dass die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert ist. Spätestens jetzt sollte Berlin den Fetisch „Schwarze Null“ fallen lassen und z.B. in (digitale) Infrastrukturverbesserung investieren, um die Konjunktur zu stützen und Rezessionstendenzen vorzubeugen. Die Aussetzung der Schuldenbremse ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn der Staat zahlt über alle Laufzeiten keine Zinsen mehr, sondern vereinnahmt welche und die EZB kauft die Schulden auch noch auf. Insbesondere nach Inflation ist das nicht nur ein freier Mittagstisch. Hier wird man für Speis und Trank auch noch prächtig entlohnt.

Infizierte Aktienmärkte noch ohne Aussicht auf fundamentale Genesung

Die Aktienmärkte lassen das weltweit grassierende Corona-Virus nicht mehr unbekümmert links liegen. Der zu erwartende Einbruch des Weltwirtschaftswachstums im I. und II. Quartal 2020 hat zu einem fundamentalen Corona-Abverkauf geführt. Und die zuletzt stabilen Konjunkturfrühindikatoren dürften bei den nächsten zwei bzw. drei Monatsumfragen wieder Richtung Süden zeigen.

Aktien setzt vor allem die Unsicherheit zu, wie es medizinisch mit der Viruskrise und ihren wirtschaftlichen Folgeschäden weitergeht. Auch mangels vergleichbarer Fälle können leider keine vernünftigen Aussagen getroffen werden.

Vorerst wird insofern die Kursschwankungsbreite hoch bleiben. Diese lässt sich langfristig mit langlaufenden regelmäßigen Aktiensparplänen gut behandeln.

Mangels viraler Unkalkulierbarkeit sollten Anleger zunächst noch nicht dem Motto „Buy the Dips“ folgen, also gefallene Kurse nicht zum sofortigen Einstieg nutzen. Doch sollten Langfristanleger auch nicht in Panik verfallen und abseits teilweiser Gewinnmitnahmen großflächig verkaufen. Dem unsicheren Markt kann man mit Teilschutzprodukten wie Discount- oder Bonuspapieren begegnen.

Daneben bleiben Edelmetalle eine sachkapitalistische Alternative.

Ich wage eine Vision: Der Zeitpunkt ist zwar kaum abzuschätzen. Aber sobald die Viruskrise nachlässt, werden wirtschaftliche Nachholeffekte einsetzen. China setzt bereits den geld- und finanzpolitischen Hammer ein. Auch die US-Notenbank hat noch Zinssenkungspotenzial. Im Bedarfsfall wird die EZB auch den Unternehmensanleihemarkt stützen. Nach Wirtschaftseinbruch ist allerdings eher verzögert mit einer U-, weniger V-förmigen Erholung zu rechnen. Allerdings wird das den Aktienmärkten, die die Zukunft bezahlen, für eine kräftige Wiederbelebung genügen.

Das Virus ist eindeutig nicht zu verharmlosen. Doch nicht nur als rheinischer Optimist bin ich überzeugt, dass die Welt auch dieses Virusproblem in den Griff bekommt. Mut macht, dass die Erkrankungen außerhalb Chinas offensichtlich mehrheitlich glimpflich verlaufen.

In der Zwischenzeit behalten wir bitte im wahrsten Sinne des Wortes einen kühlen Kopf.

RobertHalverEin Beitrag von Robert Halver.

Robert Halver ist Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank AG. Das Haus mit Sitz in Unterschleißheim bei München ist eine der führenden Investmentbanken in Deutschland und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Halver beschäftigt sich seit 1990 mit Wertpapieren und Anlagestrategien.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG: https://www.roberthalver.de/Newsletter-Disclaimer-725.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

marktEINBLICKE um 12: Die Talfahrt geht weiter, endlich gute Nachrichten von Bayer

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Bildquelle: markteinblicke.de

Die Corona-Virus-Krise hat die Börsen weiterhin fest im Griff. Der DAX setzt am Donnerstagmittag deutlich zurück und erreicht zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2019. Ein Ende der Talfahrt ist vorerst nicht in Sicht.

Die Lage an der Frankfurter Börse:

DAX -1,7% 12.563
MDAX -1,5% 26.716
TecDAX -1,7% 2.992
SDAX -1,5% 11.854
Euro Stoxx 50 -1,7% 3.518

 

Die Topwerte im DAX sind RWE (WKN: 703712 / ISIN:  DE0007037129), Vonovia (WKN: A1ML7J / ISIN: DE000A1ML7J1) und E.ON (WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999). Im Fokus stand auch die Aktie von Bayer Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017). Bayer kann Erfolge bei der Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie von Seiten der Glyphosat-Front vermelden.

DAX long DAX short
WKN VF1L0N VE5RQ5
Basispreis (Strike) 10.816,83 15.571,88 Pkt.
Knock-out-Barriere 10.940,00 15.440,00 Pkt.
Letzter Bewertungstag Open End Open End
Hebel 7,47 4,05
Kurs (27.02.20 11:15) 17,26 € 30,19 €

 

Ein Blick auf Devisen und Rohstoffe:

Der Eurokurs notierte am Donnerstagmittag leicht im Plus. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,0935 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs letztmals am Mittwochmittag auf 1,0875 US-Dollar festgesetzt – der US-Dollar kostete damit 0,9195 Euro.

Die Ölpreise tendierten am Donnerstagmittag abwärts. Zuletzt notierte WTI mit 47,93 US-Dollar je Barrel deutlich unter dem Niveau vom Mittwoch (-1,6%), der Preis für die Nordseesorte Brent gab um -1,7 Prozent auf 51,93 US-Dollar je Barrel nach. Der Goldpreis notierte leicht über dem Vortagesschlusskurs und lag bei 1.647,26 US-Dollar je Unze (+0,3 Prozent). Von der New Yorker Wall Street kommen heute schwache Vorgaben, da die Futures auf die wichtigsten Aktienindizes im Minus notieren.

Dow Jones Future -0,5% 26.770
NASDAQ100-Future -0,5% 8.806
S&P500-Future -0,6% 3.093

 

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Bayer: Gewinnsprung und Entspannung in Sachen Glyphosat – Aktie mit kräftigem Gewinnpotenzial

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Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Es gibt endlich wieder einmal positive Nachrichten bei Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017): Der DAX-Konzern hat den Umsatz und den Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und damit die Erwartungen von Branchenexperten erfüllt.

Beim Konzernumsatz wurde ein sattes Plus von knapp 19 Prozent auf 43,5 Mrd. Euro verzeichnet, wie das Agrarchemie- und Pharmaunternehmen am Donnerstag verkündete. Angetrieben wurden die Umsatzerlöse unter anderem von einem Wachstum der Pharmasparte und einer Erholung des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten.

Gewinnsprung
In beiden Bereichen wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 28 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich blieben mit 4,1 Mrd. Euro auch dank des Verkaufs von Unternehmensteilen 141 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.

Positive Prognose
Für 2020 rechnet Bayer mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von etwa drei bis vier Prozent auf rund 44 bis 45 Mrd. Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn soll auf rund 12,3 bis 12,6 Mrd. Euro ansteigen.

Auch von Seiten der Glyphosat-Klagewelle konnte Bayer positive Nachrichten vermelden. Die Zahl der Kläger wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters erhöhte sich bis zum 6. Februar zwar auf rund 48.600. Damit stieg die Klägerzahl in den USA aber deutlich langsamer als zuletzt.

Vergleichsverhandlungen kommen voran
Im Oktober 2019 hatte der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern vor allem die Werbekampagnen der großen Anwaltskanzleien dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Zahl der Glyphosat-Kläger innerhalb von nur 3 Monaten auf 42.700 mehr als verdoppelt hatte. Der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann erklärte, die seit dem vergangenen Jahr laufenden Vergleichsverhandlungen kämen voran, zugleich würden aber auch die Berufungsverfahren entschieden weiterverfolgt.

Ein Vergleich sei davon abhängig, ob es gelinge, zu vernünftigen Bedingungen „eine umfassende Lösung für den gesamten Verfahrenskomplex“ zu erreichen. Ansonsten zeigte sich Bayer-Vorstandschef Werner Baumann entschlossen, „die drei Berufungsverfahren notfalls durch alle Instanzen“ zu führen.

Das größte Risiko
Anleger sehen in dem umstrittenen Unkrautvernichter derzeit das größte Risiko für Bayer. Bayer hat erstinstanzlich drei Prozesse verloren, den vier Klägern wurden dabei insgesamt 191 Mio. US-Dollar zugesprochen. Bayer bestreitet, dass Roundup und der Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und ist deshalb in Berufung gegangen. Rückendeckung für seine Sicht bekam Bayer erst kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA.

Sollte es eine gütliche Einigung geben, würde Bayer eine über Jahre laufende Prozesslawine vermeiden. Um ihr zustimmen zu können, bräuchte der Konzern weitgehende Sicherheit, dass es nicht zu einer erneuten Klagewelle kommen kann. Das zu gewährleisten ist aber schwierig, weil Roundup unverändert im Handel bleiben soll.

Weiteres Rechtsrisiko
Daneben ist vor knapp zwei Wochen ein weiteres Rechtsrisiko erkennbar geworden, das Bayer sich ebenfalls mit Monsanto ins Haus geholt hat. Eine US-Jury verdonnerte Bayer und BASF zur Zahlung von 265 Mio. US-Dollar an einen Pfirsichbauern, der die Vernichtung von Ernte und Bäumen auf das Herbizid Dicamba zurückführte, das von benachbarten Feldern herüberwehte.

200-Tage-Linie im Fokus
Trotz der positiven Nachrichten setzt die Bayer-Aktie am Donnerstagvormittag zeitweise um über 2 Prozent zurück (aktuell: 67,81 Euro). Damit notiert die Aktie jetzt nur noch knapp über der bei 65,80 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie. Ein Durchbruch nach unten würde ein neues Verkaufssignal bedeuten. In diesem Fall eröffnet sich weiteres Abwärtspotenzial bis zum 7-Jahres-Tief vom Juni 2019 bei 52 Euro.

Sollte die Aktie dagegen die 200-Tage-Linie und damit den langfristigen Aufwärtstrend verteidigen und wieder den Vorwärtsgang einlegen, liegt das nächste Kursziel bei 78,34 Euro, dem Top vom 6. Februar. Darüber würde sich mittelfristig weiteres Aufholpotenzial bis zur runden 100er-Marke eröffnen. Das entspricht auf Jahressicht einer Gewinnperspektive von 47 Prozent.

Wer optimistisch ist und auf steigende Kurse der Bayer-Aktie setzt und sogar überproportional von einem Kursanstieg profitieren möchte, schaut sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MF0FCG / ISIN: DE000MF0FCG0) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben Gelegenheit mit entsprechenden Hebelprodukten (WKN: MC46RA / ISIN: DE000MC46RA3) auch auf fallende Kurse der Bayer-Aktie zu setzen.

Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Der risikolose Zins ist weg: Müssen Anleger jetzt umdenken?

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Der risikolose Zins ist weg! Die Zeiten, in denen die als sicher geltenden Bundesanleihen ordentliche Renditen abwarfen sind vorbei. Doch die Inflation knabbert trotzdem am Ersparten. „Anleger müssen umdenken“, sagt Stefan Riße, Kapitalmarktstratege bei ACATIS Investment. Seine Einschätzungen zur aktuellen Marktlage im Interview bei Börse Stuttgart TV.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Quelle: Börse Stuttgart / Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart

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