Die BRIC-Staaten, später um das S erweitert, stehen für die Länder Brasilien, Russland, Indien, China und eben später dann auch für Südafrika. So beschrieb Jim O'Neill, Asset Manager und CEO von Goldman Sachs Asset Management, im Jahre 2001 in einer Studie den Wandel von der wirtschaftlichen Bedeutung der sieben großen Industriestaaten hin zu den Entwicklungsländern. Und dabei definierte er dann die vier oben genannten Nationen, als die wichtigsten Länder mit dem höchsten Aufstiegspotential, wodurch sich der Begriff BRIC(S) weltweit etablierte.
Die Banken waren zuletzt nicht die allerbesten Anlageziele. Egal ob Zockerliebling Commerzbank (WKN CBK100) oder Branchenriese Deutsche Bank (WKN 514000) - die ganz große Euphorie war woanders zu finden. Auch wenn sich die Commerzbank-Aktie innerhalb eines halben Jahres fast verdoppeln konnte, war das Vertrauen in die Aktien aus dem Banksektor eher mau und Kursgewinne eher Zufall. Für die Zukunft gilt das umso mehr, da neue Regulierungsvorschriften durchaus noch verabschiedet werden können und dann betrifft es die Branchen sogar in ganz Europa.
Chinas Börsenkrise und Zweifel an seiner Wirtschaftskraft, die zermürbende Diskussion über die US-Leitzinswende, eine sich zuletzt abschwächende Konsumstimmung in Deutschland, eine sprunghaft angestiegene Volatilität = Verunsicherung lassen ein Sommermärchen bei Aktien nicht zu. Selbst die seit Mitte 2012 laufende Liquiditätshausse ist als Breitbandantibiotikum gegen Krisen offensichtlich auch nicht über jeden Zweifel erhaben. Haben wir es also mit einem nachhaltigen Strukturbruch an den Aktienmärkten zu tun? Müssen wir uns auf weiteres Ungemach einstellen?
"Einem Engagement in Schwellenländer - speziell in China - stehen den hohen Anlagechancen auch höhere Risiken gegenüber. Anleger müssen stärkere Kursschwankungen und zwischenzeitliche Rückschläge in Kauf nehmen, um langfristig die Chance auf höhere Renditen zu nutzen, die auf Jahre gesehen aber sehr realistisch ist.“ Das hatte ich Ende des Jahres 2011 einmal in einer Publikation geschrieben. Mittlerweile weiß ich nicht mehr so recht, ob das nicht überholt ist. Ein Versuch einer (aktuellen) Analyse.
Können Sie sich noch an den Anlage-Trend „BRIC“ erinnern, also an die Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, die wahrscheinlichen Wirtschaftsmächte der Zukunft und bei denen Anleger, die frühzeitig investieren, überdurchschnittliche Renditen einfahren würden?
Zaghaft näherte sich der DAX® in der vergangenen Woche der 8.000 Punkte-Marke. In der zweiten Wochenhälfte hat der Sprung über die Marke schließlich geklappt. Damit war der DAX® auf Wochensicht dennoch nur Mittelmaß. Überdurchschnittlich stark zeigte sich im Beobachtungszeitraum vom 8. bis 15. März 2013 erneut der japanische Nikkei 225 Index, der thailändische SET 50 Index und der Swiss Market Index (SMI®) (Price Return). Allerdings gab es auch in der zurückliegenden Woche Verlierer. Mit deutlichen Verlusten beendeten unter anderem Aktienbarometer auf die BRIC-Länder, Brasilien, Russland, Indien und China, die Handelswoche.
Die IPO-Geschehen war 2011 ja nicht sehr prickelnd, besonders nicht für Fans deutscher Neuemissionen. Zwar waren mit dem Fahrradhersteller Derby Cycle, dem Software-Hersteller RIB Software oder dem Verbindungstechnikspezialisten NORMA Group einige spannende IPOs dabei. Und mit Derby Cycle verschwindet einer dieser Börsenneulinge dank Übernahme bald schon vom Kurszettel. PwC und das Economist Intelligence Unit (EIU) haben nun die Studie "Capital Markets in 2025" vorgelegt, wonach Deutschland wohl auch auf absehbare Zeit kein Paradies für Börsengang-Liebhaber bleiben dürfte. Die IPO-Musik wird in Asien spielen.
Der Börsen-Hype um die BRIC-Staaten flacht seit Jahren ab. Dies bedeutet nicht, dass Anleger in den Schwellenländern keine lohnenden Investments finden würden.
Wendet man die berühmte „Boston Matrix“ auf Brasilien, Russland, Indien und China an, wären die vier wohl dem Feld der „Poor Dogs“ zuzuordnen. Schwund- statt Schwellenländer, und die Aussichten für die ehemaligen Anlegerlieblinge sind miserabel.
Die Weltwirtschaft schwächelt. In China bleibt die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe gemäß HSBC Bank zum dritten Mal in Folge unterhalb der Expansion anzeigenden Schwelle. In den USA haben die Konjunkturdaten zuletzt reihenweise enttäuscht. Und auch die Eurozone hat sich bislang nur Basiseffekt bedingt erholt. Dagegen konnte Japan aufgrund seiner ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen konjunkturellen Boden gutmachen.
Einige Investoren glauben, dass die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) bald in den Schatten treten und das Feld den so genannten MIST-Ländern (Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei) überlassen könnten. Doch es könnte verfrüht sein, die führenden Schwellenländer abzuschreiben und den wirtschaftlichen Erfolg der Nachzügler auszurufen.