Die anhaltende Phase der Null- und Negativzinsen wurde durch die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank weiter zementiert. Nach Aussage des scheidenden Notenbankpräsidenten Mario Draghi sei eine „sehr expansive Geldpolitik“ wegen umfangreicher Risiken für die Konjunktur weiterhin notwendig.
Deutsche Sparer leiden weiterhin unter den niedrigen Zinsen. Laut Einschätzung vieler Anleger dürfte sich an dieser Situation mittel- bis langfristig kaum etwas ändern. Eine DDV-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass Anleger mehrheitlich erst 2025 oder später mit einer Anhebung der Leitzinsen rechnen.
Knapp zwei Drittel der Anleger in Strukturierten Wertpapieren setzen in der gegenwärtigen Marktphase auf Anlageprodukte ohne 100-prozentigen Kapitalschutz. Trotz der bewegten Kapitalmärkte plädieren lediglich 26 Prozent der Privatanleger für Kapitalschutz-Zertifikate. Dies sind Ergebnisse der DDV-Trend-Umfrage September.
Deutschlands Privatanleger stellen sich mittel- bis langfristig auf ein Andauern der Niedrigzinsphase ein und erwarten eine Anhebung der Leitzinsen mehrheitlich erst im Jahr 2025 oder später. Je länger die gegenwärtige Phase anhält, so schwerwiegender sind die Konsequenzen; gerade für Sparer und Privatanleger. Daher ist es wichtig, dosiert auch etwas risikoreichere Anlagen ins Depot zu nehmen.
Das Investitionsvolumen am deutschen Zertifikatemarkt präsentierte sich im Juli mit einem kleinen Anstieg um 9,6 Mio. Euro zum Vormonat nahezu unverändert. Hierbei verschob sich das Größenverhältnis von Anlagezertifikaten zu Hebelprodukten ein wenig zugunsten der Hebelprodukte, die isoliert betrachtet deutlich zulegten.
Erwartete Renditen und Kosten sind zwei Seiten einer Medaille. Studien, wie jüngst eine ESMA-Untersuchung, legen nahe, dass Gebühren und Kosten ein gutes Stück der Wertentwicklung von Finanzprodukten auffressen. Was bleibt am Ende wirklich von der Performance abzüglich des Kostenblocks übrig? Sind Wertpapiere ihr Geld wert? Wie werthaltig ist ein Investment?