Die jüngsten Quartalszahlen des Autobauers Daimler (WKN 710000) waren alles in allem eine positive Überraschung, schließlich gelang es dem Konzern das lang ersehnte Renditeniveau erreichen, mit dem man zur Konkurrenz von BMW (WKN 519000) und Audi aufschließt. Doch seither ist einiges passiert - speziell in China. Eigentlich war die geringe Abhängkeit der Stuttgarter von China zuletzt ein Argument pro Daimler. Doch seit heute scheinen sich die Anleger nicht mehr an diese Einschätzung zu erinnern.
Nach dem gestrigen Nordkorea-Schock zeigte sich der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) am heutigen Mittwoch stark erholt. Die 12.000-Punkte-Marke und die 200-Tage-Linie wurden zurückerobert. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Erholung von Dauer sein kann.
Es wird ja immerfort behauptet, „was weg ist, ist weg“, aber lassen Sie mich heute ausnahmsweise zu Beginn dieses Market Mover Editorials doch noch einmal ganz kurz darauf zurückkommen, wie schön das zuletzt auf dem Parkett war, also in der Vorwoche beispielsweise.
Na also, wer sagt es denn, es geht ja doch noch! Denn seit der vergangenen Woche hat sich nicht nur die Wetterlage im Voralpenland deutlich verbessert, nein auch die Börsen sind geradezu fulminant, um eines der beliebtesten Adjektive im Fachjargon dafür zu verwenden, nach oben durchgestartet.
China beschäftigt derzeit die Märkte insgesamt und ganz speziell die deutschen Autobauer. Schließlich ist dort mittlerweile der größte Automarkt der Welt zu finden. Zwar konnte Daimler (WKN 710000) mit seiner Pkw-Marke Mercedes-Benz zuletzt gerade dort Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen. Allerdings bleiben auch die Stuttgarter nicht von der sich eintrübenden Stimmung in China verschont.
Der Zusammenhang der gleitenden Durchschnitte am Markt wurden von mir bereits in zwei Artikeln thematisiert. Dabei ging ich auf den Zusammenhang der gleitenden Durchschnitte zur „Marktbreite“ ein. Aktuell ergibt sich nun ein Bild, welches man zumindest im Hinterkopf haben kann, denn der DAX verliert an Marktbreite.
Zuletzt haben sich angesichts der chinesischen Wachstumssorgen immer mehr Analysten pessimistisch zum europäischen Autosektor geäußert. Kein Wunder, beherbergt doch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt den inzwischen wichtigsten Automarkt auf diesem Planeten. Selbst Daimler (WKN 710000) blieb nicht verschont, obwohl die Stuttgarter mit ihrer Pkw-Marke Mercedes-Benz vor allem im Vergleich zur deutschen Konkurrenz etwas weniger von China abhängig sind.
Mit einer sauberen 2-Prozent-Klatsche hat der DAX den Start in den Monat Dezember gestern gründlich in den Sand gesetzt. Der größte Tagesverlust seit Anfang Oktober drückte die deutschen Blue Chips sogar unter die 13.000er-Barriere - die vor genau vier Wochen erst per Gap überboten werden konnte. Das Gap ist seit gestern zu, und die Kurse drehen heute wieder nach oben ab.
Der heutige „Hexensabbat“ sorgte im DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) für relativ wenig Bewegung. Dies ist jedoch eine gute Nachricht. Schließlich hätten Investoren einen Terroranschlag in der Londoner U-Bahn, einen weiteren Raketentest Nordkoreas oder den „Hexensabbat“ selbst nutzen können, um in den Panikmodus zu verfallen.
Man kann behaupten, dass wirklich jeder Börsianer in seinem Leben auf die 200 Tage Linie stößt. Ob man sie nun selbst nutzt, oder ob es Charts von anderen Börsianern sind. Der Einsatz dieses Analyseinstruments ist natürlich mit einem Ziel verbunden - Die Generierung von Mehrwert! Doch bietet die 200 Tage Linie wirklich diesen Mehrwert? Um diese Frage zu beantworten, lohnt zu aller erst ein Blick hinter die Kulissen.