Die AMD-Aktie (WKN: 863186 / ISIN: US0079031078) hat seit Anfang 2026 ein sattes Kursplus von rund 136 Prozent erzielt. Mitte September konnte im Hinblick auf die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar geknackt werden. Der Chipkonzern ritt lange Zeit auf der KI-Erfolgswelle. Zuletzt hatte sich das Bild jedoch ein wenig eingetrübt. Sorgen wegen zu hoher Investitionsausgaben, Schulden und geringer Free Cashflows im Zusammenhang mit dem Aufbau der KI-Rechenzentrumsinfrastruktur machten sich bemerkbar. Gerade der Konkurrent Intel hatte enttäuscht. Daher kommt den neuesten AMD-Zahlen eine noch größere Bedeutung zu.
AMD ist nicht Intel
AMD wird seine Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 am heutigen Dienstagabend nach US-Börsenschluss veröffentlichen. Im Vordergrund wird wieder einmal das Thema Künstliche Intelligenz stehen. Der sehr schwache Bericht von Intel hat die Erwartungen an AMD nach unten korrigiert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Client-Geschäft bei AMD einen kleineren Anteil am Gesamtumsatz ausmacht als bei Intel – rund 25 Prozent gegenüber rund 50 Prozent.
Intel hatte insbesondere mit dem branchenweiten Speichermangel zu kämpfen. Dieser lässt wiederum den PC-Markt schrumpfen. Weil bezahlbarer RAM fehlt, rechnet Intel im zweiten Halbjahr 2026 mit 20 Prozent weniger CPUs und für 2027, vor allem im ersten Halbjahr, mit einer weiteren Schrumpfung um 10 Prozent. Dies sorgte für eine enttäuschende Q4-Prognose.
Während das Client-Geschäft bei AMD einen kleineren Anteil am Gesamtumsatz ausmacht, verzeichnet der Konzern derzeit außerdem mehr Dynamik im Rechenzentrumsbereich. Daher dürfte AMD nicht so schwach ausfallen wie Intel. Die Stimmung bleibt dennoch nervös: Das schwierige PC-Umfeld ist ein Risiko, und die Lage im Rechenzentrumsgeschäft ist angesichts des intensiven Wettbewerbs unklar. AMD konkurriert dort sowohl mit NVIDIA als auch mit maßgeschneiderten Chips von Google und Amazon.
Beschleunigte Verbreitung
Wenn es um die nackten Zahlen zum dritten Quartal geht, rechnen Analysten laut FactSet-Konsens mit Umsatzerlösen von 13,10 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,95 US-Dollar. Analysten werden allerdings auch auf Aussagen des Managements zu den weiteren Wachstumsaussichten achten. Vor der jüngsten KI-Delle hatten neue Modelle, insbesondere von Meta Platforms, für einige Euphorie auch im Halbleiterbereich gesorgt.
So hatte beispielsweise Citigroup-Analyst Atif Malik jüngst das Kursziel für die AMD-Aktie von 575,00 auf 800,00 US-Dollar angehoben und das „Buy“-Rating bestätigt. Der Experte hat seine Schätzung für den adressierbaren Gesamtmarkt für Hauptprozessoren im Jahr 2030 nach dem Start mehrerer persönlicher KI-Agenten auf 300 Mrd. US-Dollar erhöht. Diese permanent aktiven Agenten könnten aus Analystensicht den Verbrauch an inferenzbezogener Rechenleistung, Speicher und Netzwerkkapazität stark steigern.
Bei der Citigroup sieht man AMD als einen der Hauptprofiteure der steigenden CPU-Nutzung, da die Facebook-Muttergesellschaft Meta, die kürzlich Muse gestartet habe, zu den größten Kunden zähle. Auch Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hatte jüngst seine Kursziele im Halbleitersektor angepasst, um den Rückenwind durch agentische KI nach dem Start von Metas Muse und OpenAIs Dots abzubilden. Die Verbreitung agentischer KI beschleunige sich, hatte der Experte angeführt.
Mein Fazit
AMD geht mit hohen Erwartungen und einer nervösen Stimmung in die Quartalszahlen. Der schwache Ausblick von Intel ist ein Warnsignal für das PC-Geschäft, lässt sich aber nicht eins zu eins auf AMD übertragen: Der Client-Bereich macht einen kleineren Teil des Umsatzes aus, während das Rechenzentrumsgeschäft stärker an Bedeutung gewinnt. Entscheidend werden deshalb nicht nur Umsatz und Gewinn, sondern auch Hinweise auf die Nachfrage nach KI-Chips und die weitere Entwicklung der Margen und Investitionen sein. Die langfristige Fantasie rund um agentische KI könnte AMD zusätzlichen Rückenwind geben.
Wer nicht nur auf AMD, sondern allgemein auf Profiteure des Booms rund um die Künstliche Intelligenz setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat auf den Künstliche Intelligenz Index (WKN: DA0ABV / ISIN: DE000DA0ABV8) anschauen.









