KI und Cybersecurity gehen Hand in Hand

Die Stimmung für Cybersecurity-Aktien dreht sich: KI-Chancen und -Risiken treiben die IT-Sicherheitsbudgets an und sorgen für vorgezogene Investitionen.

(Bildquelle: pixabay / B_A)

Cybersecurity-Werte wie Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q / ISIN: US6974351057) litten zeitweise unter der Sorge vor einer schwächeren Auftragslage infolge der schwachen Konjunktur sowie der Konzentration der Unternehmenskunden auf andere Bereiche. Außerdem gerieten einige in den Sog der KI-Disruption. Es wurde befürchtet, dass KI viele Aufgaben im Bereich der Internetsicherheit übernehmen könnte. Zudem sorgte „Claude Mythos“ für Aufsehen. Das Blatt scheint sich jedoch gewendet zu haben.

Investitionen werden vorgezogen

Das neue KI-Modell von Anthropic sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Dabei handelt es sich um ein Modell, das besonders gut darin sein soll, Schwachstellen in gängigen Betriebssystemen und Webbrowsern zu erkennen und auszunutzen. Dieses wird ausgewählten Unternehmen und Organisationen zur Verfügung gestellt, damit sie Schwachstellen in ihrer Software schließen können. Genau zu diesem System sollen sich laut Bloomberg einige wenige Unbefugte Zugang verschafft haben. Damit wird deutlich, dass solche Modelle im Hinblick auf das Thema Internetsicherheit Segen und Fluch zugleich sein können. Für Unternehmen bedeutet dies, sich noch stärker abzusichern. Zumal mit „Mythos“ auch mehr Schwachstellen gefunden werden, die geschlossen werden müssen.

Eric Heath hat sich einige Cybersecurity-Werte daher auch im Hinblick auf die Entwicklungen im KI-Bereich angesehen, darunter CrowdStrike (WKN: A2PK2R / ISIN: US22788C1053), Okta (WKN: A2DNKR / ISIN: US6792951054) und Zscaler (WKN: A2JF28 / ISIN: US98980G1022). Der Analyst erwartet für den Sicherheitssektor insgesamt robustere Quartalsergebnisse. Besonders positiv werden die Auswirkungen der Anfang April eingeführten Plattform „Mythos“ bewertet. Kundenrückmeldungen würden darauf hindeuten, dass Mythos zu höheren IT-Sicherheitsausgaben sowie vorgezogenen Investitionen führe. Vor diesem Hintergrund hebt der Experte die Kursziele im Sicherheitssektor an.

Bei CrowdStrike steigt das Kursziel von 525,00 auf 700,00 US-Dollar, während das „Overweight“-Rating bestätigt wird. Im Fall von Okta wird das Kursziel von 95,00 auf 103,00 US-Dollar angehoben, während die Einstufung ebenfalls weiterhin „Overweight“ lautet. Bei Zscaler wird das Kursziel von 160,00 auf 190,00 US-Dollar angehoben und das „Overweight“-Rating bestätigt. Wie bei CrowdStrike und Okta sieht der Analyst positive Nachfrageeffekte durch „Mythos“. Kunden signalisierten höhere Sicherheitsbudgets und vorgezogene Investitionen, was die Aussichten für den Cybersicherheitssektor insgesamt verbessere.

Palo Alto Networks läutet Zukunft ein

Erik Suppiger, Analyst bei B. Riley, stuft seinerseits Zscaler von „Neutral“ auf „Buy“ hoch, senkt jedoch das Kursziel von 275,00 auf 225,00 US-Dollar. Der Analyst sieht weiterhin eine gesunde Nachfrage nach sicheren Netzwerkzugängen und verweist auf die wachsende Produktpalette sowie Rückenwind durch KI-Anwendungen. Das niedrigere Kursziel reflektiere vor allem gesunkene Bewertungsmultiplikatoren im Softwaresektor.

Ittai Kidron, Analyst bei Oppenheimer, hebt wiederum das Kursziel für Palo Alto Networks von 245,00 auf 275,00 US-Dollar an und behält nach der Teilnahme an der Impact 2026 seine „Outperform“-Bewertung für die Aktie bei. Auf der Veranstaltung habe Palo Alto CyberArk in Idira umbenannt und diese als Identitätssicherheitsplattform der nächsten Generation positioniert. Idira werde in Strata, Cortex und Prisma AIRS integriert und biete damit First-Party-Identitätserkennung sowie dynamische, fein abgestufte Zugriffskontrollen für Menschen, Maschinen und KI-Agenten.

Auf der Veranstaltung führte Kidron eine Kundenumfrage durch, die auf ununterbrochene Vertragsverlängerungen und starke Ausgabenerwartungen hindeute. Alle Befragten hätten der Übernahme durch Palo Alto positiv oder indifferent gegenübergestanden, ohne dass Anzeichen für eine Abwanderung zu erkennen gewesen seien. Insgesamt bestätigt die Impact 2026 aus Analystensicht die positive Einschätzung hinsichtlich der Neuausrichtung von Palo Alto auf Identitäts- beziehungsweise Agenten-Identitätssicherheit.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Die Stimmung im Cybersecurity-Sektor hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Während Investoren zuvor eine schwächere Nachfrage, sinkende IT-Budgets und mögliche Verdrängungseffekte durch KI befürchteten, zeigt sich inzwischen ein gegenteiliger Trend. Die zunehmenden Risiken durch leistungsfähige KI-Modelle wie „Mythos“ oder vergleichbare Systeme verdeutlichen, dass Unternehmen ihre Sicherheitsinfrastruktur nicht reduzieren, sondern vielmehr ausbauen müssen.

Neben CrowdStrike oder Palo Alto Networks rechnen sich viele andere Branchenvertreter einiges an Wachstumspotenzial im Internetsicherheitsbereich aus. Aus diesem Grund dürfte ein Blick auf das Indexzertifikat auf den Cybersecurity Index (WKN: DA0AB8 / ISIN: DE000DA0AB89) interessant und lohnenswert sein.