Endlich ist es so weit. In der kommenden Woche beginnt die Berichtssaison zum dritten Quartal. Erneut werden vor allem US-Großbanken im Fokus stehen. Der Blick auf ihre jüngsten Bilanzen ist auch deshalb so interessant, weil die Fed jüngst die Leitzinsen angehoben hat und es weitere solche Schritte geben könnte.
Wells Fargo setzt auf den Turnaround
Auch Wells Fargo (WKN: 857949 / ISIN: US9497461015) wird seine Q3-Ergebnisse in der Woche vom 12. bis 16. Oktober präsentieren. Am Dienstag vor der US-Börseneröffnung ist es so weit. Marktteilnehmer gehen für die Zeit zwischen Juli und September laut FactSet-Konsens von Gesamterlösen von 22,31 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,84 US-Dollar aus.
Zuletzt wurden die Ergebnisse bei Wells Fargo durch einige positive Sondereffekte, eine strikte Kostenkontrolle sowie geringere Risikovorsorgen angekurbelt. Das Management gab im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse zum zweiten Quartal an, sowohl von einem gesunden gesamtwirtschaftlichen Umfeld als auch von eigenen Turnaround-Maßnahmen zu profitieren. So sind es genau diese Turnaround-Bemühungen, die bei einigen Analysten in Bezug auf die Bewertung von Wells Fargo im Fokus stehen.
Wells Fargo bringt Übergangsjahr zu Ende
Manan Gosalia, Analyst bei Morgan Stanley, hat Wells Fargo kurz vor der Bekanntgabe der Q3-Zahlen von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel bei 102,00 US-Dollar belassen. Dies würde einem Kurspotenzial von rund 25 Prozent entsprechen. Zudem hat man bei Morgan Stanley Wells Fargo zum „Top Pick“ gemacht. 2026 sei ein Übergangsjahr gewesen, in dem Wells Fargo seinen „Wachstumsmotor vor dem vollen Nutzen für Ergebnis und Renditen“ wieder aufgebaut habe.
Das Ergebnisprofil der Bank werde sich 2027 aus Analystensicht durch geringere Margenverwässerung, mehr Erträge aus bestehenden Kundenbeziehungen und anhaltenden operativen Hebel verbessern. Gosalia hält die Aktie für unterbewertet und sieht einen Weg zu einer Rendite auf das materielle Stammkapital von 17 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2027 und 18 Prozent im Jahr 2028.
Solider Ausblick für US-Großbanken
Bei der Bank of America hat man wiederum die Schätzungen für den Gewinn je Aktie im dritten Quartal für die global systemrelevanten Banken im Schnitt um 0,8 Prozent angehoben, die Kursziele für die Gruppe jedoch unter Verweis auf niedrigere Bewertungsmultiplikatoren im Schnitt um etwa 8 Prozent gesenkt. So liegt beispielsweise die Aktie von Wells Fargo seit Anfang 2026 mit rund 12,5 Prozent im Minus.
Die Großbanken gehen laut Einschätzung der Analysten bei Goldman Sachs mit soliden Umsatz- und Kreditfundamentaldaten, aber normalisierterer Kapitalmarktaktivität in die Berichtssaison zum dritten Quartal. Dazu kämen eine anhaltende Unterstützung der Nettozinserträge durch Kreditwachstum und die Neubepreisung festverzinslicher Positionen, die durch höhere Einlagenkosten ausgeglichen werde, sowie moderatere Kapitalrückflüsse an die Aktionäre.
Das mE-Fazit
Wells Fargo geht mit Rückenwind aus den Turnaround-Maßnahmen in die Q3-Berichtssaison. Entscheidend wird sein, ob sich die Fortschritte schon in den Zahlen zeigen und den Weg zu höheren Renditen in den kommenden Jahren bestätigen. Trotz des von Analysten erwarteten Gewinnwachstums bleibt die Bewertung der US-Großbanken ein Unsicherheitsfaktor.
Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Wells Fargo setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MK6X9J / ISIN: DE000MK6X9J7) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.









