Bildquelle: Pressefoto Sixt

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie gab es kaum noch Flugreisen. Schlecht für ein Unternehmen wie Hertz Global Holdings (WKN: A2ALSZ / ISIN: US42806J1060), dessen Geschäft hauptsächlich aus der Vermietung von Autos an Flughäfen besteht. Der US-Autovermieter musste nun Insolvenz für sein US-Geschäft anmelden. Allerdings heißt bekanntlich: Des einen Freud ist des anderen Leid.

Hoher Schuldenberg

Es ist ein einschneidendes Ereignis für ein mehr als 100 Jahre alten Unternehmens. Ein großes Problem: Die Leasing-Raten lassen sich schwer bedienen, wenn die mehr als 500.000 schwere Fahrzeugflotte wegen Corona stillgelegt ist. Zudem wuchs der Schuldenberg bei Hertz zuletzt auf rund 19 Mrd. US-Dollar an.

Bereits vor der Insolvenz hatte Hertz auf Corona reagiert und ein massives Stellenstreichungsprogramm angekündigt. Zudem werden Fahrzeuge verkauft. Mit mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Cash soll der Betrieb zunächst aufrechterhalten werden.

Allerdings kamen die jüngsten Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu spät, um eine Hertz-Insolvenz zu verhindern. Andere könnten sowohl von den Lockerungen als auch von weniger Wettbewerb profitieren.

Sixt sieht seine Chance

Zu Wochenbeginn hatten Marktteilnehmer Sixt (WKN: 723132 / ISIN: DE0007231326) als Gewinner der Hertz-Insolvenz ausgemacht. Der in Deutschland und Europa starke familiengeführte Autovermieter träumt davon auch in den USA Marktanteile hinzuzugewinnen. Nun bietet sich die Gelegenheit.

Auch Sixt blieb im ersten Quartal 2020 nicht von Corona verschont. Mit dem Inkrafttreten der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie brach das Geschäft Mitte März auf einen Schlag dramatisch ein. Im gesamten Quartal lag der Vorsteuerverlust (EBT) daher bei 5,1 Mio. Euro.

Bereit zum Durchstarten

Zudem geht das Management für das zweite Quartal 2020 aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen von einem sehr starken Einbruch beim operativen Konzernumsatz und Konzern-EBT aus. Danach will das SDAX-Unternehmen jedoch durchstarten.

Um dies tun zu können, sicherte sich Sixt einen Kredit von bis zu 1,5 Mrd. Euro von einem Bankenkonsortium unter Beteiligung der KfW. Zudem wurden Kostensenkungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Stellen sollen trotz Krise nicht gestrichen werden. Auf diese Weise könnte Sixt von einer möglichen Markterholung besonders stark profitieren.

FAZIT

Die Hertz-Insolvenz zeigt, wie schwer der Markt für Leihwagen unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie gelitten hat. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, dass Sixt davon nicht verschont wurde. Gleichzeitig beruhen die Unternehmensannahmen darauf, dass die Welt allmählich zur Normalität zurückkehrt. Corona dürfte uns jedoch noch eine ganze Weile beschäftigen, so dass auch die Erholungsrallye der Sixt-Aktie einige Unterbrechungen erfahren sollte.

Anleger, die von der Stärke von Sixt überzeugt sind, können mit einem Faktorzertifikat Long (WKN: MC7M23 / ISIN: DE000MC7M235) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben mit dem Short-Zertifikat (WKN: MC8E93 / ISIN: DE000MC8E933) die Chance, auf sinkende Kurse zu setzen.

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Bildquelle: Pressefoto Sixt

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