Das Kölsche Grundgesetz

Zwar weiß niemand, wo DAX, S&P 500, Zinsen, Gold und Dollar in zwölf Monaten stehen. Aber wer gibt das schon gern zu?

(Bildquelle: unsplash / Eric Weber)

Wir geben in den kommenden Tagen in der Reihe „Ausblick 2024“ marktEINBLICKE zu den Faktoren, die das Anlegerjahr 2024 mitbeherrschen sollten. Dazu haben wir uns wieder kompetente Verstärkung ins Haus geholt und verschiedene Börsen-Experten gebeten, einen Ausblick zu wagen. Ihre Einschätzungen werden wir zum Jahreswechsel an dieser Stelle veröffentlichen. Heute ist Christian W. Röhl an der Reihe.

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die Meute der Börsen-Experten – mit einem Sack voller Prognosen zum neuen Jahr.

Zwar weiß niemand, wo DAX, S&P 500, Zinsen, Gold und Dollar in zwölf Monaten stehen. Aber wer gibt das schon gern zu? Also wird das Nichtwissen verbrämt mit wolkigen Narrativen und garniert mit Kurszielen, die irgendwo im Korridor der historischen Renditen liegen:

Fünf bis zehn Prozent sollten an den Aktienmärkten schon drin sein, falls nichts Unvorhergesehenes passiert. Wenn am Ende mehr rauskommt, hatte man halt konservativ geschätzt. Und kommt es doch zum Crash – tja, man hatte ja vor dem Unvorhersehbaren gewarnt…

Alternativ kann man schlicht die ersten drei Artikel vom Kölschen Grundgesetz zitieren: Et is wie et is. Et kütt wie et kütt. Un et hätt no emmer jootjejange. Nicht auf Prognosen wetten, sondern zusehen, dass man für jedes halbwegs valide Szenario gerüstet ist:

Ein bisschen Cash, ein paar Anleihen, als Krisenwährung vielleicht etwas Gold und als langfristige Vermögensbasis ein vor allem sektoral gestreutes Aktienportfolio – getragen vom grundsätzlichen Optimismus, dass Innovation und Fortschritt die Welt auch weiterhin besser machen und Wohlstand schaffen, an dem man nur mit Unternehmensanteilen so richtig teilhat. Und wenn nicht 2024, dann eben 2025 oder 2026 umso stärker.

Ein Beitrag von Christian W. Röhl

(Bild: Christian W. Röhl)

Er ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Profi mit 25 Jahren Erfahrung, verwaltet heute vor allem sein eigenes Vermögen und engagiert sich für An- legerschutz, Aktienkultur und Finanzbildung – u.a. mit seinem Manager Magazin-Bestseller „Cool bleiben und Dividenden kassieren“, als HV-Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sowie mit Vorträgen und Workshops für Banken, Unternehmer und private Investoren. Dazu ist er Co-Host des Youtube- Channels echtgeld.tv und Aufsichtsratsvorsitzender der börsennotierten Weng Fine Art AG.
Twitter: @cwroehl
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