Bildquelle: Pressefoto Funkwerk

Funkwerk (WKN: 575314 / ISIN: DE0005753149) hat seine Zahlen für 2017 vorgelegt und den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018. Während das Unternehmen 2017 mit einem Ergebnis deutlich über der eigenen Prognose abgeschlossen hat, redet man 2018 bereits wieder klein. Wie das schon seit dem erfolgreichen Turnaround vor einigen Jahren so geht.

Gereon Kruse hat auf boersengefluester.de die Zahlen seziert und ich lege seinen lesenswerten Artikel „Funkwerk: Eine Aktie für den zweiten Blick“ jedem Anleger ans Herz, der auf der Suche nach einem vernachlässigten, unterbewerteten und hässlich geredeten Langfristinvestment im Nebenwertesektor ist.

Ich habe den einstigen Börsenliebling Funkwerk als Turnaround-Spekulation vor genau zwei Jahren auf meine Empfehlungsliste genommen und seitdem hat sich der Aktienkurs mehr als vervierfacht. Zu viel des Guten, könnte man meinen, aber dem ist nicht so: das jüngste Überschreiten der 10-Euro-Marke dürfte nur ein Zwischenstopp auf dem Weg in deutlich luftigere Höhen sein.

Funkwerk-Chart: boerse-frankfurt.de

Kruse führt aus, dass die Gesellschaft aus dem thüringischen Kölleda lange Zeit als hoffnungsloser Fall gegolten habe und vor einigen Jahren sogar schon kurz vor dem Delisting durch Großaktionär Hörmann Finance (Anteil etwa 78%) stand. Doch unter der neuen CEO Kerstin Schreiber habe Funkwerk den operativen Dreh hinbekommen und schütte erstmal seit Jahren wieder eine Dividenden aus (0,25 Euro je Aktie).

Die Zahlen für 2017 waren bereits Ende März verkündet worden und wurden nun bestätigt. Der Konzernumsatz wuchs leicht auf 77,6 Mio. Euro (Vorjahr: 77,4 Mio.), das Betriebsergebnis verbesserte sich um 31,5% auf 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio.). Das Ergebnis lag deutlich über den Prognosen der Geschäftsführung, die diese erst im August nach oben angepasst hatte. Schon damals hatte ich darauf hingewiesen, dass sich Funkwerk künstlich ertragsschwach reden würde. Und so wurde die erhöhte Prognose für das Betriebsergebnis von 5 Mio. Euro schlussendlich mit 7,2 Mio. Euro um 44% (!) übertroffen.

Dabei wurde auch hier wieder nach allen Regeln der Kunst in die Trickkiste gegriffen, um nicht einen noch höheres Ergebnis ausweisen zu müssen. Kruse führt aus, dass die Gesellschaft auch 2017 über eine üppige Dotierung der sonstigen Rückstellungen in Höhe von knapp 23 Mio. Euro (Vorjahr: 20,9 Mio. Euro) allen erdenkbaren Risiken abgedeckt habe…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto Funkwerk

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