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Oberflächlich betrachtet sieht alles in Ordnung aus. Auf den zweiten Blick zeigen viele Indikatoren an, dass sich die Wirtschaft im freien Fall befindet.

Die US-Wirtschaft wird vom Konsum getragen. Es ist daher besonders wichtig, wie die Stimmung unter Konsumenten ist. Bisher hat sich das Sentiment auf hohem Niveau gehalten – bisher. Seit kurzem kippt die Stimmung. Einen so starken Einbruch wie zuletzt haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Es ist ein schlechtes Omen.

Die Erwartungen der Konsumenten sind immer etwas gedämpft. Hier tut sich bereits seit 2014 nichts mehr. Dafür gab die Lagebeurteilung Entwarnung. Nun sehen Konsumenten nicht einmal mehr die Lage so rosig. Das Sentiment bricht schlichtweg weg.

Das ist ungewöhnlich, denn das Wirtschaftswachstum ist ja oberflächlich betrachtet ziemlich robust. Zuletzt lag es bei mehr als 4 % und die Modelle sehen auch für das derzeit laufende Quartal wieder robustes Wachstum.

Das passt ganz und gar nicht zum Konsumenten, der Stütze der Wirtschaft. Gerade für größere Anschaffungen sehen wir Sentiment-Werte, die an Rezessionen erinnern (Grafik 2). Irgendetwas stimmt da also nicht. Nur was?

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie sich die Divergenz auflösen kann. Die US-Wirtschaft bricht demnächst ein. Das ist eine Möglichkeit. Es ist auch die wahrscheinlichere. Schlechte Stimmung unter Konsumenten hat noch nie zu höheren Konsumausgaben geführt. Wenn diese Ausgaben fehlen, wie soll da die Wirtschaft wachsen?

Das bringt uns zur zweiten Möglichkeit. Die Wirtschaft wird gerade vom Staat getragen. Die Regierung gibt 300 Mrd. mehr aus als im vergangenen Jahr. Das entspricht einem mittelgroßen Konjunkturprogramm. Es gleicht die schlechte Stimmung der Verbraucher aus.

Im Normalfall gibt es Konjunkturprogramme, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst. In den USA ist das derzeit anders. Das kann dazu führen, dass es gar nicht erst zu einem Abschwung kommt. Bis das Konjunkturprogramm ausläuft, könnten Verbraucher schon wieder guter Dinge sein. Die Rezession würde einfach ausfallen.

Persönlich habe ich meine Zweifel, ob das wirklich funktionieren wird. Die Mehrausgaben des Staates sind nicht ausreichend, um stagnierenden Privatkonsum zu kompensieren. Es reicht auch nicht, um sinkende Investitionen auszugleichen. Unternehmen warten derzeit wegen des Handelsstreits mit Investitionen lieber ab.

Ein Ende des Handelsstreits könnte Wunder bewirken. Danach sieht es derzeit nicht aus. Ich halte es daher nach wie vor für wahrscheinlicher, dass die US-Wirtschaft innerhalb der nächsten 12-18 Monate ihr Wachstums-Momentum gänzlich verliert.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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