Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Drei Monate Zeit sind jetzt für Verhandlungen und was wichtiger ist, jüngst eingeführte Strafzölle auf Autoimporte wurden fallengelassen. Autos, die von den USA nach China exportiert werden, werden jetzt nicht mehr mit 40 Prozent verzollt – ein starkes Zeichen des guten Willens. Das Problem bleibt aber, dass sowohl die Demokraten als auch die Republikaner im Herbst ein 600 Milliarden US-Dollar schweres Gesetz zur Eindämmung der wirtschaftlichen und militärischen Expansion Chinas beschlossen haben. Also auch wenn jetzt Verhandlungen möglich sind, ist das Ganze nicht gleichbedeutend mit einem Ende des Handelskonflikts.

Das spielt aber jetzt erst mal keine Rolle. Der Deutsche Aktienindex startet mit einem stattlichen Kurssprung von mehr als 200 Punkten in die Woche. Die große Frage aber bleibt, ob Investoren bereit, nur aufgrund der Lippenbekenntnisse aus Buenos Aires den Brexit und Italien vollends zu vergessen.

Eine gute Orientierung, wie es an der Wall Street weitergeht, wo es kein Italien und keinen Brexit gibt, bietet der S&P 500 Index. In der Region der Oktoberhochs bei 2.821 Punkten springt der Markt ziemlich direkt an einen Widerstand. Hier geht es nun darum, ob die Kurslücke gehalten und verteidigt wird oder ob hier erneut Verkäufer in den Markt kommen. Die Wall Street hat durch die Entspannung im Handelskonflikt und durch die gutgemeinten Worte des Notenbankchefs zumindest ziemlich viel Rückenwind erhalten.

Jochen Stanzl

Ein Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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