Der dänische Windenergiekonzern Vestas Wind Systems (WKN: A3CMNS / ISIN: DK0061539921) konnte zuletzt vor allem mit dem Auftragseingang und verbesserten Margenaussichten punkten. Zudem sorgen die steigenden Ölpreise dafür, dass der Fokus auch auf Anlegerseite wieder stärker in Richtung erneuerbare Energien gelenkt wird.
Erneuerbare Energien als Alternative
Zuletzt erlebten die Ölpreise einen erneuten Anstieg. Die Straße von Hormus bleibt weitgehend gesperrt, gleichzeitig lehnen sowohl Washington als auch Teheran weitere Gespräche ab, nachdem das Mitte Juni vereinbarte 60-tägige Verhandlungs-Waffenstillstandsabkommen am Montag ohne eine formelle Anschlussvereinbarung ausgelaufen war.
Das Abkommen sollte Raum für diplomatische Verhandlungen schaffen. US-Präsident Donald Trump schloss eine Verlängerung des Waffenstillstands jedoch aus. Er sagte, der Iran werde die Bedingungen nicht akzeptieren, die er für notwendig halte, um den Krieg zu beenden. Mit einer erneuten Ausweitung des Konflikts dürften die Ölnotierungen weiteren Auftrieb erleben, was wiederum erneuerbare Energien als Alternative stärken sollte.
Ohnehin konnten die Branchenvertreter wie Vestas Wind Systems in diesem Jahr nicht nur aufgrund der steigenden Ölpreise mit Erholungstendenzen aufwarten. Die Aktie des dänischen Windturbinenspezialisten liegt seit Anfang 2026 mit rund 18 Prozent im Plus. Zuletzt wurde die Stimmung zusätzlich durch die Ergebnisse zum zweiten Quartal und eine angehobene Prognose angekurbelt.
Starke Auftragslage
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Vestas einen Umsatz von 4,7 Mrd. Euro. Dies bedeutete einen Anstieg von 26,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern vor Sondereffekten (EBIT) belief sich auf 446 Mio. Euro, was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 9,4 Prozent entspricht, verglichen mit 1,5 Prozent im zweiten Quartal des Vorjahres.
Erfreulich gestaltet sich auch der Blick auf die Auftragsentwicklung. Der Quartalsauftragseingang für verbindliche und bedingungslose Windturbinenaufträge belief sich laut Konzernangaben auf 3.349 MW, was einem Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Wert des Auftragsbestands für Windturbinen lag zum 30. Juni 2026 bei 36,0 Mrd. Euro. Inklusive Serviceverträgen lag der Auftragsbestand zuletzt bei 76,9 Mrd. Euro.
Auch deshalb wird die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben: Der Umsatz soll weiterhin zwischen 20 und 22 Mrd. Euro liegen, während die EBIT-Marge vor Sondereffekten nun zwischen 7 und 9 Prozent erwartet wird. Zuvor wurde ein Wert zwischen 6 und 8 Prozent in Aussicht gestellt. Freuen können sich Anteilseigner aber auch über ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 400 Mio. Euro. Am Markt wurde dies honoriert.
Goldman-Sachs-Analyst Ajay Patel verwies vor allem darauf, dass das zweite Quartal ein stärkeres Ergebnisbild gezeichnet habe. Dem Experten gefielen insbesondere die neuen Gewinn- und Ausschüttungsambitionen. Colin Moody, Analyst bei RBC Capital, stellt seinerseits die erwarteten Margen- und Umsatzsteigerungen heraus.
Mein Fazit
Vestas Wind Systems präsentiert sich derzeit mit einer deutlich verbesserten operativen Entwicklung und einer starken Auftragslage. Das kräftige Umsatz- und Ergebniswachstum im zweiten Quartal, der um 67 Prozent gestiegene Auftragseingang sowie der hohe Auftragsbestand unterstreichen die positive Geschäftsdynamik. Mit der angehobenen Margenprognose und dem neuen Aktienrückkaufprogramm setzt das Management zudem positive Signale für die weitere Entwicklung. Zusätzlichen Rückenwind könnte die anhaltende Unsicherheit an den Ölmärkten liefern.
Anleger, die den Weg zur CO2-Neutralität zu einem gewissen Teil in ihren Depots abbilden möchten, können dies beispielsweise mit einem Indexzertifikat auf den „Grüne Zukunft Index“ (WKN: DA0ABH/ ISIN: DE000DA0ABH7) tun.









