Bildquelle: Pressefoto Andritz

Eine Tochtergesellschaft von Andritz (WKN: 632305 / ISIN: AT0000730007) hat angeblich Zahlungen für einen Auftrag in Venezuela geleistet. Laut der österreichischen Recherche-Plattform Addendum behauptet dies ein ehemaliger Geschäftsführer, dem zufolge Millionenzahlungen über dubiose Beraterverträge abgewickelt wurden. Abgespielt haben soll sich dies rund um die Modernisierung des venezolanischen Riesenwasserkraftwerks Guri vor über zehn Jahren. Der Auftragswert betrug damals rund 100 Mio. Euro und ging etwa zu gleichen Teilen an die beiden Konsortialpartner Andritz und Voith Siemens Sao Paulo, teilte Andritz im Januar 2007 mit.

Fall nicht vollständig aufgeklärt
Laut Andritz konnten die angeblichen Schmiergeldzahlungen nicht vollständig aufgeklärt werden. „Es gab keine Beweise für Korruption, aber auch keine Sicherheit für das Gegenteil“, so ein Andritz-Pressesprecher. Der Andritz-Vorstand hatte von den Vorwürfen bereits Mitte März 2012 erfahren. Zwei Tage später wurde der Vorstandsbeschluss zur internen Überprüfung gefasst, konkretisierte der Sprecher.

Nachdem die Vorwürfe vom früheren Geschäftsführer einer Tochterfirma in Mexiko Ende August 2014 „konkreter und ausführlicher“ wiederholt worden waren, wurde eine weitere Revision der Compliance-Abteilung mit zusätzlicher externer Unterstützung durchgeführt, die den Fall aber eben nicht vollständig aufklärte. Damit lässt der steirische Anlagenbauer offen, was genau an den Anschuldigungen rund um die Schmiergeldzahlungen dran ist.

Gewinneinbruch, aber …
Andritz-Anleger reagierten gelassen auf die Bestechungsvorwürfe gegen Andritz. Die Aktie hat seit Anfang April über 10 Prozent zugelegt. Ein Hauptgrund für den jüngsten Kursschub dürften die Geschäftszahlen für das abgeschlossene Jahr 2018 sein. Zwar sank der Gewinn im Vergleich zu 2017 aufgrund von Rückstellungen für geplante Restrukturierungskosten um 16 Prozent auf 220 Mio. Euro. Doch der Umsatz ist um 2 Prozent auf 6 Mrd. Euro geklettert.

Positiver Ausblick für 2019!
Laut Andritz ist die Nachfrage in allen Geschäftsbereichen gestiegen. Besonders stark fällt dabei die Entwicklung der Aufträge aus. So hat der Auftragsbestand im Vergleich zu 2017 sogar von 6,4 Mrd. Euro auf 7,1 Mrd. Euro zugelegt (+11 Prozent). Aus diesem Grund erwartet Andritz für das laufende Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatzanstieg und eine Erhöhung der Rentabilität.

Neues Kaufsignal eröffnet Gewinnpotenzial von 28 Prozent!
An der Börse hat Andritz am Donnerstag ein neues Sechs-Wochen-Hoch und damit ein neues Kaufsignal generiert. Durch die jüngsten Kursgewinne nimmt die Aktie jetzt Anlauf auf die bei 44,80 Euro verlaufende 200-Tage-Linie und das 2019er-Hoch bei 44,94 Euro. Gelingt der Wechsel in den langfristigen Aufwärtstrend und der Ausbruch über das bisherige 2019er-Top, dürfte die Aktie das September-2018-Jahreshoch bei 52,90 Euro ins Visier nehmen. Danach eröffnet sich Bewegungspotenzial bis zum 2017er-Jahreshoch (54,90 Euro). Mittelfristig errechnet sich so eine Kursgewinnperspektive von 28 Prozent.

Wer gehebelt von Kurssteigerungen der Andritz-Aktie profitieren möchte, setzt beispielsweise auf entsprechende Hebelprodukte, wie diesen HVB Turbo Bull (WKN: HX8ELB / ISIN: DE000HX8ELB3). Für Shorties existieren ebenfalls genügend passende Produkte, wie dieser Mini Future Bear auf Andritz (WKN:  HU9K9Y/ ISIN: DE000HU9K9Y7).

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Bildquelle: Pressefoto Andritz

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