BlackRock: Wie nachhaltig ist die Outperformance?

BlackRock übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Doch hohe Performancegebühren werfen die Frage auf, wie nachhaltig die starke Entwicklung ist.

(Bildquelle: unsplash / David Vives)

BlackRock (WKN: 928193 / ISIN: US09247X1019) konnte über den Erwartungen liegende Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 abliefern. Allerdings fragen sich Anleger auch, ob diese Outperformance beim weltgrößten Vermögensverwalter nachhaltig ist.

BlackRock liefert einige positive Überraschungen

Nach einem ersten Kurssprung sorgten die allgemeinen Marktturbulenzen am Mittwoch im Zusammenhang mit der überraschend hohen US-Inflation im September dafür, dass die BlackRock-Aktie nahezu sämtliche Kursgewinne wieder abgeben musste. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal einen deutlichen Anstieg des Gewinns je Aktie. Dieser kletterte um 38 Prozent auf 15,93 US-Dollar und lag damit auch über den Konsensschätzungen von 14,15 US-Dollar.

Die positive Überraschung war auf höhere Umsätze und eine Ausweitung der Marge zurückzuführen. Die Erlöse stiegen zwischen Juli und September im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 7,75 Mrd. US-Dollar. Hier hatten Analysten im Schnitt mit 7,4 Mrd. US-Dollar gerechnet. Die operative Marge stieg um 320 Basispunkte auf 47,8 Prozent. Das verwaltete Vermögen wuchs um 15 Prozent auf 15,48 Billionen US-Dollar und lag damit leicht unter den erwarteten 15,57 Billionen US-Dollar.

Auf Unternehmensseite freut man sich nun aber auf das vierte Quartal. Im Quartalsbericht hieß es: „Wir gehen mit zunehmender Dynamik in unser saisonal stärkstes viertes Quartal und verfügen über eine breite Projektpipeline, die das Gesamtportfolio, private Märkte, Altersvorsorge und unsere internationalen Plattformen umfasst. Die Nachfrage nach Kapital wächst in der gesamten Weltwirtschaft, und BlackRock steht immer mehr im Zentrum der Frage, wie dieses Kapital eingesetzt und verwaltet wird.“

Starker Partner

Alles in allem hat BlackRock bei den wichtigsten Kennzahlen wie Umsatz, Margen, Gewinn und langfristigen Nettozuflüssen starke Ergebnisse abgeliefert. Ein möglicher Kritikpunkt könnten die deutlich über den Erwartungen liegenden Performancegebühren sein. Mit 630 Mio. US-Dollar lagen diese mehr als doppelt so hoch wie im Vorquartal und deutlich über der Konsensprognose von rund 430 Mio. US-Dollar. Hintergrund ist, dass bei bestimmten Fonds zusätzlich zu den laufenden Kosten eine Erfolgsgebühr anfallen kann.

Im BlackRock-Prospekt wird sie je nach Fonds beispielsweise daran geknüpft, ob der Fonds seine Vergleichsgröße übertrifft oder einen früheren Höchststand wieder erreicht. Dieser Posten schwankt aber stark. Aus diesem Grund darf die Frage nach der Nachhaltigkeit dieser Outperformance gestellt werden. Konzernchef Larry Fink zeigte sich jedoch überzeugt, dass die positive Performance weitergehen sollte, zumal man auch von neuen Technologien und den enormen Investitionen im KI-Sektor profitiere.

„BlackRock vereint über Jahrzehnte aufgebaute Beziehungen zu Emittenten, Finanzierungskompetenz, Anlageerfolge sowie die Technologie und Daten, die alles miteinander verbinden. Diese Kombination hebt uns in jeder Region, in der wir tätig sind, von anderen Anbietern ab. Deshalb gewinnt BlackRock Mandate an der Spitze der Kapitalmärkte – von Finanzierungen für Hyperscaler über die Auslagerung von Pensionslösungen bis hin zu Partnerschaften mit Aladdin und Preqin“, sagt Fink.

Höherer Kapitalbedarf schafft Chancen

Laut BlackRock-Chef Fink führte die anhaltend starke Anlageperformance zu 66 Mrd. US-Dollar an aktiven Nettozuflüssen, vor allem in den eigenen Renten- und systematischen Anlagestrategien. iShares erzielte Nettozuflüsse von 135 Mrd. US-Dollar, breit verteilt über Kategorien und globale Produktlinien.

Zudem habe man sich frühzeitig speziell auf den KI-Boom und den dort herrschenden Kapitalbedarf eingestellt. BlackRocks Fähigkeit, Finanzierungen in großem Umfang zu initiieren und zu strukturieren, schaffe laut Fink erstklassige Finanzierungsbeziehungen und Zugang zu Anlagemöglichkeiten für BlackRock-Kunden. In den vergangenen zwölf Monaten habe man 68 Mrd. US-Dollar für private Märkte eingeworben.

Gleichzeitig habe die AI Infrastructure Partnership in diesem Quartal ihre erste Investition getätigt. „Der Kapitalbedarf wächst in der Weltwirtschaft, und BlackRock steht zunehmend im Zentrum der Frage, wie dieses Kapital eingesetzt und verwaltet wird. Ich bin überzeugt von den Chancen, die sich daraus für unsere Kunden ergeben, und vom langfristigen Wert, den wir für unsere Aktionäre schaffen können“, so Fink weiter.

Mein Fazit

BlackRock hat im dritten Quartal mit kräftigem Umsatz- und Gewinnwachstum sowie einer höheren operativen Marge überzeugt. Auch die Nettozuflüsse und die Nachfrage nach iShares und aktiven Strategien sprechen für die Stärke des Geschäfts. Rückenwind könnten zudem die steigenden Finanzierungserfordernisse in den privaten Märkten und rund um KI liefern. Ein Fragezeichen bleibt jedoch hinter der Nachhaltigkeit der jüngsten Outperformance.

Anleger, die auf eine ganze Auswahl von Aktien aus dem Universum erfolgreicher Beteiligungs- und Private-Equity-Konzerne wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway, BlackRock, Blackstone oder Apollo Global Management Inc. setzen wollen, schauen sich das Indexzertifikat auf den Investment Legends Index (WKN: DA0AC7 / ISIN: DE000DA0AC70) an.

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