Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Ein starker Ausklang konnte vor dem Pfingstwochenende im DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) verzeichnet werden. Der Leitindex gewann 2,7 Prozent hinzu und eroberte die 12.000er-Marke zurück. Damit folgte er der Wall Street, welche noch deutlicher (genau um 4,7 Prozent) zulegen konnte. Dabei ging ich in der Vorwochenanalyse noch von weiteren Abgaben aus. Denn der Tageschart generierte recht eindeutige negative Signale. Es war konkret die Rede von einem Eintauchen in den 11.600er-Bereich, wie hier rückblickend dargestellt:

Mit 11.620 liefen wir diesen dann auch recht schnell an, erholten uns jedoch zusehends davon. Es gab wieder positive Handelstage und zwar 4 von 5 in dieser Handelswoche, so dass wir insgesamt nicht nur mit einem deutlichen Plus die Woche beenden konnten, sondern eindrucksvoll die 12.000er-Marke zurückeroberten. Dies kam nicht von ungefähr. Schon am Dienstag bäumte sich der Markt zu seiner ehemaligen Unterstützung hin auf:

Diese konnte am Mittwoch überschritten und sogar die 12.000 in Angriff genommen werden – eine Marke, die vor allem psychologisch stark ist. Sie stoppte den Trend und sorgte in der zweiten Wochenhälfte für eine Orientierungsphase. Man kann die Woche somit splitten in die erste Trendphase:

Und in die zweite Phase – dem Auspendeln oberhalb der 12.000er-Marke:

Auf ein Spiel mit dieser runden Marke spekulierten immer wieder Trader bis zum Wochenausklang. Mich inbegriffen, wie man zur EZB-Sitzung am Donnerstag sehen konnte. Hierzu ein Livetrade von mir (weitere Infos):

 

Was war hier der Auslöser? Die EZB möchte die Niedrigzinsphase noch mindestens bis in den Sommer 2020 hinein beibehalten. Konjunkturelle Risiken sollen damit abgefangen werden. Ein Schlag ins Gesicht für viele Sparer, die auf einen Zinsanstieg hoffen, ebenso wie für die Bankenwerte. So fiel beispielsweise die Deutsche Bank auf ein neues Mehr-Jahres-Tief bei 5,81 Euro und verlor damit rund 40 Prozent an Wert auf Sicht von einem Jahr.

Bis 11.899 Punkte ging der Angriff der Bären nach der EZB noch einmal, doch am Ende siegten die Bullen und eroberten die 12.000er-Marke zum Wochenausklang zurück. Immerhin knapp 500 Punkte vom Wochentief zum Wochenhoch und wie geschrieben 4 positive Handelstage:

Das konnte nur der Dow Jones übertreffen. Mit 4,7 Prozent und keiner Konsolidierung in der zweiten Wochenhälfte vollzog er eine beeindruckende Trendbewegung in dieser Woche:

 

Dabei performte der Dow Jones fast doppelt so gut wie der DAX und überwand folgende Widerstandszone zum Wochenausklang:

Ein Test dieser Zone ist für den Dow Jones nun noch einmal wichtig. Positiv könnte dann die Einigung im Handelsstreit der USA mit Mexiko wirken und weiteres Potenzial bis 26.300 Punkte freisetzen. Laut BoerseARD sind die Strafzölle in letzter Minute nicht angesetzt worden. Sie sind nicht gänzlich vom Tisch, sondern nur „auf unbestimmte Zeit verschoben“. Daraus ergäbe sich dann zumindest ein positiver Flow.

An der Wall Street wäre aus diesem Stundenchart erst ein Rückfall unter 25.800 Punkte als negativ zu werten. Doch kommen wir zurück zum DAX, der die Bewegung der Wall Street als Nachwehen der EZB-Sitzung nicht mitmachte.

Durch das Reversal im Wochenverlauf von 11.620 Punkten im Tief auf nahezu 12.100 Punkte im Hoch konnte sich der Deutsche Aktienindex nun wieder an seine alten Widerstände aus Mai heran kämpfen. Im Stundenchart sind diese noch immer verzeichnet und dienen mir als erste Orientierung:

Dort ist ein Überschreiten der 12.100 das nächste große Kaufsignal. Hieraus ergeben sich dann zwei weitere Ziele im Chartbild – die 12.210 und noch höher die 12.310:

Würden diese erreicht, wären die DAX-Verluste aus dem Mai dann vollständig ausgeglichen.

Man kann die Lethargie am Freitag gegenüber dem US-Anstieg jedoch auch als Schwäche interpretieren. Bei diesem Szenario ergäben sich die Unterstützungen 11.980, darunter 11.930 und 11.860 noch einmal aus dem Chartbild der vergangenen Wochen:

Welche Richtung er letztlich einschlägt, ist sicherlich auch von den Daten aus dem Wirtschaftskalender abhängig. Bereits am Mittwoch spricht EZB-Chef Mario Draghi um 10.15 Uhr erneut und könnte, ähnlich wie nach der EZB-Sitzung, die Märkte bewegen.

Mittwoch um 14.30 Uhr schauen Börsianer dann mit Spannung auf die US-Verbraucherpreise. Zum Wochenausklang wird in den USA am Freitag 14.30 Uhr das Controlling im Einzelhandel und um 16 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan veröffentlicht.

Es dürfte also spannend bleiben. Als Trader freue ich mich sehr über die Volatilität derzeit.

Viel Erfolg wünscht Ihnen hierbei Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

 

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