Bildquelle: Pressefoto United Internet

Die Aktie von United Internet (WKN: 508903 / ISIN: DE0005089031) steht zum Wochenauftakt am Montagvormittag unter kräftigem Verkaufsdruck und fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Kursstand seit dem Mai. Grund für den Kurseinbruch sind die Preisforderungen des Konkurrenten Telefónica Deutschland (WKN: A1J5RX / ISIN: DE000A1J5RX9) für die Nutzung dessen Mobilfunknetzes, weshalb United Intenet die Prognose für den operativen Gewinn nach unten anpassen musste.

Ergebnisrückgang wird erwartet

Statt eines Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 1,266 Mrd. Euro und damit auf Vorjahreshöhe wird nun ein Rückgang auf 1,18 Mrd. Euro prognostiziert. Das teilte der Konzern am Samstag in Montabaur mit.

„Außerdem wird es auch in den Folgejahren zu hohen Ergebnisrückgängen kommen, sollten die von Telefónica geforderten Preise dauerhaft anwendbar sein.“ United Internet hält die in Rechnung gestellten Vorleistungspreise für Juli und August für nicht angemessen und will sich dagegen zur Wehr setzen.

Schwierige Verhandlungen

Zwischen Telefónica Deutschland (O2) und der United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch (WKN: 554550 / ISIN: DE0005545503) laufen derzeit Verhandlungen über die Preise für die Bereitstellung von Mobilfunkkapazitäten. Diese muss Telefónica Deutschland unter anderem als eine Auflage der Fusion mit E-Plus zur Verfügung stellen.

1&1 Drillisch ist der Ansicht, dass die von Telefónica ab 1. Juli 2020 geforderten Vorleistungspreise nicht übereinstimmen mit den Selbstverpflichtungen von Telefónica unter der Freigabeentscheidung der EU-Kommission zur Fusion mit E-Plus. Außerdem sollen die Preise auch nicht im Rahmen des bisher bestehenden Vertrags mit Telefónica sein. Hier ist im Juli die erste fünfjährige Verlängerungsphase gestartet, obwohl es noch keine Einigung über die Preise gibt.

Kein eigenes Mobilfunknetz

Laut United Internet hat der Ausgang der laufenden Verhandlungen auch Auswirkungen auf den von 1&1 Drillisch geplanten Aufbau eines 5G-Netzes, da für einen mehrjährigen Übergangszeitraum dafür National Roaming benötigt wird. Beim Ausbau des 5G-Netzes ist Zusammenarbeit zwischen den Konkurrenten gefragt, doch daran haperte es zuletzt. Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerbern verfügt die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch bislang noch nicht über ein eigenes Mobilfunknetz und muss vorerst einige Frequenzblöcke von Telefónica mieten.

200-Tage-Linie im Fokus

Durch den Kurssturz vom Montagvormittag von zeitweise über 13 Prozent (aktuell: 34,50 Euro) ist die Aktie von United Internet bis knapp über die 200-Tage-Linie (33,60 Euro) zurückgefallen. Diese muss jetzt halten, um den übergeordneten Aufwärtstrend zu verteidigen. Die im TecDAX und im MDAX notierte Aktie steht damit jetzt am Scheideweg.

Anleger, die von der Schwäche von United Internet überzeugt sind, können mit einem Short-Zertifikat (WKN: MA1WTG / ISIN: DE000MA1WTG2) gehebelt von Kursverlusten profitieren. Wer dagegen bei United Internet auf steigende Kurse setzen möchte, kann das Long-Zertifikat (WKN: MC8C20 / ISIN: DE000MC8C200) dazu nutzen.

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Bildquelle: Pressefoto United Internet

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