Bildquelle: Pixabay / Alexas_Fotos

Die meisten Menschen neigen dazu, bei ihren Kaufentscheidungen immer wieder auf ihre bekannten und geschätzten Markenartikel zurückzugreifen, und das oft über Jahrzehnte hinweg. Unternehmen, die es schaffen, diese zugkräftigen Marken zu etablieren, können sich von der Konkurrenz absetzen und schaffen sich quasi einen Schutzwall vor neuen Mittwettbewerbern. Starke Marken sorgen so häufig selbst in schwierigen Wirtschaftsphasen wie der nach wie vor andauernden Corona-Krise für stabile Umsätze und überdurchschnittliche Gewinnmargen. Ein schönes Beispiel für einen deutschen Marken-Traditionskonzern ist Leifheit (WKN: 646450 / ISIN: DE0006464506).

Riesige Angebotspalette

Die Wurzeln der Leifheit AG reichen zurück bis ins Jahr 1959, in dem Ingeborg und Günter Leifheit in Nassau die „Günter Leifheit KG“ gründeten. Ziel von Gründer Günter Leifheit war es von Anfang an, die Hausarbeit einfacher zu gestalten und dadurch Zeit zu sparen. Um diese Vision umzusetzen, wurde 1960 die Produktion des Leifheit Teppichkehrers Regulus aufgenommen, der nach wie vor erhältlich ist. Bereits zehn Jahre nach der Einführung produzierte Leifheit zwei Millionen Teppichkehrer im Jahr und war damit zum europäischen Marktführer aufgestiegen.

Heute gehört Leifheit zu den führenden europäischen Anbietern von innovativen Haushaltsartikeln im Markensegment, die sich durch eine hohe Qualität und einen hohen Gebrauchsnutzen sowie ein funktionales Design auszeichnen. Die Angebotspalette ist riesig und erstreckt sich von Bodenwischern, Handkehrsets und Fensterabziehern über Dosenöffner, Knoblauchpressen und Handmühlen hin bis zu Wandtrocknern, Kurzzeitmessern und Haushaltsscheren.

Produkte weltweit beliebt

Zum Leifheit-Konzern zählt neben der Marke Leifheit selbst insbesondere noch Soehnle, ebenfalls eine der bekanntesten Marken Deutschlands, unter deren Namen beispielsweise Haushalts- und Personenwaagen und Produkte zur Luftbehandlung vertrieben werden. Außerdem setzt Leifheit neben dem Markengeschäft auch noch auf Handelswaren, die primär von den französischen Tochtergesellschaften Birambeau und Herby angeboten werden. Die Leifheit-Gruppe beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und hat ihren Sitz in Nassau/Lahn. Von hier aus werden die Produkte in mehr als 80 Länder geliefert. Der Konzern verfügt über 15 eigene Standorte und Niederlassungen, darunter fünf Logistik- und Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich und der Tschechischen Republik. Die wichtigsten Absatzmärkte liegen dabei in den Regionen Zentral- und Osteuropa, gefolgt von Asien und den USA.

Geschäft soll ausgebaut werden

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019 verzeichnete Leifheit einen Umsatz von 234 Mio. Euro und verteidigte damit das Umsatzniveau des Vorjahres (234 Mio. Euro). Unter dem Strich wurde dabei ein Gewinn von rund sechs Mio. Euro erzielt, was im Vergleich zu 2018 einen Rückgang um 31 Prozent bedeutete. Der Gewinn wurde dabei unter anderem belastet durch höhere Investitionen für Verbraucherwerbung in ausgewählten Märkten, mit denen das Geschäft mit den Marken Leifheit und Soehnle ausgebaut werden soll.

Operativer Gewinn mehr als verdoppelt

Diese Strategie schlug sich jedoch positiv in den vorläufigen Geschäftszahlen zum Zeitraum Januar bis September 2020 nieder, die Leifheit Mitte Oktober bekanntgab. So verbesserte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 202 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde sogar mehr als verdoppelt (+115 Prozent, 15 Mio. Euro). Laut Leifheit trugen zum EBIT-Wachstum vor allem die Verbesserung der Bruttomarge von 42,8 auf 44,7 Prozent und ein striktes Kosten-Management mit bei.

Prognose angehoben

Außerdem resultieren die äußerst erfreulichen Geschäftszahlen laut Leifheit auch aus einem starken Ergebnis- und Umsatzwachstum im September, das insbesondere aufgrund von TV-Werbung erzielt wurde. Der Vorstand hebt seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 deshalb an und geht nun von einem Wachstum der Konzernumsätze zwischen elf und 13 Prozent (2019: 234 Mio. Euro) und einem Konzern-EBIT von 17 bis 19 Mio. Euro (2019: zehn Mio. Euro) für das Geschäftsjahr 2020 aus.

Allzeithoch im Visier

An der Börse fiel die Aktie von Leifheit im März dieses Jahres auf ein Sechsjahrestief bei 14 Euro. Von diesem Boden aus startete eine steile Aufhol-Rallye, im Zuge der die Notierungen bis Anfang November um zeitweise mehr als 140 Prozent zulegen konnten. In Kürze könnte damit das Allzeithoch von 2017 bei 37,60 Euro in Angriff genommen werden. Ein Ausbruch nach oben würde ein starkes Kaufsignal bedeuten. Die Leifheit-Aktie ist dementsprechend derzeit äußerst aussichtsreich. Allerdings sollten Anleger bei der Aktie zwischenzeitliche, teils kräftige Kursrücksetzer einkalkulieren, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.

Moderate Dividendenrendite

Im Rahmen der auf den 30. September 2020 verschobenen virtuellen Hauptversammlung wurde eine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 von 0,55 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie beschlossen. Wegen der guten Geschäftsentwicklung ist damit zu rechnen, dass auch im kommenden Jahr 2021 eine Dividende für 2020 von mindestens 0,55 Euro ausgeschüttet wird. Damit würde sich bei der Leifheit-Aktie aktuell eine Dividendenrendite von moderaten 1,6 Prozent errechnen.

Fazit

Die Geschäfte des Traditionsunternehmens Leifheit laufen auch in der Corona-Pandemie blendend, wie die jüngsten Geschäftszahlen gezeigt haben. Auch an der Börse dürfte es für Leifheit weiter nach oben gehen, wobei hier jetzt neue Kaufsignale in der Luft liegen. Die Aktie zeigte sich in den vergangenen Jahren aber volatil, weshalb hier ein möglicher Einstieg nur mit kleinem Kapitaleinsatz vorgenommen werden sollte.

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