Hat Biontech mehr zu bieten?

Biontech bleibt auf der Suche nach neuen Therapien und Impfstoffen

(Bildquelle: Pixabay / spencerbdavis1)

In diesen Tagen hat der US-Pharmakonzern Pfizer seine Prognose gesenkt und damit noch einmal eindrucksvoll gezeigt, wie sehr sich die Welt nach COVID-19 verändert hat. Zur Prognosesenkung hatten vor allem niedrigere Umsatzerwartungen mit COVID-19-Medikamenten beigetragen. Dies sind schlechte Nachrichten auch für Biontech (WKN: A2PSR2 / ISIN: US09075V1026). Schließlich ist das Unternehmen Pfizer-Partner beim selbst entwickelten Corona-Impfstoff Comirnaty.

Umsatzerwartungen für COVID-19-Mittel sinken

Im Fall des Corona-Medikaments hatte Pfizer die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr um 7,0 Mrd. US-Dollar nach unten gefahren. Für den Mainzer Biotechnologiekonzern Biontech ist wiederum der Umstand besonders schmerzhaft, dass auch die Umsatzerwartungen für Comirnaty von Pfizer für das Gesamtjahr 2023 um etwa 2,0 Mrd. US-Dollar nach unten gefahren wurden. Als Begründung wurden niedriger als erwartete Impfquoten angegeben.

Somit traut man sich 2023 nur noch Erlöse in Höhe von 58,0 bis 61,0 Mrd. US-Dollar zu, nachdem zuvor ein Wert von 67,0 bis 70,0 Mrd. US-Dollar erwartet worden war. Pfizer hat damit für ein weiteres unmissverständliches Zeichen gesorgt, dass die Hochphase für die einstigen COVID-19-Impfstoffstars wie Biontech oder Moderna vorbei ist. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich die Erde auch nach der Corona-Pandemie weiterdreht und Biontech & Co in der Pandemie ihren Wert für die Gesellschaft unter Beweis stellen konnten.

Biontech hat einiges aus der Corona-Pandemie gelernt

Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Impfstoffe sein können. Für Biontech ist es zu hoffen, dass die Entwicklung von Vakzinen nun auch in anderen Bereichen angekurbelt wird. Außerdem ist das Thema mRNA auf den Plan getreten.

Gute Nachrichten für ein Unternehmen, das laut eigener Darstellung bei der Entwicklung von Therapien für Krebs und andere schwere Erkrankungen Pionierarbeit leistet und dabei eine Vielzahl an modernen therapeutischen Plattformen und Bioinformatik-Tools kombiniert.

Günstige Einstiegsgelegenheit im Fall der Biontech-Aktie?

Nach den Übertreibungen in Zeiten der Corona-Pandemie, als die Biontech-Aktie sogar als neue deutsche Volksaktie gehandelt, wurde erlebte das Papier einen steilen Absturz. Eine Zeit lang sah es so aus, als sollte sich im Bereich der Marke von 100 Euro ein Boden gebildet haben.

Die schwierigen Gesamtmarktbedingungen sowie die Pfizer-Prognosesenkung brachten das Papier kurzfristig jedoch weiter unter Druck. Zumindest hat sich zuletzt eine deutlich günstigere Einstiegsgelegenheit für diejenigen Anleger ergeben, die der Ansicht sind, dass Biontech mehr als den in der Pandemie sehr erfolgreichen COVID-19-Impfstoff zu bieten hat.

Mein Fazit

Die Erwartungen von der neuen deutschen Volksaktie hat Biontech in den vergangenen Jahren klar verfehlt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der mRNA-Spezialist kein Potenzial mitbringen würde. Zumal die günstigeren Einstiegskurse auch Schnäppchenjäger zum Nachdenken bringen sollten.

Wer von den Impfstoff-Entwicklern überzeugt ist, allerdings das Einzelaktien-Risiko vermeiden und stattdessen auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AB4 / ISIN: DE000DA0AB48) auf den Pharma Impfstoff-Aktien Index anschauen. In diesem sind neben Biontech weitere Player aus diesem Bereich wie Moderna, Novavax und Curevac vertreten.