Niemand kann Netflix das Wasser reichen

Der Streaming-Dienst scheint sich im Bereich Video-on-Demand immer mehr gegen die Konkurrenten Disney, Apple, Amazon & Co durchzusetzen.

Bildquelle: Pressefoto Netflix

HBO, Paramount+, Walt Disney mit Disney+, der iPhone-Konzern Apple mit Apple TV+ oder Amazon Prime wollte den Erfolg von Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) kopieren und ganz groß in das Streaming-Geschäft einsteigen. Allerdings mussten sie fast alle feststellen, wie hart es angesichts der Konkurrenzsituation sowie hoher Ausgaben für Inhalte und Marketing ist, profitabel zu arbeiten. Außerdem hat sich Netflix in den vergangenen Jahren einen enormen Vorsprung erkämpft, sodass einige Filmstudios bereits das Handtuch werfen.

Statt Filme oder Serien exklusiv für ihre eigenen Streaming-Dienste zu behalten, lizensieren sie diese wieder häufiger an Netflix, um auf diese Weise mit den Lizenzeinnahmen höhere Gewinne zu erwirtschaften. So habe laut “Financial Times” HBO, hinter dem Warner Bros Discovery steckt, im Sommer 2023 damit begonnen, ältere Serien wie Insecure, Six Feet Under, Ballers und Band of Brothers an Netflix zu lizensieren. Bank of America-Analystin Jessica Reif Ehrlich geht sogar so weit zu sagen, dass Netflix die sogenannten “Streaming Wars” gewonnen hat.

Netflix als Sieger in den “Streaming Wars”?

Kurz vor der heute Abend anstehenden Bekanntgabe der Netflix-Zahlen zum vierten Quartal 2023 hat sie im Fall der Netflix-Aktie das Kursziel von 525,00 auf 585,00 US-Dollar angehoben. Dies würde aktuell einem Kurspotenzial von mehr als 20 Prozent entsprechen. Daher wurde auch die “Buy”-Einschätzung bestätigt. Aus ihrer Sicht hätten mehrere Medienunternehmen ihre Streaming-Ambitionen in den vergangenen 18 Monaten neu bewertet.

Dies sei ein Eingeständnis, dass nicht alle in der Lage sein werden, die globale Reichweite und den Umfang von Netflix beim Streaming zu erreichen. Aus Analystensicht wird daher immer deutlicher, dass Netflix die “Streaming Wars” gewonnen hat. Für Netflix wird die Möglichkeit, Inhalte von Drittanbietern zu kaufen, laut Einschätzung der Marktexpertin wahrscheinlich zu zusätzlichen Effizienzsteigerungen bei den Ausgaben für Inhalte führen.

Netflix will noch profitabler werden

Loop Capital-Analyst Alan Gould verweist seinerseits darauf, dass die “Dominanz von Netflix immer deutlicher” würde. Die traditionellen Studios müssten ihre Strategie umstellen und stärker auf die Gewinne achten. Höhere Abonnementpreise und reduzierte Ausgaben für Inhalte würden auch Netflix helfen. Außerdem verweist auch er darauf, dass wieder Inhalte an Netflix lizensiert werden. Welche finanziellen Auswirkungen dies hatte, dürfte sich an den Q4-Zahlen zeigen.

Die Stimmung rund um Netflix hatte sich zuletzt angesichts der Erfolge neuer werbefinanzierter Angebote und der Schwächen der Konkurrenz aufgehellt. Für das abgelaufene vierte Quartal 2023 erwarten Analysten im Schnitt einen bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 2,17 US-Dollar bei einem Umsatzanstieg um 10,8 Prozent auf 8,70 Mrd. US-Dollar. Die Zahl der Abonnenten soll netto um 8,89 Millionen angewachsen sein. Mit Blick auf den Umsatz pro User wird mit einem Wert von 11,55 US-Dollar gerechnet.

Noch wichtiger könnten jedoch Aussagen des Managements zum Erfolg der werbefinanzierten Angebote und den Fortschritten beim Thema Password-Sharing sein. Interessant wird auch die Prognose. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnete der Markt zuletzt mit einem Umsatzwachstum von 13,7 Prozent und 17,7 Millionen neuen Abonnenten. Die Betriebsmarge wurde bei 22,6 Prozent und der Free Cashflow bei knapp 6 Mrd. US-Dollar gesehen.

Mein Fazit

Netflix scheint sich in den sogenannten “Streaming Wars” immer mehr durchsetzen zu können. Trotzdem bleibt Video-on-Demand kein einfaches Geschäft. Beispielsweise müssen eingekaufte Filme und Serien bei traditionellen Filmstudios auch bezahlt werden. Im Moment scheint Netflix jedoch die Erfolgsformel gefunden zu haben.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Netflix setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: ME1HDD/ ISIN: DE000ME1HDD0) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

Als Alternative käme auch ein Indexzertifikat auf den neuen Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla, die in diesem Jahr die Börsenrallye lange Zeit fast ganz alleine gestemmt hatten. Nach den jüngsten Erfolgen könnte Netflix argumentieren, zu einem solchen erlesenen Kreis dazuzugehören, nachdem das Unternehmen für das “N” in FANG (Facebook, Amazon, Netflix, Google) stand. Der Magnificent 7 Index ist wiederum eine Weiterentwicklung des GAFAM (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft) Index.