Bildquelle: Pressefoto Fielmann

Die Optikerkette Fielmann (WKN: 577220 / ISIN: DE0005772206) reiht sich ein in die länger werdende Schlange der Unternehmen, die mit Gewinnwarnungen den Markt negativ überraschen. Der Aktienkurs brach darauf hin zweistellig ein auch ich habe meinen Investmentcase überdacht – und musste feststellen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Ich hatte das „Family-Business mit Durchblick“ vor gut einem Jahr auf meine Empfehlungsliste genommen, weil ich davon überzeugt war, dass Fielmann seine Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben könnte. Die Menschen werden immer älter und brauchen immer früher eine Sehhilfe; dazu hatte Fielmann begonnen, auch Hörgeräte in seinen Läden anzubieten – sehr clever, denn die kann man kaum über das Internet verkaufen, sondern die müssen ganz individuell angepasst und eingestellt werden. Hierzu kommen die Kunden persönlich in den Laden und damit schlägt Fielmann zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die Online-Konkurrenz von Mr. Spex oder Brille24 setzt Fielmann schon zu. Auch wenn deren Marktanteilsgewinne bisher hauptsächlich die kleinen Mitbewerber getroffen haben und nicht Fielmann selbst. Darüber hinaus weitet Fielmann sein Erfolgsmodell auch auf die angrenzenden Staaten aus.

Nun hat Fielmann Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr präsentiert und kam mit einer saftigen Gewinnwarnung um die Ecke.

Zahlen enttäuschen – erneute Gewinnwarnung
Der Vorsteuergewinn wird voraussichtlich um 6% auf rund 116 Mio. Euro zurückgehen und das wird mit stark gestiegenen Personalkosten, negativen Währungseinflüssen und Kosten der Expansion (neue Läden) begründet.

Das ist leider nicht die erste Gewinnwarnung in den letzten zwei Jahren, aber isoliert betrachtet kein Grund, sich von den Aktien zu trennen. Im Gegenteil. Da Fielmann seine Prognose für das Gesamtjahr aufrecht erhält, könnte auch eine (erneute) gute Einstiegsgelegenheit vorliegen.

Könnte. Doch dann müssten die übrigen Parameter entsprechend positiv sein. Der Brillenabsatz ist bei Fielmann im ersten Geschäftshalbjahr um 1% gestiegen. Genau: ein Prozent. Und wenn man sich mal die Ergebnisse der Letzten Jahre ansieht, so ist man auch schnell ernüchtert: 2015 lag das Ergebnis je Aktie bei 1,97 Euro, 2016 bei 1,98 Euro und 2017 bei 2,00 Euro. Und das bei einem Wachstumsunternehmen. Denn das ist war Fielmann. Und die Börse hat dem MDAX-Unternehmen auch immer eine entsprechende Bewertung eines Wachstumsunternehmens zugebilligt und KGVs jenseits der 30…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto Fielmann

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
0 Kommentatoren
Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
trackback

[…] zeigten sich vor allem angesichts des Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr 2018 enttäuscht. Zuletzt drückten der Wachstumskurs, höhere Personalkosten […]