Bildquelle: Pressefoto Facebook

An nur einem Handelstag wurden rund 100 Milliarden US-Dollar an Börsenwert „vernichtet“. Ein Blick auf den Bloomberg-Kurschart zeigt, dass die Marktkapitalisierung am 27. Juli 2018 gegenüber dem Vortag um beträchtliche 19% einbrach. Nur wenige Monate nach dem Bekanntwerden des Datenskandals in Verbindung mit der Beratungsfirma Cambridge Analytica hat das Social-Media-Unternehmen mit seinem Quartalsumsatz und Nutzerwachstum für herbe Enttäuschung bei seinen Investoren gesorgt. Wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte, stieg der Umsatz zwar um 42% auf 13,23 Milliarden Dollar, blieb damit aber knapp 1% unter den Analystenerwartungen von 13,36 Milliarden Dollar.

Auch beim Nutzerwachstum konnte der Tech-Konzern seine Investoren nicht positiv überraschen. Der Social-Media-Gigant berichtete über «nur noch» 2,23 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Laut Nasdaq-Erhebung vor dem Kurseinbruch hatten Analysten hingegen mit 2,25 Milliarden Nutzern gerechnet. Auch die Profitabilität dürfte sich laut Finanzchef David Wehner vermindern.

Die operativen Margen werden langfristig bei 30 % liegen, nachdem sie von 47% auf 42% im zweiten Quartal 2018 gefallen waren. Auf Kostenseite rechnet man wegen erhöhter Ausgaben im Datenschutzbereich mit einem Sprung von 50 auf 60% im Vergleich zum Vorjahr. Wehner hatte in einer Telefonkonferenz am Mittwoch geäußert, dass die vor kurzem in Kraft getretene EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) mitverantwortlich für das geringere Umsatzwachstum Europas gewesen sei.

Facebooks Verlust: einmal Börsenwert von Paypal. Die Enttäuschung machte sich sofort im Aktienmarkt bemerkbar – der Titel büßte laut Bloomberg am 26. Juli, dem Tag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, 19% an Börsenwert ein. Absolut entsprach dies einem Wert von rund 100 Milliarden US-Dollar oder knapp dem gesamten Börsenwert des erfolgreichen Online-Bezahldienstes PayPal. Gerechtfertigt? Zwar lag Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) dieses Quartal unter den Erwartungen, dennoch ist das erreichte Umsatzwachstum von 42%, isoliert betrachtet, hoch. Der Social-Media-Riese bleibt außerdem weiter und mit großem Vorsprung der Marktführer.

Experten von EOnline.com zufolge werde der Internet-Gigant ein zweistelliges Umsatzwachstum für mehrere Jahre aufrechterhalten können – zumal Facebook nicht das erste der sogenannten «Faang»-Unternehmen ist (Faang steht für: Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google), das mit Quartalszahlen negativ überrascht hat. Sicherlich stehe der Aktienkurs momentan stark unter Druck, dennoch weise das Kurs-Gewinn-Verhältnis Bloomberg-Daten zufolge einen Wert von 20 auf. Bezogen auf «Price to Forward Earnings» (Kurs im Verhältnis zum erwarteten Gewinn pro Aktie) kann dieser, Wert im Vergleich zu jenen von Facebooks Konkurrenten, als relativ günstig angesehen werden.

Facebook-Chef Zuckerberg weiß um die Probleme. „Insgesamt ist dies ein kritisches Jahr für Facebook. Wir haben Fortschritte bei der Vermeidung von Missbrauch gemacht, sind mit neuen Innovationen vorangekommen und passen unsere Dienste an die neuen Trends von Nachrichten, Storys, Videos und Gruppen an. Mit Blick auf die Zukunft werden wir weiter stark in Sicherheit und Datenschutz investieren, da wir die Verantwortung haben, User zu schützen. Darüber hinaus haben wir aber auch die Verantwortung, neue Services zu entwickeln, die Menschen auch auf neue Weise näher zusammenbringt.“(sinngemäßes Zitat aus dem Englischen), Mark Zuckerberg, CEO Facebook

Facebook hat eine volle Agenda. Gemäß dieser Aussage Zuckerbergs gestaltet sich 2018 als schwierig. Das Unternehmen wird daher künftig einige Neuerungen einführen. Allem voran wolle man sich schließlich verstärkt auf Datenschutz und Privatsphäre konzentrieren, um Nutzern eine hohe Sicherheit bezüglich ihrer Daten gewährleisten zu können. Des Weiteren soll vermehrt in Datenzentren sowie Artificial-Intelligence-Systeme investiert werden.

Durch zahlreiche Features soll darüber hinaus Facebooks Hauptaufgabe, Menschen näher zu bringen und zu verbinden, besser umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist Watch Video, bei dem Videos in Facebook-Gruppen von allen Mitgliedern zur gleichen Zeit angesehen und kommentiert werden können. Mit Virtual-Reality-Anwendungen hingegen, wolle man dem Nutzer das Gefühl vermitteln, seinen Freunden virtuell nahe zu sein, auch wenn man sich real in weiter Ferne von den engsten Vertrauten befindet. Die Features und ein verbesserter Datenschutz sollen Facebook helfen, auch langfristig bei seinen Usern relevant zu bleiben…

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Facebook

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[…] (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) hat es mit seinem jüngsten Quartalsbericht ordentlich vermasselt und nicht nur das Vertrauen in die so genannten FAANG-Unternehmen (Facebook, […]