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Es ist die Angst vor einer drohenden Währungs- und Schuldenkrise in den Schwellenländern mit dem Epizentrum Türkei, die die Börsen heute auf Talfahrt geschickt hat. Nach dem Rutsch des Deutschen Aktienindex unter 12.200 Punkte sollte man sich als Anleger jetzt wieder mit dem Ziel aus dem Doppeltop von Mai und Juni bei 11.882 Zählern anfreunden. Dieses gerät durch die heutige Schwäche wieder in Reichweite.

In der aktuellen Situation darf man aus der Beruhigung der türkischen Lira nicht auf eine Verbesserung der fundamentalen Situation in der Türkei schließen. Hier haben lediglich Leerverkäufer ein paar kurzfristig entstandene Trading-Gewinne vom Tisch genommen.

Auch bestand bis heute Mittag noch die Hoffnung, dass der Einbruch der chinesischen Währung vielleicht schnell wieder neutralisiert würde. Diese aber erfüllte sich nicht. Damit setzt sich eine schwelenden Krise in den Schwellenländern fort, wie die immer weiter abstürzenden Währungen dieser einst so stark wachsenden Regionen eindrucksvoll zeigen.

US-Präsident Trump wollte eigentlich nur Handelsabkommen abschließen, die für die USA Vorteile bringen. Jetzt riskiert er eine Emerging-Markets-Krise, die am Ende auch für amerikanische Unternehmen negative Folgen haben dürfte. Denn immerhin sind die meisten dieser Schwellenländer inzwischen weltweit vernetzt und gerade die großen machen mehr Geschäfte im Ausland als in den Staaten selbst.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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