Ferrari: Mit päpstlicher Unterstützung

Ferraris Elektroauto „Luce“ sorgt für Spott und Kursdruck. Analysten bleiben dennoch optimistisch und sehen die Schwäche als Kaufchance.

(Bildquelle: Ferrari)

Bereits vor über zehn Jahren ging Ferrari (WKN: A2ACKK / ISIN: NL0011585146) an die Börse. Alles in allem war es bisher eine sehr erfolgreiche Börsengeschichte für den italienischen Kult-Luxusautobauer. Die negativen Online-Reaktionen von Fans und Anlegern auf die Vorstellung des Elektroautos „Luce“ könnten das Potenzial haben, dem Sportwagenbauer einen Imageschaden zuzufügen. Viele Analysten bleiben jedoch der Meinung, dass Ferrari sich davon schnell erholen wird und die Kursrücksetzer eher eine günstige Einstiegsgelegenheit bieten würden.

Kein „echter“ Ferrari?

Selbst päpstlicher Segen half nicht. Papst Leo XIV. hatte sich Ende Mai mit Ferrari-Aufsichtsratschef John Elkann und dem „Luce“ fotografieren lassen. Er setzte sich sogar kurz ans Steuer des ersten E-Autos aus dem Hause Ferrari. Trotzdem hagelte es Kritik am Auto. Dabei ging es weniger um die Leistung; vielmehr gab es viel Spott im Internet angesichts der Form des „Luce“. Kommentare beim Kurznachrichtendienst „X“ reichten beispielsweise von einem „Playmobil-Auto“ bis zu einem „Temu-Ferrari“.

Dabei liegt der Einstiegspreis bei 550.000 Euro. Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo sagte wiederum: „Es besteht die Gefahr der Zerstörung eines Mythos.“ Bei einer Veranstaltung sagte er vor Fernsehkameras: „Wenn ich sagen würde, was ich denke, würde ich Ferrari schaden.“ Er forderte sogar, wenigstens das springende Pferd von dem neuen Wagen zu entfernen. Wenig schmeichelhaft war auch die Aussage: „Es ist zumindest ein Auto, das die Chinesen nicht kopieren werden.“ Negativ reagierten auch die Aktienmärkte. Offenbar befürchten Investoren hier einen teuren Fehler.

Auch Evercore-ISI-Analyst Michael Binetti sprach davon, dass der Luce angesichts der ersten Reaktionen kurzfristig die pessimistischen Erwartungen leider schüren könnte. Er sagte aber auch, dass wir noch viel lernen müssten, da das Auto offenbar fast ausschließlich an Neukunden verkauft werde, die noch nicht zum Ferrari-Kundenstamm gehörten. Dass er trotz oder wegen des Luce an den weiteren Erfolg von Ferrari glaubt, zeigt der Umstand, dass er im Fall der Ferrari-Aktie das „Outperform“-Rating und das Kursziel von 475,00 US-Dollar bestätigte. Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von 36 Prozent entsprechen.

Volle Auftragsbücher

Bereits vor der Vorstellung des Luce hatte Ferrari gezeigt, dass man die schwierige Lage in der Automobilbranche besser als die Konkurrenz meistert. Für das erste Quartal 2026 wurden über den Erwartungen liegende Umsätze und Ergebnisse gemeldet, während die Jahresziele bestätigt wurden. Konzernweit legten die Erlöse um 3 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro zu. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 6 Prozent. Der operative Gewinn (EBIT) legte wiederum währungsbereinigt um 8 Prozent auf 548 Mio. Euro zu.

Ferrari-CEO Benedetto Vigna sagte dazu: „Angesichts dieser Ergebnisse und eines Auftragsbestands, der bis Ende 2027 reicht, bestätigen wir unsere Prognose für 2026.“ So wird auf der Umsatzseite mit einem Wert von etwa 7,50 Mrd. Euro gerechnet. Auch viele Analysten bleiben trotz der negativen Reaktionen auf den Luce positiv eingestellt. Berenberg-Analyst Michael Filatov sprach davon, dass Gespräche mit den Vertriebspartnern des Luxussportwagenbauers in den USA, Europa und China ein positives Bild gezeichnet hätten.

Zudem glaubt er nicht, dass die negativen Reaktionen auf den Luce die Marke Ferrari strukturell beschädigen sollten, während er davon ausgeht, dass dessen Absatzvolumina die Markterwartungen erfüllen sollten. Bernstein-Analyst Stephen Reitman freut sich wiederum auf weitere neue Modelle. Es scheine so, dass die Produktion des Modells 12Cilindri GTO äußerst limitiert sein werde. Somit dürften aus Expertensicht nur die bedeutendsten Sammler die Chance haben, dieses zu erwerben.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Die Kritik am Elektro-Ferrari „Luce“ hat gezeigt, wie sensibel die Marke Ferrari auf Veränderungen reagiert und wie hoch die Erwartungen von Fans und Investoren an den italienischen Traditionshersteller sind. Während das Design und die Elektrifizierung des Modells für kontroverse Diskussionen sorgen und kurzfristig auf die Stimmung sowie den Aktienkurs drücken könnten, sprechen die operativen Kennzahlen weiterhin eine klare Sprache. Ferrari überzeugt mit starken Geschäftszahlen, hohen Margen und einem Auftragsbestand, der bereits bis Ende 2027 reicht. Zudem sehen viele Analysten die aktuelle Skepsis eher als vorübergehendes Phänomen denn als strukturelle Gefahr für die Marke.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Ferrari setzen möchten, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MN1LKW / ISIN: DE000MN1LKW6) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

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