Neustart nach FCAS: Hensoldt an Bord

Nach dem FCAS-Aus setzt „Team Gen 6“ auf einen deutschen Kampfjet der nächsten Generation. Hensoldt spielt dabei mit Sensorik und Radar eine Schlüsselrolle.

Das Luftverteidigungsradar TRML-4D (Bildquelle: Pressefoto Hensoldt)

Das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt Future Combat Air System (FCAS) ist Geschichte. Dies bedeutet aber nicht, dass hierzulande nicht weiterhin der Wunsch bestünde, in Eigenregie ein Kampfflugzeug zu entwickeln. So nutzten einige Branchenvertreter unter der Führung von Airbus die Luftfahrtmesse ILA in Berlin, um das Bündnis „Team Gen 6“ ins Leben zu rufen. Auch Hensoldt (WKN: HAG000 / ISIN: DE000HAG0005) ist mit von der Partie.

Hensoldt übernimmt erneut eine wichtige Rolle

Beteiligt sind neben der Rüstungssparte von Airbus der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines, Hensoldt und Liebherr. Ziel ist die deutsche Entwicklung eines Kampfjets der sechsten Generation. Die Hensoldt AG kann im Zuge der Industrieallianz vor allem mit ihrem Know-how in den Bereichen Sensorik, Radar-, Optronik- und elektronische Kampfführungssysteme punkten. Der Umstand, dass Hensoldt mit ins Boot geholt wurde, ist nur logisch.

Schließlich war das TecDAX- und MDAX-Unternehmen auch am FCAS-Projekt beteiligt. Hensoldt bringt bereits umfangreiche Erfahrung in der Sensorik für Kampfflugzeuge ein. Ob Radar- und Signalaufklärungssysteme, Feuerleitsensoren oder Freund-Feind-Identifikation – Hensoldts Sensoren liefern schon heute die Informationen, die zahlreiche bemannte und unbemannte Flugzeugtypen zur Überwachung, Identifikation und Zielerfassung benötigen.

Daher hatte das Unternehmen Ende 2022 als Mitglied des FCMS-Konsortiums den Zuschlag für die Entwicklung von Demonstratoren in den Kernkompetenzfeldern Radar, Aufklärungs- und Selbstschutz-Elektronik, Optronik sowie der übergreifenden Vernetzung der Sensorik erhalten. Nun sollte es in einer ähnlichen Rolle in einem neuen Projekt eine wichtige Funktion übernehmen.

Robuste Auftragslage

Neben konkreten Projekten wie „Team Gen 6“ sind es die allgemeinen geopolitischen Entwicklungen, die Unternehmen wie Hensoldt in den vergangenen Jahren starke Geschäfte beschert haben. Aktuell sieht es auch nicht danach aus, dass sich an der starken Nachfrage etwas ändern sollte. Insbesondere Europa muss angesichts immer neuer Kritik von US-Präsident Donald Trump an der NATO über neue Wege nachdenken. Darüber hinaus haben der Krieg in der Ukraine und der Iran-Krieg weltweit den Fokus vieler Regierungen auf höhere Rüstungsausgaben gelenkt.

Zumal mit Themen wie Drohnen, KI oder Cybersecurity zusätzliche Aspekte Eingang in den Bereich Rüstung und Verteidigung finden. Die Branchenvertreter können sich weiterhin nicht über eine mangelnde Nachfrage beschweren. Bei Hensoldt führte dies zuletzt dazu, dass die Prognose für den bereinigten Free Cashflow für 2026 angehoben wurde. Den Umsatz sieht das Management bei etwa 2,75 Mrd. Euro, während das Book-to-Bill-Verhältnis bei 1,5x bis 2,0x liegen soll.

Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei 18,5 bis 19,0 Prozent liegen. Im ersten Quartal wurde der Auftragseingang auf 1,48 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, sodass der Auftragsbestand mit 9,8 Mrd. Euro ein Rekordniveau erreichte. Auch bei der Abarbeitung dieser Aufträge kommt man voran. Die Erlöse stiegen um 25 Prozent auf 496 Mio. Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge von 7,6 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 8,9 Prozent verbessert werden konnte.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Auch wenn das deutsch-französische FCAS-Projekt gescheitert ist, bleibt die Entwicklung eines europäischen beziehungsweise deutschen Kampfflugzeugs der nächsten Generation ein strategisch wichtiges Ziel. Mit der Gründung von „Team Gen 6“ positionieren sich führende deutsche Rüstungs- und Technologiekonzerne frühzeitig für künftige Großaufträge. Für Hensoldt eröffnet die neue Industrieallianz attraktive Perspektiven, da das Unternehmen mit seiner Expertise in Sensorik, Radar- und elektronischen Kampfführungssystemen eine Schlüsselrolle einnehmen kann. Gleichzeitig profitiert Hensoldt von den anhaltend hohen Verteidigungsausgaben und einer robusten Auftragslage.

Wer nicht nur auf Hensoldt, sondern auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von Unternehmen aus dem europäischen Rüstungssektor setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0ACA / ISIN: DE000DA0ACA0) auf den European Defence Index anschauen.

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