Im Frühjahr dieses Jahres kochten die Spekulationen um eine Komplettübernahme von T-Mobile US (WKN: A1T7LU / ISIN: US8725901040) durch die Deutsche Telekom (WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508) hoch. Seitdem ist es um dieses Thema etwas ruhiger geworden, während ein neuer Telekom-Investor etwas ganz anderes im Sinn haben dürfte.
Chancen und Risiken
Die Nachricht, dass ein aktivistischer Investor Anteile an einem bestimmten Unternehmen erworben hat, ist in der Regel an den Börsen ein positives Signal für die entsprechenden Aktien, insbesondere, wenn es sich um Paul Singer und seinen US-Hedgefonds Elliott Investment Management handelt. Dieser ist nun laut „Handelsblatt“ bei der Deutschen Telekom eingestiegen.
Zuerst habe die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Einstieg berichtet. In dem Bericht heißt es, dass er sich gegen einen Zusammenschluss der Telekom mit ihrer Tochter T-Mobile US stellen und stattdessen für größere Aktienrückkäufe plädieren würde. Damit legt sich mit Elliott-Gründer Paul Singer einer der mächtigsten aktivistischen Investoren der Welt direkt mit Telekom-Chef Timotheus Höttges an.
Höttges spielt nach Informationen des Handelsblatts derzeit eine mögliche Fusion mit T-Mobile US durch. Die Bonner halten derzeit knapp 53 Prozent der Anteile an T-Mobile US und wollen nun scheinbar auch den Rest haben. Ein vollständiger Zusammenschluss erscheint zunehmend logisch, birgt aber sowohl Chancen als auch Risiken, während dabei einer der weltweit größten Telekommunikationskonzerne geschaffen würde.
Telekom muss Hindernisse aus dem Weg räumen
Auch dank dieser News konnte sich die Aktie der Deutschen Telekom am Donnerstag an die DAX-Spitze setzen. Allerdings fiel der Kurssprung mit +1,5 Prozent nicht besonders üppig aus. Akhil Dattani, Analyst bei J.P. Morgan, bezeichnete das Interesse eines aktivistischen Investors wie Elliott an der Deutschen Telekom als „nachvollziehbar“. Allerdings ließen ihn die Spekulationen in Bezug auf den ehemaligen Staatsmonopolisten nicht gerade euphorisch werden.
Das „Overweight“-Rating und das Kursziel von 27,50 Euro wurden bestätigt. Allerdings notiert die Telekom-Aktie derzeit bei knapp 29 Euro, sodass hier von Analystenseite offenbar kein Aufwärtspotenzial gesehen wird. Möglicherweise ändert sich dies, wenn der streitbare Starinvestor Singer Telekom-Chef Timotheus Höttges im Hinblick auf seine Fusionspläne Paroli bietet. Als Pluspunkt sieht der Experte bei J.P. Morgan im Fall der Telekom-Aktie zumindest die sehr günstige Bewertung.
Das mE-Fazit
Der Einstieg von Elliott Investment Management bringt neue Dynamik in die Zukunftsdebatte rund um die Deutsche Telekom. Während Vorstandschef Timotheus Höttges offenbar eine vollständige Übernahme von T-Mobile US prüft, könnte der aktivistische Investor Paul Singer stattdessen auf umfangreiche Aktienrückkäufe drängen. Damit stehen sich zwei unterschiedliche Strategien gegenüber. Für die Telekom-Aktie könnte der Einstieg von Elliott daher durchaus Chancen bieten, insbesondere aufgrund der vergleichsweise günstigen Bewertung und des möglichen Drucks auf das Management, endlich im Hinblick auf die Zukunftsperspektiven und die strategische Rolle des US-Geschäfts zu sorgen.
Wer das Einzelaktien-Risiko bei der Deutschen Telekom vermeiden und auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von amerikanischen und europäischen Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4) auf den Titan 20 Index anschauen. In diesem Index sind 20 Unternehmen enthalten, die sich an der Börse in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt haben und die auch von den Analysten positiv bewertet werden.









