Broadcom (WKN: A2JG9Z / ISIN: US11135F1012) konnte mit seinen Ergebnissen zum dritten Quartal (Ende 2. August) des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten übertreffen. Für ein Unternehmen, das vom KI-Boom profitiert, fielen diese aber wenig spektakulär aus. Dies heißt aber nicht, dass sie das in Zukunft nicht tun werden.
Wenig spektakulär
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im abgelaufenen Dreimonatszeitraum bei 3,32 US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 3,23 US-Dollar. Damit kann man nicht gerade sagen, dass die Markterwartungen pulverisiert wurden. Gerade dies erhoffen sich jedoch viele Investoren in einer Zeit der KI- und Halbleitereuphorie. Der Gesamtumsatz stieg zwar im Jahresvergleich um 86 Prozent auf 29,6 Mrd. US-Dollar, dies hatten Börsianer jedoch in etwa erwartet.
Die Umsatzschätzungen lagen zuvor bei 29,5 Mrd. US-Dollar. Besonders stark fiel das Wachstum im Bereich KI-Beschleuniger (AI Accelerators) aus. Dieses lag bei 221 Prozent auf 16,7 Mrd. US-Dollar. Hier wurden die Erwartungen übertroffen, gleichzeitig enttäuschte aber das Softwaregeschäft die Erwartungen. Auch der Ausblick für das laufende vierte Quartal ist eher unspektakulär. Broadcom erwartet einen Umsatz von 34,8 Mrd. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 35,05 Mrd. US-Dollar.
Alles in allem sind die Ergebnisse ordentlich ausgefallen, allerdings war das Ausmaß der positiven Überraschung eher bescheiden. Gleichzeitig blieb das Softwaregeschäft hinter den Erwartungen zurück. Marktteilnehmer fühlten sich insgesamt etwas an die Enttäuschungen im Zusammenhang mit dem IBM-verknüpften Softwaregeschäft im Juli erinnert. Daher versuchte das Management im Zuge der Telefonkonferenz, ein positives Zukunftsbild zu zeichnen, was teilweise auch gelang. Ein Punkt dabei ist besonders wichtig.
KI-Umsatzwachstum gewinnt an Fahrt
Bei Broadcom steht seit geraumer Zeit die Kooperation mit der Alphabet-Tochter Google im Bereich Tensor Processing Units (TPUs) im Fokus. Dabei handelt es sich um kundenspezifische, KI-optimierte Spezialchips. Das Broadcom-Management erklärte ausdrücklich, dass das Engagement mit Google „noch nie stärker“ gewesen sei. Es hatte zuvor große Sorgen gegeben, dass Broadcom beim Google-TPU-Programm Marktanteile verliert – danach sieht es offenbar nicht aus.
Broadcom plant, Google in den kommenden Jahren laut Konzernangaben jährlich TPUs im Wert von „mehreren zig Milliarden US-Dollar“ zu liefern. Gleichzeitig würde sich Anthropic zu einem riesigen Kunden für Broadcom entwickeln, wobei in den kommenden Jahren ein massiver Hochlauf beim TPU-Einsatz erwartet wird.
Laut Aussagen der Geschäftsführung ist Anthropic auf dem Weg, im Geschäftsjahr 2026/27 der größte XPU-Kunde zu werden und diese Position auch in 2027/28 zu halten. Auch OpenAI würde sich dank des neuen Jalapeno-Chips und dessen Nachfolgeprodukten zu einem sehr großen Broadcom-Kunden entwickeln. Auch deshalb waren die Prognosen für die KI-Chip-Umsätze in 2027/28 mit 230 Mrd. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 180 Mrd. US-Dollar sehr optimistisch.
Mein Fazit
Broadcom konnte im dritten Quartal 2025/26 zwar die Erwartungen der Analysten übertreffen, die positive Überraschung fiel jedoch vergleichsweise gering aus. Insbesondere der Ausblick für das vierte Quartal und das schwächer als erwartete Softwaregeschäft sorgten dafür, dass die Ergebnisse auf den ersten Blick wenig spektakulär wirken. Der eigentliche Lichtblick liegt jedoch im weiterhin dynamischen KI-Geschäft. Vor allem die Aussagen des Managements zu den Kooperationen mit Google, Anthropic und OpenAI lassen auf ein deutlich stärkeres Wachstum in den kommenden Jahren hoffen.
Wer das Einzelaktien-Risiko bei Broadcom vermeiden und auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von amerikanischen und europäischen Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4) auf den Titan 20 Index anschauen. In diesem Index sind 20 Unternehmen enthalten, die sich an der Börse in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt haben und die auch von den Analysten positiv bewertet werden.









