Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank

Die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe hat ihren historischen Tiefpunkt von knapp -0,75 Prozent p.a. überwunden und auf -0,58 Prozent p.a. zugelegt. Im Umkehrschluss hat der fiktive Kurs einer entsprechenden Bundesanleihe – gemessen an der Wertentwicklung des Euro Bund Future – um knapp drei Prozent (von 179,5 auf 174,5) nachgegeben. Dadurch wird das Dilemma für Besitzer von verzinslichen Wertpapieren verdeutlicht: steigende Marktzinsen gehen mit Kursverlusten einher.

In Zeiten der Negativzinsen können diese nicht durch anteilige Kupons kompensiert werden. Trotz Zinsanstieg verbleibt die aktuelle Rendite tief im roten Bereich. Vorerst ist diese Marktbewegung nicht mehr als eine technische Gegenbewegung nach dem außergewöhnlich schnellen Zinsverfall seit Anfang Mai. Die EZB Sitzung am Donnerstag wird für die weitere Entwicklung ausschlaggebend sein. Fast sicher wird mit einer weiteren Senkung des Einlagenzinses für Banken auf -0,5 oder sogar -0,6 Prozent p.a. gerechnet.

Sollte EZB-Präsident Draghi allerdings keine Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms ankündigen, wäre ein weiterer Zinsanstieg kurzfristig wahrscheinlich. Da die Nulllinie jedoch so schnell nicht wieder erreicht werden dürfte, bleiben die Zeiten für Anleger schwierig.

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Donner & Reuschel / Pressefoto Europäische Zentralbank

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