Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die letzte Handelswoche im November glänzte nicht gerade mit starken Bewegungen. Vielmehr kam der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) immer wieder zu einer bestimmten Marke zurück, an der er sich festzuklammern schien.

In der Vorwoche hatte ich auf die starke Dominanz der Range aufmerksam gemacht, welche trotz mehrerer Ausbruchsversuche nicht verlassen werden konnte. Genau dieser Bereich beschäftigte uns an den vergangenen Handelstagen erneut. Dabei sank die Volatilität deutlich ab und halbierte sich in etwa auf teilweise unter 50 Punkte Schwankungsbreite pro Tag. In der rechten Spalte dieser Tagesübersicht ist dies als Differenz vom Hoch- zum Tiefpunkt gut abzulesen:  

Auf die Gesamtwoche bezogen betrug der Handelsbereich gerade einmal 120 Punkte und entsprach damit der durchschnittlichen Spanne eines einzelnen Börsentages in der Woche zuvor.

Ebenfalls abzulesen ist der Bereich, welche im Mittelpunkt des Handelsverlaufs stand. Denn zwischen 13.240 und 13.260 Punkten gab es an mehreren Tagen Eröffnungen und Schlusskurse zugleich. Ein Bereich also, der im Chartbild weiter unsere Aufmerksamkeit fordern sollte.

Es verging damit kein Tag, an dem man nicht mit dieser Marke rechnen konnte. So ging der DAX letztlich genau dort ins Wochenende und hinterläßt Hoffnung, dass wir im Dezember nun wieder stärkeres Momentum erleben.

Zur „Entschuldigung“ sei vermerkt, dass am Donnerstag in den USA ein Feiertag war und damit kein Handel stattfand. Der Freitag als Brückentag war nur ein halber Handelstag, den die Händler an der Wall Street zum Großteil mit ihrer Familie auf oder abseits des Parketts verbrachten. Im Idealfall, aus Sicht eines Börsianers, beim Shoppen. Denn mit dem Black Friday und dem Cyber Monday sind die zwei umsatzstärksten Tage des Jahres eingeleitet. Vor allem Einzelhändler und Handelsgiganten wie Amazon sind dabei gefragt und in den kommenden Tagen in der Pflicht, die entsprechenden Daten aus ihren Büchern zu liefern. Daran werden wir ablesen, wie stark der Konsum als Stütze der Wirtschaft in den USA wirklich ist. Implikationen auf die Aktienkurse stehen hierbei auf der Tagesordnung.

Weitere Infos zum Black Friday findest Du in diesem Artikel auf Trading-Treff.

Zurück zur Charttechnik: Es gab im DAX durchaus Bestrebungen, die gezeigte Handelszone zu verlassen. Doch diese wurden, wie schon in den Wochen zuvor, bereits am gleichen Handelstag eingefangen. So entpuppte sich der Ausflug auf der Oberseite über 13.300 als Bullenfalle und Kurse unter 13.200 als Bärenfalle:

Zu den Ableitungen kommen wir gleich, zuvor noch ein Blick auf das übergeordnete Chartbild.

Dort bestand kein weiterer Ausbruchsversuch aus der übergeordneten Range zwischen 13.120 und 13.310 Punkten:

Anleger sollten hier abwarten, wie sich diese Situation auflöst. Denn auch wenn statistisch betrachtet der Dezember ein guter Monat ist, kann man dies nicht als gegeben annehmen. Allein die Erinnerung an das Vorjahr zeigt, wie schnell und dynamisch die Kurse einen Strich durch jahrelange Statistik machen können. Beispielsweise verlor der DAX im Dezember 2018 mehr als 8 Prozent. Diese Randnotiz und das Big Picture mit dem weiter abflachen Aufwärtstrend im Stundenchart stelle ich daher als Warnhinweis hierzu ein:

Positiv muss man jedoch ebenfalls nachschieben, dass selbst eine scharfe Korrektur von 8 Prozent im DAX noch immer ein positives Börsenjahr zurücklassen würde. Wir können aktuell einen Performance von 25 Prozent aufweisen und haben damit natürlich auf der Oberseite dünnere Luft als auf der Unterseite. Welche hier zuerst bedient wird, entscheidet jedoch letztlich der Markt.

In der Zwischenzeit muss man als Trader vorrangig diese gezeigten Marken handeln und auch mit wenigen Punkten zufrieden sein. Ein Beispiel dazu zeigte ich am Freitag auf meinen Social-Media-Kanälen:

 

Für den Dezemberstart erwarte ich wieder mehr Volatilität als an den vergangenen Tagen. Zum Einen sind die US-Aktienmärkte uneingeschränkt dabei und zum Anderen stehen mit den Umsatzzahlen vom Black Friday / Cyber Monday und der FED-Sitzung weitere wichtige Impulse auf der Agenda. Auch sollte man das Handelsabkommen mit China nicht aus den Augen verlieren, denn es drohen einerseits weitere Zölle oder aber eine Unterschrift im positiven Fall mit Entspannung des gesamten Themas.

Für den DAX-Handel orientiere ich mich primär an den Triggern, die der Markt in der Vorwoche aufzeigte. Konkret steht die 13.290 auf der Oberseite und die 13.220 auf der Unterseite als kurzfristige Entscheidungsmarke auf meiner Agenda:

Bei entsprechendem Momentum erreicht der Markt womöglich schnell die eingekreisten Extrempunkte der Vorwoche und darüber hinaus im übergeordneten Chartbild das Jahreshoch bei 13.374 Punkten auf der Oberseite und äquivalent die 13.120 auf der Unterseite.

Da die Marken hier alle eng beieinander liegen und damit eine Orderhäufung auftritt, rechne ich bei Bruch mit einer dynamischen Bewegung und „Entladung“ im Orderbuch. Hier möchte ich auf jeden Fall entsprechend prozyklisch positioniert sein und das Signal dann auf die nächsthöhere Analyse-Ebene transportieren:

Größere Ideen für Impulse sind damit benannt, nun bleibt der Blick auf die feststehenden Wirtschaftstermine in der kommenden Woche.

Wie stark die jüngste Konsumneigung in Deutschland ausgefallen ist, verrät uns der Einkaufsmanagerindex am Montag um 9.55 Uhr. Um 10.30 Uhr folgt der Market PMI des verarbeitenden Gewerbes aus England und 15.45 Uhr der Market PMI für die Herstellung aus den USA. Kurz darauf wird noch der ISM Index des verarbeitenden Gewerbes in den USA veröffentlicht.

Am Mittwoch folgen weitere Market PMI-Indizes. 9.55 Uhr der Gesamtindex aus Deutschland, 10.00 selbiger aus der EU und 15.45 Uhr aus den USA zusammen mit dem Market PMI für Dienstleistungen.

Dazwischen um 14.15 Uhr können wir am Mittwoch noch einen Blick auf den US-Arbeitsmarkt mit den ADP-Änderungen werfen.

Donnerstag berichtet 11.00 Uhr der EU-Einzelhandel über die jüngsten Umsätze im November und das EU-BIP wird zeitgleich veröffentlicht. Mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe gibt es 14.30 Uhr wie gewohnt aus den USA weitere Einblicke in den Arbeitsmarkt.

Erst am Freitag stehen dann die wichtigen kompletten Arbeitsmarktdaten aus den USA an. Um 14.30 Uhr stellt sich daher die Frage, ob der Wert von 3,6 Prozent gehalten werden kann. Das Uni Michigan Verbrauchervertrauen, welches gemeinsam mit Reuters erhoben und dann 16.00 Uhr veröffentlicht wird, rundet die fixen Termine im Wirtschaftskalender ab.

Kommen Sie mit dieser Marktvorbereitung gut in die neue Handelswoche und den neuen Handelsmonat. Ob diese so besinnlich wie die Adventszeit verlaufen wird, erfahren wir alsbald.

Gerne halte ich Sie börsentäglich dazu mit meiner Meinung auf dem Laufenden, direkt per Mail gegen 8.30 Uhr schon. Die Quelle der Charts ist JFD mit dem Tool Metatrader und StereoTrader für weitere Informationen.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)     *Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Platzierte Produkte/Tools sind entsprechend markiert und Werbung.      


  andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.     Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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