Bildquelle: Pressefoto BASF SE

BASF (WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111) steht an der Börse weiterhin unter kräftigem Verkaufsdruck. Die Aktie setzt am Freitagvormittag zwischenzeitlich um weitere 1,6 Prozent zurück und notiert damit jetzt so niedrig wie zuletzt im Jahr 2012.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern wird derzeit durch ein ganzes Bündel von negativen Faktoren belastet. Neben der schwachen Autoindustrie und den Handelskonflikten ist jetzt auch noch der Coronoavirus hinzugekommen, der das Wachstum laut BASF am Jahresanfang vor allem in China erheblich bremst.

Vorstandschef Martin Brudermüller erwartet, dass sich die negativen Effekte der Epidemie vor allem im ersten Halbjahr deutlich auswirken werden. Die Folgen könnten im Jahresverlauf nicht vollständig ausgeglichen werden.

Konflikte bleiben eine Belastung
Brudermüller rechnet damit, dass sich auch die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern nicht weiter entspannen. Die Produktion in der Autoindustrie – der wichtigsten Kundengruppe von BASF – dürfte weiter zurückgehen. Entsprechend unsicher ist der Ausblick für das Ergebnis, das 2020 steigen, aber auch fallen könnte. BASF prognostiziert einen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) zwischen 4,2 und 4,8 Mrd. Euro.

Niedrigstes Wachstum seit der Finanzkrise
Im zurückliegenden Jahr war dieses wegen der schwachen Autokonjunktur und den Handelskonflikten um 28 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro eingebrochen. Der Umsatz soll dieses Jahr auf 60 bis 63 (2019: 59,3) Mrd. Euro steigen. Für die weltweite Chemieproduktion rechnet der Konzern mit dem niedrigsten Wachstum seit der Finanzkrise.

Stellenabbau
Das Sparprogramm geht zügig voran. Im laufenden Jahr wird dadurch ein Beitrag zum Betriebsgewinn (EBITDA) von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro erwartet statt wie bisher von 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro. Es wird damit gerechnet, dass der bis Ende 2021 angekündigte Abbau von weltweit 6.000 Stellen schon Ende dieses Jahres erreicht wird. 2019 wurden bereits 3.100 Stellen abgebaut.

Starke Agrarsparte
Sehr erfolgreich entwickelte sich bei BASF in letzter Zeit insbesondere in der Agrarsparte, die das Unternehmen durch die Übernahme von Geschäften von Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017) ausgebaut hatte. Diese Sparte konnte das Ergebnis mehr als vervierfachen und steuerte im vierten Quartal den größten Ergebnisanteil bei. BASF erzielte dadurch zum Jahresende einen überraschend hohen Ergebnisanstieg von gut 23 Prozent auf 765 Mio. Euro. Branchenexperten hatten im Schnitt nur 655 Millionen erwartet. Der Umsatz sank auf der anderen Seite wegen niedriger Preise und eines rückläufigen Absatzes um zwei Prozent auf 14,7 Milliarden Euro.

Kräftige Kursverluste
Die Krise bei BASF spiegelt sich auch in der Kurshistorie der Aktie wider. Seit dem Zwischenhoch vom November 2019 bei 72 Euro ging es für die Notierungen um 23 Prozent nach unten (aktuell: 54,21 Euro). Das nächste Korrekturziel ist hier die runde 50-Euro-Marke.

Klare Verkaufsempfehlung
Ein neues Kaufsignal würde es erst wieder geben, wenn die Rückeroberung der 200-Tage-Linie (63,50 Euro) gelingt. Nächstes Kursziel wäre dann das Top vom November 2019 bei 72 Euro. Vorerst bleibt die Aktie aber eine klare Verkaufsempfehlung.

Anleger, die auf den Abwärtstrend der BASF-Aktie setzten und sogar überproportional von fallenden Kursen des DAX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MC5XP7 / ISIN: DE000MC5XP70) auf der Short-Seite an. Wer dagegen an einen Turnaround der Aktie glaubt, kann sich entsprechende Long-Produkte anschauen (WKN: MF7B4L / ISIN: DE000MF7B4L9).

Bildquelle: Pressefoto BASF SE

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