Bildquelle: markteinblicke.de

Die Inhaber geführte Industrieholding MBB (WKN: A0ETBQ / ISIN: DE000A0ETBQ4) hat schon seit längerer Zeit unter den Problemen bei der 38-prozentigen Tochter Aumann (WKN: A2DAM0 / ISIN: DE000A2DAM03) gelitten und das sieht man dem Kursverlauf auch deutlich an. Doch die beiden erfolgreichen Zukäufe im letzten Jahr von Vorwerk sowie Bohlen & Doyen könnten sich als „großer Wurf“ für MBB erweisen und die jüngsten Meldungen aus dem Unternehmen sollten Musik in den Ohren der MBB-Aktionäre sein.

Good News, Teil 1: Das 2019er Jahresergebnis

MBB SE übertrifft 2019 mit 592 Mio. EUR Umsatz und 68 Mio. EUR bereinigtem EBITDA die Prognose deutlich und erwartet für 2020 weiteres Umsatzwachstum MBB erzielte nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 592,1 Mio. Euro (+16,9 % ggü. dem Vorjahr). Das bereinigte EBITDA ist 2019 um 24,1% auf 67,7 Mio. Euro gestiegen, was einer EBITDA-Marge von 11,4% entspricht.

Im Geschäftsjahr 2019 hat MBB erstmals drei Unternehmen zugekauft. Mit dem Erwerb von 60% an der Friedrich Vorwerk Gruppe gelang MBB der Einstieg in den Bereich des Pipeline- und Anlagenbaus für Gas- und Stromnetze. Durch die Ende 2019 erfolgte Akquisition von Bohlen & Doyen durch Vorwerk wurde dieser Geschäftsbereich weiter verstärkt und trug seit der Erstkonsolidierung mehr als 95 Mio. Euro Umsatz bei einer zweistelligen EBITDA-Marge zum Konzernergebnis bei.

Die auf IT-Security spezialisierte Tochter DTS konnte 2019 den Umsatz um 26% auf über 65 Mio. Euro steigern, während die EBITDA-Marge weiter anstieg. Auch Delignit und CT Formpolster sind im vergangenen Jahr gewachsen, während Hanke und OBO einen Umsatz auf Niveau des Vorjahres erzielten. Rückläufig war der Umsatz bei Aumann, die auf Grund der Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie 2019 deutlich weniger Auftragseingang erreichte.

Für 2020 erwartet MBB einen weiter wachsenden Umsatz- und Ergebnisbeitrag der jüngsten Zukäufe Friedrich Vorwerk und Bohlen & Doyen – alleine schon deshalb, weil beide 2020 erstmals für ein ganzes Jahr Umsatz- und Ergebnisbeiträge für den MBB-Konzern abliefern. Während der Bedarf nach IT-Sicherheit bei DTS für boomende Geschäfte sorgen dürfte, und Küchen- sowie Klopapier von Hanke reißenden Absatz finden, führt die Eintrübung in der Automobilindustrie und konjunkturelle Risiken bei Aumann und Delignit zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen sowie daran anschließend zur Streichung der Dividende.

In Summe rechnet das Management der MBB für das laufende Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatz von mehr als 660 Mio. Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 8-10%. Allerdings steht diese Prognose natürlich auf wackeligen Füßen, denn solide Einschätzen kann zurzeit wohl niemand, wie es mit der Corona-Pandemie weitergehen wird…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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