Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die Volatilität nahm insbesondere am Dienstag zu, als der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) seinen Widerstand überspringen konnte. In diesem Zuge kam es zur Eroberung der 13.000 – eine Marke, die jedoch zum Wochenausklang nicht mehr verteidigt werden konnte.

Während der erste Handelstag der vergangenen Woche noch verhalten startete, konnte bereits am Dienstag der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen. Nicht nur die Widerstandszone um 12.750 bis 12.800 wurde übersprungen, sondern auch gleich die runde 13.000er-Marke erreicht. Am Mittwoch dann sogar per Schlusskurs, nachdem in diesem Zusammenhang das GAP aus Ende Juli gleich mit geschlossen werden konnte.

Doch damit war das Momentum auf der Oberseite erst einmal erschöpft. Bereits der Donnerstag war ein schwächerer Handelstag und der Freitag zeigte, wie schnell das Momentum sich umkehren kann. Das entsprechende Trading dazu vollzog ich transparent auf meinen Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram) wie hier auszugsweise zu sehen:

Der Schwung war auch erst einmal im Technologie-Index Nasdaq raus. Der Index korrigierte zumindest kurz, bevor eine neue Meldung die Kurse erneut anheizte: Tesla möchte einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5 durchführen. Anleger könnten hier durch den attraktiveren Aktienkurs für den Fortbestand der Rallye sorgen, ebenso wie bei Apple.

Auf der anderen Seite enttäuschte Cisco Systems und politisch der US-Kongress, welcher weiterhin uneinig über die weitere Ausgestaltung eines Corona-Rettungspaketes ist.

Wir testeten mit der 12.800 am Freitag sehr dynamisch das Ausbruchslevel vom Dienstag und hatten damit den Anstieg der ersten Wochenhälfte beinahe wieder revidiert:

DAX 12.800 im Fokus der Analyse
DAX 12.800 im Fokus der Analyse

Wenn ein Widerstand zu einer Unterstützung wird, ist dies charttechnisch immer interessant. Entsprechend werte ich dies im Ausblick dieser Wochenanalyse gleich noch einmal gesondert.

Täglich gibt es meinen Ausblick übrigens per E-Mail nach einer kurzen Anmeldung.

Themen, die zur Bewegung führten, waren die besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten aus den USA, optimistische Signale für die Automobilindustrie, weitere Debatten um Social-Media-Apps aus China und natürlich im Vorfeld des US-Wahlkampfes diverse politische Auseinandersetzungen.

In Summe konnte der DAX dennoch einen Wochengewinn von 172 Punkten bzw. mehr als einem Prozent zwischen Montagseröffnung und XETRA-Schluss am Freitag verzeichnen. Die Bewegungen der einzelnen Handelstage sehen Sie in folgender Übersicht:

DAX-Handelstage in der KW33/2020
DAX-Handelstage in der KW33/2020

Was leite ich daraus im Chartbild für die mögliche Entwicklung und als Signale für die kommende Handelswoche ab?

Mit dem Wochenplus ist der Aufwärtstrend im DAX mittelfristig intakt geblieben und zieht sich ab dem 30. Juli stabil in Richtung der runden 13.000er-Marke nach oben:

DAX-Trendlinie mittelfristig
DAX-Trendlinie mittelfristig

Es bestand auch am Freitag kein Signal auf der Unterseite aus dieser Zeitebene heraus, auch wenn der Abverkauf am Morgen sehr dynamisch war. Vielmehr war der Rücksetzer auf rund 12.800 Punkten als Pullback auf das Ausbruchsniveau zu werten. Hier könnte in Kombination mit der Abwärtstendenz der letzten beiden Handelstage das nächste potenzielle Long-Signal erfolgen:

Long-Signal im DAX voraus?
Long-Signal im DAX voraus?

Hierzu vermerke ich mir die 12.960 als Trigger, die bereits als Konsolidierungszone am Donnerstag eine entsprechende Wirkung zeigte. Gelingt der Sprung darüber zum Wochenstart, sind 13.020 (Vormittags-Unterstützung Donnerstag) das nächste Ziel und darüber auch die 13.075 sowie das Vorwochenhoch um 13.100 Punkte. Diese Marken sind in folgendem Chartbild eingepflegt:

DAX-Marken auf der Oberseite
DAX-Marken auf der Oberseite

Die Unterseite wird gefährlich, sollte dieser größere Unterstützungsbereich, der erst Widerstand war, um 12.750 bis 12.800 Punkte aufgegeben werden. Dann droht ein Rückfall auf 12.650 und – auf Basis der Range aus Anfang August – auch auf 12.520 Punkte:

Gefahr bei Bruch der 12.800 im DAX
Gefahr bei Bruch der 12.800 im DAX

Es gilt daher vermehrt auf diese gelbe Zone im mittelfristigen Chartbild zu achten. Ebenso natürlich auf die Termine in der kommenden Handelswoche, welche ich nun skizziere.

 

In der kommenden Handelswoche gibt es wieder mehr Termine zu vermelden. Beginnend mit dem BIP aus Japan am Montag und der Industrieproduktion.

Der Dienstag führt das Treffen der Eurogruppe fort, welche über die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone berät. Später hält das FOMC-Mitglied Brainard aus den USA noch eine Rede.

Der Mittwoch hält weitere Daten aus Japan bezüglich Import und Export bereits und startet 8.00 Uhr mit dem Verbraucherpreisindex und weiteren Einzelhandelsdaten aus Grossbritannien. Verbraucherpreise aus der EU werden 11.00 Uhr vermeldet und 20.00 Uhr dann das FOMC-Protokoll der US-Notenbank.

Für den Donnerstag sollte man sich 8.00 Uhr den Erzeugerpreisindex aus Deutschland und das Gfk-Verbrauchervertrauen vormerken. Im Tagesverlauf sind dann erneut 14.30 Uhr wie jeden Donnerstag die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung relevant.

Am Freitag liegt der Fokus 8.00 Uhr auf dem Einzelhandel aus Grossbritannien und 9.30 Uhr auf den deutschen Einkaufsmanagerindizes. Diese werden parallel zum Markit PMI Gesamtindex veröffentlicht und 10.00 Uhr auf EU-Ebene nachgereicht. 15.45 Uhr ist der Markit PMI aus den USA das letzte Puzzlestück dieser Art. Das EU-Verbrauchervertrauen rundet 16.00 Uhr die Termine der Handelswoche ab.

In folgender Tabelle sehen Sie alle Prognosen übersichtlich dargestellt:

Wirtschaftstermine in der KW34/2020
Wirtschaftstermine in der KW34/2020


 

Komm gut in die neue Handelswoche und bewahre bei den sommerlichen Temperaturen einen kühlen Kopf beim Trading.

Viel Erfolg und einen tollen Start wünscht Ihnen Andreas Bernstein (Bernecker1977)

Schauen Sie gerne für weitere Meinungen in den Trading-Chat

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