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Warren Buffett ist immer wieder für Überraschungen gut. Das bewies die Investoren-Legende mit der Ankündigung an seinem 90. Geburtstag, eine milliardenschwere Wette auf ausgewählte japanische Unternehmen einzugehen.

Beteiligung an den größten japanischen Handelshäusern

Buffett verkündete, dass seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2 / ISIN: US0846707026) Anteile von jeweils mehr als fünf Prozent an den fünf größten japanischen Handelshäusern erworben hat. Insgesamt umfassen die Anteile ein Gesamtvolumen von über sechs Mrd. US-Dollar.

Diese Nachricht dürfte für die meisten eine große Überraschung gewesen sein, denn Berkshire Hathaway ist bislang schwerpunktmäßig in den USA investiert. „Ich freue mich sehr, dass Berkshire Hathaway ein Teil von Japans Zukunft wird“, sagte Buffett zu dem Investment.

Große Konglomerate

Zu den jetzt getätigten Japan-Investments zählen die Handelshäuser Itochu (WKN: 855471 / ISIN: JP3143600009), Marubeni (WKN: 860414 / ISIN: JP3877600001), Mitsubishi (WKN: 857124 / ISIN: JP3898400001), Mitsui & Co (WKN: 853656 / ISIN:JP3893600001) und Sumitomo (WKN: 860364 / ISIN: JP3404600003). Die japanischen Konzerne sind stark im Energie- und Rohstoffhandel engagiert und zugleich zu Konglomeraten angewachsen, die noch in zahlreichen anderen Branchen aktiv sind. So steht beispielsweise hinter dem Firmenname Marubeni ein Universalhandelshaus, dessen Hauptgeschäftsfelder die Bereiche Lebensbedarf, Material, Rohstoffe/Energie, Maschinen und Finanzen/Information/Immobilien umfassen.

Stark im Rohstoff- und Energiehandel aktiv

Mitsubishi zum Beispiel ist ein Konglomerat aus unabhängigen Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen. Dazu zählen unter anderem die Sektoren Fahrzeugbau, Chemie, Pharmazie, Bergbau, Immobilien und Papierindustrie. Auch bei Itochu, Mitsui & Co und Sumitomo handelt es sich um große Konzerne, unter deren Dach teilweise hunderte von Unternehmen und Joint Ventures in der ganzen Welt vereint sind. Allen gemeinsam ist, dass es ein starkes Engagement in den Bereichen Rohstoffhandel und Energie gibt.

Die komplexe Struktur der fünf japanischen Handelskonzerne schreckt viele Anleger vor einem Einstieg ab, nicht so aber Buffett. Der Multimilliardär sorgte in der Vergangenheit immer wieder mit überraschenden Neuinvestitionen für Furore. Dazu zählten zum Beispiel im Jahr 2016 der Einstieg bei Apple oder zuletzt die Aktienbeteiligung am Bergbauunternehmen Barrick Gold. Auch die neue Beteiligung an den fünf japanischen Konzernen ist wieder einmal ein echter Paukenschlag, mit dem die meisten Anleger nicht gerechnet haben.

Doch Buffett wäre nicht Buffett, wenn er nicht gute Gründe hätte für einen Einstieg in die japanische Wirtschaft. Einer der Gründe dürfte sein, dass Buffett das stark US-lastige Portfolio von Berkshire Hathaway um einen aussichtsreichen asiatischen Markt erweitert.

Japan viele Jahre im Wirtschaftskrisen-Modus

Japan steckte über viele Jahre hinweg in einer Wirtschaftskrise, die auch das Vertrauen der Anleger in den japanischen Aktienmarkt nachhaltig beschädigt hat. Doch ab dem Jahr 2013 begann sich das Blatt langsam zu wenden. Ausländische Investoren engagierten sich wieder verstärkt auf dem japanischen Aktienmarkt und reagierten damit positiv auf eine Reihe von Reformen, die lockere Geldpolitik der japanischen Notenbank und die riesigen staatlichen Konjukturprogramme auf Pump, die von dem damals neuen Premier Shinzō Abe angestoßen worden sind. Abe wurden starke Veränderungen zugetraut und mit dem nach ihm benannten Wirtschaftsprogramm „Abenomics“ schaffte er es tatsächlich, das Wachstum anzukurbeln.

Nikkei 225 vor neuen Rekordhochs

Dank dieses Wirtschaftsprogramms wird dem japanischen Aktienmarkt von vielen ein großes Aufholpotenzial zugetraut und das zeigt sich auch an der Entwicklung des japanischen Aktienleitindex Nikkei 225. Nach jahrelanger Durstrecke startete der Index ab dem Jahr 2013 eine neue Kletterpartie und erreichte im Jahr 2018 einen neuen historischen Höchststand. Der jüngste corona-bedingte Rückschlag wurde inzwischen fast wettgemacht. Neue Allzeithochs könnten deshalb schon bald folgen.

Günstige Bewertung

Ein weiterer Grund für Buffetts Japan-Engagement dürfte sein, dass die Konzerne derzeit günstig bewertet sind. So notieren die entsprechenden Aktien alle unter ihrem Buchwert. Diese niedrige Bewertung könnte Buffett zum Einstieg veranlasst haben.

Die Beteiligungen an den Handelshäusern soll Berkshire Hathaway langfristig halten, wenn es nach dem Willen von Buffett geht. Er verglich das Investment mit seinen Beteiligungen an Coca-Cola (seit 32 Jahren im Portfolio von Berkshire Hathaway), an American Express (29 Jahre) und an der Ratingagentur Moody’s (20 Jahre). Der Investor erklärte, abhängig vom Preis könne der Anteil jeweils auf bis zu 9,9 Prozent steigen.

Bei diesen Buffett-Aktien lohnt sich jetzt noch der Einstieg

Viele Anleger dürften sich jetzt fragen, ob sich bei den entsprechenden Aktien immer noch der Einstieg lohnt, nachdem hier dank des Berkshire-Einstiegs zuletzt kräftige Kurssprünge verzeichnet worden sind. Itochu notiert deshalb aktuell auf Rekordniveau, aus Chance-Risiko-Sicht bietet sich hier ein Engagement aktuell nicht an, da zumindest kurzfristig mit einer Kurskorrektur zu rechnen ist. Auch bei Mitsui & Co ist das Gewinnpotenzial aktuell begrenzt. Die Aktie verzeichnete im August bereits einen steilen Anstieg und notiert aktuell bereits knapp unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 2007.

Vielversprechender sind dagegen die Aktien von Marubeni, Mitsubishi und Sumitomo. Hier bewegen sich die Kurse auf einem noch vergleichsweise günstigen Niveau, und es eröffnet sich noch immer kräftiges Aufholpotenzial bis zu den Allzeithochs, die allesamt im Jahr 2018 markiert wurden.

Japanische Top-Aktie Shimano

Wer sein Portfolio mit japanischen Aktien diversifizieren möchte, sollte auch einmal einen Blick auf das auch hierzulande bekannte Unternehmen Shimano (WKN: 865682 / ISIN: JP3358000002) werfen. Der Konzern gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Fahrradkomponenten und Angelzubehör. Die Aktie gehört langfristig zu den Top-Performern der Tokioter Börse. Allein in den vergangenen zehn Jahren legte der Aktienkurs im Schnitt um 17 Prozent jährlich zu.

Berkshire Hathaway: plus elf Prozent Kursgewinn pro Jahr

Eine einfache Möglichkeit, das Portfolio mit japanischen Aktien zu streuen ist natürlich jetzt auch der Einstieg bei Berkshire Hathaway. Die Aktie konnte ebenfalls langfristig überzeugen und verbesserte sich auf Zehnjahressicht im Mittel um elf Prozent pro Jahr.

Anleger, die von der Stärke von Berkshire Hathaway überzeugt sind, können mit einem entsprechenden Long-Zertifikat (WKN: VP694E / ISIN: DE000VP694E9) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Wer als Anleger dagegen Warren Buffetts Investment-Ansatz verfolgen möchte, könnte auch das Partizipationszertifikat auf den Solactive Omaha Alpha Index (WKN: VP7WBU / ISIN: DE000VP7WBU0) interessant finden. Denn im Solactive Omaha Alpha Index enthalten sind 20 Unternehmen, die auch im Portfolio von Berkshire Hathaway zu finden sind.

Wer auf eine Fortsetzung der Erholung des japanischen Aktienmarktes setzen will, kann ein entsprechendes Long-Zertifikat auf den Nikkei 225 erwerben (WKN: MF0F3L / ISIN: DE000MF0F3L4).

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