Einmal mehr schüttelten die Sorgen vor einer Verschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise die Aktienmärkte dieser Welt durch. Die politischen Ereignisse in Frankreich und in den Niederlanden lassen die Anleger glauben, dass Deutschland wichtige Verbündete im Kampf gegen ausufernde Staatsdefizite verlieren könnte. Daneben verdichten sich mit den anhaltenden Diskussionen über ein europäisches Wachstumspaket die Anzeichen für ein Verlassen des eingeschlagenen Sparkurses.

Für weitere Nervosität sorgen bei den Investoren die nicht enden wollenden Probleme in den Krisenländern Spanien und Italien. Aufgrund einer enormen Arbeitslosigkeit und den Problemen im Bankensektor des Landes, muss Spanien auch weiterhin mit steigenden Risikoaufschlägen für seine Staatsanleihen kämpfen. Aber auch hat mit anhaltenden Problemen zu kämpfen. Die schrumpfende Konjunktur des Landes verlangsamt auch die Reduzierung der Staatsdefizite erheblich.

Anhand dieser immer noch vorhandenen Probleme in Europa und der damit verbundenen Gefahren für die weltweite Konjunktur ist umso überraschender, dass die bisherige (US)-Berichtsaison überraschend positiv ausgefallen. Diese ordentliche Entwicklung bei den Quartalszahlen der US-Unternehmen sorgte dafür, dass sich die Aktienkurse nach Turbulenzen um die Eurokrise auf breiter Front einigermaßen erholen konnten.

Bei den DAX-Unternehmen verlief der Start in die Berichtsaison etwas gemischter, wobei auch bei den deutschen Standardwerten einige positive Ausreißer zu verzeichnen waren. Sehr positiv fielen dabei die Berichte der Autobauer VW und BMW aus. Überraschend gut waren auch die Quartalszahlen von Bayer. Selbst der Chiphersteller Infineon lag über den Prognosen. Enttäuschend fielen dagegen die Zahlen für das erste Quartal bei Siemens und SAP aus, wobei Siemens die Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr senken musste. SAP kam um diesen Schritt herum, da der größte deutsche Softwarehersteller ein sehr gutes Wachstum im zweiten Quartal 2012 erwartet. Unser Zwischenfazit:

Die restlichen Unternehmensdaten hierzulande, aber auch in Übersee sollten bei der weiteren Entwicklung der Aktienmärkte eine wichtige Rolle spielen. Allerdings wird sich letztlich anhand des weiteren Verlaufs in der europäischen Staatsschuldenkrise entscheiden, ob der zu Jahresbeginn einmal gestartete Aufwärtstrend im restlichen Verlauf des Jahres 2012 eine Fortsetzung finden kann. Es stellt sich die Frage, ob ein mögliches Wachstumspaket tatsächlich wieder für Wachstum in Europa sorgt oder ob auf diese Weise die Schulden endgültig auf ein unerträgliches Maß getrieben werden.

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2 Kommentare auf "Eurokrise vs. Quartalszahlen-Saison"

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Sandro Valecchi
Gast
Der Euro ohne Griechenland: keine Regierungsmehrheit für den Euro Derweil ringen in Griechenland die Gruppierungen „pro Euroverbleib“ und „contra“ Griechenland in der Euro-Währungszone. Es sind die Griechen, die über ihre Zukunft und den Verbleib im Euro im Jahr 2012 entscheiden müssen. Allen Marktbeobachtern und Analysten ist klar: 2012 wird das Jahr der Weichenstellung für Griechenland zum Verbleib in der Euro-Währungszone und damit Zugleich im Rang eines privilegierten Mitglieds auf Augenhöhe innerhalb der EU. Das ernüchternde Fazit nach vielen Verhandlungsversuchen mit den Volksvertretern in Griechenland: der Euro hilft den Griechen nicht weiter; die Zukunfts- und Konsolidierungsfähigkeit dieses Landes steht auf dem… Read more »
Christoph Scherbaum
Webmaster

…quo vadis Griechenland, quasi…