Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com

Die österreichische Erste Group (WKN 909943) hatte zu Wochenbeginn gleich zwei schlechte Nachrichten parat, so dass das Papier am Montagnachmittag deutlich an Wert verliert. Zum einen will das Institut mit einer Kapitalerhöhung seine Schulden beim Staat und Privatinvestoren begleichen. Daneben enttäuschte die Erste Group mit einem trüberen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

Bisher hatte man bei der Bank damit gerechnet, das Betriebsergebnis bei etwa 3,5 Mrd. Euro stabil halten zu können. Nun rechnet die Erste Group für das Geschäftsjahr 2013 mit einem um 5 Prozent rückläufigen Betriebsergebnis. Schuld sind vor allem die enttäuschenden Wachstumsaussichten in Zentral- und Osteuropa sowie die nur kleinen Fortschritte beim konzerneigenen Sparprogramm.

Trotzdem will die Erste Group ihr Partizipationskapital von 1,76 Mrd. Euro vollständig zurückzahlen. Dabei geht es der Bank darum endlich die Finanzkrise hinter sich zu lassen, im Zuge derer die Erste Group Staatshilfen annehmen musste. Um die Rückzahlung stemmen zu können, sollen im dritten Quartal mit einer Kapitalerhöhung 660 Mio. Euro eingenommen werden. Damit will sich die Bank die Kosten des Partizipationskapitals sparen.

Zudem sorgen neue Regulierungsvorschriften dafür, dass dessen Anrechenbarkeit zum harten Kernkapital abnimmt. Das Ziel lautet, bis Ende 2014 mit den geplanten Kapitalmaßnahmen unter Berücksichtigung der neuen Vorschriften nach Basel 3 auf eine harte Kernkapitalquote von 10,2 Prozent zu kommen. Ende März lag diese noch bei 9,6 Prozent.

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Ob sich die Aktie der Erste Group nach dem heutigen Kurssturz erholen kann, dürfte sich unter anderem daran entscheiden, wie das Unternehmen bei seinen Sparbemühungen vorankommt und ob sich die Wirtschaft in Zentral- und Osteuropa erholen kann. Denn wie viele andere österreichische Institute hatte man auf das dortige Wirtschaftswachstum gesetzt.

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