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Ja, jetzt wird es eng – und zwar für den DAX, und damit herzlich willkommen zur heutigen Ausgabe des Market Mover, dem letzten vor der großen 10-Jahres-Feier der Lehman-Pleite. Was, Sie ahnen es bereits, natürlich total ironisch gemeint ist, denn nach Feiern dürfte wohl den Wenigsten in diesem Zusammenhang zumute sein. Was zumindest in Teilen auch an der aktuellen Marktsituation liegen dürfte. Denn die hat sich – und deshalb kommen wir heute erneut ohne Umschweife zum Wesentlichen – seit der vergangenen Woche sichtlich eingetrübt. Jedenfalls bei den deutschen Aktien und deren Indizes. Womit sich die Divergenz zu den US-amerikanischen Märkten noch einmal vergrößert hat, aber darauf kommen wir gleich zurück. Zunächst geht der Blick direkt zum DAX. Der sackte in dieser Woche auf ein frisches Monatstief ab – was an sich nicht allzu schwer ist, der September hat schließlich gerade erst begonnen, bzw. die erste Woche gerade hinter sich. Allerdings war dieses Tief gleichzeitig auch ein neuerlicher Test des bisherigen Doppeltiefs im Bereich von 12.104 Punkten. Der ganz offensichtlich nicht bestanden wurde. Und wenn wir uns jetzt zum Vergleich zusätzlich noch den DAX-Kursindex anschauen, wird klar: hier geht es um verdammt viel! Denn – das wird im allgemeinen Tagesgeschäft gerne vergessen – die eigentliche Kursentwicklung der deutschen Blue Chips spiegelt der, Nomen est Omen, DAX-Kursindex wider. In den fließen nämlich, anders als beim DAX-Performanceindex, KEINE Dividenden. Genauso wie übrigens beim Dow Jones und nahezu allen anderen wichtigen Indizes, weshalb bei jedweden Vergleichen strenggenommen der DAX Kursindex die relevante Benchmark wäre. Sei’s drum, beim Blick auf den DAX-KI wird jedenfalls überdeutlich, dass die Notierungen gerade eine signifikante Unterstützung gerissen haben. Und das ist an sich ein klares Short-Signal:

Freier Fall

Mit dieser Hypothek belastet, dürften die Blue Chips nun zunächst noch einmal in Richtung Jahrestief (11.727) abtauchen (Achtung, wir reden wieder vom Performance-DAX!). Darunter könnte es dann aber richtig ungemütlich werden, denn in Sachen Unterstützung sieht es unterhalb von 11.600 mau aus. Nennenswerte Haltestellen finden sich dann nämlich erst wieder bei 11.000/10.900 bzw. 10.700/10.600. Was schon so ein bisschen an einen freien Fall erinnern würde. Oder an den September 2008…aber wir wollen Ihnen nicht noch mehr Angst machen, als ohnehin schon im Markt vorhanden ist. Denn: das Blatt kann sich schneller wenden, als wir bis drei zählen können. Warum? Weil der Verkaufsdruck im DAX und den anderen deutschen bzw. europäischen Indizes überwiegend einer hausgemachten Problematik geschuldet ist, Stichwort Handelskrieg. Kriegt sich der Verantwortliche im Weißen Haus (Achtung, Wortspiel!) wieder ein, dürfte es für DAX & Co ziemlich zügig aufwärts gehen. Von einer globalen Krise (wie 2008/2009) sind wir schließlich glücklicherweise (noch!) ein Stück weit entfernt. Was sich beispielsweise an der bereits angesprochenen Divergenz zu den US-Märkten ablesen lässt. Auch die relative Stabilität des Euro gegenüber dem US-Dollar zeigt, dass die Krise am Bosporus auf dem Parkett möglicherweise unnötig hochgekocht wird. Alles also halb so wild? Das werden die kommenden Tage/Wochen zeigen. Der Donnerstag mag mit seinem halbwegs versöhnlichen Ende ein erster Fingerzeig nach oben sein. Vom Eis ist das Pferd damit aber noch lange nicht.

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

Prime Quants verfasst und veröffentlicht Finanzpublikationen für institutionelle und private Anleger, die ihre Börsengeschäfte selbst in die Hand nehmen möchten. Das angebotene Spektrum erstreckt sich von kostenfreien Markt- und Einzelwertanalysen über komplexe Research-Studien bis hin zu täglichen Prognosen und realen Trades. Weitere Informationen unter www.prime-quants.de. Dort erhalten Sie auch den kostenlosen Newsletter Market Mover.

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