Berkshire Hathaway bleibt „ein effizienter Mischkonzern“

Berkshire Hathaway überzeugt mit starken Q1-Zahlen und Kontinuität unter CEO Greg Abel – doch der weiter wachsende Cash-Berg bleibt ein Streitpunkt.

(Bild: Berkshire Hathaway)

Neben der Hauptversammlung stand in den vergangenen Tagen bei Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2 / ISIN: US0846707026) auch die Bekanntgabe der Ergebnisse zum ersten Quartal 2026 im Fokus. Anleger zeigten sich angesichts der Kontinuität unter dem neuen CEO Greg Abel hocherfreut.

Bei Berkshire bleibt alles beim Alten

Abel tritt ein schwieriges Erbe an. Schließlich folgt er auf dem CEO-Posten auf die Investorenlegende Warren Buffett. Da hilft es, wenn man gute Nachrichten verkünden kann. Beim operativen Ergebnis wurde ein Anstieg im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 11,34 Mrd. US-Dollar verkündet. Der Gewinn je Berkshire-B-Aktie lag bei 5,26 US-Dollar und damit oberhalb der vorherigen Konsensschätzungen von 5,19 US-Dollar, während die Gesamterlöse um 4,4 Prozent zulegten und damit ebenfalls positiv überraschen konnten. Besonders gut lief es im Versicherungsgeschäft.

Hier profitierte Berkshire Hathaway vom Ausbleiben größerer Katastrophenschäden. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg um rund 29 Prozent auf 1,717 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen hatte zudem etwa 235 Mio. US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben. Allerdings hatte man erst im März damit angefangen und käme hochgerechnet auf das Quartal auf etwa 700 Mio. US-Dollar. Auch deshalb schwoll der Bargeldbestand weiter an und bleibt damit in der Investorengemeinde ein heiß diskutiertes Thema.

Die Barreserven werden immer größer

Die Barmittel häufen sich weiterhin rasant an. Zuletzt sind diese auf 397 Mrd. US-Dollar angeschwollen. Derzeit entspricht dies rund 39 Prozent der Marktkapitalisierung des Konzerns. Zum Vergleich: Im S&P 500 gibt es derzeit lediglich 24 Unternehmen, die eine höhere Marktkapitalisierung aufweisen. Trotz einiger Kritik will man bei Berkshire Hathaway auch unter der neuen Führung weiterhin nichts von aggressiveren Aktienrückkäufen, teuren Fusionen und Übernahmen oder einer Dividende wissen.

Insbesondere mit Blick auf Fusionen und Übernahmen ist es derzeit nicht leicht. Schließlich haben die techgetriebenen Rallyes der vergangenen Jahre für hohe Bewertungen gesorgt. Auch in einem anderen Punkt bleibt bei Berkshire Hathaway alles beim Alten. Greg Abel sprach auf der Hauptversammlung davon, dass er nicht davon ausgeht, dass Berkshire Hathaway jemals aufgespalten wird oder seine Tochtergesellschaften veräußern wird. „Wir sind ein Mischkonzern, aber wir sind ein effizienter Mischkonzern. Wir haben keine überflüssigen Führungsebenen“, sagte Abel.

Mein Fazit

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 zeigen deutlich, dass Berkshire Hathaway auch unter dem neuen CEO Greg Abel auf Kontinuität setzt – und damit den Erwartungen der Anleger gerecht wird. Trotz des Führungswechsels nach Warren Buffett bleibt die strategische Ausrichtung unverändert: solides operatives Wachstum, konservative Kapitalallokation und ein klarer Fokus auf langfristige Wertschöpfung. Besonders das starke Versicherungsgeschäft und die positiven Ergebnisüberraschungen unterstreichen die operative Stärke des Konzerns. Gleichzeitig bleibt der stetig wachsende Cash-Bestand ein zweischneidiges Schwert: Er signalisiert finanzielle Stärke, wirft aber weiterhin Fragen nach der effizientesten Verwendung der Mittel auf.

Anleger, die auf eine ganze Auswahl von Aktien aus dem Universum erfolgreicher Beteiligungs- und Private-Equity-Konzerne wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway, BlackRock sowie Blackstone setzen wollen, schauen sich das Indexzertifikat auf den Investment Legends Index (WKN: DA0AC7 / ISIN: DE000DA0AC70) an.