Angesichts der schwierigen Marktbedingungen reißt LVMH (WKN: 853292 / ISIN: FR0000121014) weiterhin keine Bäume aus. Allerdings sind Marktteilnehmer auch deshalb froh, wenn der französische Luxusgüterkonzern zumindest kleine Erfolge verbuchen kann. Im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2026 war es wieder so weit.
Kleine Schritte
Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 hatte LVMH Erholungstendenzen im Asien-Geschäft beobachtet. Zuletzt kam der US-Markt als Wachstumsstütze hinzu. Besonders erfreulich: Im zweiten Quartal konnte eine Wachstumsbeschleunigung verzeichnet werden. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 38,6 Mrd. Euro. Damit zeigte sich LVMH trotz eines weiterhin von geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Umfelds, das durch den Konflikt im Nahen Osten zusätzlich belastet wurde, äußerst robust.
Im zweiten Quartal wurde ein organisches Umsatzwachstum von 3 Prozent verzeichnet (4 Prozent ohne die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten). In den Vereinigten Staaten beschleunigte sich das Wachstum, sodass das erste Halbjahr insgesamt positiv verlief. In Asien (ohne Japan) wurde ein starkes Wachstum erzielt, was die seit der zweiten Jahreshälfte 2025 beobachtete Verbesserung des Marktumfelds bestätigte. Japan verzeichnete im Halbjahresvergleich ebenfalls Wachstum.
Positive Überraschung
Das Ergebnis aus wiederkehrender Geschäftstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 8,7 Mrd. Euro und entsprach einer operativen Marge von 22,5 Prozent. Der auf die Aktionäre des Konzerns entfallende Nettogewinn lag mit 5,7 Mrd. Euro wiederum auf dem Niveau des Vorjahres. Die Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal wurde von Unternehmensseite unter anderem auf den Erfolg der ersten Entwürfe von Jonathan Anderson für Christian Dior, die Performance der neuen Louis-Vuitton-Flagship-Stores in Peking und Seoul sowie auf die ikonischen Kollektionen von Tiffany und Bvlgari zurückgeführt.
Das starke Wachstum bei Sephora sowie die Erholung im Champagner- und Cognac-Geschäft hätten ebenfalls zu der verbesserten Dynamik beigetragen. Am Markt wurden die jüngsten Verbesserungen ebenfalls registriert. Zwar senkte RBC-Capital-Analyst Piral Dadhania das Kursziel für LVMH als Reaktion auf die jüngsten Zahlen von 600,00 auf 575,00 Euro, bestätigte aber das „Outperform“-Rating. Die Rede war von „ermutigenden“ Ergebnissen sowie einem über den Erwartungen liegenden Umsatz, EBIT und Nettogewinn im zweiten Quartal.
Mein Fazit
Auch wenn LVMH noch weit von den Wachstumsraten früherer Jahre entfernt ist, deutet die Entwicklung darauf hin, dass der Konzern die Talsohle hinter sich lassen könnte. Die Beschleunigung des organischen Umsatzwachstums, eine stabile Profitabilität und erste Erfolge in wichtigen Absatzmärkten wie den USA und Asien sprechen für eine schrittweise Normalisierung des Geschäfts. Zwar bleiben das konjunkturelle Umfeld und geopolitische Risiken Belastungsfaktoren, doch die jüngsten Zahlen zeigen, dass LVMH dank seiner starken Marken und seiner globalen Marktposition weiterhin in der Lage ist, auch in einem schwierigen Umfeld positive Impulse zu setzen.
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