Apple sucht einen Ausweg

Steigende Speicherchip-Preise belasten Apples margenstarkes Geschäft. Heute Abend zeigt sich, wie das iPhone-Geschäft im Juni-Quartal gelaufen ist.

(Bildquelle: unsplash / Jimmy Jin)

Es mutet etwas merkwürdig an, doch Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) konnte zuletzt im Vergleich zu den anderen „Magnificent Seven“-Unternehmen etwas besser abschneiden, da der iPhone-Konzern weniger vom KI-Boom abhängig ist. Am Donnerstagabend stellt Apple seine Ergebnisse zum Juni-Quartal vor. Trotz der jüngsten Turbulenzen in den Bereichen KI und Halbleiter würden Anleger gerne hören, dass auch Apple endlich Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz macht.

Chinesische Speicherchips als Lösung?

Ein anderes wichtiges Thema bleiben die Margen. Apple wurde stets für seine hochmargigen Geschäftsbereiche wie das iPhone geschätzt. Nun aber sind die Kosten für Komponenten – insbesondere für Speicherchips – deutlich angestiegen. Die rasante Ausbreitung der KI hat den Bedarf an DRAM- und NAND-Flash-Speichern in Rechenzentren enorm steigen lassen und zu einer weltweiten Knappheit geführt. Der Bau neuer Halbleiterfabriken dauert Jahre und verschlingt hohe Geldsummen, sodass die Hersteller ihre Produktion bei einem plötzlichen Nachfrageschub nicht kurzfristig ausweiten können.

Die daraus resultierende Verknappung des Angebots hat die Speicherpreise deutlich ansteigen lassen. Apple versucht, dem durch Preiserhöhungen und Anpassungen in der Beschaffung entgegenzuwirken. Zudem wirbt das Unternehmen bei der US-Regierung dafür, günstigere chinesische Speicherchips in seinen Hardwareprodukten verwenden zu dürfen. Im Hinblick auf die jüngsten Geschäftsergebnisse werden daher nicht nur die iPhone-Umsätze oder die eigenen KI-Bemühungen eine Rolle spielen, sondern auch die Kostenfrage rund um Speicherchips.

Ein faltbares iPhone soll neuen Upgrade-Zyklus auslösen

Es ist allerdings nicht so, dass Apple gar nicht am KI-Boom beteiligt wäre. Dan Niles, Gründer von Niles Investment Management, sagt, dass Apple von den KI-Investitionen anderer Unternehmen profitieren würde, insbesondere von denen seines Partners Google. Der Experte hält die Umsatz- und Margenschätzungen für das dritte (Ende Juni) und vierte Fiskalquartal (Ende September) jedoch für zu hoch, unter anderem wegen steigender Halbleiterpreise.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37 sei die Aktie zudem teuer bewertet. Langfristig bleibt er aber optimistisch, dass ein faltbares iPhone mit KI-gestützter Siri einen neuen Upgrade-Zyklus auslösen könnte. Mit Blick auf den Umsatz und den bereinigten Gewinn je Aktie im abgelaufenen Dreimonatszeitraum bewegen sich die FactSet-Konsensschätzungen bei 108,85 Mrd. US-Dollar bzw. 1,89 US-Dollar. Die wichtigen iPhone-Umsätze werden wiederum bei 53,74 Mrd. US-Dollar gesehen.

Mein Fazit

Wenn es um Apples Zahlen zum Juni-Quartal geht, fragen sich Anleger vor allem, wie stark steigende Speicherchippreise die Margen belasten. Darüber hinaus wird es darum gehen, ob Apple sichtbare KI-Fortschritte liefern kann, während die iPhone-Umsätze seit jeher ein wichtiges Thema in Apples Quartalsberichten sind.

Als Alternative zu einem Direktinvestment in Apple käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.

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