In diesen Tagen haben Unternehmen wie Amazon, Palantir oder Microsoft mit ihren Quartalsergebnissen die KI-Euphorie neu entfacht. Dagegen wurde AMD (WKN: 863186 / ISIN: US0079031078) Opfer der sehr hohen Erwartungen an den Chipkonzern. Dieser sollte jedoch gerade angesichts der Entwicklung hin zu agentischer KI und CPUs einiges an Potenzial mitbringen.
AMD kann die hohen Erwartungen nicht übererfüllen
AMD wies für das abgelaufene zweite Quartal Umsatzerlöse in Höhe von 11,54 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,66 US-Dollar aus. Damit wurden die Markterwartungen von 11,28 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 1,62 US-Dollar übertroffen. Angesichts der hohen Bewertungen sowie des anhaltenden KI-Booms reichten vielen Investoren die lediglich „knapp“ übertroffenen Erwartungen jedoch nicht aus. Als Reaktion wurde die AMD-Aktie kurzfristig abgestraft. Zumal der Ausblick auf das laufende dritte Quartal gemischt ausfällt.
Der Umsatz soll mit 13 Mrd. US-Dollar über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 12,5 Mrd. US-Dollar liegen. Die Bruttomarge von 56 Prozent liegt jedoch rund 25 Basispunkte unter den Erwartungen. Gleichzeitig sind die Aussagen des Managements insgesamt optimistisch: „Wir starten mit starkem Rückenwind in die zweite Jahreshälfte: Die Nachfrage nach EPYC-Prozessoren beschleunigt sich, der Einsatz unserer Instinct-Beschleuniger nimmt weiter zu und Helios beginnt hochzufahren. Ganz allgemein führt der KI-Boom zu einer deutlichen Ausweitung der Nachfrage nach Rechenleistung in all unseren Märkten.“
Intakte Investmentstory
Ein Jefferies-Analyst sah in den Ergebnissen keinen Grund, an der Erfolgsgeschichte von AMD zu zweifeln. Daher hob er das Kursziel für die AMD-Aktie von 640,00 auf 650,00 US-Dollar an und bestätigte die „Buy“-Einschätzung. Zwar hätten Ergebnisse und Ausblick die hohen Erwartungen verfehlt, doch die Investmentstory bleibe intakt. Die KI-GPUs dürften ab dem vierten Quartal deutlich stärker hochlaufen. Der zuständige Jefferies-Analyst Blayne Curtis sieht Potenzial dafür, dass AMDs KI-GPU-Geschäft im Jahr 2027 einen Umsatz von 40 Mrd. US-Dollar erreicht – zusätzlich zu 30 Mrd. US-Dollar Serverumsatz, sofern sich die Angebotslage verbessert und Venice höhere Preise ermöglichen sollte.
Der Wells-Fargo-Analyst Aaron Rakers hebt seinerseits das Kursziel für AMD von 615,00 auf 700,00 US-Dollar an und bestätigt die „Overweight“-Einstufung. AMD erwarte nun ein Umsatzwachstum deutlich über dem bisherigen Ziel, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 35 Prozent im Zeitraum von 2025 bis 2030. Der Gewinn je Aktie solle das frühere Ziel von 20 US-Dollar je Aktie bis 2029 beziehungsweise 2030 deutlich übertreffen.
Mein Fazit
Die jüngste Kursreaktion zeigt vor allem, wie hoch die Erwartungen an AMD inzwischen sind. Zwar konnten Quartalszahlen und Ausblick die Anleger nicht in allen Punkten überzeugen, an den langfristigen Wachstumsaussichten hat sich jedoch wenig geändert. Im Gegenteil: Die zunehmende Verbreitung agentischer KI dürfte den Bedarf an Rechenleistung weiter beschleunigen – und damit sowohl AMDs KI-Beschleuniger als auch das starke CPU-Geschäft beflügeln. Sollten sich die optimistischen Prognosen der Analysten bewahrheiten, könnte sich die aktuelle Enttäuschung im Rückblick als kurzfristige Verschnaufpause in einer weiterhin intakten Wachstumsstory erweisen.
Wer nicht nur auf AMD, sondern allgemein auf Profiteure des Booms rund um die Künstliche Intelligenz setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat auf den Künstliche Intelligenz Index (WKN: DA0ABV / ISIN: DE000DA0ABV8) anschauen.









