NVIDIA durchbricht das Muster

NVIDIA übertrifft erneut die Erwartungen und blickt optimistisch nach vorn. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung bleibt hoch und sorgt für weiteres Potenzial.

(Bildquelle: NVIDIA Presse)

KI-Darling NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) hatte zuletzt in schöner Regelmäßigkeit die Erwartungen an seine Quartalsergebnisse übertroffen und die Prognosen angehoben, nur um mitanzusehen, wie die Aktie in der Folge schwächer notierte. Die überragenden Ergebnisse des Spezialisten für Grafikprozessoren wurden bereits als Selbstverständlichkeit erachtet. Nun aber scheint NVIDIA dieses Muster durchbrechen zu können.

NVIDIA legt eine Schippe drauf

Die NVIDIA-Aktie notierte am Mittwochabend nachbörslich nach Bekanntgabe der Ergebnisse zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (Ende Juli) rund 5 Prozent im Plus. Bereits zuvor hatte der Optionsmarkt eine solche Bewegung in die eine oder andere Richtung signalisiert.

Dass es ein sogenanntes „Beat-and-Raise“-Quartal werden sollte, war am Markt fest eingeplant. Allerdings konnte NVIDIA dieses Mal sowohl mit Blick auf die jüngsten Zahlen als auch auf die Aussichten eine Schippe drauflegen. Im Juli-Quartal lag der Gewinn je Aktie bei 2,22 US-Dollar und damit oberhalb der Konsensschätzungen von 2,09 US-Dollar. Die Bruttomarge konnte im Vergleich zum Vorquartal minimal auf 75,0 Prozent verbessert werden.

Dieser Punkt ist besonders wichtig. Anleger hatten befürchtet, dass es infolge höherer Speicherpreise und des zunehmenden Konkurrenzdrucks schwierig werden könnte, die hohe Profitabilität aufrechtzuerhalten. Die Gesamterlöse erreichten wiederum 96,2 Mrd. US-Dollar und übertrafen damit ebenfalls die Konsensschätzungen. Diese lagen zuvor bei 92,3 Mrd. US-Dollar. Der Ausblick fällt ebenfalls sehr optimistisch aus.

KI-Wendepunkt erreicht

Für das dritte Quartal (Ende Oktober) erwartet NVIDIA einen Umsatz zwischen 105,8 und 110,1 Mrd. US-Dollar. Die Wall Street hatte zuletzt mit 104,18 Mrd. US-Dollar gerechnet. „KI hat ihren Wendepunkt erreicht. Sie erledigt nützliche Aufgaben. Ihre Tokens sind produktiv und profitabel. Jetzt wird Rechenleistung zu Umsatz“, sagte NVIDIA-CEO Jensen Huang im Rahmen der Zahlenbekanntgabe.

Entsprechend stark ist die Leistung im Bereich Data Center. Dort lag der Umsatz im Juli-Quartal bei 89,0 Mrd. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 85,8 Mrd. US-Dollar. NVIDIAs Finanzchefin Colette Kress erklärte in ihrem Quartalskommentar, dass sich allein der Umsatz mit Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft im zweiten Quartal mehr als verdoppelt habe. Bedenken gab es zuletzt dagegen angesichts der vielen KI-Deals, die NVIDIA mitfinanziert.

Anfang dieses Monats wurde bekannt gegeben, dass man mit BlackRock, Blackstone, KKR, Apollo, Brookfield und Goldman Sachs zusammenarbeitet, um einen Kapitalpool von 500 Mrd. US-Dollar aufzubauen. Außerdem unterstützt NVIDIA Pläne von SB Energy und OpenAI, im US-Bundesstaat Ohio ein riesiges 8-Gigawatt-Rechenzentrum zu errichten. Dafür sind Investitionen von bis zu 150 Mrd. US-Dollar vorgesehen. Angesichts der optimistischen Aussichten scheinen Anleger jedoch wieder zu glauben, dass sich diese Investitionen am Ende rechnen werden.

Noch mehr Potenzial

Im Geschäftsjahr 2027/28 will NVIDIA die konzernweiten Umsatzerlöse noch einmal um rund 70 Prozent steigern. Dieser Wert liegt deutlich oberhalb der jüngsten Marktschätzungen von rund 45 Prozent. Besonders ist dieser Wert aber auch, weil NVIDIA bisher keine so weit in der Zukunft liegenden Prognosen abgegeben hatte. Laut Konzernchef Huang wäre sogar mehr drin, allerdings werde das Unternehmen aufgrund von Lieferengpässen daran gehindert, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Im Rahmen der Telefonkonferenz wurde zudem von einer extrem robusten und sich beschleunigenden Nachfrage gesprochen, die zu einem großen Teil auf die verbesserte Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit von KI zurückzuführen sei. Das Unternehmen räumte zwar die künftig zu erwartenden Belastungen bei der Bruttomarge ein, die es zu einem großen Teil auf steigende Speicherpreise zurückführt, gleichzeitig scheine aber eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage früher als erwartet einzutreffen.

Mein Fazit

NVIDIA hat mit den jüngsten Quartalszahlen erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung ungebrochen hoch ist und sogar weiter zunimmt. Sowohl die vergangenen Ergebnisse als auch der Ausblick lagen über den Erwartungen. Gleichzeitig deutet der optimistische Ausblick darauf hin, dass die KI-Investitionen zunehmend in konkrete Umsätze und Gewinne umgewandelt werden. Die ambitionierten Wachstumsziele für die kommenden Geschäftsjahre unterstreichen das enorme Potenzial, machen aber auch deutlich, wie hoch die Erwartungen an NVIDIA inzwischen sind.

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