Infolge der jüngsten Spannungen im Nahen Osten sind die Ölpreise angestiegen. Sowohl Brent als auch die US-Sorte WTI kletterten über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Damit wurden auch die allgemeinen Inflationssorgen verstärkt, was unter anderem Bereiche wie die Konsumgüterindustrie trifft. Autofahrer könnten wiederum länger an älteren Autos festhalten und den Kauf von Neuwagen verschieben, was wiederum Unternehmen wie AutoZone (WKN: 881531 / ISIN: US0533321024) hilft.
Günstige Einstiegsgelegenheit?
Der führende Kfz-Ersatzteilehändler hatte rund um die Corona-Pandemie sowie die folgenden Lieferkettenprobleme in der Autobranche und die erhöhte Inflation nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine an den Börsen Berühmtheit erlangt. Während der „Do-it-yourself“-Trend im Zuge der Pandemie gestärkt wurde, flachte dieser in den vergangenen Jahren etwas ab.
Für das Jahr 2026 liegt die AutoZone-Aktie mit rund 16 Prozent im Minus. Dies liegt auch daran, dass sich Konsumenten in vielen Bereichen mit Ausgaben zurückhalten müssen. Citigroup-Analyst Steven Zaccone glaubt jedoch, dass sich mit den nun deutlich günstigeren Aktienkursen bei AutoZone eine Einstiegsgelegenheit ergeben haben könnte.
Daher senkte er mit Blick auf die kommende Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Geschäftsquartal am 22. September das Kursziel für die AutoZone-Aktie von 3.700,00 auf 3.450,00 US-Dollar, bestätigte aber die „Buy“-Einschätzung. Die Wall Street rechne mit einer Verfehlung der Erwartungen bei den vergleichbaren Umsätzen. Nach dem jüngsten Ausverkauf scheinen die schlechten Nachrichten aus Sicht des Marktexperten bei der Citi jedoch eingepreist.
Aufbruchstimmung bei AutoZone
Auch Max Rakhlenko, Analyst bei TD Cowen, senkt das Kursziel für AutoZone im Rahmen eines Ausblicks auf die Ergebnisse zum vierten Geschäftsquartal von 3.700,00 auf 3.500,00 US-Dollar. Allerdings bestätigt auch er die „Buy“-Einschätzung. Der Experte sieht eine gemischte Ausgangslage vor dem Ergebnisbericht, mit einem Abwärtsrisiko für die Schätzungen der inländischen vergleichbaren Umsätze.
Das Wetter und holprige „Do-it-yourself“-Trends seien ein Gegenwind für das Unternehmen gewesen. Der Analyst ist jedoch der Auffassung, dass AutoZone das vierte Geschäftsquartal stärker beendet habe. Im Schnitt rechnen Analysten laut FactSet-Konsens mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 54,32 US-Dollar, während die Umsatzerlöse bei 6,71 Mrd. US-Dollar gesehen werden.
Zudem könnte AutoZone auch abseits der nackten Finanzkennzahlen für etwas mehr Optimismus sorgen. In den vergangenen Tagen durfte man verkünden, die 8.000. Filiale eröffnet zu haben. Dies geschah in Murfreesboro im US-Bundesstaat Tennessee. Laut Konzernangaben markiere dieser Meilenstein die Entwicklung von AutoZone – von einer einzigen Filiale, die am 4. Juli 1979 in Forrest City, Arkansas, eröffnet wurde – zu 8.000 Standorten in ganz Amerika.
Mein Fazit
Trotz des schwierigen Marktumfelds und der anhaltenden Zurückhaltung der Verbraucher bietet AutoZone weiterhin interessante Perspektiven. Die gestiegenen Ölpreise und die damit verbundenen Inflationssorgen könnten dazu führen, dass Autofahrer ihre älteren Fahrzeuge länger nutzen und notwendige Reparaturen aufschieben – ein Umfeld, von dem der Ersatzteilhändler profitieren könnte. Die gesenkten Kursziele der Analysten zeigen, dass auch die Erwartungen an AutoZone zuletzt zurückgenommen wurden. Dennoch halten sowohl Citi als auch TD Cowen an ihrer positiven Einschätzung fest, auch weil sie der Ansicht sind, dass die Negativ-News nun eingepreist sein sollten.
Als Alternative zu einem Direktinvestment in AutoZone könnten Anleger einen Blick auf das Indexzertifikat auf den „Aktien für immer Index“ (WKN: DA0ABP / ISIN: DE000DA0ABP0) werfen. In diesem sind Aktien zu finden, sich über einen besonders langen Zeitraum bewährt haben und auch mit Blick auf einen langen Anlagehorizont das Potenzial mitbringen, positiv zu performen.










