Während hierzulande die sogenannte 50+1-Regelung vehement verteidigt wird und Kapitalanlegern nicht zu viel Macht in den Fußball-Clubs eingeräumt werden soll, gehen die Entwicklungen in vielen Teilen der Welt in die entgegengesetzte Richtung. Investoren entdecken immer mehr den Sport für sich.
Sportinvestments kommen in Mode
Streaming-Anbieter sowie alternative Angebote zur Nutzung von Video-Inhalten im Internet setzen das lineare Fernsehen seit vielen Jahren stark unter Druck. Live-Sport gehört wiederum zu den wenigen Inhalten, die zuverlässig die Zuschauermassen an die Fernsehbildschirme binden. Hinzu kommt, dass Streaming-Anbieter wie Amazon Prime oder Netflix selbst den Live-Sport immer stärker für sich entdecken. Auf diese Weise werden zusätzliche Milliarden in verschiedene Sportarten gepumpt. Jeder möchte ein Stück vom größer werdenden Kuchen abhaben.
Zumal der Besitz an Sportvereinen nicht mehr nur als Spielerei von sportverrückten Milliardären abgetan wird, sondern auch in der Investmentgemeinde zunehmend als interessante Anlagealternative angesehen wird. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass Investmentgrößen aus Bereichen wie Private Equity den Besitz an bekannten Sportmarken und Vereinen aus den größten Sportligen der Welt wie NFL, MLB, NBA, NHL oder der englischen Premier League für sich entdecken. In diesen Tagen ist es wiederum vor allem der Deal rund um Apollo Global Management (WKN: A3DB5F / ISIN: US03769M1062) und die New York Yankees, der für Schlagzeilen sorgt.
Wall Street übernimmt den US-Sport
Laut „New York Post“ steht der Finanzriese Apollo Global Management kurz davor, sich 16 Prozent am sportlich erfolgreichsten und berühmtesten Verein in der Major League Baseball (MLB) mit seinen 27 Meisterschaften (World-Series-Siegen) zu sichern. Der Deal würde Apollo nach der Familie Steinbrenner zum größten Anteilseigner der Yankees machen. Apollos 2,6 Mrd. US-Dollar schwere Finanzspritze für die Yankees umfasst sowohl eine Fremdkapital- als auch eine Eigenkapitalinvestition und bewertet das Team mit deutlich mehr als 12 Mrd. US-Dollar.
Auf diese Weise rücken die Yankees auf Platz zwei der wertvollsten Sportvereine der Welt, knapp hinter das NFL-Team der Dallas Cowboys und dessen rund 13 Mrd. US-Dollar. Wie wichtig der Deal für Apollo zu sein scheint, zeigt der Umstand, dass man sich auch von einem drohenden Spielerstreik nicht aufhalten ließ, falls die Verhandlungen zwischen Teambesitzern und der Spielergewerkschaft MLBPA scheitern sollten. Damit wird Baseball, wie die meisten Profisportarten, zunehmend von finanzstarken Akteuren der Wall Street geprägt, die entweder komplette Teams besitzen oder sich über Minderheitsbeteiligungen einkaufen.
Al Tylis, der Apollos Sportfonds leitet, wird dem 13-köpfigen Vorstand von Yankee Global Enterprises beitreten. Der Hedgefonds-Manager Steve Cohen besitzt wiederum den Stadtrivalen der Yankees, die New York Mets, während der Meister in der MLB der beiden vergangenen Jahre, die Los Angeles Dodgers, der Guggenheim Investment Group, einem Ableger des in Los Angeles ansässigen Finanzunternehmens, das von Managing Partner Mark Walter geführt wird, gehören.
Mein Fazit
Investoren nehmen im internationalen Profisport eine zunehmend bedeutende Rolle ein. Während in Deutschland durch die 50+1-Regel die Einflussnahme externer Kapitalgeber auf Fußballvereine begrenzt werden soll, zeigt sich insbesondere in den USA eine deutlich stärkere Öffnung gegenüber Investitionen. Sportvereine werden dabei nicht mehr ausschließlich als emotionale oder sportliche Institutionen betrachtet, sondern zunehmend auch als attraktive Anlageobjekte mit erheblichem wirtschaftlichem Potenzial. Der Apollo-Yankees-Deal ist nur ein Beispiel dafür.
Anleger, die auf eine ganze Auswahl von Aktien aus dem Universum erfolgreicher Beteiligungs- und Private-Equity-Konzerne wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway, BlackRock, Blackstone oder Apollo Global Management Inc. setzen wollen, schauen sich das Indexzertifikat auf den Investment Legends Index (WKN: DA0AC7 / ISIN: DE000DA0AC70) an.








