Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Langsam aber stetig kämpft sich der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) weiter nach oben und traf dabei in dieser Woche genau auf die 13.000er-Marke. Wie schon in der Vorwoche startete der DAX dynamisch in die Woche. Rund 100 Punkte von der starken Eröffnung am Montag bis zum Freitagsschluss standen auf dem Kurszettel. Zwischenzeitlich (am Dienstag) sahen wir noch einmal einen Abverkauf bis 12.535 Punkte. Doch ab diesem Zeitpunkt kehrte die Kauflaune eindrucksvoll zurück und zog am Mittwoch den Durchbruch über die skizzierte Widerstandszone um 12.850 Punkte nach sich.

Die Folge war ein Anlaufen der 13.000er-Marke, genau genommen ein neues Verlaufshoch seit Ende Februar bei 12.999,84 Punkten. Dieses Niveau wurde im weiteren Verlauf nicht mehr überboten und stellt damit optisch und psychologisch den aktuellen Widerstand dar:

DAX-Widerstandsbereich unter 13.000
DAX-Widerstandsbereich unter 13.000

Das Wochenplus von 2,3 Prozent basierte auf der Hoffnung, ein Gegenmittel zu Covid-19 zu finden und vor allem zum Wochenausklang auf dem positiven Ausblick bei Daimler. Hier lag das Quartalsergebnis mit 1,68 Milliarden Euro zwar deutlich im negativen Bereich, doch über den Erwartungen der Analysten. Der positive Effekt von Sparmaßnahmen in der Zukunft stand im Fokus und sorgte damit letztlich für Begeisterung bei den Anlegern. Im Detail geht es um bis zu 20.000 Stellen, welche eingespart werden sollen.

Zudem wird mit Spannung ein Ergebnis vom EU-Sondergipfel in Brüssel erwartet, bei dem ein weiteres Milliardenprogramm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise zur Diskussion steht.

Insgesamt, wenn man den Dienstag als „Ausrutscher“ bezeichnet, eine positive Wochentendenz, welche sich im Detail wie folgt zeigte:

DAX-Woche KW29 im Rückblick
DAX-Woche KW29 im Rückblick

Anbei der Blick auf die einzelnen DAX-Handelstage:

DAX-Handelstage der KW29
DAX-Handelstage der KW29

Das größere Chartbild hat sich hierbei nicht verändert, die DAX-Aufwärtstrends sind deutlich im mittelfristigen Zeitrahmen zu sehen:

DAX-mittelfristig mit Aufwärtstrends
DAX-mittelfristig mit Aufwärtstrends

Analysiert man einen größeren Zeitrahmen im DAX, so ist der Anlauf an die 13.000 ein weiteres positives Signal. Auf diesem Kursniveau lagen wir letztmalig Ende Februar, als die Corona-Krise an der Börse erste Reaktionen zeigte. Bis auf 12.913 Punkte konnten wir bereits in der ersten Juniwoche nach oben laufen. Die Phantasie der 13.000 entwich im Markt, doch nun ist sie wieder aufgekeimt. Das Juni-Hoch wurde überboten und per Schlusskurs am Freitag liegen wir nach einem erneuten Anlauf recht genau auf dieser Schwelle:

DAX-Situation spitzt sich zu
DAX-Situation spitzt sich zu

Mit der Trendlinie seit Mitte Mai als Unterstützung könnte der DAX sein Momentum weiter fortsetzen und bereits in der neuen Handelswoche die 13.000 überspringen. Ein entsprechend kurzfristiges Signal sehe ich bei Überschreitung der 12.970 als relevant an.

Direkt im Umfeld dieser runden Marke ist mit einer Neu-Orientierung vieler Marktteilnehmer zu rechnen, da psychologische Marken häufig zu neuen Entscheidungen und damit zu Umschichtungen am Markt führten. Ich versuche daher im Umfeld dieser runden Marke kurzfristige Signale zu handeln.

Täglich stelle ich meine Trading-Ideen kostenfrei per E-Mail hier zur Verfügung.

Ein Rückfall unter 12.850 Punkte wäre ein Indiz für den Abprall an dieser Region. Hier könnte im Zuge von Gewinnmitnahmen nicht nur der skizzierte obere Aufwärtstrend brechen, sondern das GAP vom Mittwoch in den Fokus der Trader rücken:

GAP im DAX unter 12.770 Punkten
GAP im DAX unter 12.770 Punkten

Unter 12.770 ist dieses weiterhin optisch sichtbar und schneidet, als so genanntes „Insel-GAP“, den Dienstag als Handelstag vom weiteren Kursverlauf ab. Dringen wir in diese Region ein, könnten die Bären frohlocken und weitere Verkaufssignale im Chartbild generieren.

Wie schnell der Stimmungsumschwung zwischen weiterer Angst in der Corona-Krise und der Hoffnung auf einen Durchbruch in der Forschung eines Medikamentes sein kann, erlebten wir in der jüngsten Vergangenheit mehrfach. Achten Sie daher auf die entsprechenden News und Meldungen sowie auf folgende Wirtschaftstermine in der kommenden Woche.

Auf der Agenda für die neue Woche steht gleich zum Start 8.00 Uhr am Montag der Erzeugerpreisindex aus Deutschland. Am Nachmittag gibt es dann aus England diverse Reden zur Wirtschaftslage.

Dienstag ist vor allem der Chicago Fed Aktivitätsindex um 14.30 Uhr wichtig.

Am Mittwoch schauen wir gespannt auf den US-Immobiliensektor um 15.00 Uhr mit der Veröffentlichung des entsprechenden Index auf Monatsbasis.

Mit dem Gfk-Verbrauchervertrauen aus Deutschland steht 8.00 Uhr donnerstags ein weiterer Indikator zur Beurteilung der heimischen Wirtschaft an. Im weiteren Verlauf sind dann erneut die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung 14.30 Uhr spannend.

Umfangreiche Daten erwarten uns am Freitag vor allem aus Grossbritannien – mit dem Gfk-Verbauchervertrauen und den Einzelhandelsumsätzen am Morgen beginnt der letzte Handelstage der Woche. Der Markit PMI Gesamtindex ergänzt 9.30 Uhr das Bild für Deutschland mit dem Deutschen Einkaufsmanagerindex. 10.00 Uhr werden diese Daten dann auf EU-Ebene, 10.30 Uhr für England und 15.45 Uhr für die USA veröffentlicht.

Alle Prognosen dieser ausgewählten Wirtschaftstermine sehen Sie noch einmal in folgender Infografik.

Wirtschaftstermine KW30/2020
Wirtschaftstermine KW30/2020

Kommen Sie mit dieser Vorbereitung und Ihren eigenen Ideen gut in die neue Handelswoche. Viel Erfolg wünscht Ihr Bernecker1977 (Andreas Bernstein)  

 

Schauen Sie gerne für weitere Meinungen in den Trading-Chat

*Platzierte Produkte/Tools sind entsprechend markiert und Werbung.     Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.
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[…] startet die Handelswoche erneut (siehe Vorwochenanalyse) stark und hatte bereits am Montag die runde Marke von 13.000 Punkten im Visier. Es gelang beim […]