Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG
Die vergangene Handelswoche startete im DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) mit einem Sprung über die 13.000er-Marke, welche per Schlusskurs nicht mehr aufgegeben wurde. Ein pauschal starkes Zeichen, welches sich zum Übergang des Kalendermonats noch einmal beweisen muss.

Nur zwei positive Handelstage haben für die positive Performance in der Woche gesorgt. Dabei stand vor allem der Montag im Blickfeld der Anleger, da hier ein Ausbruch aus der mittelfristigen Range erfolgte und die 13.000er erneut erobert wurde. Ein Level, was vor allem psychologische Bedeutung hat. Dies spürte man im weiteren Wochenverlauf deutlich, da beispielsweise gleich am Mittwoch die Konsolidierung auf diese Bewegung, welche im Hoch bis 13.221 Punkte lief, noch einmal knapp an die 13.000 zurückgelaufen war (13.010 Punkte).

Impulsive Bewegungen vor allem in der jeweils ersten Handelsstunde des jeweiligen Tages zeigten zudem auf, dass die Marktteilnehmer leicht nervös werden. Immerhin legten die Kurse an der Wall Street und insbesondere im Nasdaq noch stärker zu und etablierten sich im S&P500 erstmals wieder auf Allzeithoch. Der Nasdaq als Technologiebarometer war kaum zu halten und zeigt seit der „Vor-Corona-Zeit“ bereits einen weiteren Aufschlag von mehr als 30 Prozent an. Damit steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur, auch wenn der Trend durch Stärke und Momentum noch immer überzeugend verläuft:

Entwicklung Nasdaq100 von einem Jahr
Entwicklung Nasdaq100 von einem Jahr

Damit lässt sich der DAX nicht vergleichen – kann man auch gar nicht, da nach dem Wegfall der Wirecard im DAX zum Wochenstart nur noch ein reines Technologieunternehmen im Index vertreten ist. Mit Delivery Hero ist hingegen ein „Essens-Lieferdienst“ in den DAX aufgestiegen. Diese nicht-technologische Ausrichtung ist auf jeden Fall ein weiterer Fakt für diese Diskrepanz.

Im Dow Jones kommt es zum Monatswechsel übrigens auch zu einer Umschichtung. Darauf gehe ich gern noch einmal im neuen Monat gesondert ein, ebenso wie auf die Auswirkungen des Aktiensplits von Tesla und Apple.

Zurück zum DAX: Der Monat August ist nach dieser Handelswoche recht solide im Gewinn verankert. Dabei war die Range auf der Oberseite klar skizziert und verlief zwischen 13.180/13.220 auf der Oberseite und den runden 13.000er-Bereich auf der Unterseite:

DAX-Bereich der letzten Handelswoche
DAX-Bereich der letzten Handelswoche

Die einzelnen Handelstage, an denen jeweils eine Bandbreite von weniger als 200 Punkten zu sehen war, sind hier entsprechend aufgelistet:

DAX-Bilanz der Wochentage KW35/2020
DAX-Bilanz der Wochentage KW35/2020

Im großen Chartbild ist der gezeigte Widerstand, welcher noch einmal mit dem Juli-Hoch bei 13.313 eine Ausdehnung finden könnte, genau die Abrisskante vor dem Corona-Absturz im Index:

Big Picture im DAX nach der KW35/2020
Big Picture im DAX nach der KW35/2020

Belastend ist zudem der erneut gestiegene Goldpreis und die Aussagen von US-FED-Chef Jerome Powell, der eine Ausweitung des Inflationszieles in Erwägung zieht. Damit könnte sich der Dollar wieder abschwächen und unsere Exportwirtschaft belasten. Dies war auch ein Grund, warum sich der DAX gegenüber der US-Börse schlechter entwickelte.

Was leite ich daraus für die kommende Woche im Trading ab?

 

Erst einmal umrahmt die gezeigte Range das Chartbild und legt damit die Bandbreite für weitere Trades fest. Ein Ausbruch daraus ist ein prozyklisches Signal, was in den kleineren Zeiteinheiten nicht missachtet werden sollte. Konkret verbietet sich mir daher ein Short direkt über 13.221, da hier das Juli-Hoch von 13.313 als weiteres Ziel im Chart sichtbar wird.

Ebenso auf der Unterseite – bricht die 13.000er-Region erneut, spekuliere ich eher auf weitere Abgaben mit Ziel 12.951 (Freitagtief) oder gar dem Schliessen des GAPs vom Wochenstart:

DAX-Szenario auf der Unterseite
DAX-Szenario auf der Unterseite

Da die letzten Handelstage hier immer wieder auf der Unterseite einen Test vollzogen und die Hochpunkte fallend sind, ist dies mein favorisiertes Szenario. Eine Bestätigung dessen ist mit Kursen unter 13.000 Punkten für mich erfolgt.

Entspannung stellt sich im Chartbild erst ein, wenn wir wieder über die 13.080 steigen. Dann würde das Konsolidierungshoch vom Freitag und ein Abwärtstrend überschritten sein, der in folgendem Chartbild skizziert ist:

DAX-Szenarien für Trader
DAX-Szenarien für Trader

In Folge dieser Bewegung wäre dann mein Kursziel 13.150 und die 13.180 respektive 13.221 als mittelfristige Range-Kante aus dem ersten Chartbild dieser Analyse.

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Welche Termine stehen für die neue Woche als potentielle Impulse auf der Agenda?

Die wichtigsten Termine zeigen in dieser Übersicht am Montag die harmonisierten Verbraucherpreise für Deutschland 14 Uhr an und Dienstag die Verbraucherpreise 11 Uhr in der EU. Im weiteren Verlauf steht Dienstag 16.00 Uhr der US ISM Index für das verarbeitende Gewerbe und Mittwoch 8.00 Uhr der deutsche Einzelhandelsumsatz an.

Am Donnerstag 11.00 Uhr werden die Einzelhandelsumsätze für die EU veröffentlicht und nach den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung 14.30 Uhr dann 16.00 Uhr der ISM für das nicht-verarbeitende Gewerbe.

Der Freitag steht im Zeichen der Arbeitsmarktdaten parallel aus Kanada 14.30 Uhr und den USA mit den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft.

Alle Prognosen als Fakten sind in folgender Tabelle verzeichnet:

Wirtschaftsdaten in der KW36/2020
Wirtschaftsdaten in der KW36/2020

Viel Erfolg und einen angenehmen Wochenstart sowie tollen Übergang in den neuen Börsenmonat wünscht Ihnen Andreas Bernstein (Bernecker1977)

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