Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

In der vergangenen Woche bzw. Ausgabe fragten wir in der Überschrift noch „Stolperfalle Tech-Werte?“ und wären zu Beginn dieser Handelswoche (die für die US-Märkte feiertagsbedingt ohnehin erst am Dienstag begann) noch geneigt gewesen, mit einem klaren „Ja!“ zu antworten. Schließlich wurden die Tech-Werte geradezu heruntergeprügelt. Für den Nasdaq 100, das „Fieberthermometer der Tech-Branche“, ging es im Tief bis auf 11.055 Punkte, nachdem drei Tage zuvor noch die neueste Bestmarke bei 12.439 Zählern beklatscht werden konnte. Der temporäre Kursrückgang von 11% im Tech-Index wirkt aber nachgerade harmlos, wenn wir uns den entsprechenden Verlauf bei Tesla zum direkten Vergleich betrachten:

Tesla unter Druck

Eben noch besuchte Tesla-Mastermind Elon Musk die Gigafactory-Großbaustelle in Grünheide, da traten die Notierungen im Chart auch schon zum Kursrutsch an. Vom frischen Allzeithoch bei 502,42 US-Dollar (wem das zu niedrig vorkommt: bitte den Aktiensplit nicht vergessen, bei dem Ende August der Preis für einen Anteilschein durch fünf geteilt wurde) krachten die Papiere auf das Korrekturtief bei 330 US-Dollar, macht ein schlappes Minus von 34% in gerade einmal vier Tagen. Das jedoch angesichts der bisherigen Jahresperformance des E-Autobauers – seit Anfang 2020 sattelten die Kurse in der Spitze weit über 300% auf – schnell an Schrecken verliert. Gehört nun mal dazu, so ein temporärer Rücksetzer, vor allem, wenn das Unternehmen seinen Einzug in den S&P 500 knapp verpasst hat. Dass der Run auf die Scheine weiterhin anhält, zeigt die zügige Erholung, die schon wieder in Richtung 400-Dollar-Marke zeigt. Dass der Hype um die Tesla-Aktie dabei unverändert spekulationsgetrieben bzw. heiß gelaufen ist und deshalb schon anfängt, Blasen zu werfen – ja, aber welcher Hype ist das nicht, siehe beispielsweise die Immobilienpreise in meiner Heimatstadt Berlin oder im schönen Oberbayern. So, und was macht eigentlich der DAX bei alledem?

DAX ohne Impulse

„Nicht viel!“, könnte eine mögliche, eher lapidare Antwort lauten. Nachdem es am Labor Day ohne den (Verkaufs-)Druck von der Wall Street bzw. Nasdaq sauber nach oben ging, bröckelten die Gewinne wieder etwas ab. Charttechnisch betrachtet hängen die Notierungen damit am Bremsbereich rund um 13.200 Punkten fest. Den gilt es also weiterhin zu überwinden, bevor ein Ausflug (über die 13.500er-Hürde hinweg) in Richtung Rekordhoch erfolgen könnte. Was es dafür braucht? Sicherlich einen neuerlichen Rallyeschub bei den Tech-Werten, die sonst tatsächlich zur Stolperfalle für die Märkte werden könnte – nur diesmal mit einem Ausrufezeichen! Deshalb darf der Blick zur Unterseite nicht fehlen, und da begegnet uns als erster Halt die runde 13.000er-Marke, die idealerweise nicht mehr unterboten werden sollte. Wäre das der Fall, würde sofort die Unterstützung bei 12.800 in den Fokus rücken, der die massive Volumenspitze rund um die 12.500er-Schwelle folgt.

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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Bildquellen: Prime Quants / Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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